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Rahmen

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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33 in 16 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Rahmen

Bd. 16, Sp. 574
Rahmen, die Einfassung von Bildern und Spiegeln. Bilderrahmen waren ursprünglich architektonischen Charakters und nur bei Kirchenbildern gebräuchlich. Sie wurden aus Holz, Marmor, seltener aus Metall angefertigt. Ersteres wurde bemalt, erst teilweise und zuletzt ganz vergoldet, während der Marmor anfangs bemalt und vergoldet, auch mit farbigen Inkrustationen versehen und erst seit dem Ende des 16. Jahrh. allgemein weiß gehalten wurde. An gotischen Altarbildern haben sich gleichzeitige R. noch am meisten erhalten. Häufiger sind die R. aus dem 16. Jahrh., unter denen besonders der zu Dürers Allerheiligenbild (nach der Zeichnung des Meisters im Germanischen Museum zu Nürnberg) hervorzuheben ist. Im 16. Jahrh. erfuhr der R. auch für den profanen Gebrauch hohe künstlerische Ausbildung, die den frühern architektonischen Charakter allmählich aufgab und mehr allgemeinen dekorativen Gesetzen folgte. Die Barockkunst des 17. und die Rokokokunst des 18. Jahrh. bevorzugten ausschließlich Goldrahmen mit reichen, schweren, bis zur grenzenlosen Üppigkeit getriebenen Ornamenten in Holzschnitzerei. In den Niederlanden und in Deutschland waren um dieselbe Zeit (nach der Überlieferung des 15. Jahrh.) schwarze und braune R., bisweilen mit schmalen Goldleisten an den innern Seiten, im Gebrauch. Der Geschmack des 18. Jahrh. ersetzte in öffentlichen Gemäldegalerien die ältern R. meist durch Produkte der Zeit. Der Goldrahmen ist bis auf die Gegenwart für Einrahmung von Bildern und Spiegeln herrschend geblieben und hat seit dem Aufschwung der Kunstindustrie zu Anfang der 1870er Jahre reiche Ausbildung im Anschluß an die Muster der Renaissance, des Barock- und Rokokostils erfahren. Der Hauptsitz der deutschen Rahmenindustrie ist Berlin, das auch das Ausland (England, Amerika, Australien) mit Bilder- und Spiegelrahmen versorgt. Neben geschnitzten R. spielen in der Massenfabrikation R. mit Ornamenten aus Papiermaché und andern Kompositionen eine Hauptrolle. Auch werden Bilderrahmen häufig aus braun gebeiztem Eichenholz und schwarzem polierten Holz angefertigt. Neben Holzrahmen gibt es R. aus Bronze, Cuivre poli, gestanztem und gepreßtem Blech, Schmiede- und Gußeisen, solche, deren Holzgestelle mit Seide, Atlas, Samt, Plüsch, Leder und andern Stoffen überzogen und mit allerlei Zierat (Stickereien) versehen sind. Auf Gemäldeausstellungen begegnet man oft R., mit unsymmetrisch angebrachten Blumen, Zweigen, Früchten, Schaltieren, Muscheln u. dgl. dekoriert. Venezianische und böhmische Spiegel sind meist mit R. aus geschliffenen und gravierten Glasplatten und aus farbigen und farblosen Glasblumen versehen. In neuester Zeit hat sich gegen die üppige Ausstattung der Bilderrahmen eine Gegenbewegung geltend gemacht, in deren Folge jetzt möglichst einfache R., welche die Wirkung eines Gemäldes nicht beeinträchtigen, bevorzugt werden, schwarz, braun, grau, hellgrün etc. gestrichene, mehr oder weniger glatte Leisten, die auch bei Einrahmung von Stichen, Photographien etc. angewendet werden. Vgl. Lessing, Vorbilderhefte aus dem königlichen Kunstgewerbemuseum in Berlin, Heft 1–4: Rahmen (Berl. 1888); Bock, Florentinische und venezianische Bilderrahmen aus der Zeit der Gotik und der Renaissance (Münch. 1902); Guggenheim, Le cornici italiani (100 Tafeln, Mail. 1896). – Im Maschinenbau bedeutet R. oft ein Gestell; in der Schuhmacherei am Rande genähte Sohlen. Rahmenarbeit, Herstellung seiner Wollwaren (Phantasieartikel) durch Nähen im R.
3460 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Rahmen

    Adelung (1793–1801) · +17 Parallelbelege

    1. Rahmen , verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert, zielen; in welcher Bedeut…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rahm(en)

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Rahm(en) in etwa 20 der 220 Belege die veraltende Form ‘Rahm’, nur in Pkt 1; einmal Ram- 1 Bilderrahmen (sd); vereinzelt…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rahmen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Rahmen , die Einfassung von Bildern und Spiegeln. Bilderrahmen waren ursprünglich architektonischen Charakters und nur b…

  4. modern
    Dialekt
    Rahm(en)

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Ra h m(e n ) [Ràmə f. Roppenzw. , m. Pfetterhsn. ; Ràm f. Su. Geberschw. ; Râm f. Dü. K. Z. Lützelstn. Lohr ; Pl. Ràmə M…

  5. Sprichwörter
    Rahmen

    Wander (Sprichwörter)

    Rahmen 1. Leere Rahmen verzieren das Zimmer nicht. 2. He hett em den Rahm aplopen. – Dähnert, 370 a . Er ist vor ihm zum…

  6. Spezial
    Rahmenm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Rahmen , m рама , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rahmen

65 Bildungen · 45 Erstglied · 17 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von rahmen 2 Komponenten

rah+men

rahmen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rahmen‑ als Erstglied (30 von 45)

rahmen I

SHW

rahmen I Band 4, Spalte 1189-1190

rahmen II

SHW

rahmen II Band 4, Spalte 1189-1190

Rahmenbau

SHW

Rahmen-bau Band 4, Spalte 1189-1190

Rahmenschuh

SHW

Rahmen-schuh Band 4, Spalte 1189-1190

Rahm(en)berg

PfWB

rahmen·berg

Rahm(en)-berg m. : ehem. FlN. a. 1743: Garthen am Rammenberg, Lincker Handt dem Mohrlauther Pfadt [StArch. Kaislt, Lagerbuch 128]. —

Rahmenbildung

FiloSlov

rahmen·bildung

Rahmenbildung , f конструкция , ж , рамочная → FiloSlov Rahmenkonstruktion, f → FiloSlov Rahmung, f

Rahmenflaggen

Meyers

rahmen·flaggen

Rahmenflaggen , Flaggen auf Holzrahmen zum Zeichengeben und Truppenmarkieren bei Friedensübungen, s. Flagge , S. 653. Mit R. bezeichnet die …

Rahm(en)garten

PfWB

rahmen·garten

Rahm(en)-garten m. : 1. 'Garten, in dem die Rahmen, auf die das Tuch auf- gespannt wird, stehen'; vgl. Rahmen 2 d. a. 1515: von eynem ramgar…

Rahmenkompetenz

DERW

rahmen·kompetenz

Rahmenkompetenz, F., ›Zuständigkeit des Bundes in bestimmten Angelegenheiten zum Erlaß von Rahmenvorschriften‹, 2. H. 20. Jh., s. Rahmen, Ko…

Rahmenlossatz

FiloSlov

Rahmenlossatz , m конструкция , ж , рамочная → FiloSlov Satzrahmen, m → FiloSlov Satzklammer, f → FiloSlov Rahmenkonstruktion, f

Rahm(en)platz

PfWB

rahmen·platz

Rahm(en)-platz m. : FlN. a. 1658: garten Beforcht ohn den Statt mauer weeg ... unten ohn den raam platz [GdArch. KL-Ottbg, Gewannenbuch]. Vg…

Rahmenrecht

DERW

rahmen·recht

Rahmenrecht, N., ›umfassendes Recht dessen konkreter Schutzbereich im Ein- zelfall ermittelt werden muß (z.B. all- gemeines Persönlichkeitsr…

rahmen als Zweitglied (17 von 17)

Ägenrahmen

MeckWBN

Wossidia Ägenrahmen m. Rahmen der Egge, bestehend aus Ägenbalken und -scheiden Ro Rostock@Glashagen Glash .

abrahmen

DWB

abrahmen , cremorem lactis auferre, den rahm von der milch schöpfen, abrahmen: er rahmte mir den topf ab. Göthe 14, 297 . figürlich das best…

ausrahmen

DWB

aus·rahmen

ausrahmen , ein bild aus dem rahmen nehmen, gegenüber dem einrahmen.

Blêndrahmen

Adelung

Der Blêndrahmen , des -s, plur. ut nom. sing. ein hölzerner Rahmen, auf welchem die Leinwand zum Mahlen gespannet wird. Blend bedeutet hier …

Blindrahmen

Adelung

blind·rahmen

Der Blindrahmen , des -s, plur. ut nom. sing. ein blinder Rahmen, d. i. ein schlechter Rahmen, welcher nur auf kurze Zeit um einen Spiegel, …

Formrahmen

Adelung

form·rahmen

Der Formrahmen , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Buchdruckern, ein viereckter eiserner Rahmen, in welchem die gesetzten Columnen fest ge…

scherrahmen

DWB

scherr·ahmen

scherrahmen , m. gestell, um das garn von den laufspulen zu scheren, d. h. zu gängen zu ordnen, gewöhnlich ein haspel oder eine winde. Adelu…

Schlichtrahmen

Adelung

schlicht·rahmen

Der Schlichtrahmen , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Lohgärbern, ein Rahmen, d. i. eine horizontale Latte auf zwey Stützen, worauf das F…

schweifrahmen

DWB

schweif·rahmen

schweifrahmen , m. gestell, das die weber beim schweifen d. h. scheren, kettenaufschlagen oder zetteln brauchen Karmarsch-Heeren techn. wb. …

spannrahmen

DWB

spann·rahmen

spannrahmen , m. 1 1) ein horizontal liegender balken, auf dem die ständer und wände der stockwerke eines hauses, besonders der oberen, ruhe…

spiegelrahmen

DWB

spiegel·rahmen

spiegelrahmen , spiegelrahme , spiegelrahm , m. und f. der das spiegelglas einfassende rahmen. dasselbe wie spiegeleinfassung ( s. oben sp. …

tuchrahmen

DWB

tuch·rahmen

tuchrahmen , m. , ' ein gestell, in welches die tuchbereiter die tücher spannen ' Voigtel wb. (1793) 3, 431 b ; cathasca ( sic !) marterram …

vorrahmen

DWB

vor·rahmen

vorrahmen , verb. , veraltet, für einrahmen: für- sive vorrahmen, ( tabulas ) margine praemunire Stieler 1512 . — ein anderes vorramen, vorh…

wellenrahmen

DWB

wellen·rahmen

wellenrahmen , m. , dass. wie das ältere wellbrett ( s. d. ): ( wellen ) in dem regierwerk der orgel sind mit ihren zapfen in den wellenrahm…

Ableitungen von rahmen (3 von 3)

berahmen

DWB

berahmen , s. beramen , beraumen .

entrahmen

Pfeifer_etym

Rahm m. ‘Sahne’. Die westgerm. Bezeichnung für den fettreichen, sich an der Oberfläche absetzenden Teil der Milch ahd. roum (11. Jh.), mhd. …

Verrahmen

Campe

Verrahmen , v. trs . 1) Mit Rahmen versehen, gewöhnlicher berahmen oder auch einrahmen . 2) * * Berahmen, anberahmen, von der Zeit. Oberlin.…

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Cotta, M. (2026). „rahmen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rahmen/meyers
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Cotta, Marcel. „rahmen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rahmen/meyers. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rahmen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rahmen/meyers.
BibTeX
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