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Ochse

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PfWB
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Ochse m.

Bd. 5, Sp. 212
Ochse m.: 1.a. 'als Zug-, seltener als Masttier dienendes kastriertes männliches Rind' (beim Nebeneinander von Stier und O. am gleichen Ort bezeichnet Stier stets das junge, Ochs dagegen das ältere, zum Ziehen angelernte Tier), Ochs (ogs) [verbr., Bertram § 219 Christmann Kaulb 17, 74 Heeger Tiere I 6 Mang 102 Müller Dietschw 53 Schneckenburger 25, auch Auslandspfälzer], (ǫgs) [Höh 55]; Pl. Ochse (ogsə); Dim. Sg. Echs'che, Echsje (egsχə, egsjə) [WPf NPf], Echs(e)l (egsəl, egsl) [mittl. u. südl. VPf], Pl. Echs'cheʳ, Echsjeʳ (egsχəʳ, egsjəʳ) [WPf NPf nördl. VPf], Echselcheʳ (egsəlχəʳ) [mittl. VPf O-PS], Echslich (egsliχ) [mancherorts SOPf], Echsle (egslə) [mancherorts SOPf], zur Verbr. des Dim. vgl. K. 27; Zs.: Pfingst-, Drück- 1, Fahr-, Fuhr-, Joch-, Mummel- 1, Schaff-, Schieb-, Welts-, Zugochs(e); e rahner O. 'ein hagerer, schmaler O.' [KU-Schmittw/O]. Er fahrt mit Ochse 'Er benutzt Ochsen als Zugtiere' [KU-Diedk]. Meiⁿ Ochse sin fääl 'stehen zum Verkauf' [KL-Gimsb u. Umg.]. Wammer met Ochse fährt, geht's langsam [KU-Schmittw/O]. RA. und Vergleiche: e Kopp wie e O. [ZW-Gr'bundb, verbr.], wie e ungerischer (ungarischer) O. [KU-Wolfst, Hebel 13, vereinzelt]; Bääⁿ wie e O. [LU-Alsh]; e Hals so dick wie e O. [KU-Schmittw/O]; e Gnick wie e ungerischer O. [NW-Kallstdt]; brille wie e O. [KU-Bedb, mancherorts]; fresse (saufe) wie e O. 'viel essen (trinken)' [RO-Obd, mancherorts, Heeger Tiere I 11]; schlofe wie e O. 'tief schlafen' [NW-Kallstdt]; schnaufe wie e O. 'heftig atmen' [NW-Freinsh]; blind druf eneirenne wie e O. noch em griene Fudder [WPf (PfMus. 1887 86)]. Des is so grad (krumm) wie de O. brunzt, nämlich 'sehr krumm' [KL-Trippstdt u. Umg., mancherorts Gal]. Er macht Aae wie e ungerischer O. 'Er reißt die Augen auf, glotzt verständnislos' [KL-Alsbn]. Der guckt wie e O., wann's blitzt [KU-O'staufb]. Der steht do wie de O. am (vor'm) Berg 'Er ist ratlos' [Frankth, verbr. auch Auslandspfälzer], ... am Ölberg [KL-Mackb]. Er steht do wie e O. vor'm (neie) Scheierdor, dass. [KB-Kriegsf, verbr., auch Auslandspfälzer]. Der is so dumm wie e O. [KL-Lind, mancherorts]. Er is gescheider wie drei Paar Ochse, iron. [Gal-Josbg]. Er versteht soviel devun, wie e O. vum Spanische, nämlich 'gar nichts' [KL-Landstl]. Dem kummt's wie em O. die Millich, von einem langsam begreifenden Menschen [mancherorts Don Gal Buch Rußl]. Der is so gedreht wie e O., von einem Langsamen [ZW-Battw]. Er schafft wie vier Paar Ochse [KU-Diedk]. Wenn jemand mit seiner Arbeit prahlt, sagt man: Ja, du schaffscht wie e ongebunner O. [RO-Dörnb]. Ich hab Hunger, daß ich en O. fresse kennt [FR-Mörsch]. Des schmeckt besser wie en Tritt vumme O. [Bergz (Kamm 85)]. Schlaa der e O. in die Seit (ins Kreiz, in die Milz)! Ausruf des Erstaunens, der Verägerung, milder Fluch [KU-Schmittw/O, RO-Dielkch Kunnrädel 115 PfId. 172]. Was leit em Bauer an e paar Ochse! Ausruf im Sinne von 'das ist halb so schlimm, das läßt sich verwinden' [RO-Obd]. Bei fruchtlosen Bemühungen sagt man: Petz 'me O. ins Horn! [NW-Haßl, mancherorts]. Das is grad so, wie wammer em O. ins Horn petzt [Kaislt, mancherorts, Birmelin Penns Gezw. 62, auch Don Gal Buch Rußl]. Stoß em O. vor's Horn [BZ-Klingmst]. Geht jemand ohne zu grüßen vorüber, sagt man: So hemmer aach e O. im Stall [GH-Schwegh]. Spricht man von jemandem und er kommt gerade hinzu, sagt man: Wie (Wann) mer de O. nennt, kummt er gerennt [KL-Stelzbg, mancherorts], Wann mer de Esel nennt, kummt de O. gerennt [LU-Friesh, Don-Schowe]. SprW.: Wu (Je) älter de O., wu (je) härter des Horn [KU-Trahw, mancherorts, auch Don Gal Buch]. E O. soll e O. heirate [Hebel 46]. Wer 's Glick hat, dem kalbt sogar de O. im Stall [Krieger 30]. En Mann nemmt mer beim Wort, en O. bei de Herner [Penns (Barba)]. Besser e Kalb im Friede als e O. im Streit [vereinzelt Don]. Vun em O. kammer net meh verlange wie e Stickelche Rindflaasch [Gal-Hohenbach]. Mer bringt de O. nore zum Brunnetrog, zum Saufe net [Gal-Sap]. VR.: E' scheckig paar Ochse, / E' bucklichi Kuh, / Die gebbt mer mei Vatter, / Wann ich heirate du'. / Dut er mer's net gewe, / Do heirat ich net, / Un schlof bei mei'm Schätzche / Un sa's em halt net! [Schandein Bav. IV,2 364]; Var. Gal-Bagbg. Einen Fingerspielreim s. Daumerling. a. 1425: von eyme guten großen ohssen [LeinArch. (Löhne)]. a. 1448: An sant Georgen tag so soll der abt sin wisen in den ban legen und soll keufen ein schwarzen ossen, der in der wieszen zu weide gehit [Grimm Weist. V 600 (Abtei Limburg)]. a. 1465-1470: Item hatt myn Herre von Spier zwolf Ohßen in sinem Hofe [SpeyHochst. 196 (LA-Herxh)]. a. 1514: Item 23 ½ gulden vor 6 ohßen [GgHospR 20]. a. 1521: 12 mltr. habern mit oschen geetzt [LandsbgKellR]. a. 1578: 3 fl. von der grumat Im grossen brüel zu meines gnädigen herren Oxen [WerschwSchR 94]. a. 1628: Item sollen sie haben ein knecht, der die ochsen hietet [PfWeist. 601 (LU-Fußgh)]. — b. 'Zuchtstier' [mancherorts NOPf]; s. K. 120; Zs.: Farr-1, Fasel-, Mummelochse 1. Die Kuh bei de O. duⁿ (zum O. fihre) zum Decken führen [RO-Sippf KB-Orb]. a. 1579: Muß er dagegen den Ochsen, wieder (Widder) vnd gänß fasel (s. Gänsefasel) halten [DirmstAWeist. (Gemeindeordnung NW-Dackh)]. — c. Name für männliche Rinder, bes. Zugochsen [KL-Mehlb, mancherorts]. — d. vgl. Auer-, Schröterochse. — 2.a. 'dummer, törichter Mensch', auch Schimpfw. [verbr., Höh 148 Otterstetter 250]; vgl. Dummkopf; Zs.: Büffel-, Drück- 2, Heu-, Hornochse 1. Du (dummer) O.! [LU-Neuhf, mancherorts]. Das es e dummer O. [RO-Als]. Der dumm O. kann net lese un schreiwe [KU-Schmittw/O]. Du bischt e Rindvieh, e O., e Saukerl! [KU-Trahw]. — b. 'täppischer, plumper, unbeholfener Mensch' [vereinzelt]; Zs.: Farr- 2, Mummelochse 2; Syn. s. Tappes. — c. vgl. Brüll-, Mastochse. — 3.a. Name von Gasthäusern »Zum Ochsen« [mancherorts SOPf vereinzelt ganze Pf]. — b. Pl.: Neckname der Bewohner von IB-Reinh RO-Gundw Teschmosch KL-Baalborn KB-Biedh Rüssing Stauf FR-Tiefth LU-Dannstdt BZ-W'rohrb, Ochse [Umg. der jeweiligen Orte]; vgl. Hornochse 2, Hof-, Malzochsen. — ALA II 8; KDSA 105. — Südhess. IV 1054 ff.; Rhein. VI 326 ff.; Lothr. 390; Els. I 12/13.
6177 Zeichen · 192 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ochsesw. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    ochse , sw. M. Vw.: s. ohse

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ochseM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    ochse , M. Vw.: s. osse (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ochse

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Ochse ), — en, (— n), Mz. — en, (— n ); Vw. das Öchschen , O. D. Öchslein, Öchsel , in weitester Bedeutung, das Männchen…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ochse

    Goethe-Wörterbuch

    Ochse auch ‘Ochs’; 110 Belege iUz ‘Rind’, das nur ein Zehntel so häufig belegt ist 1 Rind a für die zool Gattung der Eig…

  5. modern
    Dialekt
    Ochsem.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Ochse m. : 1. a. 'als Zug-, seltener als Masttier dienendes kastriertes männliches Rind' (beim Nebeneinander von Stier u…

  6. Spezial
    Ochse

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Och|se m. (-n,-n) 1 bo (bos) m. 2 (Ochsenfleisch) cern de bo f. 3 (Jungochse) röch (röc) m. 4 ‹pop› (Grobian, roher Mens…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ochse

469 Bildungen · 456 Erstglied · 13 Zweitglied · 0 Ableitungen

ochse‑ als Erstglied (30 von 456)

Ochse(n)alp

Idiotikon

Ochse(n)alp Band 1, Spalte 195 Ochse(n)alp 1,195

Ochse(n)augeⁿ

Idiotikon

Ochse(n)augeⁿ Band 1, Spalte 135 Ochse(n)augeⁿ 1,135

Ochse(n)bei(n)

Idiotikon

Ochse(n)bei(n) N. Band 4, Spalte 1298 Ochse(n)bei(n) N. 4,1298

Ochse(n)bir(eⁿ)

Idiotikon

Ochse(n)bir(eⁿ) Band 4, Spalte 1484 Ochse(n)bir(eⁿ) 4,1484

Ochse(n)brunz

Idiotikon

Ochse(n)brunz Band 5, Spalte 769 Ochse(n)brunz 5,769

Ochse(n)brëch

Idiotikon

Ochse(n)brëch Band 5, Spalte 313 Ochse(n)brëch 5,313

Ochse(n)brǟmeⁿ

Idiotikon

Ochse(n)brǟmeⁿ Band 5, Spalte 605 Ochse(n)brǟmeⁿ 5,605

Ochse(n)deisch(eⁿ)

Idiotikon

Ochse(n)deisch(eⁿ) Band 13, Spalte 1893 Ochse(n)deisch(eⁿ) 13,1893

Ochse(n)drëck

Idiotikon

Ochse(n)drëck Band 14, Spalte 745 Ochse(n)drëck 14,745

Ochse(n)fisel

Idiotikon

Ochse(n)fisel Band 1, Spalte 1075 Ochse(n)fisel 1,1075

Ochse(n)furt

Idiotikon

Ochse(n)furt Band 1, Spalte 1044 Ochse(n)furt 1,1044

Ochse(n)fīrtag

Idiotikon

Ochse(n)fīrtag Band 12, Spalte 839 Ochse(n)fīrtag 12,839

Ochse(n)g(e)schir(r)

Idiotikon

Ochse(n)g(e)schir(r) Band 8, Spalte 1162 Ochse(n)g(e)schir(r) 8,1162

Ochse(n)gart

Idiotikon

Ochse(n)gart Band 2, Spalte 432 Ochse(n)gart 2,432

Ochse(n)hatz

Idiotikon

Ochse(n)hatz Band 2, Spalte 1831 Ochse(n)hatz 2,1831

Ochse(n)hirti

Idiotikon

Ochse(n)hirti Band 2, Spalte 1652 Ochse(n)hirti 2,1652

Ochse(n)horn

Idiotikon

Ochse(n)horn Band 2, Spalte 1619 Ochse(n)horn 2,1619

Ochse(n)joch

Idiotikon

Ochse(n)joch Band 3, Spalte 7 Ochse(n)joch 3,7

Ochse(n)müli

Idiotikon

Ochse(n)müli Band 4, Spalte 188 Ochse(n)müli 4,188

Ochse(n)rëcht

Idiotikon

Ochse(n)rëcht Band 6, Spalte 276 Ochse(n)rëcht 6,276

Ochse(n)schlang(en)

Idiotikon

Ochse(n)schlang(en) Band 9, Spalte 581 Ochse(n)schlang(en) 9,581

Ochse(n)schlitteⁿ

Idiotikon

Ochse(n)schlitteⁿ Band 9, Spalte 770 Ochse(n)schlitteⁿ 9,770

Ochse(n)schnaps

Idiotikon

Ochse(n)schnaps Band 9, Spalte 1267 Ochse(n)schnaps 9,1267

Ochse(n)schëlleⁿ

Idiotikon

Ochse(n)schëlleⁿ Band 8, Spalte 565 Ochse(n)schëlleⁿ 8,565

Ochse(n)schǖr

Idiotikon

Ochse(n)schǖr N. Band 8, Spalte 1219 Ochse(n)schǖr N. 8,1219

Ochse(n)stand

Idiotikon

Ochse(n)stand Band 11, Spalte 971 Ochse(n)stand 11,971

ochse als Zweitglied (13 von 13)

beetochse

DWB

beet·ochse

beetochse , m. der zur linken hand ( gegen das beet gerichtet ) pflügende ochse. vgl. gesch. der d. spr. 996.

Dreschochse

Wander

dresch·ochse

Dreschochse Man muss dem Dreschochsen das Maul nicht verbinden. – Luther.

erdochse

DWB

erd·ochse

erdochse , m. larva scarabaei stercorarii, larve des mistkäfers, vgl. erdglime .

leinochse

DWB

lein·ochse

leinochse , m. der ochse, der am pfluge rechts geht und mit der leine gelenkt wird.

Marterochse

DRW

marter·ochse

Marterochse, m. sagenumwobenes Folterwerkzeug in Form eines hohlen Metallochsen, unter dem Feuer gemacht wird 1613 Praetorius,Zauberei 221 F…

Schlagochse

DRW

schlag·ochse

Schlagochse, m. zur Schlachtung (I) bestimmter Mastochse, hier als Abgabe vgl. Schlachtvieh omnes solvunt annuatim duos bonos boves, qui dic…

Schurtochse

DRW

schurt·ochse

Schurtochse, m. Ochse als Abgabe der hof, der ein huobe ist, giltet einen schurtochsen, der xv schill. wert sîn sol Anf. 14. Jh. BiblLitV. X…

springochse

DWB

spring·ochse

springochse , m. zuchtochse, bulle, bos domesticus. Nemnich 1, 646 . vgl. springen, verb. 1, f, μ sp. 93.

stammochse

DWB

stamm·ochse

stammochse , m. ochse, welcher zur fortpflanzung der herde gehalten wird. Adelung. vgl. stammeber , stammhengst , stammrind , stammschwein.

sterbochse

DWB

sterb·ochse

sterbochse , sterbort u. s. w., siehe unter sterbeochse, sterbeort u. s. w.

Zuchtochse

Adelung

zucht·ochse

Der Zuchtochse , des -n, plur. die -n, ein Ochse, welcher zur Fortpflanzung seines Geschlechts gehalten wird; der Stammochse, Bulle.

zugochse

DWB

zug·ochse

zugochse , m. , Diefenbach 352 b ; Stieler 1379 , mnd. togeosse Schiller-Lübben 4, 558 a : die zugochsen habent ain grôz sänftikait zuo irn …

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Cotta, M. (2026). „ochse". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ochse/pfwb
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Cotta, Marcel. „ochse". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ochse/pfwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ochse". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ochse/pfwb.
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