Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
verwesen
verwesen
verwesen Vb. ‘sich zersetzen, verfaulen, vermodern’ (um 1500; im 16./17. Jh. vereinzelt auch transitiv) ist anzuschließen an ahd. firwesane ‘alt werden’ (Hs. 12. Jh.; vgl. auch irwesanēn ‘alt werden, verwelken’, 9. Jh., wesanēn ‘welk, kraftlos werden, verwelken, welk, schlaff, matt sein’, 10. Jh.). Dieses führt wie aengl. wisnian, (mit grammatischem Wechsel) weornian ‘vertrocknen, verwelken’, anord. visna, schwed. vissna ‘welken’ und das zugehörige stark gebildete Part.adj. ahd. wesan ‘morsch’ (um 900), anord. visinn, schwed. vissen ‘welk, dürr’ mit lat. viēscere ‘verwelken, verschrumpfen’, viētus ‘welk, eingeschrumpft’, lit. výsti ‘welken’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *u̯ei- ‘welken’, wozu auch air. fēo (aus *u̯i-u̯o-) ‘welk’. Starke Formen (besonders frühnhd.) stehen unter dem Einfluß von mhd. verwesen ‘zunichte werden, vergehen’, transitiv auch ‘aufbrauchen’, ahd. firwesan ‘verbrauchen, vergeuden, Nutzen ziehen’ (10. Jh., älter ‘vertreten, rechtfertigen’, s. Verweser), einer Präfixbildung zu ahd. wesan, mhd. wesen ‘sein’ (s. Wesen). Vgl. in: Anglia 84 (1966) 7 f. – Verwesung f., mhd. verwesunge ‘Untergang, Verfall’, seit dem 16. Jh. vor allem vom Zersetzungsprozeß organischer Stoffe. verweslich Adj. ‘der Verwesung ausgesetzt’ (16. Jh.); vgl. verweselich (Luther).