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Groschen

mnd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Groschen

Bd. 8, Sp. 359
Groschen, deutsche Silbermünzen vor Einführung der Reichswährung, ursprünglich dicke im Gegensatz zu den Hohlmünzen. Die ersten G. (Prager G. mit der Krone, rückseitig dem Löwen) ließ Wenzel II. 1300 in Kuttenberg nach Art des Gros Tournois prägen; es gingen anfangs 60 (ein »Schock«) böhmische G. von 15lötigem Silber auf die Gewichtsmark, doch verminderte sich der Wert = 65,6 Pfennig der Talerwährung schon in Böhmen bald beträchtlich. Um 1340 in Köln, massenhaft aber in der Markgrafschaft Meißen (mit Blumenkreuz in Einfassung, auf der Rückseite grossus March Mysnensis mit dem Löwen, s. Tafel »Münzen IV«, Fig. 6) nachgeprägt, fanden sie als 1/20 Gulden im 15. Jahrh. allgemeine Verbreitung und erhielten teils nach ihrem Aussehen, teils nach ihrer Wertabweichung etc. verschiedene Namen: z. B. Engel- (um 1510, s. »Tafel-Münzen IV«, Fig. 5), Fürsten-, Kaiser-, Marien-, Spitz-, Weißgroschen; Sammlungen von Silbermünzen unterhalb eines halben Guldens nannte man Groschenkabinette. (S. Tafel »Münzen III«, Fig. 15: G. von Aachen 1492; »IV«, Fig. 6: Meißner G. um 1430, und Fig. 4: Dreigroschen des Herzogs Albrecht von Preußen 1525–68.) Aus den Ländern mit Guldenwährung verschwand der Name größtenteils, bezeichnete dagegen allgemein in den Ländern mit Talerwährung 1/24 und zuletzt 1/30 Taler, in den einstmals unter polnischer Herrschaft gestandenen 1/30 Gulden; die erstgenannten hießen später gute Groschen (ggr.) zum Unterschiede von den geringern Silbergroschen. Preußen prägte aus der Münzmark von 233,855 g feinen Silbers nach dem Edikt vom 29. März 1764 als Kurantmünzen des 14-Talerfußes: 1/6 Taler aus 81/3, lötigem, 1/12 Taler aus 6lötigem Silber, als Scheidemünzen: 1/24 Taler aus 5- und seit 1772 aus 35/9 lötigem, halbe G. aus 22/3 lötigem, Viertelgroschen (märkische Dreier) aus 2lötigem und 1/12 G. (märkische Pfennig) aus 5/8 lötigem Silber. Ein Edikt vom 13. Dez. 1811 setzte den Reichstaler auf 28 G. sogen. guter oder 42 Groschenstücke Nominalmünze herauf und bahnte seine Teilung in 30 G. an; am 28. Juni 1843 wurde die Umwandlung der Zwölftelstücke in Scheidemünze verordnet und durch das Münzgesetz vom 4. Mai 1857 die Ausprägung des 1/6 Talers (5 Silbergroschen) zu 180 Stück auf das Pfund von 500 g sein mit 520 Tausendteilen Silber bestimmt. Ähnliche Umwandlungen haben andre Staaten gemäß den Münzkonventionen vom 30. Juli 1838 und 24. Jan. 1857 durchgemacht; in den meisten hatte vorher der Konventionsfuß von 1763 für die Kurantmünzen gegolten. Im 19. Jahrh. bestand als solche vorzugsweise das Stück zu 4 G., 80 eine seine Mark, nach dem Konventionsfuß = 52,6184f.; es wurde in Braunschweig 9-, in Sachsen etc. 8 2/3-, in Hannover, Kurhessen und Westfalen 8lötig geprägt, aber in Lippe 1760–65 und Hessen 1821–31 unterwertig, während es nach dem 14-Talerfuß 50,1118 und (5 Silbergroschen) nach dem 30-Talerfuß 50 Pf. wert war. Das Stück zu 2 guten G. gehörte den Kurantmünzen an und wurde 1834–57 in Hannover 81/3- vorher wie in den meisten Konventionsstaaten 7lötig geprägt, war jedoch zuweilen unterwertig. Das Groschenstück münzten bis gegen 1838 Sachsen, Gotha i. und Anhalt 58/9- und Braunschweig 6lötig noch zum vollen Werte aus; sonst war es Scheidemünze. Die halben G. verhielten sich meistens entsprechend, hatten aber geringern Wert. Sachsen prägte auch Stücke von 8 Pfennig 4lötig = 5,84 Pf. der Reichswährung.
3404 Zeichen · 56 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    groschenM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    groschen , M. Vw.: s. grosse L.: Lü 130a (grosse[n])

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gróschen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Gróschen , des -s, plur. ut nom. sing. 1) † Eine ehemahlige Benennung einer jeden dickern Münze, zum Unterschiede vo…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Groschen

    Goethe-Wörterbuch

    Groschen vereinzelt Kleinschr; häufig abgekürzt ‘Gr(.), gr(.)’ sowie ‘g(.)’, ‘gl(.)’ 1) , einmal ‘ggr.’ (für guter Grosc…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Groschen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Groschen , vom latein. grossus , dick (Grosso, Groat) , Silbermünze, seit dem 13. Jahrh. gebräuchlich, zwischen dem grob…

  5. modern
    Dialekt
    Groschen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Grosche n [Kròə Hüss. bis Ingw. ] n. Zweisousstück aus Kupfer: mini bluetige G. mühsam erspartes Geld. Du wi lls t, gla…

  6. Sprichwörter
    Groschen

    Wander (Sprichwörter)

    Groschen 1. Besser heut' ein Groschen, als morgen ein Gulden. – Winckler, XVIII, 35. 2. Das ist ein guter Groschen, der …

  7. Spezial
    groschen

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    groschen [grọ·schen] (tod.) m.inv. Groschen m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit groschen

155 Bildungen · 70 Erstglied · 85 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von groschen

gros + -chen

groschen leitet sich vom Lemma gros ab mit Suffix -chen.

groschen‑ als Erstglied (30 von 70)

groschenbild

DWB

groschen·bild

groschenbild , n. : dass in der bauernstube .. noch die groschenbilder aus den befreiungskriegen .. an den wänden hängen Steub drei sommer i…

groschenbreit

DWB

groschen·breit

groschenbreit , adj. : man .. sah auch nicht ein groschenbreites scheibchen von dem blauen himmel Rosegger I 12, 187. —

groschenbrot

DWB

groschen·brot

groschenbrot , n. : ein schwarzes groschenbrot Leipziger avanturieur 1, 28; holt euch ein groschenbrod Holtei erzähl. schr. 16, 4 ; redensar…

Groschenburger

Wander

groschen·burger

Groschenburger Er muss Groschenburger trinken. Ist arm; der Groschenburger ist im Rheingau die billigste Weinsorte und entspricht dem oberde…

Groschenfalle

PfWB

groschen·falle

Groschen-falle f. : scherzh. 'Gastwirtschaft, in der man den letzten Groschen ausgibt', Groschefall [ KU-Schmittw/O ]. —

Groschenfanger

ElsWB

Grosche n fanger m. Schimpfname für Polizist Bitschw. Rapp. ; Marktschreier, Schwindler Ruf. ; Oktroiempfänger Obhergh.

Groschenfarken

MeckWB

groschen·farken

Groschenfarken n. eigentl. Groschenferkel, minderwertiger Mensch in der Wendung: dee is 'n leewen Gott sin Groschenfarken Gü Schwaan .

groschenfrau

DWB

groschen·frau

groschenfrau , f. , gemietetes klageweib bei leichenbegängnissen Amaranthes frauenz. lex. 694 . —

groschengärtner

DWB

groschen·gaertner

groschengärtner , m. , bezeichnung eines kleinen dorfsassen: scheffel-, groschen- und dreschgärtner sind für diesmal exempt ( von der contri…

groschengalerie

DWB

groschen·galerie

-galerie , der billigste theaterplatz 3, 77; vgl. 15—18, 243; auch bildlich: der tumult der erwartung rüttelte die edelleute mit der grosche…

Groschengikser

PfWB

groschen·gikser

Groschen-gikser m. : 'altes, stumpfes Messer', -gikseʳ [verbr. NPf KL-Morlt]; vgl. Groschen 2 a, Groschenmesser 1, Gikser 1. Südhess. II 147…

groschen als Zweitglied (30 von 85)

Notgroschen

RDWB1

Notgroschen m (als) Notgroschen (sparen) - (откладывать) на чёрный день

Annengroschen

DRW

annen·groschen

Annengroschen nd. annenkrossen Münzen mit der heiligen Anna, besonders in Braunschweig, Hannover, Hildesheim geprägt Anf. 16. Jh. Halke,Münz…

Aufbietgroschen

DRW

Aufbietgroschen Gebühr für aufbieten (II 2) wenn ich [der Pfarrer] ... eine tochter vergebe, so will er einen aufbiethegroschen haben 1515 M…

Aufleggroschen

DRW

Aufleggroschen wie Aufleggeld (I) 1738 Hayme 23 Faksimile

Ausschrotgroschen

DRW

ausschrot·groschen

Ausschrotgroschen Ausfuhrabgabe auf Bier dass wir von iedwedem fass bier, so aus unserm bergflecken ausgeschrottet wird, der biergroschen pe…

bauergroschen

DWB

bauer·groschen

bauergroschen , m. zinsgroschen, wie ihn die bauern dem gutsherrn entrichten. s. Oberlin 100 .

Ếngelgróschen

Adelung

engel·groschen

Der Ếngelgróschen , des -s, plur. ut nom. sing. eine ehemahlige Silbermünze, welche den Nahmen von den darauf geprägten zwey Engeln hat, wel…

Fáßgróschen

Adelung

fass·groschen

Der Fáßgróschen , des -s, plur. ut nom. sing. in den Sächsischen Bergstädten, ein Groschen, welchen die Bürgerschaft von jedem Fasse Bier zu…

Gǘldengróschen

Adelung

Der Gǘldengróschen , des -s, plur. ut nom. sing. eine noch in einigen Gegenden übliche Benennung eines Guldens oder 16 Groschen-Stückes. Die…

gnadengroschen

DWB

gnaden·groschen

gnadengroschen , m. , ' kleines geschenk der gnade ': ein gnadengroschen ist mir lieber, den deine ( gottes ) hand mir überreichen will, als…

gottesgroschen

DWB

gottes·groschen

gottesgroschen , m. 1) gelegentlich für gottesgeld 2 ' angeld, handgeld ', vgl. brem.-niedersächs. wb. 2 (1767) 476. 2) anders von einem tel…

Hǟuselgróschen

Adelung

haeusel·groschen

Der Hǟuselgróschen , des -s, plur. inus. an einigen Orten Obersachsens, dasjenige Geld, welches die Häusler oder Hausleute anstatt des Zehen…

heckgroschen

DWB

heck·groschen

heckegroschen , heckgroschen , m. 1 1) groschen von falschem oder unerlaubtem gepräge; vergl. heckemünze. 2 2) groschen der nach dem volksgl…

horngroschen

DWB

horn·groschen

horngroschen , m. ein düringischer groschen, im wappen mit zwei oben gebogenen hörnern. Frisch 1, 469 b . vgl. hörnelspfennig.

judengroschen

DWB

juden·groschen

judengroschen , m. ein sächsischer, im 15. und 16. jh. geprägter groschen, der den im sächsischen wappen befindlichen judenkopf mit dem spit…

kaisergroschen

DWB

kaiser·groschen

kaisergroschen , m. grossus imperatorius. Frisch 1, 496 b , östreich. münze von 3 kreuzern; es gab auch böhmische kaisergroschen, s. kaiserb…

leihegroschen

DWB

leihe·groschen

leihegroschen , m. abgabe von bauerngütern, die bei vorkommenden lehensfällen für die verleihung entrichtet ward. in Obersachsen. Adelung.

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „groschen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/groschen/meyers
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Cotta, Marcel. „groschen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/groschen/meyers. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „groschen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/groschen/meyers.
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