DWB2
FAHRT f. DWB2(1)
ahd. fart,
mhd. vart
. as. fard,
mnd. vart;
anfrk. farth,
mnl. vaert,
nnl. vaart;
afrs. ferd;
ae. fierd;
an. isl. ferðd,
norw. ferd,
dän. færd,
schwed. färd
. abl. von 1fahren
vb. (2)
bereits seit mhd. zeit erscheinen zunehmend die kürzeren umlautlosen gen. und dat. formen im sing. des i‐
stämmigen wortes. der ursprüngliche, umgelautete plur. verte
wird seit dem 15. jh. verstärkt durch umlautloses fahrten
ersetzt. DWB2 DWB21
fortbewegung. DWB2a DWB2
reise, marsch, zug: u830 inti after thero ferti zi Babyloniu Iechonias gibar Salathielen
Tatian 25,3 S. A10.jh. ist ze hello min fart, dar pistu geginuuart
ps. 138 14 S. ⟨v1022⟩ Egyptus freuta sih iro ferte, nâh diu sîe faraonis tôd keeiscoton, uuanda in iro forhta ana-lag Notker
3,3,778 ATB. ⟨u1170⟩ alse schire alse’r mochte/ so huf he sich ane di vart Heinrich v. Veldeke
st. Servatius 431 F./Sch. ⟨u1210⟩ Tristan, doz nahtende wart,/ er sleich aber uf sine vart Gottfried
414563 R. ⟨u1320⟩ er sant zehant an dy vart/ Johannem und Miletum/ zü Engellant
märterb. 3792 DTM. ⟨n1420⟩ also zoch man wider heim und verluren die von Zwürich uf beiden ferten nieman Justinger
berner-chr. 207 S. ⟨v1510⟩ bist du aber alt, so stand noch bald vff, nit spar din fart lenger, es ist zit Geiler
bilgerschafft (1512)150d. ⟨1589⟩ was sich alles auff dieser fahrt zugetragen vnd gehandelt worden, wirt hieher nicht thuͤnlich, auch zuerzehlen viel zu lang sein Simonis
beschr. (1608)28. 1670 und hiermit höret die fahrt zum goldstrande vor dasselbe jahr auf
Dapper, Africa 430b. 1710 es ist auch diese insul noch nicht völlig entdecket, vbschon viele auf ihrer fahrt von oder nach Barbados und andere caribische eylande, auf dieselbe angetrieben worden Vischer
Oldmixon, America 633. 1759 meiner meynung nach ist die fahrt zu wasser in einer galliote oder ruder=schiffe .. am angenehmsten
Stevens, reise 43. 1813 nach einer fahrt von 9 stunden kamen wir nach Töplitz Goethe
IV 23,338 W. 1862 herr Heinzig galt also für ‘überstudirt’ oder für verrückt, weil er um seiner gesundheit willen weite einsame fahrten durch die felder unternahm Ruge
zeit 1,201. 1913 wir fragen doch auf unseren fahrten die karten und auch menschen nach dem weg
alt-wandervogel 8,56. 1978 die fahrt von der manufaktur zum hotel ‘Bayerischer Hof’, die kaum länger als zehn minuten dauerte, geriet jedesmal zu einer reise in die vergangenheit Bieler
kanal 121. DWB2–
in der verbindung letzte fahrt
und bildlich für ‘sterben, tod’: ⟨u1120/30⟩ do Abraham wart zehinzich und funf unde subinzich iar alt/ do můse er leisten die uart div uns allen ist gespart
milst. genesis 45,2 D. ⟨1240/50⟩ sage vil balde mir din art/ oder du verst des todes vart/ alles an von mime swerte Ulrich v. Türheim
Rennewart 8512 DTM. ⟨u1450⟩ und hette min sele woll bewart,/ frolich fur ich diese leste fart
mrhein. totentanz 128 R. ⟨hs.u1510⟩ Maria, raine junckfrau zartt,/ hilf vns an der lesten fartt
kirchenlied 2,971 W. ⟨1868⟩ wieder andere nach einem priester riefen, um dem verscheidenden helden den letzten trost mit auf die fahrt zu geben Heyse
ges. w. [1924] I 3,452. 1933 sie taten längst ihre letzte fahrt/ und sind in gottes hut Weinheber
2,133 N./W. DWB2b DWB2
bewegung (allgemein im gegensatz zum stillstand): ⟨v1022⟩ unde iz uberstîget taz heiza fiur dero oberûn lufte, diu fone drâti sînero ferte brinnet Notker
1,3,248 ATB. ⟨u1147⟩ alsô der man erstarp/ und daz ros gestilte sîne vart
kaiserchr. 5822 MGH. ⟨u1200⟩ si hielten ab ir verte, als iz muoste sîn
nibelungenlied 131602,1 B./B. ⟨14.jh.⟩ der vertte der risse nit enlie,/ den unverzagtten wigand/ lïff er da an mitt friger hand
göttweiger trojanerkrieg 1168 DTM. hs.15.jh. ich begund ser umb mich sehen,/
[]zelest ferlor ich schlag und fart./ hie mit so ward min ylen gespart
mhd. minnereden II 15,277 DTM. 1582 er kam zu jhr in schneller fahrt
ambraser liederb. 323 LV. 1618 wir sind mit allen vnsern 6. galleyen in geschwinder fahrt an sie gekommen Guhle
büchsenmeistereyb. 103. ⟨v1688⟩ die orte, so auf höhen, blössen, an gebirgen liegen, da die winde ihre freye farth haben Lehmann
schauplatz (1699)90. 1732 kommt, bürger, schlaget in die hände/ und seht der fahrt der glocke nach! Hen‐rici
ged. (1727)3,37. 1787 doch izt in unserm unglück ziemt uns nur/ die farth des schlaffen segels Stolberg
Sofokles 1,26. 1808 sie
(strömung) beschleunigt die fahrt der schiffe, welche von den canarischen inseln nach Süd-Amerika segeln A. v. Humboldt
ansichten 1,113. ⟨1851⟩ so trieb es nun aber Meyerbeer, .. dem kutscher selbst in die zügel zu fallen, um durch das zickzack der fahrt das nöthige aufsehen zu erregen R. Wagner
(1872)3,368. ⟨1920⟩ der zug, laut brausend, fiel in langsamere fahrt Schaeffer
Helianth (1924)1,494. 1972 immer noch beschleunigte sich die fahrt Wellershoff
einladung 143. DWB2–
meist jünger in fester wendung in fahrt bringen, kommen
u. ä.: ⟨u1160⟩ nu sol iu werden gesaget allerste von der maget,/ von der brute unde von allem dem liute/ unde von dem wirte, der si alle dar [br]ahte in verte
hochzeit 27,3 M. ⟨1912⟩ man kam in fahrt, als der bursche Bulke kommandos gab G. Hauptmann
(1942) I 7,247. 1977 das gebe ich nicht zu!, schreit Janda, weil er schon in fahrt ist Zenker
froschfest 189. DWB2c DWB2
tätigkeit des fortbewegens, transportierens; älter auch als dienstpflicht: ⟨u1180⟩ wê mir/ daz ich ie geborn wart!/ wie geleiste ich dise vart? Alber
Tnugdalus 810 W. hs.13.jh. swelhe aber gelâzzen hânt, den ist ez drie tage erloubet, und ist och den erloubetdie da arbeitent uf der verte
franziscanerregel 188 B. ⟨14./16.jh.?⟩ ein iklicher .. amman, maier, huber, mulner und lechner järlich einer abtessin zweier fert schuldik
weist. 6,192 G. ⟨1465⟩ die rusener sint eyme herren zwo ferde schuldig
qu. rechtsgesch. rhein. städte, kurtrier. 1,425. 1550 denen van Luick, Mastricht und Maysseick 2 farten zo fairen, Roemonscheren und Venloschen ein fart, dairnae denen Luckeren widerum me zwae fart
qu. rechtsgesch. rhein. städte, kurköln. 1,233. ⟨1619⟩ die undertanen ihnen schuldig sein, gegen entrichtung gebührlichen lohns gleich einem andern frembden solche weitere fahrt auch zu leisten
bad. weist. I 1,250. ⟨hs.18.jh.⟩ item sollen wir alle jahr von unserem hof zu Ehere thun den herren von Waldeck drei ferte mit unserem wagen
weist. Rheinprovinz 1,1,7. 1819 es ist nämlich sehr gewöhnlich, daß die italienischen lohnkutscher nicht blos die fahrt, sondern auch die verköstigung der reisenden unter wegs übernehmen
württ. jb. 156 M. ⟨1912⟩ er fragte: ‘was fordern sie für die fahrt?’ Th. Mann
ges. w. [1960]8,466. 1973 die männer vom notdienst können jetzt abfahren, aber nur die zwei fahrten für die krankenhäuser, sonst nichts, sonst keine andere fahrt Grün
glatteis 165. DWB2–
fuhre, das, was auf einmal transportiert werden kann: ⟨1406⟩ das der .. von ieclicher vart, so er des toten oder des ligenden holtzes dannan fuͤrte, an gnad leisten sol ein gantz jar
rechtsqu. Bern I 1,180. ⟨1525⟩ ein yeder, so schiff und geschir gehept, alle fronvasten ein fart holz uff das schloß Ysenburg darzu furen mussen
bauernkrieg, aktenbd. 231 F. ⟨1573⟩ vierten soll weiter kein underthan weder von langen, kuchel‐, preu- oder kurzen ofenscheitern ainiche fart zu seinem hauß füeren
öst. weist. 15,199. ⟨1644⟩ erstlich soll jeder burger, so von oder zum wasser uber gemelte brückl umb lohn geladner fahrt, jedesmals geben ain kreutzer
qu. Wien (1895) I 5,284a. 1786 gedachter wittib, Hedwig von Kirchheim, auf eigene des klosters vergünstigung wochentlich einmal, und zwar jeden samstag eine fahrt holz aus diesem walde zu ihrer lebenslänglichen nothdurft gestattet wurde Widder
Pfalz 1,157. DWB22
weg, auf dem eine bewegung stattfindet. DWB2a
umlauf, bahn, kurs; älter vor allem von himmelskörpern, jünger von schiffen: 863/71 tho quamun ostana in thaz lant, thie irkantun sunnun fart Otfrid
I 17,9 E. ⟨v1022⟩ ter âbent-sterno .. aber uuehseloe sîna uart ûf-kândo uuider tag unde tago-sterno uuerde Notker
1,1,43 ATB. ⟨u1200/10⟩ mit der sternen umbereise vart/ ist gepüfel aller menschlîch art Wolfram
Parzival 6454,15 L. ⟨u1300⟩ Zozimas in clage bleib/ untz sich daz jar ume treib/ nach der gewonlichen vart
väterb. 35241 DTM. ⟨hs.1430/40⟩ ‘nu sage, wechter, of dîn trûwe,/ waer kêrt sich der sterne hin?’/ sîn vart der is meir worden nûwe
erlösung 23,38 B. 1774 die kunst die fahrt recht zu halten, gehöret vor den steuer=mann
erläuterungen schifffahrt 87a G. 1819 der schiffer, welcher mittelst seekarte, kompaß und quadrant seine fahrt und jedesma
[]lige stelle auf dem meer genau weiß Schopenhauer
1,101 D. ⟨1935⟩ wird auf einem mit geradem kurs in fahrt voraus befindlichen schiff eine vom bug nach querab oder schräg nach achtern zeigende trosse .. festgehalten, so beschreibt der bug des schiffes mit der trosse als radius einen kreisbogen Gladisch/Sch.‐H.
seemannschaft (1940)82. DWB2b
weg, straße; auch wasserstraße, fahrrinne u. dgl.: 863/71 sie thaz arunti giriatun joh iro ferti iltun Otfrid
I 27,13 E. ⟨v1022⟩ also riso hugeta er ze sînero ferte Notker
3,1,91 ATB. ⟨u1180⟩ sô ist ûf der verte/ nehein stein sô grôz noch sô herte
v. d. fünfzehenn zaichen 217 E. ⟨u1280⟩ der wagen dâ bereitet wart./ man fuort in schôn ûf die vart,/ ûf die bruck, daz was reht Jansen Enikel
weltchr. 453 MGH. ⟨u1380⟩ do vant ich uf der selben vart/ ein krut, was wonnenclich gestalt Altswert
76 LV. hs.u1430 ejn junger lewe waz gar starck./ welch tyer ym kwam uff der vart,/ daz muest ym schyere entweichen
erz. aus altdt. hss. 520 LV. 1517 ich kenn wol dein boͤse art/ dann du mich vill valscher fart/ gefuͤret hast offt vnnd dick Maximilian I./P.
Tewrdannckh h1b. 1593/4 ihre karren und wagen sollen sie nicht in der offentlichen straßen stellen und die freie farthen damit verbollwercken
qu. rechtsgesch. rhein. städte, kurtrier. 1,134. 1619 sonderlich muß er verschaffen, daß sein quartier mit einem guten graben verwahret werde, welcher bequeme fahrten habe, da die wägen vnverhindert auß vnd ein fahren können
Mendoza, theorica 58. 1673 die insel Guadalupe .. wird durch eine schmahle fahrt in zwey teile unterschieden
Dapper, n. welt 217b. 1732 nach Maaßhuys ist die fahrt traurig, enge und nicht sonderlich gangbar Haller
tgb. reisen 115 H. 1768 er
(garten) ist aber abgelegen, und es kann keine fahrt dahin angelegt werden Münchhausen
hausvater (1764)3,3,661. 1821 so kann man in diesen gebirgslanden mehrentheils auf trefflichen straßen reisen, (wiewohl es auch viele gefahrvolle fahrten gibt, wie in Tyrol so manches, am wege stehende, kreuz beweiset) Gutsmuths
land 1,20. 1930 ungeheure waldungen Kaliforniens liegen, gefällt und zu bretternzersägt, rechts und links unserer fahrt Kisch
Amerika 122. DWB2c
(lebens)weg, schicksal; von DWB21
her: ⟨v1022⟩ tannân skînet, taz sumelichiu geskehen sulen, dero geskiht unde dero fart allero nôte inbunden ist Notker
1,3,362 ATB. ⟨u1185⟩ ich enbringe in ûf die vart/ daz er nie rîcher wart Hartmann
Erec 31362 ATB. ⟨u1280⟩ ‘âwê diser vart,/ daz ich ie geborn wart ..’ Jansen Enikel
weltchr. 481 MGH. hs.1388 da von süllen wir .. mit dem gelaitt dez heiligen ewangelis varen die rechten vart
regula st. Benedicti 280 S. hs.u1480 o we diser schwern fertte,/ die ich trag vil armes weib!
egerer fronleichnamssp. 6047 LV. ⟨hs.1525⟩ auff die rechte fart werd ich gericht
kirchenlied 2,1046 W. 1613 des allen trösten wir vns nun,/ in vnser fahrt vnd gantzem thun Rinckart
ritter 46 HND. 1654 werthes paar, die gott und tugend selbst zusammen hat gepaart,/ nemet hin durch lauter segen zu der ewigkeit die fahrt Logau
sinnged. 620 LV. 1785 mögten doch so viele thörichte jünglinge durch mein beyspiel klug werden, die diesem irrlichte nachlaufen, die sich von dieser syrene aus der vorgeschriebenen fahrt ihres wandels loken laßen Goethe
Meister 1,211 ak. 1807 ihr lieben leute jetz’ger art,/ ihr seid auf rechter spur und fahrt,/ und falls ihr’s fürder noch so treibt,/ sicher der segen aus nicht bleibt
F. Schlegel
5,324 B. DWB2d
spur, fährte; besonders des wildes: ⟨u1200⟩ nû was der lewe ûz komen,/ als ir ê habent vernomen,/ dâ er dâ in versperret wart,/ und jagte ûf sînes herren vart Hartmann
Iwein 77730 B./L. ⟨u1320⟩ nun chomen die hünd auf der vert/ mit denn jägern ein grozze schar
märterb. 18818 DTM. ⟨1453⟩ er spürt und suocht die rechte fart,/ ward im das wilpret denn zuo tail,/ das fuert er haim und was sin gail Hermann v. Sachsenheim
mörin 1746 LV. E15.jh. je speter vnd elter die farthen sein, je besser es dem hundt ist. dann er gewehnt sonsten der haißen fahrten vnd will die färth, die zeitlich geschehen ist, nit suchen
lehre v. d. zeichen d. hirsches 168 L. 1669 der jäger sucht für, bestättigt das wild, zeücht ihn auf der fahrt nach gen holtz Wegener
oeconomia 125. DWB2e
leiter, vor allem im bergbau: ⟨1532⟩ es sollen auch ainer yeden grueben, jr stolln, gsteng, fert und fuͤrdernuß beleiben, und nicht genomen werden, wie von alter herkomen und berckwerchs recht ist
samml. baier. bergrecht 212 L. 1617 viel leute .. in den gruben verfallen, von den wänden zu todte geschlagen, vnnd von den fahrten indie schacht stürtzen Löhneysz
bergkwerck 6. 1693 belittern heist, wenn in einem schacht fahrten eingehangen werdenSchönberg
berg-information 2,13. 1713 dannenhero was man in aufsteigen auf solche bäume oder mit anlegung grosser fahrten
[]oder leitern nicht erlangen kan, muß vermittelst grosser und scharffer hacken oder baumscheren, wo sie anzubringen, geschehen Carlowitz
baum-zucht 145. 1778 anstatt der fahrten sind treppen von 450. stafeln, die mit dem langen stollen den ganzen berg seltsam durchbohren Gruner
Helvetien 1,98. 1871 fahrt
eine in einem schachte zum ein- und aussteigen (ein- und ausfahren) angebrachte leiter Veith
bergwb. 168. DWB23
zur bezeichnung temporaler sachverhalte. DWB2a
mal, zur kennzeichnung einer anzahl in festen verbindungen wie alle fahrt
immer, ein fahrt
einmal, erste fahrt
erstmals, manger fahrt
oft: 863/71 sie bifiang iz alla fart, thoh sies ni wurtin anawart,/ so iz blintan man birinit, then sunna biscinit Otfrid
II 1,49 E. ⟨1160/70⟩ von den drin gesant wart./ hern erde ein vart./ daz nam vlæisch an sich./ durch vns wart er menschlich
anegenge 8,72 H. ⟨u1230⟩ sô wæren übel bewart/ iwer lantdes vil maneger vart Heinrich v.
d. Türlin
krone 25849 LV. ⟨1337⟩ er im nâch gieng umbe das/ und im ouch dienet alle vart Konrad v. Ammenhausen
17659 V. ⟨hs.1496⟩ welcher burger .. für sich unnd seinen gewalt mit seinen rechten nit benemen mocht, der soll von einer yeden fart, so offt er das übertrette, gemeiner stat zu puss verfallen sein unnd geben drey pfundtnewer haller
nürnb. polizeiordn. 217 LV. 1533 wer mêr dan ain fart hairatet, wär kain christ nit Turmair
4,2,888 ak. ⟨1572⟩ viel leuth man esset, speist vnd trenckt,/ viel besser wers an hund gewendt,/ dieweil man keinen danck verdient,/ ein ander fahrt thut mans eim kind Büttner
Claus (1573)310. ⟨u1600⟩ so lang ich lebe/ auf erdten in diseer weldt,/ soltu mier alltzeitt .. bleiben meinß hertzen höchste freüdt,/ mein lust vnnd rosengart,/ ietz vnnd zu jeder fahrt!
raaber liederb. 221 N. DWB2b (zu, in, an, mit, auf) der fahrt
auf der stelle, sogleich: 863/71 iz wuahs thar thera ferti in munde joh in henti Otfrid
III 6,36 E. ⟨12.jh.⟩ wir .. suln daz bewarn, daz wir an der vert iht verworfen werden, daz unser herze als rein und als schôn sî
altdt. pred. 39 J. ⟨u1231⟩ Herwîc hundert recken nâch ir sande dan./ dô hiez er ûf der verte gâhen sîne man
Kudrun 51655,2 B./S. ⟨u1340⟩ irslain wart er in Jericho./ sin nachkumeling da wart/ Johan Hircanus mit der vart
hist. d. alden ê 5336 LV. hs.15.jh. do wart mir zugelegt ein geiß./ die geiß erkant ich zu der fart,/ do sie mich anrurt mit irem part
fastnachtsp. 1,119 LV. 1538 ach gott, so hastu mich bewart,/ das ich nicht legte zu der farth/ die hant auch an den könig mein Voith
in: Ackermann/
V. dr. 284 LV. 1568 vnd haben auff die braut gewart,/ dann sy ward nahend auff der fart Wirre
hochzeyt 22b. ⟨v1605⟩ wolauff! nun wöll wir in der farth/ anfangen vnser stadt so neu,/ daß wir vollenden das gebeu Ayrer
d. ä.
1,74 LV. 1657 nach schaden wird man klug. wenn man noch auf der fahrt/ in voller wollust ist, so wil man nicht gedenken,/ wo’s endlich wil hinauß, und wo sich hin wil lenken Neumark
lustwald 2,246. DWB2c in keiner fahrt
auf keine weise, nie, in kurzer fahrt
bald: ⟨1060/5⟩ er wâre ime sô zart, daz er in neliez in deheine vart
wiener genesis 2386 S. ⟨1187/9⟩ iz wirt aber noch so gerochen/ daz in nie nichein vart/ zu sulchen schanden ne wart Heinrich v. Veldeke
Eneide 4881 DTM. ⟨14.jh.⟩ hey sprach, er soulde in kurtzer vart/ her weder komen in de staet
Karlmeinet A 68,51 LV. 1432/8 in kurzer vart wil ichs herwider keren Oswald v. Wolkenstein
73,25 ATB. ⟨dr.1555⟩ der son ist geborn vom vater rechter art,/ doch geschaffen vnd gemacht zu keiner fart
kirchenlied 4,41b W. DWB24
verhalten, handeln, tun: ⟨1150/60⟩ mir riet der tuuel sine uart./ daz ich arme tore./ die burc wolde ze storen
könig Rother 4424 F./K. ⟨1205/20⟩ sie fluocheten al der vart/ die der knabe dar tete;/ wand ez was âne ir bete Heinrich v.
d. Türlin
mantel 952 W. hs.14.jh. dû hettest ein ubele vart getâ
n./ ich wêne, dû daz bûzen mûst/ daz dû uns sô vil zû leide tûst
st. Brandan 66 Sch. hs.15.jh. mit welcher zucht ein junger man/ sol werben an ein frauen zart,/ das in nit reuen werd die fart
fastnachtsp. 1,128 LV. ⟨1543⟩ derhalb wer es wol von nöten, das du dich auf solche fart recht schicketest und dises werks, welches got jetzund mit dir fürhat, gute achtung nemest
ev. kirchenordn. 11,508b S. ⟨v1683⟩ Tiberius .. ward durch diese zeitung gezwungen eine gantz andere farth zu erkiesen Lohenstein
Arminius (1689)1,1297a. 1732 drum da ich eine fahrt, die mir zu hoch, vermeide,/ so rede dieses blat von nichts als lauter freude
poesie d. Niedersachsen 4,66 W./K. 1854 von jenen ersten zügen und raufereien, in denen der charakter der völker hervorzutreten beginnt, wie in den spielen und fahrten des knaben der sinn des mannes, hat uns kein italischer Homer ein abbild aufbewahrt Mommsen
röm. gesch. 1,38. 1918 obwohl es eine bittere
[]fahrt für ein pfarrerssöhnchen war, zu einem stubenmaler in die lehre zu gehen, tat ich sie gern und machte die augen auf Schäfer
schr. 3,45. Arbeitsstelle/Albrand/Peperkorn DWB2