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nutzen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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24 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

nutzen verb.

Bd. 13, Sp. 1029
nutzen, nützen, verb. uti und prodesse. die doppelform geht zurück auf ahd. nuzzôn und nuzjan (nuzzan, nuzzen), die wie das ags. nytjan, altn. nytja und nd. nutten nur transitive bedeutung haben; mhd. nutzen und nützen, nhd. in den älteren vocabularien nur nutzen (frui, fungi, uti, prodesse Dief. 249a. 252c. 631c. 462b), ebenso in den wörterbüchern von Maaler, Denzler, Erberg und Rädlein; auch Stieler setzt nutzen an mit der bemerkung 'dicitur etiam nützen'; Alberus KK 3a (nur transitiv), Schottel (1371) und Hederich haben nur (wie auch Luther) die umgelautete form, während Ludwig, Steinbach und Frisch beide formen ansetzen, dieser mit der angabe (2, 25a) 'nutzen ist mehr in Ober - Teutschland (vgl. Schm.2 1, 1777) gebräuchlich bis an Thüringen, nützen aber gegen und in Obersachsen'. aus Heynatz (2, 301), der die form nutzen verwirft, und Adelung (3, 546) ersieht man, dasz zu jener zeit nutzen transitiv üblicher war als nützen, während Campe (3, 528a) wieder umgekehrt behauptet, dasz transitives nützen schon lange von vielen guten schriftstellern gehörig unterschieden werde von intransitivem nutzen. eine strenge regel hat sich aber, wie man aus den nachfolgenden belegen ersieht, nicht ausgebildet und das wort wird auch jetzt noch wie in der alten sprache in beiden formen promiscue als transitivum und intransitivum gebraucht, nur dasz für den ersten fall nutzen üblicher geblieben ist als nützen (aufgefaszt als nütze sein), das aber im reime der leichteren bindung wegen in beiden bedeutungen das übergewicht hat. die oberd. mundarten halten an nutzen fest, doch wird schwäbisch (nach Schmid 411) nutzen nur intransitiv und nützen transitiv gebraucht, während die mundart der sieben und dreizehn gemeinden für beide bedeutungen nur nützen kennt, s. Schm. cimbr. wb. 150b. II. Transitiv, sinnverwandt mit genieszen, brauchen, gebrauchen (s.nützen und gebrauchen th. 41, 1828), anwenden, sich bedienen und oft durch benutzen, benützen ersetzt. I@11) mit sächlichem objecte. I@1@aa) als nahrung (oder arznei) brauchen, genieszen. mhd. und md. (mit accusativ oder theilungsgenetiv): swer daʒ iht nüzet geʒʒen oder getrunken. Br. Berthold, Wackernagel lesebuch 1, 676, 15; die schüllen des pfeffers niht nützen. Megenberg 373, 18; (sie) nuzte ein lutzel spîse. heil. Elisabeth 5207; (er hatte) gesên di brûdre eʒʒin kol, des di Prûʒin nicht inpflâgin nutzin dennoch bî den tagin. Jeroschin 9876; nhd. nuczen, frui, vesci Dief. 249a; von früchten mögen genützt werden. Ryff kochbüchlein für die kranken 71a; den trank nützen. arzneibuch (Erfurt 1546) 79b. 81b; negella und enzian zuosamen gemischet und das genützt oder genummen. Braunschweig chir. 28; also genützt = also getrunken. Bock kräuterbuch 44b. 54b; das gebrant wasser davon (schlüsselblumen) mag wol auch zuo andern innerlichen presten genützt werden. 65b; alle diese zucker haben, innerlich genutzet, eine besänftigende kraft. Hohberg 3, 1, 543b. I@1@bb) aus etwas äuszerlichen oder innerlichen nutzen ziehen, etwas (um vortheil zu ziehen) anwenden, gebrauchen, benutzen; überhaupt wozu gebrauchen, fungi, uti Dief. 252c. 631c: mhd. und swaʒ der rîche mac gehân wîstuomes unde witze, daʒ nütz ich und besitze vil gar nach mînes herzen ger. Konrad troj. kr. 2160; diu (ros) beide wol genützet dâ wurden und gebrûchet. 34512; nütz eʒ, eʒ ist sîn swert. H. v. Neustadt Apoll. 5239; nhd. alle gastgeben sollen .. masz, die mit der grösz der Salzburger masz geleicht haben, nutzen. österr. weisth. 6, 232, 16 (15. jahrh.); wen ain knecht dem andern .. seinen zeug nützt über seinen willen. 105, 40 (16. jahrh.); der die pruggen mer nutzt den sein hausznotturft erfordert. 293, 32; zinene kendelen nützen. A. Tucher haushaltbuch 82; liedren aimer und spützen, inn fewers not zu nützen. H. Sachs 3, 243, 37; solch bberei wer hoch zu nützen (: trützen). Fischart nachtrab 1653; die (kriegsleut) uns in kriegssachen beschützn, für uns die wehr und waffen nützn. Ayrer 86, 24; die federwisch die nützt man auch und sind bein schreibern stets in brauch. Alberus 153a; das alt haus soll man stützen und das geld soll man nützen. Creidius 294; wenn man dieselben (thiere) braucht und nützt. Brockes 9, 310; fragen sie einmal in meiner gegend nach, mit welchem eifer ich meine gerichtsbestallungen nutze. Rabener (1755) 3, 119; sie nutzte die kurze zeit sehr vorsichtig. 4, 84; keiner wuszt ihn (reichthum) recht zu nützen (: sitzen). Gellert 1, 79; was ihr (der erfinder) geist grübelnd entdeckt, nutzen wir. Klopstock 1, 186; sobald die menschen die natur nützten (daraus nutzen zogen). Kant 7, 344; der fleiszige Deutsche macht die collectanea, die der witzige Franzose nutzt. Lessing 1, 145; du würdest ... deinen schatz doch nicht genutzt haben. 148; was er (der dichter) vor sich selbst nicht nutzen kann, setzt er als ein ingrediens, um gewisse vermischte empfindungen hervorzubringen. 6, 508; endlich fiel man darauf, selbst das, was mich zu einem so langsamen ... arbeiter macht, an mir nutzen zu wollen, die critik. 7, 449; ich darf mich rühmen, dasz der erbprinz mehr darauf gesehen, dasz ich die bibliothek, als dasz die bibliothek mich nutzen soll (vergl. 2). 12, 252; wenn sie diese (buchausgabe) nutzen zu können glauben. 276; das, was ich nicht selbst zu nutzen verstehe. 292; ich wünschte sehr, dasz sie (Heyne) mich nicht blosz in gedanken durch Italien begleitet hätten; wenn es in person gewesen wäre, würde ich meine reise erst haben nutzen können. 451; ich könnte doch vielleicht einmal etwas davon (Nicolais collectaneen zu einem deutschen wörterbuche) nützen. 13, 175; die menschliche gattung .. kann, um weise zu werden, nicht nur ihre eignen erfahrungen nützen. Wieland 8, 104; ich schenke ihnen ihre rede ..; sie können sie vielleicht bei einer andern gelegenheit besser nützen. 12, 167; ich nutze die unersättliche wiszbegierde der kinder und suche ihnen keine antwort schuldig zu bleiben. Hermes Sophie (1776) 3, 185; (ich) warf eine bemerkung hinein, die er nutzen sollte. Thümmel reise 9 (1803), 105; kann er (der dichter) häszliche formen nutzen, wie weit eher schöne. Herder krit. wälder 1, 238; nutze deine jungen tage, lerne zeitlich klüger sein. Göthe 1, 144; (sie war) ohnehin gewohnt die gegenwart zu nutzen. 17, 43; um sein leben dort ... höher zu nutzen. 318; dergleichen (unterhaltung) könne von einem jungen frauenzimmer aufgenommen und genutzt werden. an Zelter 747; nutzten sie das nicht (lieszen sie sich das nicht zum nutzen, zur lehre gereichen)? Leisewitz Julius 1, 1; meine jetzige laune könnte darüber verfliegen und ich will sie nützen. 3, 3; nützen musz man den augenblick, der einmal nur sich bietet. Schiller 5, 2, 300 (don Carlos 3, 9); das ist der augenblick mein kind zu retten, ich will ihn nutzen. 13, 298 (jungfr. von Orl. 4, 8); izt nuz ich den zeitpunkt. 2, 258 (räuber, trauersp. 2, 9); sie nuzten die gelegenheit. 4, 115; sogleich entschlosz ich mich, sie (nachricht) zu nützen. 4, 225; mit schneller besonnenheit wuszte er diesen umstand zu nützen. 8, 231; Mithridates nutzte die erbitterung der einwohner. Schlosser weltgesch. 3, 549; mann, der seine kräfte nützt (: beschützt). Rückert brahm. 2, 12. I@1@b@aα) nutzen (nützen) zu, wozu anwenden, gebrauchen, benutzen: si nützet irn munt niht zuo eʒʒen und zuo trinken. Megenberg 277, 16; man nützet das holz zuo den ältern (altären) in den gotshäusern. 355, 23; er sol solch essen (das abendmahl) nützen zur vergebung der sünd. Luther 8, 378a; so stehestu, dornbusch, bei der erdt und must veracht daniden sitzen, man thut dich nit zum ehren nützen. Waldis Es. 2, 3, 18 Kurz; und wozu wolltest du diese wissenschaft nützen? Wieland 13, 110; du hast die dir verliehene hohe kraft .. zur befriedigung der niedrigsten leidenschaften genutzt. Klinger 5, 31; vieles traf zusammen, das ich zu unserm vortheil nutzen konnte. Göthe 9, 126 (Tasso 1, 4); sie nutzte kühn des morgenrittes abgemeszne stunden mit ungeheurer schnelligkeit zum zweck, den alten, vielgeliebten mann zu sehn. 9, 314 (nat. tochter 3, 2). I@1@b@bβ) statt des accusativs kann in der älteren sprache auch ein theilungsgenetiv (wie im mhd.) stehn: das der mensch derselben güter also nützen und .. brauchen möge. Melanchthon corp. doctr. 984. I@22) mit persönlichem objecte. I@2@aa) aus jemanden äuszerlichen oder innerlichen nutzen ziehen, ihn wozu gebrauchen: leute nützen zu, wozu verwenden. österr. weisth. 6, 304, 26 (15. jahrh.); ich bin dem bischof nun wol oft kon (kommen) und hab in genützt wol zehen jar mê dann fünfzig rinsch guldin bar. N. Manuel vom papst u. seiner priesterschaft 297; wenn ich min pfruond verdienen sol, so tuon ichs gern und bedarf ir wol ... den bapst möchte ich sunst gar nüt nützen. 833; o liebs weib thu mich nur nicht schlagn! ich lasz mich all deins gfallens nützen (zu jedem dienste brauchen). Ayrer 2883, 33; ich habe fette hämmel darunter (unter den unterthanen), die mag er (der schösser) nutzen, bis er satt und bezahlt ist. Rabener (1755) 3, 126; ich dächte, dasz sie meinen oheim besser genutzt (ihm mehr geld abgenommen) hätten. Hermes Sophie (1776) 2, 247; er soll den dichter nicht blosz als erzähler, er soll ihn als dichter nutzen. Lessing 6, 446; Plutarch in der abhandlung, wie man seine feinde nützen solle. 7, 176 anm.; ich .. will ihn (Mendelssohn) noch auf dieser erde recht nutzen. K. Lessing bei Lessing 13, 220; theuer ist mir der freund, doch auch den feind kann ich nützen. Schiller 11, 189; nutze den, der dich will nutzen. Rückert 6, 103. I@2@bb) eine nutzen, stuprare Keller erzählungen aus altd. handschriften 388, 16; da sie sie hetten genutzet die ganzen nacht (qua cum tota nocte abusi essent). bibel von 1483 121b (die erkenneten sie und zuerbeiten sich die gantze nacht. richt. 19, 25); so wert ir euch ie darzu geben, daʒ ich euch auf der truhen nutz. H. Folz fastn. sp. 1445. vgl.brauchen theil 2, 316. IIII. Intransitiv, mit persönlichem oder sächlichem subjecte, nutzen bringen, von nutzen, nütze sein, prodesse Dief. 462b; synonym mit dienen, frommen (th. 41, 246 f.), taugen, helfen, gegensatz zu schaden. II@11) ohne weitere beziehung: nicht aller räthe anschläg nützen (: schützen). Kirchhof wendunm. 2, 346 (3, 82) Öst.; was nützt ist nur ein theil des bedeutenden. Göthe 21, 49; wie es denn dem geselligen menschen ganz gleichgültig ist, ob er nutzt oder schadet, wenn er nur unterhalten wird. 26, 15; ein liedchen, das gefällt und nützt (: schützt). 5, 10; damit sie (fremde menschen) nutzen sollen. 9, 184 (Tasso 3, 4); dasz er (Kotzebue) aus bosheit schaden mag, das ist ihm wohl erlaubt; doch fluch ich, dasz er tag für tag auch noch zu nützen glaubt. 52, 84; anstatt zu nützen, schadeten seine (Drakos) gesetze. Schiller 9, 165. II@22) mit angabe des grades, etwas (fragend was), viel, wenig, nichts u. s. w. nützen: mhd. daʒ sint alleʒ schützen, die mohten wol gar nützen. H. v. Neustadt Apoll. 20737; nhd. was nützet es, das wir sein gebot halten? Mal. 3, 14; was nützet die beschreibung? m. 3, 1; weichet nicht dem eiteln nach, denn es nützet nicht. 1 Sam. 12, 21; unser veter haben falsche .. götter gehabt, die nichts nützen können. Jer. 16, 19; was nitz das? Th. Platter 104 B.; es nützt nit, alweg die warheit sagen. Frank sprichw. 1, 87a; was nicht nutzt ist nicht recht. Lehmann (1630) 563, 93; von dingen, so nichts nutzen, sagt man .. es nutzt so viel als spinnweben zum kleid u. s. w. 834, 3; was bäurisch etwa nützt, nützt allemal nicht herrlich. Logau 1, 8, 100; was mag das gold doch nützen (: sitzen)? Opitz (1644) 1, 160; ob nun gleich in arzeneien gold und silber wenig nützt (: stützt). Brockes 9, 9; was nutzet ihnen grosz die zufuhr des Rheinstroms? Leibnitz 1, 179; ach was nutzen die fragen. Lessing 1, 223; solch zweideutig achseltragen nutzen wirds nicht, noch behagen. Göthe 4, 351; wie eine flamme, die so herrlich nützt. 9, 178 (Tasso 2, 3); was unerreichbar ist .. nicht nützt noch frommt. 40, 384; etwas nützet ihr doch. Schiller 11, 105; ich bin krank. 'nutzt nichts, geh 'nauf und zieh dich an.' Auerbach ges. schriften 1, 19. II@33) mit angabe des ortes, der zeitdauer: das geistlich essen, welchs da (= hie) nützet. Luther 3, 360b; (das werk) nutzet, doch nicht .. nur an einer stäte. Klopstock 2, 82; doch wäre dieser tröstliche spruch (wo mirs wohlgeht ist mein vaterland) noch besser ausgedrückt, wenn es hiesze 'wo ich nütze ist mein vaterland!' Göthe 23, 120; im gegentheil nutzt die wahrheit nothwendig auf die länge, wenn sie auch im augenblick schadet. 36, 13. II@44) die person oder sache, der etwas zum nutzen gereicht und förderlich ist, steht (mit oder ohne angabe des grades u. s. w.) II@4@aa) im dativ: als wir oft lieben unser thier, das sy uns söllen nutzen schier. Schwarzenberg 131b; nach den göttern mügen die menschen einander allermeist nutzen. Cicero de offic. 41b; ja, es ist ein zierliche und grosze statt; was nützt sie dir aber? Kirchhof wend. 1, 56 (1, 47) Öst.; eins musz das ander schützen, und dieses das musz dem für seinen schaden nützen. Fleming 223; was dir meine faust genützt. Gryphius trauersp. 45 Palm; dasz man als ein knecht dem armen nechsten nütze (: schwitze). Günther 29; wenn du straffen must und sollt, so willst du nur dem sünder nützen (: schützen). 126; die rose nützt uns nicht, sie musz gebrochen sein. 593; geld macht, dasz sich menschen nützen, helfen, bessern, dienen, schützen. Brockes 9, 11; was nützest du der welt? was mag sie dir in deinem körper nützen (: sitzen)? Drollinger 140; so lang es (das recht) unsrer absicht nützet (: stützet). Hagedorn 2, 117; wer dir als freund nicht nützen kann, kann allemal, als feind, dir schaden. Gellert 1, 75; was nutzt mirs, dasz mein freund mit mir gefällig weine? Lessing 3, 333; was nutzt alle die gelehrsamkeit .. uns lesern. 6, 495; meine erfahrung kann dir nützen. Wieland 7, 168; recht menschlich musz die tugend sein, wenn sie menschen nutzen soll. Klinger 11, 32; er schadet uns und nützt sich nicht. Göthe 8, 186 (nutzt 7, 27 H.); es sei von einer wissenschaft die rede .. (die) dem menschen nutzt, indem sie ihn erhebt. 9, 106 (Tasso 1, 1); still und mäszig weisz Gregor den seinigen zu nutzen. 9, 128 (1, 4); was nützte mir der ganzen erde geld? 56, 55; dein schade soll es nicht sein, dasz du mir nutzest. 14, 165 (grosz-cophta 2, 6); trachte jeder sich und andern zu nutzen. 23, 121; sie behaupteten, das theater könne lehren und bessern, und also dem staat und der gesellschaft unmittelbar nutzen. 49, 170; die dummen, die dich vergötterten, nüzen dir wenig. Schiller 3, 131 (Fiesko 4, 14); in jener welt wird mir und dir sein schutz nicht nützen (: schützen). Rückert brahm. 3, 46 (15); nütze dem, der dir kann nützen (: stützen). ged. 6, 103 f. II@4@bb) nach sächlichem subjecte kann die person (als ziel und resultat des nützens) wie bei helfen (th. 42, 956) im accusativ stehn: mhd. mich nutzte baʒ ein gerstenkorn denn du (der edelstein). Boner 1, 12; waʒ nützest mich? 1, 14; die nützet nicht der edel stein. 1, 29; den nützent nicht die vrühte guot. 4, 18; nhd. der (gewalt) wirt üch ietz nit nutzen vil. N. Manuel todtentanz 10; so nutzt es weder ander noch mich. 21; was nutzt mich ietz mein härin gwand? 31; was nutzt dich ob du dich recht heltst und allweg kluog und weiszlich stelst? Scheidt Grobian. 1404; aber was nutzet mich das klagen? Fischart flöhhaz 2263 Kurz; das nutzet in nit ein erweisz. Reuchlin Cic. Tusc. 1, 5 (Hartfelder, deutsche übersetzungen class. schriftsteller aus dem Heidelberger humanistenkreis s. 21); das kraut mit essig vermischt nutzet die schlaffsüchtigen. Thurneisser erdgew. 129; dich nutzt auch nichts, dasz du wunden kanst heilen. Paracelsus 170; was nützte dann dich dein geweihe? Pfeffel 1, 148 Hauff; so noch mundartlich: was nutzt mi a~ ringl .. und was nutzt mi â~ sträuszl. v. Kobell, Frommann 3, 160a; es nutzt di nix man! Kaltenbrunner, Frommann 3, 192b; jetzt nutzt dich all dein ansehen von früher nichts mehr. Auerbach ges. schriften 4, 95; was nützt mich das alles? 7, 177; wann ich später in der gmeind auch einmal etwas drein zu reden hab, soll diese erfahrung die andern ärmern leut schon etwas nützen. Felder Nümmamüllers 230. II@55) nützen zu; nützen mit, durch: aber wozu meinen sie dasz es nützen werde? Wieland 30, 509. mit dativ der person: kupfer musz zum dach uns nützen, und vor wind und regen schützen. Brockes 9, 14; der welt mit rath und that zu nützen (: stützen). Günther 138; nur fleisz und vorschusz sinds, wodurch man freunden nützt (: sitzt). Hagedorn 1, 44.
16710 Zeichen · 321 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nutzensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    nutzen , sw. V. Vw.: s. nützen (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nutzen

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Nutzen , oder

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Nutzen

    Goethe-Wörterbuch

    Nutzen selten (bes in frühen Briefen) auch -zz-, -z-; in weniger als 5% von knapp 600 Belegen in der älteren Form ‘Nutz’…

  4. modern
    Dialekt
    nutzen

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    nutze n [nùtsə allg. ] nützen. s nutzt nix Hlkr. Nutzt's nix, ze schod et ’s nix! sagt der Bauer, wenn er z. B. ein beka…

  5. Sprichwörter
    Nutzen

    Wander (Sprichwörter)

    Nutzen 1. Aber Nutzen auch nicht, sagte der Bauer, als einer seine Stiefeln borgen wollte und versicherte, es werde kein…

  6. Spezial
    nutzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    nut|zen → nützen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nutzen

30 Bildungen · 13 Erstglied · 13 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von nutzen 2 Komponenten

nut+zen

nutzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

nutzen‑ als Erstglied (13 von 13)

Nutzende

GWB

nutz·ende

Nutzende mask; in Pkt 2 umgelautet 1 wiss interessierter od tätiger Praktiker, praktisch orientierter Naturforscher; einmal typologisierend …

Nutzenfordernde

GWB

Nutzenfordernde iSv in einem wiss Gebiet, der Wiss praktischen Wert, Gewinn einfordernde Person N6,301,27 PhysiolPfl [ Zit s v Nutzende (mas…

Nutzen-Kosten-Analyse

LDWB2

Nut|zen-Kos|ten-Ana|ly|se f. (-,-n) ‹econ› analisa dl ütl y di cos ć f. , analisa dl profit y dles spëises f.

Nutzenkuh

RhWB

nutzen·kuh

Nutzen-kuh (s. S.) Simm , Goar , Zell , Bernk , Wittl , Bitb , Prüm f.: eine K., die viel u. gute Milch gibt; en gut (de beste) N.

nutzen,nützen

GWB

nutzen·nuetzen

nutzen,nützen in Pkt 1 selten -ü-, in Pkt 2 sowohl -u- als auch -ü-; in frühen Briefen öfter ‘nuzzen’, auch ‘nüzzen’; selten ‘nuzen’ u ‘nüze…

Nutzenrecht

DRW

nutzen·recht

Nutzenrecht, n. Verwertungsrecht? ist erkent worden, es solle daß pfenden und verheißen gleiche recht haben und soll allzeit dasjenig vorzog…

nutzenstifter

DWB

nutzen·stifter

nutzenstifter , m. der nutzen stiftet: der gute, welcher mich mit vergnügen labt, ist nutzenstifter. Klopstock 2, 26 .

nutzenstifterei

DWB

nutzenstifterei , f. das nutzenstiften, die sucht dazu: wässrichte geschwätze, die ihm ( Miller in seinen romanen ) die leidige nutzenstifte…

Nutzensuchende

GWB

nutzen·suchende

Nutzensuchende iSv in einem wiss Gebiet, der Wiss praktischen Wert, Gewinn anstrebende Person N6,301,27 PhysiolPfl [ Zit s v Nutzende (mask)…

nutze,nütze

GWB

nutzen·uetze

nutze,nütze seltener ‘nütz’, selten ‘nutz(e)’ u (bes in frühen Briefen) ‘nuz(ze)’; selten Großschr a nützlich, (zweck)dienlich, brauchbar, a…

nutzen als Zweitglied (13 von 13)

abe nutzen

MWB

abe nutzen swV. ‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’ swanne daz vorgenante closter abgenutzet die vorgeschriebenen fünfzig phunt heller 2DWB 1:…

abnutzen

DWB

abnutzen , m. ususfructus, nieszbrauch : seiner witwe den abnutzen des ganzen vermögens auf lebenslang vermachen. Höpfners commentar 1818 s.…

Aufnutzen

DRW

auf·nutzen

Aufnutzen Nutzung lúten und gůten, uffnúczen, gulten, stúren 1388 SchwäbWB. I 403 Faksimile aufnutzen in Nutzung haben ein gute so H.H. uffn…

benutzen

DWB

ben·utzen

benutzen , in rem suam convertere: er versteht sein glück zu benutzen; du benutzest die gelegenheit nicht; eine casse haben, capitale machen…

genutzen

KöblerMhd

gen·utzen

genutzen , sw. V. nhd. „nützen“, brauchen, genießen Hw.: s. genützen E.: ahd. ginuzzen* 2, sw. V. (1a), nützen, benützen, zählen; s. gi, nuz…

mißnutzen

DRW

mißnutzen, v. wie mißbrauchen (II) 11./12. Jh. AhdGl. I 576, 6 Faksimile 12. Jh. AhdGl. I 305, 45 Faksimile 14. Jh. AhdGl. IV 263, 37 Faksim…

Postnutzen

DRW

post·nutzen

Postnutzen, m. Gewinn aus dem Postbetrieb vgl. Nutz (I) daß hingegen denen hh. grafen von P. auß B. ... der ansehentliche postnutzen allein …

Privatnutzen

DRW

privat·nutzen

Privatnutzen, m. vereinzelt auch -nutz privater Vorteil die kirchenhöfe soll niemand zu seinem privatnutz einziehen, sunder dieselbige nießu…

Schulnutzen

DRW

schuln·utzen

Schulnutzen, m. Nutz (I) einer Schule (I) [Übschr.:] von der gemeinen schuelzucht und was dero anhengt ... den gemeinen schuelnutzen zu erha…

staatsnutzen

DWB

staats·nutzen

staatsnutzen , m. : die so genandte neue statisterey aber, lehret nichts anders, als einen ieden stat, nach derjenigen richtschnur, welche b…

ūfnutzen

Idiotikon

ūfnutzen Band 4, Spalte 893 ūfnutzen 4,893

Ableitungen von nutzen (4 von 4)

benutzen

DWB

benutzen , in rem suam convertere: er versteht sein glück zu benutzen; du benutzest die gelegenheit nicht; eine casse haben, capitale machen…

genutzen

KöblerMhd

genutzen , sw. V. nhd. „nützen“, brauchen, genießen Hw.: s. genützen E.: ahd. ginuzzen* 2, sw. V. (1a), nützen, benützen, zählen; s. gi, nuz…

Unnutzen

Campe

† Unnutzen , v. ntr. imp. nicht nutzen; im Osnabrückschen, schlecht sein. Es unnutzet , es ist schlecht Wetter.

vernutzen

KöblerMhd

vernutzen , sw. V. Vw.: s. vernützen