lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Raub

nhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
18 in 17 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
44
Verweise raus
57

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Raub

Bd. 3, Sp. 962
Der Raub, des -es, plur. car. 1. Eigentlich und zunächst, eine schnelle Geschwindigkeit; eine Bedeutung, welche nur noch in der im gemeinen Leben auf den Raub üblichen R. A. gangbar ist, d. i. in aller Eil, in aller Geschwindigkeit. Etwas nur auf den Raub thun, sehr eilfertig. Auf den Raub essen, eilfertig. Ich komme nur auf den Raub zu ihnen, eilfertig und auf sehr kurze Zeit. Auf den Raub bauen, im Bergbaue, sehr eilfertig, und folglich leicht und obenhin bauen, welches man auch räuberisch bauen nennet. 2. In figürlicher und engerer Bedeutung druckt es so wohl die Handlung aus, da man eine Sache in der Geschwindigkeit und folglich mit Gewalt an sich reißet, als auch die auf solche Art an sich gerissene Sache. 1) Von der Handlung und als ein Abstractum; wo es nur noch zuweilen von der gewaltsamen Bemächtigung des Eigethumes anderer gebraucht wird, ohne die Rechtmäßigkeit zu bestimmen, da es denn auch in solchen Fällen gebraucht wird, wo diese Bemächtigung für rechtmäßig gehalten wird. Ihr habt mit meinen Banden Mitleiden gehabt und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, Ebr. 10, 34. In den Raub geben, Esr. 9, 7, 3 Esr. 8, 78; für welche veraltete R. A. man jetzt, doch nur im gemeinen Leben, sagt, in die Rapuse geben. Besonders gehören hierher die Fälle, wo man von Fleisch treffenden Thieren sagt, daß sie vom Raube leben, weil dieses die ihnen von der Natur bestimmte Nahrung ist, so daß mit diesem Worte bloß auf die schnelle und gewaltsame Bemächtigung gesehen wird. Ein zum Raube gerüsteter oder geschickter Löwe, in der Wapenkunst, ein Löwe mit aufgehabenem Vorderleibe und aus dem Rachen geschlagener Zunge. Und so müssen auch die Zusammensetzungen Raubfisch, Raubthier, Raubvogel u. s. f. erkläret werden. 2) Von der auf solche Art an sich gerissenen Sache, als ein Concretum, doch[] ohne Plural. So wird es in der Deutschen Bibel noch sehr oft für Beute gebraucht, so rechtmäßig dieser Raub auch nach den Gesetzen des Krieges, besonders nach den ehemahligen, ist. Das Vieh und den Raub der Stadt theilete Israel aus unter sich, Jos. 8, 28. Viel Raubes wegführen, 2 Sam. 12, 20; und so in vielen andern Stellen mehr. Um des sich gemeiniglich mit einmischenden harten Nebenbegriffes der folgenden Bedeutung willen gebraucht man es in diesem Verstande der Beute nicht leicht mehr, außer wenn man zugleich die Unrechtmäßigkeit derselben andeuten will. Wohl aber gebraucht man es noch zuweilen figürlich von einer jeden mit Gewalt an sich gerissenen Sache. Ein Raub des Todes seyn, oder werden. Unsterblich, doch des Todes Raub, Sind wir halb Engel und halb Straub, Cron. Ein Raub der Sünde werden, sich den Lastern zum Raube geben, sich von ihnen ohne Widerstand beherrschen lassen. Er ward ein Raub der äußersten Unruhe, die äußerste Unruhe bemächtigte sich feiner. Besonders auch von solchen Thieren, deren sich andere Thiere als der ihnen von den Natur angewiesenen Nahrung bemächtigen. Auf den Raub lauern. Der Löwe brüllet nach Raub. Den Raub fressen. 3. Im engsten Verstande bezeichnet es das Verbrechen, da man sich des Eigenthums eines andern öffentlich und mit widerrechtlicher Gewalt bemächtiget, und die Sache, deren man sich auf solche Art bemächtiget. 1) Von dem Verbrechen, als ein Abstractum. Auf den Raub ausgehen. Einen Raub begehen. Sich eines Raubes schuldig machen. Von dem Raube leben. Der Kirchenraub, Straßenraub, Menschenraub, Viehraub u. s. f. Das Öffentliche und Gewaltsame, welches mit dem Raube verbunden ist, unterscheidet denselben hinlänglich von einem Diebstahle. 2) Die auf solche Art geraubte Sache, als ein Concretum; aber gleichfalls ohne Plural. Den Räubern von Raub wieder abjagen. Den Raub theilen. Eine Sache als einen Raub dahin nehmen. Anm. Bey den Ottfried als ein Concretum Giroubi, bey dem Notker Geroube, Roub, im Nieders. Roof, im Angels. Reaf, Reol im Engl. Ravin, Rapine, im Lat. Rapina im Pohl. Rabiez, bey den Krainerischen Wenden Rop. Es gehöret mit rauben zu raffen, rapere, und bedeutet zunächst die eilfertige und gewaltthätige an sich Raffung eines Dinges, und da dieses wiederum eine Nachahmung des Schalles schnell sich bewegender Dinge ist, wohin auch das Nieders. reppen, schnell fortgehen, unser reiben, u. a. m. gehören, (S. Rapp,) so erhellet daraus, wie dieses Wort in der ersten Bedeutung auch von der Geschwindigkeit gebraucht werden könne. S. Rappuse und Rauben. Das im Hochdeutschen veraltete Rob, ein Kleid, in den alten Baierischen Gesetzen Raupa, im Angels. Reaf, im Franz. Robe, im Ital. Roba, im mittlern Lat. Raupa, und selbst im Arab. Raffon, ein weiches, seidenes Kleid, gehöret nicht hierher, sondern zu einem andern Stamme, wenigstens zu einer andern Hauptbedeutung des ersten ursprünglichen Stammwortes, welche der Begriff der Bedeckung ist. Im Nieders. ist Roof die Bogendecke über dem Hintertheile eines großen Schiffes, und im Angels. Hrof, im Engl. Roof, und im Holländ. Roef, ein Dach.
4914 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Raub

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Raub , des -es, plur. car. 1. Eigentlich und zunächst, eine schnelle Geschwindigkeit; eine Bedeutung, welche nur noc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Raub

    Goethe-Wörterbuch

    Raub A Nomen actionis 1 verbrecherische (mit Gewaltanwendung, auch Betrug ua Willkürakten verbundene) Inbesitznahme a wi…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Raub

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Raub (rapina) , Vergewaltigung an einer Person, um ihr Eigenthum zu entwenden. R. mord , Tödtung, um den Diebstahl ausfü…

  4. modern
    Dialekt
    Raub

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Raub [Rœỳp K. Z. ] m. Raub, selten, meist nur in der Rda. im R. në h me n in aller Eile nehmen, aufladen, bes. die Feldf…

  5. Sprichwörter
    Raub

    Wander (Sprichwörter)

    Raub 1. Die Raub frühstücken, haben den ganzen Tag Magendrücken. 2. Ein schöner Raub macht beherzten (kühnen) Dieb. Von …

  6. Spezial
    Raub

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Raub m. (-[e]s) 1 (Diebstahl) arobada (-des) f. , rapina (-nes) f. 2 (Beraubung, Plünderung) scascinada (-des) f. 3 (Ent…

Verweisungsnetz

87 Knoten, 81 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 9 Hub 1 Kompositum 69 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raub

259 Bildungen · 222 Erstglied · 30 Zweitglied · 7 Ableitungen

raub‑ als Erstglied (30 von 222)

Raub'enthalt

DRW

Raub'enthalt, m. zu Enthalt (II) Schutz vor Raub (I) wie dann zu S. dergleichen raub-enthalt in den kirchen ... kläglich [ist] 1638 ZSchles.…

Raubbiene

SHW

Raub-biene Band 4, Spalte 1257-1258

Raubfutter

SHW

Raub-futter Band 4, Spalte 1259-1260

Raubmord

SHW

Raub-mord Band 4, Spalte 1259-1260

Raubmörder

SHW

Raub-mörder Band 4, Spalte 1259-1260

Raubritter

SHW

Raub-ritter Band 4, Spalte 1259-1260

Raubschloß

SHW

Raub-schloß Band 4, Spalte 1259-1260

Raubsel

SHW

Raub-sel Band 4, Spalte 1259-1260

Raubtier

SHW

Raub-tier Band 4, Spalte 1259-1260

Raubvogel

SHW

Raub-vogel Band 4, Spalte 1259-1260

Raubzeug

SHW

Raub-zeug Band 4, Spalte 1259-1260

raubaal

DWB

raub·aal

raubaal , m. gadus lota, die aalraupe. Nemnich 3, 3 .

raubadel

DWB

raub·adel

raubadel , m. räuberischer adel, gesamtheit der raubritter des mittelalters: die burgpfaffen, die hofprediger und der raubadel. J. Paul Tit.…

raubalet

DWB

raub·alet

raubalet , m. der fisch cyprinus aspius, auch fraszalet. Nemnich 2, 1355 .

raubameise

DWB

raub·ameise

raubameise , f. myrmeleon, der ameisenlöwe, ameisenräuber, ein insect. Nemnich 3, 691 .

raubanfall

DWB

raub·anfall

raubanfall , m. anfall auf eine person, behufs beraubung: ein neuerdings im Prater verübter raubanfall. zeitungsnachricht 1846.

Raubautz

PfWB

Rau-bautz s. Rauhbautz .

Raubauz

Pfeifer_etym

rau·bauz

Raubauz m. ‘grober, unfreundlicher Kerl’, zuerst schweiz. (19. Jh.); Herkunft ungewiß.

Raubauzi

Idiotikon

Raubauzi Band 4, Spalte 1979 Raubauzi 4,1979

raubbau

DWB

raub·bau

raubbau , m. bau blosz auf schnelle beute hin, ohne rücksicht auf spätere ertragsfähigkeit. 1 1) bergmännisch: raubbau, derjenige abbau, bei…

Raubbede

DRW

raub·bede

Raubbede, f. wie Raubsteuer (I) vgl. 1Bede sit liber ... quod nichil omnino ab eo exigatur, videlicet stiure, bete, uszziͤhen, burcschaft, w…

raub als Zweitglied (30 von 30)

Mundraub

RDWB1

Mundraub m (Lakune) мелкая кража небольшого количества съестного (отправляется прямиком в рот, чтобы заглушить чувство голода)

Abraub

Idiotikon

Abraub Band 6, Spalte 32 Abraub 6,32

Ackerraub

DRW

acker·raub

Ackerraub ackerroff Felddiebstahl 1593 JütLow.³ II 72 § 1 Faksimile GrW. I 540 Faksimile

Ausraub

DRW

aus·raub

Ausraub Plünderung 1704 SchwäbWB. I 496 Faksimile

blōdraub

KöblerAhd

blōd·raub

blōdraub , st. M. (a?, i?) nhd. Erschlagenenraub ne. robbery of a slain Q.: LLang (643)

grasraub

DWB

gras·raub

-raub ( grasertrag ) tägl. anzeiger von Thun, 11. juli 1896; schweiz. id. 6, 32;

Heu(w)raub

Idiotikon

Heu(w)raub Band 6, Spalte 32 Heu(w)raub 6,32

kirchenraub

DWB

kirchen·raub

kirchenraub , m. sacrilegium Dasyp. 363 b , diebstal geweichter dingen Maaler 244 a : wer sie ( die glocken ) angreift, begeht doppeln kirch…

meerraub

DWB

meer·raub

meerraub , m. seeraub, seeräuberei: piratica meerraub, merraub Dief. 437 a ; da ward alls volk getrungen sehr, dasz es sich nehret auf dem m…

mundraub

DWB

mund·raub

mundraub , m. raub, entwendung von eszwaaren, namentlich beim ein- und ausladen von schiffen. Campe.

Münzraub

DRW

Münzraub, m. alles, was den Wert der geltenden Münzen verringern kann daß sich maͤnniglich in unsern landen, nicht allein des ausgebens und …

nachtraub

DWB

nacht·raub

nachtraub , m. bei nacht verübter raub, manubie Diefenb. nov. gl. 246 b ; grassatio nocturna Stieler 1527 ; mhd. nahtroup ( krone 4416), alt…

plōdraub

KöblerAhd

plōdraub , st. M. (a?, i?) Vw.: s. blōdraub*

rairaub

KöblerAhd

rai·raub

rairaub , st. M. (a?, i?) nhd. Leichenraub ne. rape (N.) of a dead body Q.: LLang (643) E.: s. germ. *hraiwa-, *hraiwam, st. N. (a), Leiche,…

Reraub

DRW

Reraub, m., n. zu Re (I), Raub I Beraubung eines Leichnams de rairaub. si quis hominem mortuum in flumine aut foris inuenerit aut expoliauer…

sackraub

DWB

sack·raub

sackraub , m. rapina, spoliatio ( vgl. sackmann und sackplündern); in den formeln sackraub nehmen, machen, auch sackraub reiten. Schm. 2, 22…

Schachraub

DRW

schach·raub

Schachraub, m. wie ¹Schach (I) vgl. Schachbrand, Schachtat nâch dem scâchroube retailte [erteilte] man die wide, / nâch dem morde daz rat Mi…

seeraub

DWB

see·raub

seeraub , m. : piratica .. seraubt .. zeeroeff ( gemma gemmarum. Cöln 1507). Dief. gloss. 437 a ; seerauberey, seeraub, l'art d'escumeurs de…

Stehlraub

DRW

stehl·raub

Stehlraub, m. heimlicher Raub (I), etwa nachts oder mit Maskierung, iU. zum offenen (II) Raub bdv.: Diebraub (I) Sachhinweis: His,MA. II 209…

Straßenraub

Adelung

strassen·raub

Der Straßenraub , des -es, plur. car. ein Raub, d. i. gewaltsame Entwendung fremden Eigenthumes, welche auf der öffentlichen Straße begangen…

straub

DWB

straub , adj. , emporstarrend, rauh. herkunft und verbreitung. and. ( und amfrk. ) strūf, strūv-, mhd. strūb, strūp, strūve, mnd. strūf, str…

Straßenraub

DRW

Straßenraub, m. auch Straß- I auf einer ¹Straße (I) verübter Raub (I) an Reisenden; als Bruch von Land- bzw. Straßenfriede und Kapitalverbre…

Strāssraub

Idiotikon

Strāssraub Band 6, Spalte 32 Strāssraub 6,32

Säckelraub

DRW

säckel·raub

Säckelraub, m. Veruntreuung öffentlicher Gelder peculatus, gemeiner seckels raub 1631 Frischlin(Frankf. 1631) 1529

Totenraub

DRW

toten·raub

Totenraub, m. Diebstahl von Gegenständen aus einer Grabstätte bdv.: Leichraub (II), Reraub (I) weil dann todten raub dem kirchen raub vergli…

weiberraub

DWB

weib·er·raub

weiberraub , m. weibesraub und weibraub lediglich von Campe 5, 632 b construiert. lit. seit Lohenstein Arm. 1, 771 a , hier wie meist vom ra…

Zëhende(n)raub

Idiotikon

Zëhende(n)raub Band 6, Spalte 32 Zëhende(n)raub 6,32

Āmadraub

Idiotikon

Āmadraub Band 6, Spalte 32 Āmadraub 6,32

Ableitungen von raub (7 von 7)

berauben

DWB

berauben , spoliare, privare, goth. biraubôn, ahd. piroupôn ( Graff 2, 358 ), mhd. berouben, nnl. berooven, ags. bereáfjan, engl. bereave, e…

beraubung

DWB

beraubung , f. spoliatio, privatio: die beraubung der leichen; der erst schad ist beraubung groszer früchten, die ein mensch ablesen mag von…

entrauben

DWB

entrauben , spoliare, eripere, nnl. ontrooven. 1 1) mit acc. der person, gen. der sache: seines vätterlichen erbs entraubet. Maaler 105 a ; …

errauben

DWB

errauben , exspoliare, ahd. irroubôn. Stieler 1526 : erraubte schätze.

geraub

DWB

geraub , s. gereb .

Geraube

Campe

Х Das Geraube , des — es , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

verrauben

RhWB

ver-rauben: -Ew-, sich v., sich gierig herumstreiten Saarl-Diefflen .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „raub". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/raub/adelung?formid=R00395
MLA
Cotta, Marcel. „raub". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/raub/adelung?formid=R00395. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „raub". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/raub/adelung?formid=R00395.
BibTeX
@misc{lautwandel_raub_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„raub"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/raub/adelung?formid=R00395},
  urldate      = {2026-05-19},
}