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Knoten

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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22 in 14 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Knoten Der

Bd. 2, Sp. 988a
Der Knoten, des — s, d. Mz. w. d. Ez; Verkleinungsw. das Knötchen, O. D. Knötlein, des — s, d. Mz. w. d. Ez. eine mehr oder weniger runde oder rundliche harte Erhöhung an einem Körper, wie auch, ein mehr oder weniger runder und harter Körper selbst. So nennt man besonders Auswüchse von der angegebenen Art an Pflanzen und thierischen Körpern, wie auch Verhärtungen in oder unter der Haut, Knoten und wenn sie größer sind Knollen. An den Grashalmen und am Rohre heißen die rundlichen Erhöhungen oder Absätze, welche die Unterschiede zwischen den Schüssen machen, Knoten, und an einem Stocke sind Knoten die kleinen Erhöhungen an den Stellen, wo sich die Äste und Zweige befunden haben, die an einem Stamme Knorren heißen. Auf eine ungewöhnliche Art werden nach Ad. an manchen Orten auch die Knöchel an den Händen und Füßen Knoten genannt. Die Samenkapseln des Leines führen ebenfalls den Namen Knoten, N. D. Knutten. I der Pflanzenlehre ist der Knoten (Gondylus) ein runder harter Körper, welcher nach dem Tode der Mutterpflanze abfällt und eine neue Pflanze wird. Man sieht dergleichen an den Seeflechten. Im O. D. gebraucht man Knoten für Knospen. »Der Feigenbaum hat Knoten gewonnen.« Hohel. 2, 13. I Weinbaue heißen die zur Fortpflanzung abgeschnittenen Reben Knoten oder Knotholz, vermuthlich, weil sie nahe an einem Knoten oder Absatze abgeschnitten werden; auch Schnittlinge, Schnittholz. Die Enden des Stockes, wovon man sie abgeschnitten, führen ebenfalls den Namen Knoten, sonst Stürzel, Schenkel. I O. D. nennt man ferner die Klöße, eine bekannte Mehlspeise und die Holzbirnen, besonders wenn sie getrocknet sind Knoten, Knötlein, Knötel und Knödel (s. d.), und in den Zinnbergwerken sind Knötel Zinnsteinstufen von der Größe der Tauben= und Hühnereier. I engerer Bedeutung nennt man an biegsamen zähen Körpern eine rundliche feste Erhöhung, welche entstehet, wenn man diesen Körper rund wie eine Schlinge zusammenbiegt, das Ende hindurchsteckt und dies dann straff anziehet. Dergleichen sind besonders die Knoten, welche man am Ende eines Fadens nacht, damit derselbe beim Nähen durch das gestochene Loch nicht durchschlüpfe, oder welchen man macht, wenn man zwei oder mehrere Fäden mit einander durch eine Schlinge vereiniget. Einen Knoten machen, knüpfen, schürzen, auflösen  Knoten an oder in einen Strick machen. Einen Knoten ins Schnupftuch machen, indem man entweder dadurch etwas hineinbindet, oder welchen man nur macht, um sich bei Wiedererblickung desselben an eine bestimmte Sache zu erinnern. I der Schifffahrt heißen einfache auf einander gemachte Knoten, die zum Seedienste nichts taugen, alte Weiber Knoten. Die Näherinnen machen bei einer Art des Ausnähens Knötchen, indem sie die Stiche in einen kleinen Knoten vereinigen und nennen diese Art zu nähen selbst knöteln, in einigen Gegenden knöpfeln. Die langen Zöpfe hinten an manchen Perücken schlingt man auch in Knoten und nennt diese Art Perücken selbst Knotenperücken. Uneigentlich nennt man Knoten 1) in der Sternkunde diejenigen Punkte, in welchen die Bahnen der Wandelsterne, Schweifsterne und des Mondes die Sonnenbahn an der scheinbaren Himmelskugel durchschneiden (Nodi planetarum, cometarum et lunae). Der eine von diesen beiden Punkten oder Knoten heißt der aufsteigende (Nodus ascendens), weil der Wandelstern in seiner Bahn durch diesen Knoten in die nördliche Halbkugel hinauftritt und daher nördliche Breite hat; der andere aber der niedersteigende (N. descendens), weil der Wandelstern aus diesem Knoten in die südliche Halbkugel hinabsteigt und nun südliche Breite bekömmt. Beim Monde heißt jener Drachenkopf, dieser Drachenschwanz. 2) Eine Verwickelung, eine Schwierigkeit, ein Hinderniß, deren Lösung oder dessen Hebung schwierig und ungewiß ist. Das Ding hat einen Knoten. Da steckt der Knoten. Das ist ein harter Knoten. Den Knoten lösen, die Schwierigkeit überwinden, das Hinderniß heben. Den Knoten zerhauen, die Schwierigkeit nicht lösen, das Hinderniß nicht durch die natürlichen gelinden Mittel heben, sondern gewaltsam mit einem Mahle wegschaffen. Besonders nennt man die Verwickelungen in einem Schauspiele, Heldengedichte  um deren Lösung sich dieselbe drehen und auf deren geschickte Lösung es ankömmt, die Knoten. Den Knoten schürzen. Den Knoten lösen. Zuweilen versteht man unter Knoten auch ein Hinderniß der Erkenntniß, der Überzeugung. Einem den Knoten auflösen, ihm die Sache erklären, ihn durch Hebung der Zweifel überzeugen. Ein Zweifelsknoten. S. auch Knote.
4509 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    knotensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    knoten , sw. V. nhd. knoten, knüpfen, verknüpfen Vw.: s. ent- Q.: Gl (1. Hälfte 15. Jh.?) E.: s. knode W.: nhd. knoten, …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knoten

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Knoten , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Knötchen, Oberd. Knötlein, Knötel. 1. Überhaupt, eine jede runde o…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Knoten

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Knoten öfter schwacher Gen Sg ‘Knoten’; Belege weit überwiegend in Pkt 3a α , da wichtiger Begriff in Goethes Metamorpho…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Knoten

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Knoten , in der Geometrie Punkte, wo sich die Zweige einer Curve schneiden; in der Astronomie die Punkte, in der ein Pla…

  5. modern
    Dialekt
    Knotenm.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Knoten m. : 1. a. wie schd., Knode (gnōdə), Knore (gnōrə) [verbr.], Knole (gnōlə) [ KU-Bedb ], Knoude (gnoudə) [Südteil …

  6. Sprichwörter
    Knoten

    Wander (Sprichwörter)

    Knoten 1. Auch ein kleiner Knoten gibt schmerzhafte Hiebe. ( Wend. Lausitz. ) 2. Die Knoten am Stock schaden der Traube …

  7. Spezial
    Knoten, zyklischerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    Knoten , m , zyklischer узел , м , циклический

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knoten

93 Bildungen · 76 Erstglied · 15 Zweitglied · 2 Ableitungen

knoten‑ als Erstglied (30 von 76)

Knotenfurz

SHW

Knoten-furz Band 3, Spalte 1539-1540

knotenader

DWB

knote·nader

knotenader , f. sciatica, knodenader bei Frisch 1, 529 a aus Ryff spiegel der gesundh. 133 a , ' an den äuszersten theilen des schenkels ', …

knotenbart

DWB

knoten·bart

knotenbart , m. gedrehter schnauzbart: dasz er den häszlichen knotenbart abgeschafft. Siegfr. v. Lindenb. (1790) 4, 276, er heiszt schnauzba…

knotenbeiszer

DWB

knoten·beiszer

knotenbeiszer , m. spottname eines schneiders: ich wil dein nit, du pöser ( schlechter ) knodenpeiszer. fastnachtsp. 618, 16 .

Knotenbildung

GWB

knoten·bildung

Knotenbildung botan; unter Bezug auf Schelling 1) N13,14,6 Morph Plp 1) vgl die Hinweise LA II 10A,23 Georg Objartel G.O.

Knotenblatt

GWB

knoten·blatt

Knotenblatt botan; das sich am Knoten bildende Blatt; auch pl N13,157,16 Morph Plp N6,75,6 u 77,21 MetamPfl 94u99 Georg Objartel G.O.

knotenblümchen

DWB

knoten·bluemchen

knotenblümchen , n. das schneeglöckchen, leucoium vernum, das leucoium aestivum heiszt auch die weisze knotenblume. Nemnich 3, 387. 388 ; mi…

knotendorn

DWB

knoten·dorn

knotendorn , m. knotenstock von dorn, knotiger dornstock, dornenstab (2, 1296), als wanderstab: vater Schulz vernahms mit zorne, griff nach …

Knotenerze

Meyers

knoten·erze

Knotenerze , richtiger Knottenerze, s. Sandstein und Triasformation .

knotenfürzelein

DWB

knotenfurz·e·lein

knotenfürzelein , n. scheltwort für einen knirps: ich wil dir grosz genungsam sein, du kleines knotenfürzelein. Hayneccius Hansoframea 4, 3 …

Knotenfurz

PfWB

knoten·furz

Knoten-furz m. : 'kleiner Mensch', verächtlich, Knodefoʳz [Pirmas (untere u. mittlere Berufsgruppen der älteren Gener.)]. Syn. s. Zwerg . Sü…

Knotengewirr

GWB

knoten·gewirr

Knotengewirr metaphor wohl für das Durcheinander der Leiber auf einer Schlachtendarstellung (anläßlich einer Zeichnung des Mosaiks der Alexa…

knotengras

DWB

knoten·gras

knotengras , n. 1) poa trivialis, das kleine gemeine knotengras. 2) corrigiola litoralis, das braune knotengras. 3) klebgras, panicum vertic…

Knotenkaff

Wander

knoten·kaff

Knotenkaff Hei well von Knottenkaw 1 Knäupe dreggen (drehen). ( Olpen im Regierungsbezirk Arnsberg. ) 1 ) Knotten = Leinknoten, Kaw, kawe = …

Knotenkalk

Meyers

knoten·kalk

Knotenkalk ( Flaserkalk, Kramenzelkalk ), s. Devonische Formation , S. 849.

knotenkette

DWB

knoten·kette

knotenkette , f. eine art kinkhorn, buccinum monile, mit einer kette knoten besetzt. Campe.

Knotenknüpfen

Meyers

knoten·knuepfen

Knotenknüpfen . Wie noch heute der Knoten im Taschentuch als Gedächtnishilfe, so dient bei fast allen Naturvölkern der in bestimmter Weise g…

knotenkraut

DWB

knoten·kraut

knotenkraut , n. gleich knollenwurz 1; quercula, knotenkraut. Kirsch ( Diefenbach 478 b ). knodenkraut, scrophularia Stieler 1031 .

knoten als Zweitglied (15 von 15)

dreschknoten

DWB

dresch·knoten

dreschknoten , m. pl. heiszen die samenköpfe des männlichen flachses die man ausdrischt, während die weiblichen klenge oder klingeknoten auf…

enknoten

MWB

enk·noten

enknoten swV. ‘einen Knoten lösen’, hier übertr. ‘eine schwierige Frage beantworten’ die [ vrage ] bite ich, daz du mir entknotes, / [...] o…

entknoten

DWB

ent·knoten

entknoten , entknöten , nodo solvere, enodare: meister Dionysi, nu sage nâch einer vrâge, als ich jage, die bite ich daʒ du mir entknotes. p…

Fruchtknoten

Adelung

frucht·knoten

Der Fruchtknoten , des -s, plur. ut nom. sing. bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, der unterste Theil an den Staubwegen der …

halmknoten

DWB

halm·knoten

halmknoten , m. der am stengel der gräser befindliche knoten: geniculum halmknod Diefenb. 260 a , Dasyp. ; halmknode geniculum calami Frisch…

hauptknoten

DWB

haupt·knoten

hauptknoten , m. : darauf zerbisz es den heubtknoten, damit die schleuf gefasset war. froschmäuseler 1, 2, 24, R 5 b ; in übertragener bedeu…

leinknoten

DWB

lein·knoten

leinknoten , leinbolle, samenkapsel des leins: von den ausgedroschenen oder ausgefallenen leinknoten. öcon. lex. 1401.

schieferknoten

DWB

schiefer·knoten

schieferknoten , m. im bergbau, ein festes, in rundlicher gestalt zuweilen unter den schiefern vorkommendes gestein. Adelung. Jacobsson 3, 5…

schifferknoten

DWB

schiffer·knoten

schifferknoten , m. ein an beiden enden in form einer 8 zusammengebundenes starkes tau, womit lasten in das schiff gehoben werden. Jacobsson…

stahlknoten

DWB

stahl·knoten

stahlknoten , m. ' in den stahlhütten, ein gewisser zusatz, um dem stahle die gehörige härte zu geben, welcher aber gemeiniglich sehr geheim…

verknoten

DWB

verk·noten

verknoten , verb. 1 1) in knoten verschlingen, durch knoten befestigen. sinnlich: die treibschnur an der peitsche, die sich verknotet hatte,…

waldknoten

DWB

wald·knoten

waldknoten , m. knoten, mit dem bei der jagd verwendete zerrissene leinen zusammengeknüpft werden; er besteht aus zwei ineinander geschlunge…

weberknoten

DWB

weber·knoten

weberknoten , m. dasselbe wie weberknopf, engl. weaver' s knot, nodus textorius, weberknot Zehner nom. (1622) 442 . Marperger beschreibung d…

Ableitungen von knoten (2 von 2)

entknoten

DWB

entknoten , entknöten , nodo solvere, enodare: meister Dionysi, nu sage nâch einer vrâge, als ich jage, die bite ich daʒ du mir entknotes. p…

verknoten

DWB

verknoten , verb. 1 1) in knoten verschlingen, durch knoten befestigen. sinnlich: die treibschnur an der peitsche, die sich verknotet hatte,…