Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
abwesend Adj.
abwesend Adj.
abwesend Adj. ‘nicht zugegen, nicht vorhanden, nicht da (wo erwartet)’, Gegensatz anwesend (s. d.). Das seit der 2. Hälfte des 15. Jhs. bezeugte Adjektiv, vgl. auch mnd. afwēsende, ist das Part. Präs. des im 17. Jh. untergegangenen, überwiegend auf nd. Sprachgebiet bezeugten Verbs abwesen, mhd. abewesen, mnd. afwēsen, ahd. abawesan ‘fehlen, nicht da sein’ (9. Jh.), einer Übersetzung von lat. abesse. Zum Verb wesen, das mit sein konkurriert, s. Wesen. Die Übertragung ‘geistig nicht zugegen, mit den Gedanken nicht bei der Sache, zerstreut’ ist seit der 2. Hälfte des 17. Jhs. bezeugt. – Abwesenheit f. ‘das Nichtzugegensein, Nichtvorhandensein, Fehlen’ (omd. ostobd. 1. Hälfte 16. Jh.), eine lat. absentia wiedergebende Bildung zum substantivierten Infinitiv Abwesen n.; vgl. mnd. afwēsen ‘das Fehlen, Abwesendsein’.