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Schwarz

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schwarz adj, adv

Bd. 4, Sp. 322b
Schwarz, schwärzer, schwärzeste, adj. u. adv. die Benennung der dunkelsten Farbe, welche die wenigsten Lichtstrahlen zurückwirft und welche der weißen Farbe entgegengesetzt ist. Die schwarze Farbe. Schwarze Kreide. Schwarze Dinte; zum Unterschiede von der rothen  und in engerer Bedeutung, Dinte von vorzüglicher Schwärze, zum Unterschiede von blasser Dinte. Eine Sache schwarz anstreichen. Schwarz gekleidet gehen, auch nur, schwarz gehen, in schwarzer Kleidung, welche die Kleidung der Traurenden, der Prediger  ist. Schwarzes Haar. Eine schwarze Haut, welche wirklich schwarz ist, und wie sie die Bewohner der heißesten Länder in Afrika über den ganzen Körper haben, welche daher Schwarze (Neger) genannt werden. Die Schwarzen im Inern von Afrika. Daher, daß die schwarze Farbe etwas Düsteres und nichts Angenehmes hat, auch seit frühern Zeiten gebraucht wurde etwas Widriges, Übels  damit zu mahlen und darzustellen, kömmt es unstreitig, daß man auch den Teufel schwarz mahlet, und ihn daher im gemeinen Leben den Schwarzen nennt. Da trinken wir uns Muth und Kraft Und mit dem Schwarzen Brüderschaft, Der in der Hölle bratet. Schiller. So gebraucht man schwarz auch mit dem Artikel das als Grundwort. Das Schwarz, die oder eine schwarze Farbe. S. d. Das Schwarze, ein schwarzes Ding, der schwarze Theil eines Dinges. Das Schwarze im Auge, der Augapfel, das Sehloch, zum Unterschiede vom Weißen im Auge. Das Schwarze in der Scheibe. Is Schwarze treffen. Eine Farbe fällt ins Schwarze, wenn sie schwärzlich, d. h. sehr dunkel ist. Ein Mahler fällt ins Schwarze, wenn er seine Schatten zu dunkel mahlt, so daß sie schwarz sind. Das schwarze Brett, auf hohen Schulen  ein schwarz angestrichenes Brett an einem öffentlichen Platze, oft noch mit Gitterwerk versehen, an welches sowol die Bekanntmachungen der Lehrer in Ansehung ihrer Vorlesungen  geheftet, als andere Bekanntmachungen und Anfragen zur öffentlichen Kunde gebracht werden. Die schwarze Tafel, eine schwarz angestrichene Tafel in manchen Schulen , an welche diejenigen geschrieben werden, welche sich nicht gut betragen. Einen an die schwarze Tafel schreiben, ihn als einen, der sich übel aufgeführet, der sich etwas Übels hat zu Schulden kommen lassen, bezeichnen, bekannt machen. So auch, einen ins schwarze Register schreiben. Jemand bei einem Andern schwarz anschreiben, im O. D. Nachtheiliges, Böses von ihm sagen; in welchem Sinne man auch sagt, einen schwarz mahlen, einen bei einem Andern schwarz machen, anschwärzen, wo zugleich der Begriff der Unwahrheit, der Verleumdung damit verbunden ist. Schwarz auf Weiß haben, etwas schriftlich haben, mit schwarzer Dinte auf weißes Papier geschrieben. ♁ Schwarze Noten, deren Kopf ein schwarzer dicker Punkt ist, die Viertel, Achtel ; zum Unterschiede von den ganzen und halben Noten, welche keinen solchen Kopf haben. Der schwarze Sonntag, der zweite Sonntag vor Ostern, weil die Altäre, Kanzeln  an denselben schwarz behängt wurden. Sprichw. I der Nacht sind (scheinen) alle Kühe oder Katzen schwarz, in der Nacht, Dunkelheit erkennt man keine Unterschiede, ist eins wie das andere, ist jedes gleich gut  Der schwarze Star. S. Star. Mit schwarz werden die Mittelwörter mehrerer Aussagewörter verbunden und gewöhnlich zu Einem Worte zusammengezogen, ohne jedoch sämmtlich wahre Zusammensetzungen zu sein. Ein schwarzbeflorter Hut, welcher mit schwarzem Flor umwickelt ist zum Zeichen der Trauer. Schwarzbeflorte Trauerleute wallen. Hölty. Schwarzbehaart, mit schwarzen Haaren versehen, schwarze Haare habend. Schwarzgefleckt, schwarzgeflügelt, schwarzgelockt, schwarzgeschnäbelt, schwarzgestreift, schwarzgesternet, schwarzgetüpfelt  mit schwarzen Flecken, Flügeln  versehen, oder schwarze Flecken, Flügel  habend. »Schwarzgeflügelte Adler.« Voß. — und schirrt an den Wagen Schwarzgeflügelte Winde. — Ders. Alle schielten zurück auf den schwarzgelockten Heroal. Sonnenb. »Schwarzgeschnäbelte Schiffe.« Voß. Schwarzumwölkt, mit schwarzen Wolken umgeben. Drauf in den Panzer gehüllt des schwarzumwölkten Kronion. Voß. I weiterer Bedeutung nennt man auch etwas was sehr dunkelfarbig ist, was ins Schwarze fällt, oder wo die schwarze Farbe hervorsticht, schwarz. Schwarzes Gewölk, dunkeles, welches des Lichtes ganz oder größten Theils beraubt ist. »Die Blitze schlängeln sich durchs schwarze Gewölk.« Geßner. Der Himmel wird schwarz, wird mit schwarzem Gewölk überzogen. »Ein schwarzes Gewitter stieg fernher auf.« Geßner. Eine schwarze Nacht eine sehr finstere. Eine schwarze Finsterniß, in welcher man gar nichts erkennen kann. Der Nordwind, der Mit schwarzen Fittigen die schwarzen Lüfte theilte. Schlegel. Schwarze Augen, dunkelblaue oder dunkelbraune. Uneigentlich ist es einen Blick aus schwarzen Augen einen schwarzen Blick zu nennen. »Mit einem scharfen schwarzen Seitenblick' sah sie ihn an.« Göthe. Schwarze Kirschen, schwarzrothe, wie die völlig reifen sauren und einige Arten süßer Kirschen. Schwarze Zähne, schwärzliche z. B. bei einem, der viel Tabak raucht  Eine schwarze Haut, eine von der Sonne sehr dunkelbraun oder schwärzlich gelb gebrannte. Schwarzes Blut, schwarzrothes. Schwarzes Wildbret oder Schwarzwild, bei den Jägern, die wilden Schweine, auch wol die Bäre und die Dachse, wegen der schwarzen und schwarzbraunen Farbe. Der schwarze Waldhahn, der Birkhahn. Die schwarze Ente, der schwarze Falke. S. Schwarzente, Schwarzfalke. Schwarzes Holz, im Forstwesen, Nadelholz. S. Schwarzholz. Eine Blöße oder Lichtung wird schwarz, sagt man im Forstwesen, wenn sie wieder mit Holz bewächst, also schwarz, d. h. dunkel wird. Schwarzes Mehl, dunkelfarbiges nicht sehr weißes, nicht feines sondern grobes. Schwarzes Brot, von solchem Mehle gebackenes, wie auch, Roggenbrot, zum Unterschiede von dem weißen Brote, dem Weißbrote, welches von weißerem Mehle, und den Semmeln , welche vom Weizenmehle gebacken werden. S. Schwarzbecker. Schwarzes Eisen, unverzinntes, wegen der dunkeln Farbe. Schwarzes Kupfer oder Schwarzkupfer, im Hüttenbaue, ungereinigtes. Schwarzer Messingdraht, der beim Ziehen von dem letzten Glühen schwarz angelaufene Messingdraht, welcher überhaupt der stärkste ist. Schwarze Glätte, in den Hüttenwerken, diejenige Glätte, welche beim Silbertreiben gleich nach dem Abstriche folgt. Schwarze Krätze, ebendaselbst, diejenige Krätze, welche beim Ausschüren eines Schmelzofens beim Schmelzen der Erze auf schwerem Gestübbe vorfällt und beim folgenden Schmelzen wieder vorgeschlagen wird. Schwarzer Anflug, im Bergbaue, schlechte Erze, wo der Zentner nur ½ bis 3 Loth Silber enthält und welche zu der rohen Bleiarbeit genommen werden. Schwarzer Fluß, eine verpuffte Mischung von zwei Theilen Salpeter und einem Theile Weinstein, welche man beim Proben zur Beförderung der Verschlackung strengflüssiger Erze gebraucht. Schwarzes Erz. S. Schwarzerz. Schwarze Stauberde, eine schwärzliche Erde, welche man meist über der Erdfläche ausgebreitet findet, welche zuweilen rostig und gelblich aussiehet, im Feuer weißlich wird, brennt und zu Glase wird, wenn sie nicht ausgelauget worden ist. Schwarzes Silber, unreines, mit Kupfer vermischtes. Schwarze Münze, ehemahls solche Münze, welche mit vielem Kupfer vermischt war, in Gegensatz der weißen Münze, welche aus reinem Silber bestand. I Baiern entrichtete man die Grundzinsen und gerichtlichen Strafen noch in schwarzer Münze. S. Pfund. Schwarze Wäsche, welche durch den Gebrauch beschmuzt ist, in Gegensatz der weißen oder reinen. Die schwarze Kunst, eine Art in Kupfer zu stechen, wobei die Platte mit Strichen übers Kreuz mit der Wiege angefüllt wird, von welchen dann so viel ausgelöscht werden, als erfoderlich ist die lichten und hellen Stellen der Zeichnung hervorzubringen. Uneigentlich wird schwarz als Bezeichnung des höchst Traurigen, Unglücklichen gebraucht, wovon es schon in den ältesten Zeiten ein Zeichen und Bild war. Sich Alles schwarz ausmahlen. »Ach weißt du noch den schwarzen Tag, der die Blüten unserer Hoffnung zu Grunde richtete?« Weiße. — ihr schwarzen Feste wie dunkel Werdet ihr mir! — — Sonnenberg. Wenn Phillis dir den schwarzen Gram versingt. Hagedorn. Damit hängt der Begriff von schrecklich, abscheulich, wie auch in weiterer Bedeutung, der Begriff von boshaft, lasterhaft zusammen, welcher durch schwarz in der höhern Schreibart ebenfalls bezeichnet wird. Ein schwarzer Gedanke. Eine schwarze That, eine abscheuliche, verruchte. Er hat eine schwarze Seele. Er heulte, lästerte und haucht' in tausend Flüchen Sein schwarzes Leben aus. Weiße. Die schwarze Kunst, eine schreckliche, abscheuliche Kunst, wofür man die vermeinte Zauberei hielt, nämlich diejenige, welche man mit Hülfe böser Geister oder des Schwarzen, d. h. des Teufels übte (Necromantie), wo man sie dann auch wol von der weißen Zauberei, welche man mit Hülfe guter Geister übte, unterschied (Theurgie). Daher nannte Königshoven die Zauberbücher schwarze Bücher. S. Schwarzkünstler.
8909 Zeichen · 129 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwarz

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Schwarz , schwärzer, schwärzeste, adj. et adv. 1. Eigentlich, ein Nahme der dunkelsten Farbe, welche in der Ermangelung …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schwarz

    Goethe-Wörterbuch

    Schwarz Kleinschr N5 2 ,127,18 dunkelster Farbstoff; meist als Material künstlerischer Gestaltung, auch als Färbemittel …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwarz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Schwarz , Friedr. Heinr. Christian, ein besonders um die Pädagogik verdienter protestant. Theolog, geb. 1766 zu Gießen, …

  4. modern
    Dialekt
    schwarz

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    schwarz [wârts Roppenzw. Heidw. Henfli. ; wàrts Mü. Su. Osenb. Hlkr. Mittl. Katzent. Dü. Bf. Str. Wh. ; wòrts Geisp. …

  5. Sprichwörter
    Schwarz

    Wander (Sprichwörter)

    Schwarz 1. Bin ich auch schwarz, so bin ich doch kein Zigeuner. 2. Bist du selbst schwarz, so schilt andere nicht Raben.…

  6. Spezial
    Schwarz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Schwarz n. (-[e]s) 1 (schwarze Farbe) fosch m. , corú fosch m. 2 (Schmutzfleck) fosch m. , paz m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwarz

840 Bildungen · 775 Erstglied · 61 Zweitglied · 4 Ableitungen

schwarz‑ als Erstglied (30 von 775)

Schwarz(e)len

Idiotikon

Schwarz(e)len Band 9, Spalte 2209 Schwarz(e)len -ä- N. 9,2209

schwarz als Zweitglied (30 von 61)

Bei(n)schwarz

Idiotikon

Bei(n)schwarz Band 9, Spalte 2208 Bei(n)schwarz 9,2208

beinschwarz

DWB

bein·schwarz

beinschwarz , n. atramentum, color adustorum ossium, schwärze aus gebrannten, zerriebenen knochen: aus den knochen gleicherweise, woraus man…

brammschwarz

Idiotikon

brammschwarz Band 9, Spalte 2206 brammschwarz 9,2206

brandchole(n)schwarz

Idiotikon

brandchole(n)schwarz Band 9, Spalte 2206 brandchole(n)schwarz 9,2206

brandcholendschwarz

Idiotikon

brandcholendschwarz Band 9, Spalte 2204 brandcholendschwarz 9,2204

brandheideⁿschwarz

Idiotikon

brandheideⁿschwarz Band 9, Spalte 2205 brandheideⁿschwarz 9,2205

brandlicheⁿschwarz

Idiotikon

brandlicheⁿschwarz Band 9, Spalte 2206 brandlicheⁿschwarz 9,2206

brandschwarz

DWB

brand·schwarz

brandschwarz , ater, kohlschwarz, wie ausgebrannte kohle: wirt einer geschossen in das herz, so get im brantschwarz bluot darusz. Gersdorf 4…

brandtǖfelschwarz

Idiotikon

brandtǖfelschwarz Band 9, Spalte 2208 brandtǖfelschwarz 9,2208

brandzanderschwarz

Idiotikon

brandzanderschwarz Band 9, Spalte 2208 brandzanderschwarz 9,2208

brandërdeⁿschwarz

Idiotikon

brandërdeⁿschwarz Band 9, Spalte 2205 brandërdeⁿschwarz 9,2205

brandërdrechschwarz

Idiotikon

brandërdrechschwarz Band 9, Spalte 2208 brandërdrechschwarz 9,2208

brandēwigerschwarz

Idiotikon

brandēwigerschwarz Band 9, Spalte 2205 brandēwigerschwarz 9,2205

chessischwarz

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chessischwarz Band 9, Spalte 2206 chessischwarz 9,2206

chirsischwarz

Idiotikon

chirsischwarz Band 9, Spalte 2206 chirsischwarz 9,2206

cholberschwarz

Idiotikon

cholberschwarz Band 9, Spalte 2206 cholberschwarz 9,2206

cholbrandschwarz

Idiotikon

cholbrandschwarz Band 9, Spalte 2208 cholbrandschwarz 9,2208

choleⁿschwarz

Idiotikon

choleⁿschwarz Band 9, Spalte 2205 choleⁿschwarz 9,2205

cholrabeⁿschwarz

Idiotikon

cholrabeⁿschwarz Band 9, Spalte 2208 cholrabeⁿschwarz 9,2208

cholschwarz

Idiotikon

cholschwarz Band 9, Spalte 2205 cholschwarz 9,2205

cholërdeⁿschwarz

Idiotikon

cholërdeⁿschwarz Band 9, Spalte 2204 cholërdeⁿschwarz 9,2204

Ableitungen von schwarz (4 von 4)

erschwarzen

DWB

erschwarzen , nigrescere, erdunkeln: mhd. und daʒ sîn bein erswarzet was von einem trit. Lichtenstein 528, 25 ; erswarzet und ervalwet was i…

Schwarze

Meyers

Schwarze , Friedrich Oskar von , Kriminalist, geb. 30. Sept. 1816 zu Löbau in der Oberlausitz, gest. 17. Jan. 1386 in Dresden, ward nach Bek…

urschwarz

DWB

urschwarz , adj. (ur- C 4 a); übertragen: urschwarze ideen J. v. Düringsfeld Dalmatien 3, 53 . —

verschwarzen

DWB

verschwarzen , verb. , ' ganz schwarz werden '. dasz du verschwarzest! ' als verwünschung '. Campe ; mnd. vorswarten. Schiller-Lübben mnd. w…