lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Geschöpf

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 8 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
31
Verweise raus
33

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Geschöpf

Geschöpf

schaffen Vb. ‘in eigener Leistung hervorbringen, gestalten’ und (besonders südd.) ‘arbeiten, zustande bringen’. Das stark flektierende Verb (mit j-Präsens) ahd. skephen ‘(er)schaffen, (be)wirken, gestalten, ordnen, festsetzen’ und auch ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.) entwickelt (aus der Partizipialform giscaffan) einen neuen Präsensstamm mit dem Infinitiv mhd. schaffen, nhd. schaffen (schuf, geschaffen). Verwandt sind asächs. skeppian ‘(er)schaffen, bestimmen’, aengl. scieppan ‘(er)schaffen, bilden anordnen, machen’, got. gaskapjan ‘erschaffen’, ferner schaben, Schaff, Schaft, Scheffel (s. d.) und die dort genannten Wortformen, so daß, ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante ie. *skā̌b(h)- der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich ist. Neben dem starken Verb ahd. skephen (s. oben) steht ein gleichlautendes schwaches jan-Verb ahd. skephen ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.); beide Verben haben sich anscheinend semantisch miteinander vermischt (Weiteres s. schöpfen). Weiterhin steht zum starken Verb die schwach flektierende Intensivbildung ahd. scaffōn ‘tun, bilden, zustande bringen, anordnen’ (8. Jh.), mhd. schaffen, nhd. schaffen ( schaffte, geschafft), deren Infinitiv- und Präsensformen im Mhd. und Nhd. mit denen des oben genannten starken Verbs zusammenfallen. Für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung ‘etw. hervorbringen, bewirken’, für das schwache Verb von einer Grundbedeutung ‘einrichten, ordnen’ (weiter ‘anordnen, tätig sein, arbeiten, herbei-, wegbringen’) auszugehen. Starke und schwache Flexion zeigen entsprechend mnd. scheppen, mnl. sceppen und engl. to shape (mit dem Part. Prät. shaped und, allerdings selten und älter, shapen). Zum schwachen Verb stellen sich (auch bei teilweise starker Flexion bis ins 16. Jh.) abschaffen Vb. ‘aufheben, beseitigen’, mhd. abeschaffen (14. Jh.), südd. auch ‘sich abarbeiten’; anschaffen Vb. ‘etw. in seinen Besitz bringen, sich aneignen’ (16. Jh.), ‘anordnen, verursachen’ (15. Jh.); 1beschaffen Vb. ‘herbeiholen, besorgen’ (15. Jh.); vgl. ahd. biscaffōn ‘gestalten, bilden’ (8. Jh.); dagegen 2beschaffen Part.adj. ‘geartet, geformt, befindlich’ (15. Jh.), mhd. ‘vorhanden, durch das Schicksal bestimmt’, zu (vorwiegend stark flektierendem) mhd. beschaffen ‘(er)schaffen, bestimmt oder zugeteilt sein, ordnen, verwalten, herbeibringen’. Zum starken Verb gehören erschaffen Vb. ‘entstehen lassen, gestalten, formen’, geläufig seit dem 16. Jh.; nachschaffen Vb. ‘gestaltend nachbilden’ (18. Jh.), ‘nachträglich anschaffen’ (17. Jh.). – Schaffe f. ‘Leistung, (großartige) Angelegenheit’, neugebildetes Verbalabstraktum der Jugendsprache (20. Jh.); zuvor (ohne direkte Nachfolge) mhd. schaffe ‘Anordnung, Befehl’. Schaffner m. ‘Besorger, Ordner, Aufseher, Verwalter’, mhd. schaffenære, scheffenære, nach voraufgehendem schaffære, scheffære, ahd. scaffāri (um 1000). Seit dem 19. Jh. fast nur noch für das Bedienungs- und Aufsichtspersonal bei Bahn und Post, vgl. Postschaffner, Eisenbahnschaffner. – Den alten Stammsilbenvokal des starken Verbs (nach ahd. skephen) bewahren (zu ö gerundet) Geschöpf n. ‘das Erschaffene, Geformte’ (15. Jh.), anfangs auch Vorgangsbezeichnung im Sinne von ‘Erschaffung’; 2Schöpfer m. ‘wer etw. erschafft, gestaltet’, auch Bezeichnung des christlichen Gottes als des Erschaffers der Welt, ahd. skephāri (9. Jh.), mhd. schepfære, schephære (vgl. früher bezeugtes ahd. skepho, 8. Jh.); schöpferisch Adj. ‘gestaltend, Neues erschaffend’ (18. Jh.); Schöpfung f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gestaltens’, mhd. schepfunge, schepfenunge im Sinne des göttlichen Erschaffens der Welt, seit dem 18. Jh. ‘Gesamtheit von Natur und Welt’, auch ‘geistiges, künstlerisches Schaffen und sein Produkt’.
3816 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geschöpf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Geschöpf , des -es, plur. die -e, von dem Zeitworte schöpfen, welches ehedem für schaffen üblich war. 1) Ein jedes W…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geschöpf

    Goethe-Wörterbuch

    Geschöpf NomSg auch -e, Kleinschr N13,214,24 . Rund 500 Belege gegenüber 70 ‘Kreatur’; meist bezogen auf das natürlich G…

  3. modern
    Dialekt
    Geschöpfn.

    Pfälzisches Wb.

    Ge-schöpf n. : ' Gestalt ', Geschepp [ ZW-Wintb WD-Niedkch RO-Feilbg KU-Hachb HB-Mimb SP-Dudhf ], G(e)schepf [ Don-Bulke…

  4. Sprichwörter
    Geschöpf

    Wander (Sprichwörter)

    Geschöpf Es ist ke lieblicher Geschöpf, as so e Hexli wos jung is.

  5. Spezial
    Geschöpf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|schöpf n. (-[e]s,-e) creatöra (-res) f.

Verweisungsnetz

51 Knoten, 58 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 1 Kompositum 42 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geschoepf

19 Bildungen · 11 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von geschoepf

ge- + schoepf

geschoepf leitet sich vom Lemma schoepf ab mit Präfix ge-.

geschoepf‑ als Erstglied (11 von 11)

geschöpfchen

DWB

geschoepf·chen

geschöpfchen , n. kleines geschöpf: dies geschöpfchen ( eichhörnchen ), eine nusz eröffnend. Göthe 55, 321 ; junges geschöpf: wenns auch so …

geschöpfede

FWB

1. ›weltbezogene Tätigkeit‹; als Spezialisierung mit hinzukommender Metonymie: ›letztwillige Verfügung‹.; 2. ›Schöpfung als Handlung Gottes,…

geschöpfen

FWB

1. ›etw. (Flüssiges) aus oder in etw. schöpfen‹; ütr. auch vom Eingießen der Seele in den Körper gebraucht; 2. ›etw. erschaffen (von Gott ge…

geschöpfer

DWB

geschöpfer , m. schöpfer: vor dem hochwirdigen sacrament als irem geschöpfer und trost bitten die zwen teglich und nächtlich. volksb. v. kai…

geschöpflein

DWB

geschoepf·lein

geschöpflein , n. wie geschöpfchen: die freude, die mir an allen diesen kleinen geschöpflein ( meinen kindern ) zu haben gegeben ist. Wielan…

geschöpflos

DWB

geschoepf·los

geschöpflos , adj. : die ewige einheit wohnet in dem geschöpflosen abgrund aller dinge. Brentano 5, 390 .

Geschöpfnis

PfWB

geschoepf·nis

 Ge-schöpfnis n. : ' Erschaffung '. a. 1407: kummen zu dem ewigen leben do uß wir von gots geschöppniße kommen sin [J. G. Lehmann, DiplomGe…

Geschöpfsast

GWB

geschoepf·s·ast

Geschöpfsast in Anlehnung an die Vorstellung eines Stammbaums: Pl für die untereinander in Beziehung stehenden Untergliederungen der Schöpfu…

geschöpft

FWB

1. ›von Menschen gesetzte Ordnung‹; wohl auch: ›Gedanken, Betreiben, Sinnen und Trachten des Menschen‹.; 2. ›Schöpfung, Schaffung der Welt, …

geschoepf als Zweitglied (4 von 4)

Mißgeschöpf

Adelung

miss·geschoepf

Das Mißgeschöpf , des -es, plur. die -e, ein gutes im Hochdeutschen aber seltenes Wort, ein von der gewöhnlichen Gestalt abweichendes Geschö…

mitgeschöpf

DWB

mit·geschoepf

mitgeschöpf , n. was mit einem gemeinschaftlich erschaffen ist, mensch oder thier: wohlwollen und liebe für eines unserer mitgeschöpfe ... z…

nebengeschöpf

DWB

neben·geschoepf

nebengeschöpf , n. mitgeschöpf, mitmensch: wenn ich das glück meiner nebengeschöpfe befördern kann. Wieland 1, 169 ; eines deiner nebengesch…

wundergeschöpf

DWB

wunder·geschoepf

wundergeschöpf , n. , in vielfältiger anwendung. 1) von auszerordentlichen, staunenswerten bildungen im bereich der ( göttlichen ) schöpfung…

Ableitungen von geschoepf (4 von 4)

geschöpfe

DWB

geschöpfe , f. wie die schephe ( Ottokars reimchr. 12700 fg. Seemüller ), die schicksalsgöttin, die das loos des menschen schafft, vgl. myth…

Mißgeschöpf

Adelung

Das Mißgeschöpf , des -es, plur. die -e, ein gutes im Hochdeutschen aber seltenes Wort, ein von der gewöhnlichen Gestalt abweichendes Geschö…

ungeschöpf

DWB

ungeschöpf , n. , individuelle bildung Göthes, ungezieferliches ( s. un iv b ): rohr und binse, molch und salamander, ungeschöpfe tilgt sie …

Urgeschöpf

GWB

Urgeschöpf [bisher nicht publizierter Wortartikel]