lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Groschen

mnd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
19 in 18 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
38
Verweise raus
50

Eintrag · Rheinisches Wb.

Groschen

Bd. 2, Sp. 1427
Groschen -ǫš-, –o- [in WSaarbg -a-; LRip, uSieg -ǫžš-, –-, –ǫš- Sg. u. Pl. [Selfk Sg. auch -ǫš; Pl. SNfrk auch -šəs; Geld -šə]; Eup-Stdt -ošə(n) Sg. u. Pl.; Eup-Ld -oš, Pl. -šə; Klevld γrǫs, Pl. -sə [n. Ruhr γrsə Sg. u. Pl.]; das Demin. in verächtl. Sinne Rhfrk, Mosfrk gręšəlχə, –e-; Rip -- (-y-) u. seltener -šχə; SNfrk -škə; Klevld -skə m.: 1. heute das Zehnpfennigstück (dressig Gr. sin och enen Daler Köln), bis 1860 der Silbergr. (ne ru Gr. weil er alt rot wurde Aach; alde Gr. = twelf Pennenge Geld; preissischer Gr. Wend); en Gräschelchen das kleine silberne Zwanzigpfennigstück Bitb; zwei guder Gr. das alte Fünfundzwanzigpfennigstück Kobl, Koch, Zell, Bernk, Wittl, Trier, Wend, Klev-Appeldorn (sonst Kastemännchen, en half Kuräntchen; (s. d. W.); en Fönfgroschenstöck wie nhd. Allg.; ene Dalder zwanzig Gr. = 5 Markstück (veralt.) Monsch; ene schäle (scheel) (blenge blinder) Gr. alter, abgeleierter Gr. Rip, SNfrk; ene falsche Gr. nicht mehr kursfähig Allg.; der Bettler fragt: Hat ihr kene f. Gr. üverig? Düss-Gerresh; ne šchöne (moje Klevld) Gr. Geld; ene nette Gr. Geld viel Geld Neuss, Allg. RA.: Der Mann wor esu fruh be en Gr. May-Trimbs; e Geset (Gesicht) wie ene nacke Gr. MGladb-Helenabrunn; den hot Ben wie en Dreigroschenshohnen (-hahn) Trier-Schleidw. Wieviel Uhr ist es? Antw.: Drei Gr., nöng Penneng Waldbr-Obernau. Wat zum Penning geschlage es, werd nie ne Gr. Köln-Stdt. Hier en Grösske an de Viol en dor en Gr. an de Strickstock von dem, der mit seinem Gelde nicht haushalten kann Rees; hei e Grösch-chen en doə e Grösch-che es at (schon) got för e Macketöschje (ein nach Lord Mackintosh benannter Rock) Aach. Do es mer och en schene (hibsche) Gr. Geld langs de Nas gegange Kobl-Bend, Allg. Do os ne Gr. gruss Geld kein Wohlstand Schleid-Hellenth, Birkf. Wenn me hirot es, hät den Daler fiftihn Grosches Ruhr. Er es ka Gr. wert, on wenn en en Daler em Maul hat Merz-Becking. De ne Gr. sök (sucht) un nen Daler verlert, hät Schade Köln. Gr. han viel Geld haben, reich sein; kenen Gr. Geld em Hus (en der Täsch) han Rip, Allg.; dor häbb ek minen Gr. bin ich abgetrumpft Mörs; wenn he en Gr. in der Taschen het, kann he et ni uthaule (-halten) er muss ihn ausgeben MülhRuhr, Allg., — het he för en Daler Duarscht Elbf. Sech ene Gr. verdene Rip, Allg.; de wess och net, bi sauer die Gräschelcher verdient were missen Mosfrk, Allg.; sich jet Gr. mache sich eine Kleinigkeit verdienen Rip. Wenn he ne Gr. verdent, dann hät he für drei Spass Sol, Rees. Hau (halte) dich ding Gröschjere zesame! spare Aach, Allg.; de Grosches en Ach nemmen SNfrk, Allg. Wer eine Gr. spart, hät er zwei verdent Köln-Stdt. Wen ene Gr. nit ach (achtet), hät an den Daler ken Mach Mörs, Verbr. Me mutt de Gr. dreimol (tehn-) umdreihen, eahr me en utgif MülhRuhr, Allg.; me moss jeden Gr. su fas (fest) hale, dat enem et Blot onger (unter) de Föngernägel erusküt Sieg-Hennef. Et es flotter en Mark usgegeəve, wie ene Gr. engenomme Geilk-Beggend. Mennt (meint) gej, dat min de Gr. op de Röck wasse! Klev, Rees. De kret (kriegt) ens vo mech der Gr. die Meinung gesagt Düss-Volmerswerth. Vell Fennenge mache ne Gr. Schleid-Hellenth. Esu loss han ich de Gr. nit hange Köln, Allg. Loss ens e paar Gr. sprenge! Rip, Allg.; sägg, Her, lot en Grösske falle! Bettelei der Eckensteher, die auf eine Gabe antworten: no sall e schmake der Schnaps Rees. Wann de mer noch ene Gr. gifs, dann sengen ich noch en Led (Lied) scherzh. gib noch etwas dazu; entstanden aus dem Bettellied der Burschen: Dat Ledche es gesunge, de Gr. es verdent, un wenn de mer noch ene Gr. gis, dann singen ich noch e Led Köln, Rip, MGladb. We et glöf, get (krig) ene Gr.! das ist nicht zu glauben Rip, Allg. Ech söchen (suche) den letzten Gr. net bestehe nicht auf dem äussersten Preis Neuw-Rodenb; he versüff seng l. Gr. Rip, Allg.; sich de l. Gr. voam Munn ofspoaren Bitb, Allg. De het senn finef (siwwe) Gr. net beuənanner ist nicht recht gescheit Koch; de hät och ein vun de f. Gr. verlore Köln. Ek sall dech de Gr. wäll wesselen! den Standpunkt klarmachen; de hät dem äver fies (eklig, sehr) der Gr. gewesselt! SNfrk, Klevld; do hesse (hast du) dinnen Gr. gewiəsselt! dein Vorwitz ist bestraft Elbf. Dem fehle drei Pennig am Gr. er ist nicht recht bei Trost Kobl-Kärlich. Et köt op e paar Gr. net a Monsch, Allg.; et op e paar Gr. nit asehn Rip, Allg.; he sit (sieht) net op ene Gr. Rip. Op der Gr. danze Tanz zu je 10 Pfg., ohne Eintrittsgeld Aach-Merkst. Der vertauscht so leicht seine Daler nit uf Gr. Hunsr. De es op de Gr. wie der Düvel op en ärm Sil Rip, Allg. Du kas op ene Gr. drisse (scheissen), dat me gen Mönz mih sit (sieht) zum Prahler Schleid-Lückerath. Der es net (recht, got) bei Gr. nicht recht bei Verstand Allg.; de hät se net mih all bei Gr. Waldbr-Morsb; de ös net richtig em Gr. Schleid-Glehn, Rheinb-Flamersh. Noch ens (einmal) för en Gr.! Ausruf, wenn ein neues Spiel beginnen soll Gummb, Allg. Doə has de för dinge Gr.! deine Hiebe hast du weg Aach. Met enem Gr. kann me vell proschen Dür-NZier. Er wesch sech de Häng (Hände) möt ander Löcks (Leute) Gr. Sieg-Thomasbg. Dem kömmt et sich öm en paar Gr. nit er sieht nicht auf den Preis Altk. Va minge Gröschelcher kannste wahl got leve! Rip, Allg. Gr. zu Gr: git Dalern Saarl-Berus. Den tu 'n Gr. geboren üs, kömmp tu gennen (keinem) Daler Ess. — 2. übertr. a. sachl. α. runder Fleck Düss-Angermund. — β. scherzh. de papiere Gr. Mond Aach. — b. persönl. scherzh. oder verächtl. mit bezeichnenden Beiwörtern; en ale (alter) Gr. alter Mann oder Frau Köln; ehrlicher Gr. ehrlicher Mensch Simm-Schlierschd; botte Gr. ungehobelter Kerl Jül-Tetz; fiese Gr. hässlicher Mensch Kobl, Rip, SNfrk; glatte Gr. gesalbter Junge Aach; möde Gr. Faulpelz Dür-Geich; nasse Gr. eingebildeter Mensch Aach; platte Gr. Witzbold Aach-Merkst: schäle Gr. minderwertiger Mensch Ahrw-Remag, Aach, MGladb, Neuss; schlechter Gr. schlechter M. Saarl-Berus, Bernk-Rhaunen, Trier-Welschbillig, Neuw-Asb, Neuss; verreckter Gr. verrückter Kerl Birkf.
6061 Zeichen · 184 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    groschenM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    groschen , M. Vw.: s. grosse L.: Lü 130a (grosse[n])

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gróschen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Gróschen , des -s, plur. ut nom. sing. 1) † Eine ehemahlige Benennung einer jeden dickern Münze, zum Unterschiede vo…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Groschen

    Goethe-Wörterbuch

    Groschen vereinzelt Kleinschr; häufig abgekürzt ‘Gr(.), gr(.)’ sowie ‘g(.)’, ‘gl(.)’ 1) , einmal ‘ggr.’ (für guter Grosc…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Groschen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Groschen , vom latein. grossus , dick (Grosso, Groat) , Silbermünze, seit dem 13. Jahrh. gebräuchlich, zwischen dem grob…

  5. modern
    Dialekt
    Groschen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Grosche n [Kròə Hüss. bis Ingw. ] n. Zweisousstück aus Kupfer: mini bluetige G. mühsam erspartes Geld. Du wi lls t, gla…

  6. Sprichwörter
    Groschen

    Wander (Sprichwörter)

    Groschen 1. Besser heut' ein Groschen, als morgen ein Gulden. – Winckler, XVIII, 35. 2. Das ist ein guter Groschen, der …

  7. Spezial
    groschen

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    groschen [grọ·schen] (tod.) m.inv. Groschen m.

Verweisungsnetz

71 Knoten, 71 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 7 Hub 1 Kompositum 52 Sackgasse 11

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit groschen

155 Bildungen · 70 Erstglied · 85 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von groschen

gros + -chen

groschen leitet sich vom Lemma gros ab mit Suffix -chen.

groschen‑ als Erstglied (30 von 70)

groschenbild

DWB

groschen·bild

groschenbild , n. : dass in der bauernstube .. noch die groschenbilder aus den befreiungskriegen .. an den wänden hängen Steub drei sommer i…

groschenbreit

DWB

groschen·breit

groschenbreit , adj. : man .. sah auch nicht ein groschenbreites scheibchen von dem blauen himmel Rosegger I 12, 187. —

groschenbrot

DWB

groschen·brot

groschenbrot , n. : ein schwarzes groschenbrot Leipziger avanturieur 1, 28; holt euch ein groschenbrod Holtei erzähl. schr. 16, 4 ; redensar…

Groschenburger

Wander

groschen·burger

Groschenburger Er muss Groschenburger trinken. Ist arm; der Groschenburger ist im Rheingau die billigste Weinsorte und entspricht dem oberde…

Groschenfalle

PfWB

groschen·falle

Groschen-falle f. : scherzh. 'Gastwirtschaft, in der man den letzten Groschen ausgibt', Groschefall [ KU-Schmittw/O ]. —

Groschenfanger

ElsWB

Grosche n fanger m. Schimpfname für Polizist Bitschw. Rapp. ; Marktschreier, Schwindler Ruf. ; Oktroiempfänger Obhergh.

Groschenfarken

MeckWB

groschen·farken

Groschenfarken n. eigentl. Groschenferkel, minderwertiger Mensch in der Wendung: dee is 'n leewen Gott sin Groschenfarken Gü Schwaan .

groschenfrau

DWB

groschen·frau

groschenfrau , f. , gemietetes klageweib bei leichenbegängnissen Amaranthes frauenz. lex. 694 . —

groschengärtner

DWB

groschen·gaertner

groschengärtner , m. , bezeichnung eines kleinen dorfsassen: scheffel-, groschen- und dreschgärtner sind für diesmal exempt ( von der contri…

groschengalerie

DWB

groschen·galerie

-galerie , der billigste theaterplatz 3, 77; vgl. 15—18, 243; auch bildlich: der tumult der erwartung rüttelte die edelleute mit der grosche…

Groschengikser

PfWB

groschen·gikser

Groschen-gikser m. : 'altes, stumpfes Messer', -gikseʳ [verbr. NPf KL-Morlt]; vgl. Groschen 2 a, Groschenmesser 1, Gikser 1. Südhess. II 147…

groschen als Zweitglied (30 von 85)

Notgroschen

RDWB1

Notgroschen m (als) Notgroschen (sparen) - (откладывать) на чёрный день

Annengroschen

DRW

annen·groschen

Annengroschen nd. annenkrossen Münzen mit der heiligen Anna, besonders in Braunschweig, Hannover, Hildesheim geprägt Anf. 16. Jh. Halke,Münz…

Aufbietgroschen

DRW

Aufbietgroschen Gebühr für aufbieten (II 2) wenn ich [der Pfarrer] ... eine tochter vergebe, so will er einen aufbiethegroschen haben 1515 M…

Aufleggroschen

DRW

Aufleggroschen wie Aufleggeld (I) 1738 Hayme 23 Faksimile

Ausschrotgroschen

DRW

ausschrot·groschen

Ausschrotgroschen Ausfuhrabgabe auf Bier dass wir von iedwedem fass bier, so aus unserm bergflecken ausgeschrottet wird, der biergroschen pe…

bauergroschen

DWB

bauer·groschen

bauergroschen , m. zinsgroschen, wie ihn die bauern dem gutsherrn entrichten. s. Oberlin 100 .

Ếngelgróschen

Adelung

engel·groschen

Der Ếngelgróschen , des -s, plur. ut nom. sing. eine ehemahlige Silbermünze, welche den Nahmen von den darauf geprägten zwey Engeln hat, wel…

Fáßgróschen

Adelung

fass·groschen

Der Fáßgróschen , des -s, plur. ut nom. sing. in den Sächsischen Bergstädten, ein Groschen, welchen die Bürgerschaft von jedem Fasse Bier zu…

Gǘldengróschen

Adelung

Der Gǘldengróschen , des -s, plur. ut nom. sing. eine noch in einigen Gegenden übliche Benennung eines Guldens oder 16 Groschen-Stückes. Die…

gnadengroschen

DWB

gnaden·groschen

gnadengroschen , m. , ' kleines geschenk der gnade ': ein gnadengroschen ist mir lieber, den deine ( gottes ) hand mir überreichen will, als…

gottesgroschen

DWB

gottes·groschen

gottesgroschen , m. 1) gelegentlich für gottesgeld 2 ' angeld, handgeld ', vgl. brem.-niedersächs. wb. 2 (1767) 476. 2) anders von einem tel…

Hǟuselgróschen

Adelung

haeusel·groschen

Der Hǟuselgróschen , des -s, plur. inus. an einigen Orten Obersachsens, dasjenige Geld, welches die Häusler oder Hausleute anstatt des Zehen…

heckgroschen

DWB

heck·groschen

heckegroschen , heckgroschen , m. 1 1) groschen von falschem oder unerlaubtem gepräge; vergl. heckemünze. 2 2) groschen der nach dem volksgl…

horngroschen

DWB

horn·groschen

horngroschen , m. ein düringischer groschen, im wappen mit zwei oben gebogenen hörnern. Frisch 1, 469 b . vgl. hörnelspfennig.

judengroschen

DWB

juden·groschen

judengroschen , m. ein sächsischer, im 15. und 16. jh. geprägter groschen, der den im sächsischen wappen befindlichen judenkopf mit dem spit…

kaisergroschen

DWB

kaiser·groschen

kaisergroschen , m. grossus imperatorius. Frisch 1, 496 b , östreich. münze von 3 kreuzern; es gab auch böhmische kaisergroschen, s. kaiserb…

leihegroschen

DWB

leihe·groschen

leihegroschen , m. abgabe von bauerngütern, die bei vorkommenden lehensfällen für die verleihung entrichtet ward. in Obersachsen. Adelung.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „groschen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/groschen/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „groschen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/groschen/rhwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „groschen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/groschen/rhwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_groschen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„groschen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/groschen/rhwb},
  urldate      = {2026-05-13},
}