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hauchen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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16 in 12 Wb.
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36

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

hauchen verb.

Bd. 10, Sp. 570
hauchen, verb. halare, anhelare. ein mhd. hûchen erscheint im 13. jahrh. nachgewiesen (wb. 1, 724a), doch ist es ein seltenes wort, das noch im 16. jahrh. wenig erscheint (anhauchen adflare Dasyp., stellen aus Luthers bibel s. unten), und erst im 17. sich mehr ausbreitet; zu dem dichterischen glanze, der hauchen in der modernen sprache umgibt, ist es erst seit der 2. hälfte des 18. jahrh. gekommen. schon Frisch hebt hervor, dasz das wort ein lautmalendes sei, die oberdeutschen verwenden dafür, den hauch stärker hervorhebend, ein kauchen, mhd. kûchen, und wie diese worte unter einander zusammenhängen, ist ausführlich unter kauchen und keichen (5, 305. 437 ff.) besprochen. hauchen hat folgende bedeutungen: 11) den athem dem geöffneten munde entströmen lassen, einen hauch ausstoszen. 1@aa) intransitiv: ein mädchen wird beim tanz verschönert, rothe wangen, ein mund, der lächelnd haucht. Göthe 7, 34; an die fensterscheibe hauchen; das kind hauchte in die hände; kein schmollen, kein hinzögern, kein falscher widerstand hauchte über den spiegel dieser komisch-anmuthigen seele. Immermann Münchh. 4, 138; mhd. daʒ er die hende in den munt vor froste beide samt bôt, und hûchte dran. Stricker in Wackernagels leseb. 626, 29. in bezug auf gott, bildlich: denn sie (die weisheit) ist das hauchen der göttlichen kraft, und ein stral der herrligkeit des allmechtigen. weish. Sal. 7, 25; von dem athem des heiligen geistes: wo der himmel nicht di macht hette, durch seines einwohners hauchen unsere bekümmernüs zu hindern, es würde mehr verzagung bei unserer schwachheit vorlaufen. Butschky kanzl. 859. 1@bb) transitiv, mit objectsaccusativ: mein mund hat éine zung, ich kan nicht warmes hauchen und kaltes auch zumal. Logau 3, 244, no. 145; er hauchet lauter schwefel und gift, nil praeter venena et mortem spirat. Stieler 792; als es den rachen gähnend theilet und von sich haucht den giftgen wind. Schiller kampf mit d. dr. v. 215; er (der drache) hauchet dampf und flamme. Uhland ged. 388. auch mit dem accusativ der wirkung: der hlosze hauch seines mundes wird dich in jenen schwarzen, todähnlichen schwindel hauchen, der den geruch eines berstenden aases und den anblick eines leichenvollen wahlplatzes begleitet. Schiller räuber 1, 3; träumer, bevor du dahin gelangst, will ich dich zu asche hauchen. Klinger 5, 386; dein diener, herr von Dampf, ruft: platz da! vor dir her. wenn ich an deiner stelle wär, den diener wollt ich besser brauchen: du kannst dir freien weg ja durchs gedränge — hauchen. Lessing 1, 18; S. was blast ihr da so in die hand? E. seid ihr nicht mit der kunst bekannt? ich hauch die fingerspitzen warm. Göthe 13, 80; vergl.forthauchen 41, 18: hauche doch die sinnumdüstrung mir vom seelenspiegel fort. Rückert 234; auseinander hauchen: da Viktor sah, wie sehr sein freund ihre liebe wie einen zugehenden tulpenkelch aus einander gehaucht habe. J. Paul Hesp. 3, 191. 22) die vorige bedeutung specialisiert sich, indem hauchen für eine handlung des mundes (sprechen, küssen) gebraucht wird, bei der das hauchen besonders hervortritt. so grammatisch: der laut h wird gehaucht; dann poetisch, vom leisen sprechen, singen: sie nahm ihre zuflucht zum clavier, und hauchte mit süszer, leiser stimme harmonische laute zu ihrem spiele. Göthe 16, 134; schlug den arm um ihren nacken und hauchte bebend 'meine Olga'. Gutzkow ritter v. g. 6, 165; vom leisen kusse: Karl Gabriel hauchte einen leisen kuss auf seine lippen. Immermann Münchh. 3, 175; von der in der erregung gehemmten stimme: eine sanfte, mehr klagende, als empörung hauchende stimme. Klinger 7, 249; [] der laune gaukelein, ein laut, verstümmelt in die luft gehaucht. Schiller Karlos 2, 8; so auch in mancher freiern fügung: könntest du dem papiere das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt. Göthe 16, 8; sprachs, und hauchte gewaltigen muth in den hirten der völker. Bürger 231b; und wenn die neue ahnung mir Apollo haucht. Stolberg 4, 10; unsre freuden, unsre schmerzen, hauchen wir ins warme lied. Körner 1, 235; du schläfst so sanft! die stillen züge hauchen noch deines lebens schöne träume wieder. 1, 59. in einer umschreibung für sterben: in des führers arme sinkt er, haucht sein leben in die winde. Uhland ged. 269. 33) dann steht hauchen, mit anklang an 1 Mos. 2, 7 auch für hauchend formen, schaffen: warum hauchte der schöpfer ein wesen mit mächtigen kräften? Wieland 32, 239. 44) hauchen, vom wehen der luft (hauch 3): in Nassau es haucht, es säuselt ein südwestwind. Kehrein 188; wo etwa ein wind hauchet. weish. 17, 19; ein zephyr, nicht stärker als ein warmer seufzer der liebe, hauchet vor unsern wangen vorbei unter die rauchenden kornblüten. J. Paul Hesp. 2, 246; da (im goldnen zeitalter) hauchte stets des frühlings milde nur. A. W. Schlegel im musenalm. v. 1798, s. 49; ha! wie es um mich haucht und weht und klingt! Arndt ged. (1840) 423; o welche rosen blühen in dem zimmer, o welche ambradüfte hauchen da! Grabbe Napoleon s. 70; der west, der die blüthe des mandelbaums auf Fatimens schoosz hauchte. Klinger 5, 163; gaukelt in der kirschenblüthe, zephyrn, eure flügel matt, haucht auf ihre sonnenhüte manches weisze blüthenblatt. Hölty 132 Halm; nicht der regen, nicht der sturm haucht ihm schauer übers herz. Göthe 2, 70. in passiver fügung: denn blutt und blosz bin ich hieher gehaucht (vom winde her geweht). Uhland ged. 431. 55) hauchen, einen hauch ausströmen (hauch 4): zwar die blätter duften frisch, und die knospen hauchen, aber für den mittagstisch sind sie nicht zu brauchen. Rückert 224; wo büsche schatten, wo die linde haucht. Platen 46; mit dem acc. des objects: die linde haucht mir tiefre schauer. Hölty 212 Halm; ihre (der rose) kindheit hauchte freude, freude düftet ihr alter einst. Ramler 2, 6; balsamduft hauchen wir (lindenblüten) in dünne luft. Gleim 3, 288; wie manche ros im thal erröthet ungesehn, haucht ihren duft umsonst, und stirbt vergebens schön! Gotter 1, 138; nachtviole, dich geht man am blendenden tage vorüber; doch bei der nachtigall schlag hauchest du köstlichen geist. Göthe 1, 392; übertragen: jene wilde sanftheit, die aus ihren romanen haucht Fichte üb. d. franz. revol. 81; nichts ist doch so eitel und unbeständig auf erden als der mensch, von allem was leben haucht und sich reget. Odyssee 18, 131. 66) hauchen (nach hauch 5) wie einen zarten duft oder hauch etwas schaffen: und wenn es mir nun auch gelänge, dich zug für zug mit den wärmsten und geistigsten farben der liebe hin zu hauchen. Klinger 10, 12; brustbild des Bachus. arbeit, wie auf den stein gehaucht. Göthe 30, 260; die sylphen entwallen des morgenroths hallen. wie lieblich, wie mild ihr purpurgebild aus äther gehaucht in äther sich taucht. Matthisson ged. 143. 77) hauchen wird endlich in gleicher weise lautmalend, wie am eingange des artikels hervorgehoben, vom geschrei des uhus gebraucht, von welchem er seinen namen hau (sp. 562) trägt: das hauchen der uhu. Staudacher Genovefa 180.
7000 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hauchen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Hauchen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, den Athem mit stark geöffnetem von sich stoßen. In…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    hauchen

    Goethe-Wörterbuch

    hauchen 2.SgPräs einmal ‘hauchest’; für ‘haucht’ WA einmal fälschlich ‘hangt’ GWB 15 2 ,160 Faust II Plp ; meist trans; …

  3. modern
    Dialekt
    hauchenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    hauchen schw. : wie schd., hauche [verbr.]; ans Fenschder h. [LU-Opp, verbr.]; in die Hinn (Hände) h. [GH-Leimh, verbr.]…

  4. Sprichwörter
    Hauchen

    Wander (Sprichwörter)

    Hauchen Es ist böss hauchen wider einen heissen Backoffen. – Petri, II, 257.

  5. Spezial
    Hauchenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Hauchen , n дыхание , ср , тихое

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hauchen

39 Bildungen · 3 Erstglied · 32 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von hauchen

hau + -chen

hauchen leitet sich vom Lemma hau ab mit Suffix -chen.

hauchen‑ als Erstglied (3 von 3)

Hauchenbähnchen

RhWB

hauchenbahn·chen

Hauchenbähnchen (s. S.) huzəbā:n Waldbr-Wildbg , Bo , Köln , Bergh , Dür , Jül , Aach , Geilk-Baesw , Grevbr-Elfgen ; huxələ- Bergh-Hüchelhv…

hauchen II

RhWB

hauchen II RhWBN -ǫux- Westerw; -u- Köln-Stdt , uWupp, OBerg (Part. jəhǫxən ), Altk-NFischb ( hE hyχt ), Dür ; -yχ- Siegld ; -ox- Aden-Boden…

hauchen als Zweitglied (30 von 32)

Überhauchen

Campe

Überhauchen , v. trs . D. Überhauchen. D. — ung. 1. \Uumlacute;berhauchen, ich hauche über, übergehaucht, überzuhauchen . 1) Durch Hauchen ü…

Únterhauchen

Campe

Únterhauchen , v. intrs . u. trs . ich hauche unter, untergehauchet, unterzuhauchen . I) intrs . unter etwas hauchen, seinen Hauch lassen. I…

abhauchen

DWB

abhauchen , halitu solvere, durch leisen hauch ablösen: der aeolsharfe abgehauchte töne. J. Paul Hesp. 1, 250 .

anhauchen

DWB

anhau·chen

anhauchen , afflare, aspirare: wie zarte schwalbenzucht, für hunger fast verschmacht, das alte paar anhaucht, das nichts zu hause bracht. Gr…

aufhauchen

DWB

auf·hauchen

aufhauchen , leniter efflare, sufflare: wie rosen blühen sie ( die wangen ), von frühlingsodem aufgehaucht. Bürger 18 b ; und der püsternde …

aushauchen

DWB

aushau·chen

aushauchen , exhalare, efflare, verhauchen: hauche dort die trübe seele langsam in gesängen aus. Gotter 1, 104 ; hier hauch ich ungestört de…

behauchen

DWB

behauchen , afflare, anhauchen: das fenster, den spiegel behauchen; von bösem athem behaucht; von athmender kühlung aller winde behaucht. St…

Beihauchen

Campe

bei·hauchen

○ Beihauchen , v. trs. so viel als einhauchen, durch einen Hauch mittheilen; uneigentlich. Und haucht der sterbenden Lust ein neues Leben be…

durchhauchen

DWB

durch·hauchen

durchhauchen , durchwehen, durchblasen Stieler 793 ; vergl. DWB durchathmen . der morgenwind durchhauchte das gebüsch. ihr leib durchhaucht …

einhauchen

DWB

ein·hauchen

einhauchen , inspirare, vgl. DWB einkuchen . 1 1) einem andern etwas einblasen: und verstummest mitten im preis um dich her? gott hauchte di…

emporhauchen

DWB

empor·hauchen

emporhauchen , sursum exhalari: ein matt umdüsternder nebel haucht vom boden empor. Voss.

entgegenhauchen

DWB

entgegen·hauchen

entgegenhauchen , reflare, Stieler 793 : der wind haucht entgegen; schweigen und ruhe, der duft von blumen hauchten ihnen entgegen. Klinger …

enthauchen

DWB

ent·hauchen

enthauchen , 1 1) fumantem surgere, entqualmen: was enthaucht wol solchem furchtbaren greuelschlund? Göthe 41, 195 . 2 2) trans. exhalare: n…

Hervorhauchen

Campe

hervor·hauchen

Hervorhauchen , v. trs . durch einen Hauch hervorbringen; dann, sanft, wie einen Hauch vorbringen. Das Hervorhauchen .

hinhauchen

DWB

hin·hauchen

hinhauchen , verb. : diesz biszchen leben — dürft ich es hinhauchen in ein leises, schmeichelndes lüftchen, sein gesicht abzukühlen! Schille…

hinweghauchen

GWB

hinweg·hauchen

hinweghauchen im bildhaften Ausdruck mBez auf die wohltätige Macht des Vergessens daß mit jedem Athemzug ein ätherischer Lethestrom unser ..…

nachhauchen

DWB

nach·hauchen

nachhauchen , verb. : turteltauben hauchten uns zitternde klagestimmen nach. J. Paul Kampaner thal 69 .

niederhauchen

DWB

nieder·hauchen

niederhauchen , verb. , intransitiv und reflexiv, sich ducken, niederkauern ( s. DWB hauchen 4 2 , 572. 1649 und Schm. 2 1, 1041): der Engel…

pfadhauchen

DRW

pfad·hauchen

pfadhauchen, v. hauchen ist Nbf. zu kauchen ,kauern, sich ducken' jm. auflauern der hat mich neulich gephadhawchtvnd beraubt meynes gewandes…

überhauchen

DWB

ueber·hauchen

überhauchen , v. 1 1) anhauchen, z. b. ein glas, eine fensterscheibe; in weiterer verwendung: etwas hauchartig bedecken. sanfte röthe überha…

umhauchen

DWB

umhauchen , vb. 1) trennbar, alleinstehend als herumtreiben: ( der mörder Zerrer ) ist gewunden in ein stauchen, in der gestalt get er umbha…

Umhérhauchen

Campe

umher·hauchen

Umhérhauchen , v. I) trs . um sich her hauchen, hauchend umher verbreiten. II) ntr . mit haben , gleich einem Hauche sich umher verbreiten. …

verhauchen

DWB

verhau·chen

verhauchen , verb. einem hauche gleich verlaufen, in hauch sich auflösen, aushauchen. zusammensetzung mit einfachem hauchen, dessen bedeutun…

Vorbeihauchen

Campe

vorbei·hauchen

Vorbeihauchen , v. intrs . seinen Hauch bei etwas, zur Seite desselben hin und weg gehen lassen, ohne es damit zu berühren. D. Vorbeihauchen…

vorhauchen

DWB

vor·hauchen

vorhauchen , verb. , gelegenheitsbildung: leise ging er umher, hauchte sich tanzmelodieen vor Jean Paul I 10, 474 Berend.

Weghauchen

Campe

weg·hauchen

Weghauchen , v. I) trs . durch Hauchen wegschaffen, entfernen; eigentlich und uneigentlich. »Die Himmelstöne hauchten ihre Seele aus der Erd…

zerhauchen

DWB

zer·hauchen

zerhauchen , verb. , auseinanderhauchen, durch seinen hauch zertheilen: weib, besser spieltest du mit seifenblasen, die die luft zerhaucht C…

zuhauchen

DWB

zuhauchen , v. , Kramer 1, 633 c ; Campe : dann zündet man die hanffbüschlein an, dasz ein groszer rauch und der geruch den phasanen von dem…

Ableitungen von hauchen (4 von 4)

behauchen

DWB

behauchen , afflare, anhauchen: das fenster, den spiegel behauchen; von bösem athem behaucht; von athmender kühlung aller winde behaucht. St…

enthauchen

DWB

enthauchen , 1 1) fumantem surgere, entqualmen: was enthaucht wol solchem furchtbaren greuelschlund? Göthe 41, 195 . 2 2) trans. exhalare: n…

verhauchen

DWB

verhauchen , verb. einem hauche gleich verlaufen, in hauch sich auflösen, aushauchen. zusammensetzung mit einfachem hauchen, dessen bedeutun…

zerhauchen

DWB

zerhauchen , verb. , auseinanderhauchen, durch seinen hauch zertheilen: weib, besser spieltest du mit seifenblasen, die die luft zerhaucht C…