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Knoten

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Knoten

Bd. 2, Sp. 1671
Der Knoten, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Knötchen, Oberd. Knötlein, Knötel.[]1. Überhaupt, eine jede runde oder rundliche, gemeiniglich irreguläre feste Erhöhung an einem Körper, ingleichen ein rundlicher irregulärer harter Körper selbst; beydes am häufigsten in gewissen einzelnen, einmahl eingeführten Fällen, besonders von runden harten Auswüchsen des Thier- und Pflanzenreiches. Harte Geschwüre in und auf der Haut werden so wohl Knoten als Knollen genannt, welchen Nahmen auch der Knöchel am Fuße in einigen Gegenden führet. An den Halmen der Grasarten und an dem Rohre sind die Knoten die rundlichen Absätze, welche die Schüsse von einander absondern, und an einem Stabe sind es die hervor ragenden überbleibsel der Äste und Zweige, welche an einem Baume, wenn sie groß und sehr fest sind, Knorren heißen. Daher ist ein Knotenstock oder knotiger Stock ein mit solchen Knoten versehener Stock. Die Samenkapseln des Flachses oder Leines sind in Ober- und Niederdeutschland nur unter dem Nahmen der Knoten bekannt; Nieders. Knutten. Der Flachs hatte Knoten gewonnen, 2 Mos. 9, 31. Und im Oberdeutschen führen diesen Nahmen auch die Augen des Gewächsreiches, welche im Hochdeutschen Knospen genannt werden. Der Feigenbaum hat Knoten gewonnen, Hohel. 2, 13. Im Weinbaue sind die Knoten oder das Knotholz die zur Fortpflanzung abgeschnittenen Reben, entweder, weil sie aus den Knoten, d. i. rundlichen Erhöhungen, unten am Stamme heraus wachsen, oder auch, weil sie nahe an einem Knoten oder Absatze abgeschnitten werden, und auch Schnittlinge, Schnittholz heißen. Die zurück gebliebenen Enden führen gleichfalls den Nahmen der Knoten, sonst aber auch der Stürzel und Schenkel. Indessen stehet es dahin, ob es in diesen beyden Bedeutungen nicht zu einem andern Stamme gehöret, entweder zu schneiden, welches ohne Zischlaut chneiden, kneiden lautet, oder auch zu Knüttel. Im Oberdeutschen werden so wohl die wilden Holzbirnen, besonders wenn sie getrocknet worden, als auch die Klöße, so fern sie eine Speise sind, Knoten, Knötlein, Knötel und Knödel genannt, S. das letztere. In den Zinnbergwerken sind die Knötel Zwitter, oder Zinnsteinstufen in der Größe der Trauben- und Hühnereyer, zum Unterschiede von den kleinern Graupen. 2. In engerer Bedeutung ist der Knoten an dünnen biegsamen Körpern eine feste rundliche Erhöhung, welche entstehet, wenn man den Körper als eine Schlinge rund gebogen hält, das Ende hindurch steckt, und ihn sodann zusammen ziehet. 1) Eigentlich. Dergleichen Knoten pflegen die Nähterinnen am Ende eines Fadens zu machen, damit er im Nähen nicht durchfahre. Einen Knoten machen, auflösen. Knoten in einem Stricke, in einem Bindfaden machen. Bey den Nähterinnen sind die Knötchen eine Art des Ausnähens, wo sich die Stiche in einem kleinen Knoten vereinigen, welche Art zu nähen knöteln und in einigen Gegenden knöpfeln genannt wird. In den Perrucken sind die Knoten lange Zöpfe an dem Hintertheile, deren jeder in einen einfachen Knoten aufgeschürzet worden, S. Knotenperrucke. Besonders dienen die Knoten dieser Art, zwey Fäden oder ähnliche biegsame Körper mit einander zu verbinden, S. Kreuzknoten, Weberknoten. Einen Knoten schlagen oder schürzen, d. i. machen. 2) Figürlich. (a) In der Astronomie werden die beyden Puncte in der Ekliptik, in welchen die erweiterte Bahn des Planetens sie durchschneidet, nach dem Muster des Latein. Nodus, Knoten genannt. Der aufsteigende Knoten, Nodus ascendens, wenn der Planet über die Ekliptik in die nördlichen Zeichen tritt. Der fallende oder niedersteigende Knoten, Nodus descendens, wenn er unter die Ekliptik in die südlichen Zeichen steiget. Bey dem Mond wird jener der Drachenkopf, und dieser der Drachenschwanz genannt.[] (b) Ein Hinderniß, dessen Hebung schwer und ungewiß ist. Das Ding hat einen Knoten. Das ist der Knoten. Das ist ein harter Knoten. Einen Knoten auflösen, das Hinderniß aus dem Wege räumen. Auch ein Hinderniß der Erkenntniß, der Überzeugung wird ein Knoten genannt. Ein Zweifelsknoten. Jemanden den Knoten auflösen, ihm die Sache erklären, ihm den Zweifel heben. In einem Schauspiele, Heldengedichte, erdichteten Geschichte und so ferner sind die Knoten die vorgeworfenen Hindernisse, welche dem gehofften Ausgange widerstehen, und welche auch die Verwickelung genannt werden. Anm. 1. Knorren, Knollen und andere verwandte Wörter haben theils den Nebenbegriff einer beträchtlichen Größe, theils des Unförmlichen. Knoten kann von allen Arten der Größe gebraucht werden, hat aber doch den Nebenbegriff des Irregulären, daher es in folgenden biblischen Stellen, dem Hochdeutschen Sprachgebrauche nach, nicht an seinem rechten Orte stehet. Inwendig war das Haus eitel Cedern mit gedrehten Knoten und Blumwerk, 1 Kön. 6, 18. Der Knoten (am ehernen Meere) waren zwo Reigen gegossen, Kap. 7, 24; 2 Chron. 4, 3; wo ohne Zweifel Knöpfe oder Knäufe zu verstehen sind. Im gemeinen Leben der Hochdeutschen lautet es, so wie viele andere Wörter auf en, nur Knote, des -ns, u. s. f. Anm. 2. Im Nieders. Knutte, wo auch knutten knüpfen, und knütten stricken ist, im Angels. Cnotta, Cnyt, im Engl. Knot, im Dän. Knude, im Schwed. Knut, im Böhm. Knot, im Latein ohne Gaumenlaut Nodus, im Ital. Nodo. Es ist mit Knochen, Knopf, Knauf, Knollen, Knorren, und den übrigen dieses Geschlechtes, welche nur in den Ableitungslauten verschieden sind, genau verwandt. Das Hebr. Ganad, knüpfen, das Griech. νηθειν, nähen, und das Lat. nectere, gehören gleichfalls dahin. Im Schwed. ist Knota und im Isländ. Hnota der Knochen, und in der letztern Sprache Hnatt und Hnottur eine kleine Kugel. S. auch Knüttel.
5597 Zeichen · 87 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    knotensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    knoten , sw. V. nhd. knoten, knüpfen, verknüpfen Vw.: s. ent- Q.: Gl (1. Hälfte 15. Jh.?) E.: s. knode W.: nhd. knoten, …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knoten

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Knoten , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Knötchen, Oberd. Knötlein, Knötel. 1. Überhaupt, eine jede runde o…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Knoten

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Knoten öfter schwacher Gen Sg ‘Knoten’; Belege weit überwiegend in Pkt 3a α , da wichtiger Begriff in Goethes Metamorpho…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Knoten

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Knoten , in der Geometrie Punkte, wo sich die Zweige einer Curve schneiden; in der Astronomie die Punkte, in der ein Pla…

  5. modern
    Dialekt
    Knotenm.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Knoten m. : 1. a. wie schd., Knode (gnōdə), Knore (gnōrə) [verbr.], Knole (gnōlə) [ KU-Bedb ], Knoude (gnoudə) [Südteil …

  6. Sprichwörter
    Knoten

    Wander (Sprichwörter)

    Knoten 1. Auch ein kleiner Knoten gibt schmerzhafte Hiebe. ( Wend. Lausitz. ) 2. Die Knoten am Stock schaden der Traube …

  7. Spezial
    Knoten, zyklischerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    Knoten , m , zyklischer узел , м , циклический

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knoten

93 Bildungen · 76 Erstglied · 15 Zweitglied · 2 Ableitungen

knoten‑ als Erstglied (30 von 76)

Knotenfurz

SHW

Knoten-furz Band 3, Spalte 1539-1540

knotenader

DWB

knote·nader

knotenader , f. sciatica, knodenader bei Frisch 1, 529 a aus Ryff spiegel der gesundh. 133 a , ' an den äuszersten theilen des schenkels ', …

knotenbart

DWB

knoten·bart

knotenbart , m. gedrehter schnauzbart: dasz er den häszlichen knotenbart abgeschafft. Siegfr. v. Lindenb. (1790) 4, 276, er heiszt schnauzba…

knotenbeiszer

DWB

knoten·beiszer

knotenbeiszer , m. spottname eines schneiders: ich wil dein nit, du pöser ( schlechter ) knodenpeiszer. fastnachtsp. 618, 16 .

Knotenbildung

GWB

knoten·bildung

Knotenbildung botan; unter Bezug auf Schelling 1) N13,14,6 Morph Plp 1) vgl die Hinweise LA II 10A,23 Georg Objartel G.O.

Knotenblatt

GWB

knoten·blatt

Knotenblatt botan; das sich am Knoten bildende Blatt; auch pl N13,157,16 Morph Plp N6,75,6 u 77,21 MetamPfl 94u99 Georg Objartel G.O.

knotenblümchen

DWB

knoten·bluemchen

knotenblümchen , n. das schneeglöckchen, leucoium vernum, das leucoium aestivum heiszt auch die weisze knotenblume. Nemnich 3, 387. 388 ; mi…

knotendorn

DWB

knoten·dorn

knotendorn , m. knotenstock von dorn, knotiger dornstock, dornenstab (2, 1296), als wanderstab: vater Schulz vernahms mit zorne, griff nach …

Knotenerze

Meyers

knoten·erze

Knotenerze , richtiger Knottenerze, s. Sandstein und Triasformation .

knotenfürzelein

DWB

knotenfurz·e·lein

knotenfürzelein , n. scheltwort für einen knirps: ich wil dir grosz genungsam sein, du kleines knotenfürzelein. Hayneccius Hansoframea 4, 3 …

Knotenfurz

PfWB

knoten·furz

Knoten-furz m. : 'kleiner Mensch', verächtlich, Knodefoʳz [Pirmas (untere u. mittlere Berufsgruppen der älteren Gener.)]. Syn. s. Zwerg . Sü…

Knotengewirr

GWB

knoten·gewirr

Knotengewirr metaphor wohl für das Durcheinander der Leiber auf einer Schlachtendarstellung (anläßlich einer Zeichnung des Mosaiks der Alexa…

knotengras

DWB

knoten·gras

knotengras , n. 1) poa trivialis, das kleine gemeine knotengras. 2) corrigiola litoralis, das braune knotengras. 3) klebgras, panicum vertic…

Knotenkaff

Wander

knoten·kaff

Knotenkaff Hei well von Knottenkaw 1 Knäupe dreggen (drehen). ( Olpen im Regierungsbezirk Arnsberg. ) 1 ) Knotten = Leinknoten, Kaw, kawe = …

Knotenkalk

Meyers

knoten·kalk

Knotenkalk ( Flaserkalk, Kramenzelkalk ), s. Devonische Formation , S. 849.

knotenkette

DWB

knoten·kette

knotenkette , f. eine art kinkhorn, buccinum monile, mit einer kette knoten besetzt. Campe.

Knotenknüpfen

Meyers

knoten·knuepfen

Knotenknüpfen . Wie noch heute der Knoten im Taschentuch als Gedächtnishilfe, so dient bei fast allen Naturvölkern der in bestimmter Weise g…

knotenkraut

DWB

knoten·kraut

knotenkraut , n. gleich knollenwurz 1; quercula, knotenkraut. Kirsch ( Diefenbach 478 b ). knodenkraut, scrophularia Stieler 1031 .

knoten als Zweitglied (15 von 15)

dreschknoten

DWB

dresch·knoten

dreschknoten , m. pl. heiszen die samenköpfe des männlichen flachses die man ausdrischt, während die weiblichen klenge oder klingeknoten auf…

enknoten

MWB

enk·noten

enknoten swV. ‘einen Knoten lösen’, hier übertr. ‘eine schwierige Frage beantworten’ die [ vrage ] bite ich, daz du mir entknotes, / [...] o…

entknoten

DWB

ent·knoten

entknoten , entknöten , nodo solvere, enodare: meister Dionysi, nu sage nâch einer vrâge, als ich jage, die bite ich daʒ du mir entknotes. p…

Fruchtknoten

Adelung

frucht·knoten

Der Fruchtknoten , des -s, plur. ut nom. sing. bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, der unterste Theil an den Staubwegen der …

halmknoten

DWB

halm·knoten

halmknoten , m. der am stengel der gräser befindliche knoten: geniculum halmknod Diefenb. 260 a , Dasyp. ; halmknode geniculum calami Frisch…

hauptknoten

DWB

haupt·knoten

hauptknoten , m. : darauf zerbisz es den heubtknoten, damit die schleuf gefasset war. froschmäuseler 1, 2, 24, R 5 b ; in übertragener bedeu…

leinknoten

DWB

lein·knoten

leinknoten , leinbolle, samenkapsel des leins: von den ausgedroschenen oder ausgefallenen leinknoten. öcon. lex. 1401.

schieferknoten

DWB

schiefer·knoten

schieferknoten , m. im bergbau, ein festes, in rundlicher gestalt zuweilen unter den schiefern vorkommendes gestein. Adelung. Jacobsson 3, 5…

schifferknoten

DWB

schiffer·knoten

schifferknoten , m. ein an beiden enden in form einer 8 zusammengebundenes starkes tau, womit lasten in das schiff gehoben werden. Jacobsson…

stahlknoten

DWB

stahl·knoten

stahlknoten , m. ' in den stahlhütten, ein gewisser zusatz, um dem stahle die gehörige härte zu geben, welcher aber gemeiniglich sehr geheim…

verknoten

DWB

verk·noten

verknoten , verb. 1 1) in knoten verschlingen, durch knoten befestigen. sinnlich: die treibschnur an der peitsche, die sich verknotet hatte,…

waldknoten

DWB

wald·knoten

waldknoten , m. knoten, mit dem bei der jagd verwendete zerrissene leinen zusammengeknüpft werden; er besteht aus zwei ineinander geschlunge…

weberknoten

DWB

weber·knoten

weberknoten , m. dasselbe wie weberknopf, engl. weaver' s knot, nodus textorius, weberknot Zehner nom. (1622) 442 . Marperger beschreibung d…

Ableitungen von knoten (2 von 2)

entknoten

DWB

entknoten , entknöten , nodo solvere, enodare: meister Dionysi, nu sage nâch einer vrâge, als ich jage, die bite ich daʒ du mir entknotes. p…

verknoten

DWB

verknoten , verb. 1 1) in knoten verschlingen, durch knoten befestigen. sinnlich: die treibschnur an der peitsche, die sich verknotet hatte,…