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Garde

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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31 in 19 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Garde

Bd. 7, Sp. 331
Garde (franz.), »Wache«, insbes. ehedem zum Schutz des Feldherrn oder Regenten. In diesem Sinne wären als Garden zu betrachten: die aus den vornehmsten Makedoniern bestehende G. (Hetairoi) Alexanders d. Gr.; die 10,000 Unsterblichen der persischen Könige, deren G. jedoch auch wesentlich höhere Stärken erreicht haben; die cohors praetoria der römischen Republik und die praetoriani der Kaiserzeit; die Trabanten und Hartschiere der deutschen Kaiser; die Janitscharen (s. d.) der Sultane; die Strelitzen (s. d.) der russischen Zaren; die Gefolgschaften deutscher Fürsten im Mittelalter; in Frankreich die Schweizer und Schotten Ludwigs XI. (s. Cent-gardes), die Gardedukorps (s. d.) Franz I., die G. maison du roi und die (schon 1493 von Karl Vl Il. errichteten) Schweizergarden unter Ludwig XIV. (s. Schweizer). – Wie schon bei den letztgenannten der Fall, so gehen ganz allgemein diese frühern Leibwachen in Elitetruppenteile mit dem Namen G. über. Bekannt ist die Potsdamer G. (die langen Kerle) Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs d. Gr. Gardetruppen (vgl. Häring, Geschichte der preußischen Garden, Berl. 1890). In größtem Umfange stellte Napoleon I. Gardetruppen auf, die in die alte, schon zur Zeit des Konsulats bedeutende und die 1812 als Vorschule der alten begründete junge G. zerfielen, insgesamt in ihrer Blütezeit wohl gegen 70,000 Mann stark, doch in ihrem Bestande, je nach den Schicksalen der Feldzüge, sehr wechselnd. Nach der Restauration wurde eine nur 2500 Mann zählende G. (maison du roi) aufgestellt, später die G. impériale in Stärke eines Armeekorps von Napoleon III. erneuert; sie fand ihr Ende 1870 in Metz. Vgl. Fallou, La Garde impériale, 1804–1815 (Par. 1901); Kunz, Zur Geschichte der kaiserlich französischen G. von 1854–1870 (Berl. 1898). – In Rußland sind die Gardetruppen durch besonders guten Ersatz vor den übrigen Truppen ausgezeichnet. Auch England hat noch Gardetruppen. – In Deutschland hat Preußen ein Gardekorps, hervorgegangen aus der 1806 errichteten G., jetzt 2 Infanterie-, 1 Kavalleriedivision etc. Vgl. Deutschland (Heerwesen). – Österreich-Ungarn hat keine Gardetruppen, wohl aber die k. u. k. Leibgarden als Hofgarde, und zwar die Erste Arcièrenleibgarde, die Ungarische Leibgarde, die Trabantenleibgarde, die Leibgarde-Reitereskadron und die Leibgarde-Infanteriekompagnie. – Über National- und Kommunalgarden s. d.
2378 Zeichen · 54 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gardesw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    garde , sw. F. nhd. „Garde“, Wacht Hw.: vgl. mnd. garde (2) Q.: Lanc (1240-1250) I.: Lw. afrz. garde E.: s. afrz. garde,…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gardeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +12 Parallelbelege

    garde , F. nhd. Gerte, Rute, Elle, Ackerstück, Unterteil des Ackers, Landmaß, Längenmaß Vw.: s. plicht-, stup-, vīf- Hw.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Garde

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Garde , plur. die -n, aus dem Französ. Garde, welches wiederum von dem Deutschen wahren und warten abstammet. 1) Ein…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Garde

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Garde a Leibwächter [ Eduard zum Grafen: ] Wir .. kamen an den Vorsaal der G-n .. Matratzen auf denen die Riesen .. ausg…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Garde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Garde , frz., die Leibwache eines Fürsten, die älteste stehende Truppe, jetzt gewöhnlich eine Auswahl aus dem ganzen Hee…

  6. modern
    Dialekt
    Gardef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Garde f. : 1. 'üble Gesellschaft, Gesindel ', Gaʳd (gaʳd) [ KU-Herschw/Petth GH-Kuhdt ], Gaʳde [ KU-Kaulb Kreimb ]. Zs. …

  7. Sprichwörter
    Garde

    Wander (Sprichwörter)

    Garde 1. Die Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht. Dieser Ausspruch wird dem französischen General Cambronne in der …

  8. Spezial
    Garde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gar|de f. (-,-n) verda (-des) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit garde

213 Bildungen · 165 Erstglied · 47 Zweitglied · 1 Ableitungen

garde‑ als Erstglied (30 von 165)

Gardereiter

SHW

Garde-reiter Band 2, Spalte 1089-1090

Garderobe

SHW

Garde-robe Band 2, Spalte 1089-1090

Gardebenedik

LothWB

Garde-benedik (cardo) Benediktenkraut (Cnicus benedictus) Ri.

Gardebesch

ElsWB

Gardebesch [Kârtəpê Felleri. ] m. Aufseher über Fischpacht, auch über Fabrikgewässer. — frz. garde-pêche. Zss.

Gardeblang

LothWB

Gardeblang [gârdəbla Ri. Hom. Rom. ] m. warmer Breiumschlag, meist von Leinsamen, zur Erweichung von Geschwülsten. — els. 1, 471 Kartepla(n…

gardeborst

KöblerMnd

garde·borst

gardeborst , F. nhd. Teil der Rüstung, Brustharnisch, Brustschild? Hw.: vgl. wardebos E.: s. ndl. gardebras; s. garde (1), borst (1) L.: Mnd…

gardebrust

MNWB

garde·brust

+ gardebrust , f. , Teil der Rüstung, Brustharnisch (vgl. wardebos, s. auch ndl. gardebras ) (1562), ( gardenprust bei Schmeller II, 65).

Gardedukorps

Meyers

Gardedukorps (franz., spr. -dükōr), ehemals Leibwache zum Schutz des Fürsten, erscheint um 1440–1791 in Frankreich (vgl. Garde), 1692–1715 i…

Gardefeu

Meyers

gard·efeu

Garde-feu (franz., spr. gard'fö), Ofenschirm, Kamingitter.

Garde-Freinet, La

Meyers

Garde-Freinet, La (spr. gard'fränä), Flecken im franz. Depart. Var, Arrond. Draguignan, auf der Höhe der Montagne des Maures, inmitten von W…

Gardehauptmann

GWB

garde·hauptmann

Gardehauptmann Großfürst Michael war angekommen .. Billets von den Herrn der großfürstlichen Suite .. G. de Harder Tgb 11.8.21 Caroline Voll…

gārde (hop-)

MNWB

garde·hop

~gārde (hop-), n. , Hopfengarten, Berghang oder Ackerfläche auf denen Hopfen angebaut wird, vgl. hoppenberch. —

gardeian

KöblerMnd

gardeian , M. Vw.: s. gardiān

gārdekôp

MNWB

garde·kop

° (gārdekôp) , m. , Handel im „ gaard ”, gārde, dem Hof der deutschen Kaufleute (Bergen), s. 2 gārde.

gardekors

KöblerAn

gardekors , st. N. (a) nhd. kurzes, jackenartiges Kleidungsstück I.: Lw. afrz. gardecorps, Lw. mlat. gardecorsium E.: s. afrz. gardecorps, m…

Gardekosakenregiment

GWB

Gardekosakenregiment B24,264,11 Eichstädt 11.5.14 Beilage Caroline Vollmann C. V.

Gardelegen

Meyers

garde·legen

Gardelegen , Kreisstadt im preuß. Regbez. Magdeburg, an der Milde, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Wustermark-Hamm und der Kleinbahn G.-Kalb…

gardelin

LDWB1

gard·elin

gardelin [gar·de·lịŋ] m. (-s) (Carduelis carduelis) ‹ornit› Stieglitz m. , Distelzeisig m . → stidliz.

gardelāken

KöblerMnd

gardelāken , N. nhd. Landmaß, Ackerstück, Unterteil des Ackers E.: s. garde (1), lāken (1) L.: MndHwb 1/2, 17 (gardelāken)

garde als Zweitglied (30 von 47)

blēkegarde

KöblerMnd

blēkegarde , M. nhd. Bleichplatz, Bleiche E.: s. blēke, gārde (1) L.: MndHwb 1, 292 (blê[i]kegarde)

blēkgarde

KöblerMnd

blēkgarde , M. Vw.: s. blēkegarde

bûrengārde

MNWB

buren·garde

+° bûrengārde , bûwegārde , m. , Bauerngehöft (Norwegen, anord. gardr unter Anlehnung an deutsch gārde).

dîkgārde

MNWB

dik·garde

° dîkgārde , m. , „ Noch sal her Hinrik hebben den diikgarden und den zeegarden ”, Livl. Ub. 1, 12, 189. S. dîkvelt, -hof s. v. dîk.

Fußgarde

Adelung

fuss·garde

Die Fußgarde , plur. die -n, eine Garde oder Leibwache zu Fuße.

gildegārde

MNWB

gilde·garde

gildegārde , m. „ desse breff, de ghegeuen vnnde ghescreuen ys to Stargarde in deme gildegarden ” 1449, Meckl. Jb. 12, 223.

hofgārde

MNWB

hof·garde

° hofgārde , m. , umfriedeter Garten, Burggarten (Hoyer Ub. 1, 427).

kôlgārde

MNWB

kol·garde

kôlgārde , m. , mit Kohl, Gemüse bebautes Landstück, Gemüsegarten.

kortegarde

MNWB

korte·garde

+ kortegarde , -garve , f. , Wachthaus, Kasematte (entstellt aus corps de garde ).

krûtgārde

MNWB

krut·garde

krûtgārde , krü̑de- , m. , Hausgarten, Gemüsegarten , Blumen-, Gewürzkräutergarten (: bômgārde ), übertr. in der myst. Literatur nach areola…

leibgarde

DWB

leib·garde

leibgarde , f. schutztruppe um die person eines fürsten oder befehlshabers; über die ältere form des wortes vergl. th. 4 1 , 1341 fg.: die z…

löffelgarde

DWB

loeffel·garde

löffelgarde , f. spottende bezeichnung von soldaten, die nur in das essen einzuhauen gewohnt sind, gleichsam nur mit dem löffel gegen die sc…

ōrtgārde

MNWB

ort·garde

ōrtgārde , -gārden , m. : als Garten genutztes Randgrundstück außerhalb der Stadtmauern, de ō. aller bûtenst dâr de wēdemegārde upschüt (Ank…

pāpengārde

MNWB

papen·garde

° pāpengārde , m. ( Pl. -n ) : zum Landbesitz einer Pfarrei gehörender Garten (Ub. Brschwg. 1, 345).

plichtgarde

MNWB

plicht·garde

° plichtgarde , n. , f. : Peilstange zur Messung der Wassertiefe, „ dat N. dat grote anker vnd touwe uthgefiret vnd he, tughe, dat plichtgar…

pogārde

MNWB

° pogārde , f. : Verlies, Gefängnis, men ēne sal nicht en setten in de p.n (Hans. Ub. 1, 234 = Lüb. Ub. 1, 300); — vgl. +° pogribbe.

rîgengārde

MNWB

rigen·garde

° rîgengārde , m. ( Akk. Sg. -n -gārde ) : Landstück auf dem eine Scheune steht (Livl. Güter-Uk. 2, 15 u. 423).

rôrgārde

MNWB

ror·garde

° rôrgārde , subst. : Dickicht aus Schilfrohr, Röhricht, „ Rorgharde efte rorerse harundinetum arundinetum” (Voc. Strals. ed. Damme).

Ableitungen von garde (1 von 1)

Begarde

GWB

Begarde s Picarde Caroline Vollmann C. V.