FEINDSELIG adj. abl. von feind adj. 1
jmdm. feindschaft entgegenbringend; stark ablehnend: 1480/1 dann die wysen hond genempt den fründtlichen ain fründ durch die fründtschafft, die jm begegnen mag, vnd den widerwärtigen den vind durch vrsach der vindtsäligen sachen, die er von jm wartend ist Pforr
beispiele 135 LV. ⟨u1527⟩ under allen widerwertigen hatt sich kainer gegen dem frůmen und gietigen vatter doc. Martino ungeschickter, neidischer und feintseliger erzaigt dann doctor Jo. Cocleus
(Augsb.) chr. dt. städte 25,155. 1584 also machet sich der keyser auff vnd zog mit hereskrafft in Wendland, griff dasselbige sehr feindselig an vnd schlug sein lager auff Bünting
braunschw. chr. 1,40a. 1633 e. ch.
d. können deßen wol mihr selbsten zeugniß geben, daß so lange ich in dero dienste geweßen, keines eintzigen menschen auch deren so sich feintselig genug kegen mich erzeiget niemalen im boesen gedacht
in: Gaedeke
Wallensteins verh. (1885)175. 1690 die stadt Megara und Athen waren so feindseelig gegen einander, daß sich ihre bürger einander allenthalben todt schlugen Happel
academ. rom. 391. ⟨1704⟩ bald wird man von feindseligen leuten und läster=zungen geplaget Gerber
wohlthaten (1726)1,232. 1758 die furcht seines bösen gewissens ließ ihn alles mit feindseeligen augen ansehen Hamann
1,23 N. 1811 als aber der unkriegerische haufen feindselig gegen sie anrückte, griefen sie zu den waffen, und verjagten ihn ohne mühe Baur
sittengemählde 267. 1879 also stand die kaiserliche macht der protestantisch=deutschen bildung feindselig, den europäischen aufgaben der deutschen politik gleichgiltig, den handelsinteressen unserer küsten mit binnenländischer beschränktheit gegenüber Treitschke
dt. gesch. 1,15. ⟨1908⟩ sie redeten noch lang, bald heftig und beinahe feindselig, dann wieder ruhig und in dem ehrlichen bestreben einander zu überzeugen Schnitzler
(1912) I 3,129. 1979 jede drohung oder anwendung von gewalt oder jeder feindselige akt oder die drohung mit feindseligen akten auf dem mond seien verboten, heißt es weiter
frankf. rundschau 153,1. –
jmdm. zuwider, verhaßt. seit dem 17. jh. auslaufend: 1505 er machte sich gegen den goͤtten vnd den mencschen fyndselig Schöfferlin/W.
Livius 84a. 1599 zum andern Faustus sol allen leuten, sonderlich denen, so jn wuͤrden straffen, feindtselig vnd zu wider sein Widmann
Faustus 1,47. 1610 man wirdt gleich jetzt die alten bräuch fahren lassen, die ordnungen verkehren, bey den leuten sich feindselig machen Guarinonius
grewel 836. 1654 wer hat dich gelehrnt .. hingegen der gantzen welt mit unersättigtem rauben, stehlen, brennen, sengen, morden und tyrannischem blutvergiessen so vieler unschuldiger menschen dich feindselig zu machen? Abele
gerichtshändel 53. ⟨1758⟩ ein gott, der so viel gethan, um dem menschen in ansehung einiger von seinen eigenschaften alle mögliche überzeugung zu geben, sollte die gröste derselben verborgen, geleugnet, ja unbrauchbar für die menschen, ja ihnen tödtlich und feindselig gemacht haben? Hamann
1,203 N. 1810 er soll auch bey mir in puncten, die mir sonst feindselig sind, mehr geduld und nachsicht finden, als ich sonst zu üben pflege Goethe
IV 21,245 W. ⟨1937⟩ dieser gedanke war aber nicht feindselig, sondern tröstlich Seghers
ges. w. (1951)3,151. 2
etwas, das schädlich, widrig ist. selten: 1529 denn das ist eben die sunde .. und heisset akidia, das ist tragheit odder uberdrus, ein feindselige, schedliche plage Luther
w. 30,1,146 W. 1597 es ist die pest eine sonderbare straffe vnd plage gottes des allmechtigen .. der menschlichen natur vnd dem leben gantz feindselig vnd zu wieder Bökel
pestordn. 65a. 1647 die vrsachen aber sind, wie anfangs erwehnet, eine scharbockische feuchte oder ein schlimmer böser dunst; kommen in diesen überein, daß sie beyde ein feindseliges wesen wider die nerven hegen und haben Drawitz
scharbock L2b. 1676 denn so fern noch einandrer böser aspect dazu stost; ist es um das leben geschehen: kommt aber kein widriger oder feindseliger aspect mehr dazu; bleibt der bettrüstige beym leben Francisci
lust-haus 546. ⟨1774⟩ nun blieb aber noch die maschiene von aussen den feindseeligen anfällen der luft blos gestellt Bode
Schandi (1776)5,139. 1786 wäre sie es etwa minder gewesen, wenn ein feindseliger sturm seine schiffe zerschmettert oder rükwärts nach ihrer heimat getrieben hätte? Schiller
20,127 nat. 1820 damit die thränen ihm
(auge) beweglichkeit geben, die lichtstärke mildern und aus ihm fremdartige und feindselige körper sanft forttreiben Jean Paul
I 15,110 ak. 1854 welches blut ursprünglichin seinen adern fließe und mit wie fremdartigen, wie feindseligen elementen er dasselbe vermischt hatte Prutz
n. schr. 2,13. ⟨1948⟩ es fällt uns nicht nur auf, daß die physiologischen vorgänge unbewußt, sinnvoll und zweckmäßig sind .., sondern auch bald beglückend, bald quälend, bald hilfreich, bald feindselig erlebt werden Weizsäcker
diesseits [1950]120. 1976 zweitens müssen die umweltbedingungen (am besten einigt eine feindselige umgebung) der bildung und erhaltung einer solidarischen gemeinschaft günstig sein Mehnert
jugend 419.Casemir