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fehlen

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
24 in 15 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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60
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51

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

fehlen

fehlen

fehlen Vb. ‘abwesend, nicht vorhanden sein, einen Irrtum, ein Unrecht begehen’, Aus afrz. falir, faillir ‘verfehlen, im Stich lassen, versagen, fehlschlagen, sich irren’ (frz. faillir ‘einen Fehler begehen, sich irren, versagen’), dann auch ‘jmdm. entgehen, mangeln, nötig sein’ (oft unpersönlich afrz. frz. il faut ‘es ist nötig’), das über vlat. *fallīre auf lat. fallere ‘betrügen, täuschen, irreführen’ zurückgeht, wird mhd. vælen, vēlen ‘verfehlen, nicht treffen’ entlehnt, daneben gleichbed. mhd. failieren, fālieren, fallieren mit stärkerer Bewahrung der fremden Form (zu unterscheiden von nhd. fallieren ‘Bankrott machen’, Übernahme des 16. Jhs. von gleichbed. ital. fallire, im 16./17. Jh. auch ‘betrügen’, in diesem Sinne unmittelbar aus dem Lat.). Das zunächst als Turnierausdruck aufgenommene Verb (‘beim Stoß mit der Lanze das Ziel verfehlen’) gilt bereits im Mhd. entsprechend dem afrz. Vorbild auch für ‘sich irren’, für ‘fehlschlagen’ und ‘mangeln, nicht zur Verfügung stehen’. Eine Variante mhd. veilen setzt sich noch in frühnhd. feilen fort, namentlich im Md., wohl beeinflußt durch ebenfalls aus dem Frz. stammendes mnd. fēilen ‘verfehlen, fehlschlagen, mangeln, im Stich lassen’. – Fehl m. ‘Makel, Mangel, Verfehlung’, mhd. væle f., Entlehnung aus afrz. faille ‘Mißerfolg, Irrtum, Mangel’, das über vlat. *fallia auf lat. falla ‘Betrug’ zurückgeht. Maskulines Genus entwickelt sich wohl bei der verkürzten artikellosen Form des Substantivs in den Fügungen mhd. āne væl, sunder væl ‘jeden Irrtum ausschließend, zweifelsfrei, ganz gewiß’, die gleichbed. afrz. sans faille nachbilden (vgl. dagegen mit anderer Auffassung nhd. ohne Fehl ‘makellos’). Wahrscheinlich aus Verb und abhängigem Akkusativ (vgl. einen Fehl gebären bei Luther und danach im älteren Nhd.) sind Bildungen wie fehlgehen, fehlgreifen, fehlschlagen entstanden; diese werden bis ins 19. Jh. häufig getrennt geschrieben (fehl gehen usw.), da das erste Glied einem Adverb ähnelt. Hieraus erklärt sich fehl Adj. Adv. ‘falsch, irrig, ergebnislos’, das seit Ende des 15. Jhs. vielfach nachweisbar ist, heute nur noch in der jungen Wendung fehl am Platz(e) sein ‘unpassend, unangebracht sein’. Der genannte verbale Bildungstyp ermöglicht substantivische Zusammensetzungen, ohne daß in jedem Falle das entsprechende Verb vorausgeht: Fehltritt m. ‘falscher Schritt, Vergehen’ (16. Jh.); Fehlschluß m. ‘falsche Schlußfolgerung’ (16. Jh.); Fehlgeburt f. ‘Abgang einer nicht lebensfähigen Leibesfrucht’ (18. Jh.); Fehlanzeige f. ‘negativer Bescheid’ (um 1900, zuerst soldatensprachlich vom negativen Schießergebnis). Das Kompositionsglied fehl- ist bis in die Gegenwart produktiv, vgl. Fehlentscheidung, Fehlkonstruktion, Fehlleistung, Fehlverhalten, Fehlzündung. – fehlbar Adj. ‘mit Mängeln behaftet, unvollkommen’, schweiz. ‘einer Verfehlung schuldig’ (um 1600), wohl Rückbildung zu unfehlbar Adj. ‘frei von Irrtum, untrüglich’ (16. Jh.). Fehler m. ‘Irrtum, Versehen’, anfangs auch ‘Fehlschuß’ (16. Jh.). verfehlen Vb. ‘nicht erreichen, nicht treffen’, mhd. vervælen ‘fehlen, sich irren, trügen, nicht treffen’; Verfehlung f. ‘Irrtum, Vergehen’ (17. Jh.).
3132 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Fêhlen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Fêhlen , S. Adelung Befehlen .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fehlen

    Goethe-Wörterbuch

    fehlen etwa die Hälfte der 2100 Belege in Punkt 7 e; öfter ‘das F-de’, bes in 7 b 1 (jdn, sein Ziel) verfehlen, danebens…

  3. modern
    Dialekt
    fëhlen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    fë h le n [fálə allg.; fǽlə Str. W. ] 1. mangeln, fehlen: Er wo ll t e schun, aw e r s fë h lt ih m am Gëld K. Z. s ka n…

  4. Sprichwörter
    Fehlen

    Wander (Sprichwörter)

    Fehlen 1. Dat's fehlt, säd' Johann Niklas sîn Kater, dôr härr he mênt, dat he up de Katt sêt, un he sêt up'n Törfsod 1 .…

  5. Spezial
    Fehlenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +8 Parallelbelege

    Fehlen , n отсутствие , ср → FiloSlov Nichtvorhandensein, n

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fehlen

13 Bildungen · 4 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von fehlen 2 Komponenten

feh+len

fehlen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fehlen‑ als Erstglied (4 von 4)

Fehlendes Glied

Meyers

Fehlendes Glied (engl. missing link ), das vermißte Verbindungsglied zw ischen Affe und Mensch, als das man bald einen Anthropoiden, bald de…

fehlen als Zweitglied (5 von 5)

anbefehlen

DWB

anbefehlen , imperare, mandare, commendare, gleichviel mit befehlen, nnl. aanbevelen: der könig hat uns anbefehlen lassen. vorr. zur lat. gr…

anempfehlen

DWB

anempfehlen , commendare, anbefehlen.

befehlen

DWB

befehlen , ahd. pifëlahan pifalah pifolahan, mandare, commendare, committere ( Graff 3, 501 ), mhd. bevëlhen, bevalch, bevolhen. das einfach…

empfehlen

DWB

empfehlen , commendare, demandare, praet. empfahl, wofür einige, z. b. Möser oder Nicolai ( Sebaldus 2 , 114) fehlerhaft empfohl schreiben, …

verfehlen

DWB

ver·fehlen

verfehlen , verb. das erstrebte nicht erreichen, mhd. verwælen, verveilen. zusammensetzung mit fehlen s. theil 3, 1422, aber stets transitiv…

Ableitungen von fehlen (4 von 4)

befehlen

DWB

befehlen , ahd. pifëlahan pifalah pifolahan, mandare, commendare, committere ( Graff 3, 501 ), mhd. bevëlhen, bevalch, bevolhen. das einfach…

empfehlen

DWB

empfehlen , commendare, demandare, praet. empfahl, wofür einige, z. b. Möser oder Nicolai ( Sebaldus 2 , 114) fehlerhaft empfohl schreiben, …

verfehlen

DWB

verfehlen , verb. das erstrebte nicht erreichen, mhd. verwælen, verveilen. zusammensetzung mit fehlen s. theil 3, 1422, aber stets transitiv…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „fehlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fehlen/pfeifer_etym?formid=PF_fehlen
MLA
Cotta, Marcel. „fehlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fehlen/pfeifer_etym?formid=PF_fehlen. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „fehlen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fehlen/pfeifer_etym?formid=PF_fehlen.
BibTeX
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