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Faden

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Faden

Bd. 1, Sp. 914
Faden 1. Alle Tage ein Faden macht des Jahrs ein Hemde. – Winckler, VI, 90. 2. Aus Fäden werden Stricke. 3. Der Faden der Güte zieht stärker, als das Tau der Gewalt. 4. Der Faden folgt der Nadel. – Henisch, 969. Dasselbe Sprichwort findet sich unter den Negern Westafrikas: »Der Faden ist gewöhnt, der Nadel zu folgen.« 5. Der Faden ist fein gesponnen. 6. Der stärkste Faden reisst, wenn man zu heftig zerrt (reisst). 7. Dünne Fäden brechen nicht so leicht als dicke und schlecht gesponnene. 8. Es hängt alles an einem Faden. 9. Es ist kein Faden so klein gesponnen, er kommt zur Sonnen. – Müller, 14, 3; Bücking, 75; Siebenkees, 130; Kirchhofer, 176. 10. Et wird ken Fähmeken sau fien e'spunnen, et kümmet dach an de Sunnen. (Waldeck.) – Curtze, 353, 477; hochdeutsch bei Lehmann, 579, 8; Siebenkees, 129. Mhd.: Nie wart sô klein gespunnen, oz kann ets wenne ze sunnen. (S. Spinnen.) (Boner.) (Zingerle, 140.) 11. Hast du den Faden angefangen, so spinn' ihn auch zu Ende. – Scheidemünze, II, 176. Vorausgesetzt, dass er etwas taugt. 12. Immer dem Faden nach, so findet man den Knäuel (Ariadne). 13. Ist der faden bloss, so ist er dennoch roth, so lobt man das rothe Garn. – Henisch, 969. 14. Subtile Feden brechen gern. – Pistor., X, 49; Lehmann, 736, 5. 15. Wenn der Faden bricht, macht man einen Weberknopf. Abraham a Sancta Clara versteht darunter das Eingehen einer Nothehe, wenn aus dem leichtsinnigen Umgange der Jugend Folgen entstehen. 16. Wenn der Faden lang genug ist, wird er abgeschnitten. – Scheidemünze, II, 164. Auch der Labensfaden. 17. Wenn man den Faden nicht knotet, macht man manchen Stich umsonst. 18. Wer den Faden gesponnen, der darf ihn auch zerschneiden. – Scheidemünze, II, 165. 19. Wer die Fäden zu fein spinnt, dem reissen sie leicht. – Sailer, 326; Simrock, 2240; Eiselein, 164. Von der überfeinen Begriffspalterei. 20. Wo der Faden am schwächsten ist, da bricht er. – Lehmann, 263, 47. 21. Aus seidenen Fäden gesponnen sein. – Murner, Schelm., 47. »Frau Venus ..... ist auss seiden faden gspunnen, vil verthan vnd wenig gwunnen.« (Kloster, I, 885.) 22. Das hat einen Faden. (Meiningen.) Soviel wie: Die Sache hat einen Haken. – Empfiehlt Vorsicht. 23. Das ist der rothe Faden. 24. Das ist nur zu Faden geschlagen. (Rottenburg.) Nur vorgearbeitet. Eigentlich vom Schneider, der zu nähen, vom Weber, der zu weben anhebt, dann aber von jedem begonnenen andern Thun. »Ich kriegte eine Bratwurst beim Zipfel und schlug selbige auf Abschlag zu Faden«, d.h. ich begann sie zu bearbeiten, zu verzehren. »Sein Text ihm (dem Pfarrer) schon die Adern reget, darauf er sein Werk zu Faden schläget« d.i. drauflos predigt. (Grimm, III, 1233, 6b.) 25. Den Faden verlieren. – Grimm, III, 1233, 5. Nach Kant (X, 180) hat ein englischer Advocat die Gewohnheit gehabt, beim Plaidiren einen Bindfaden aus der Tasche zu nehmen, den er unaufhörlich um den Finger auf- und abwickelte. Als sein Gegenadvocat ihm denselben einmal heimlich aus der Tasche prakticirt habe, sei er in Verlegenheit gekommen', und man habe gesagt, er habe den Faden seiner Rede verloren. Doch scheint mir dies eher eine Anwendung der Redensart als eine zufriedenstellende Erklärung ihres Ursprungs zu sein. 26. Den Faden wieder aufnehmen. 27. Der Faden seiner Geduld riss. 28. Er darf nur an einem Faden ziehen. So geht die Sache, so kommt wieder etwas Neues. 29. Er hat den Faden und sucht den Knäuel. 30. Er hat keinen trockenen Faden am Leibe! Ist durch und durch nass von Regen oder Schweiss. 31. Er kann wol Fäden zwirnen und Frauen machen aus Dirnen. – Eiselein, 157. 32. Es geht ein rother Faden hindurch. – Wurzbach II, 304. Quelle und Erklärung: Goethe's Wahlverwandschaft II, Kap. 2, Büchmann, 8. Aufl., 39. Um zu sagen, dass sich eine Sache durch ein gewisses Merkmal charakterisire, sodass sie dadurch einheitliche Gestaltung und Färbung erhält und ein streng festgehaltener Grundgedanke überall hindurchschimmert. 33. Es hängt an eim seidin faden. – Franck, II, 59b; Mathesy, 159a; Pauli, Postilla, I, 331a; Eiselein, 157; Grimm, III, 1233, 6a. Schwebt in Gefahr des Abreissens. 34. Etwas zu Faden schlagen. – Eiselein, 157. Bei Tobler (S. 173): »Nebes z' Fada schlô«, d.i. den ersten Entwurf zu einer Sache machen. 35. Feine Fäden spinnen. 36. Ich brauche blos an einem Faden zu ziehen. (Nürtingen.) So habe ich die Sache am Schnürlein. 37. Mit doppeltem Fade büeze1. (Luzern.) 1) Bützen, meist büetzen gesprochen = ausbessern, flicken, aber ohne eingesetzte Stücke, holländisch boetsen, im berner Oberlande büessen. (Stalder, I, 252.) 38. 'S gett 'n d'r Fôd'n aus. (Franken.) – Frommann, VI, 167, 81. Sein Vorrath, z.B. der des Redners an Gedanken, ist erschöpft, er stockt. 39. Sie seynd gleiches fadens. – Lehmann, 328, 42; Franck, II, 92b. Von solchen, die sich äusserlich oder ihrem Charakter nach gleichen. 40. Wirre Fäden spinnen. 41. Ein doppelter Faden hält besser als ein einfacher. 42. Et is beter en 'n Fam lang, as den Hindersten blank. – Schambach, II, 175. Ergänze: zu kurz, überhaupt mangelhafte und ungenügende Kleidung ist besser als gar keine. 43. Wenn man den Faden hat, kann man leicht den Knäuel finden. 44. A îs vo a Fâden of's Schtrê kumma. (Oesterr.-Schles.) – Peter, I, 446. 45. Då håt's an (einem) Fåden. (Steiermark.) Um (meist höhnisch) die Vergeblichkeit eines Ansinnens oder Unternehmens anzudeuten. 46. Dem ist der Faden ausgegangen. Er kann in seiner Rede, seinem Vortrage, seiner Erzählung nicht weiter. 47. Es bricht der (letzte) Foaden. – Schöpf, 113. Die Geduld geht aus. 48. Mittels des Fadens den Knäuel finden. 49. Wir sind alle eines fadens. – Franck, Paradoxa, 54a.
5650 Zeichen · 186 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Faden

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Faden , des -s, plur. ut nom. sing. auch häufig Fäden, Diminut. das Fädchen, Oberd. das Fädlein. 1) Zusammen gedrehe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Faden

    Goethe-Wörterbuch

    Faden Pl mehrf ‘Faden’, einmal ‘Fade’ NatT 484 Var ; ca drei Viertel der 350 Belege in 1, überwiegend in (vielfach versc…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Faden

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Faden , im Seewesen ein Längenmaß von 5—6 Fuß; Maß, das sonst Klafter genannt wird, daher von verschiedener Größe; als G…

  4. modern
    Dialekt
    Faden

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Fade n [Fâtə fast allg.; Fôtə K. und nö. davon bis Z. ] ; Pl. allg. Fäde n [Fátə; Fǽtə Str. W. ] ; Demin. Fädele Co. Dü.…

  5. Sprichwörter
    Faden

    Wander (Sprichwörter)

    Faden 1. Alle Tage ein Faden macht des Jahrs ein Hemde. – Winckler, VI, 90. 2. Aus Fäden werden Stricke. 3. Der Faden de…

  6. Spezial
    Faden, roterm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Faden , m , roter нить , ж , красная

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faden

133 Bildungen · 103 Erstglied · 30 Zweitglied · 0 Ableitungen

faden‑ als Erstglied (30 von 103)

fadenähnlich

GWB

faden·aehnlich

fadenähnlich eine langgezogene .. Wolke .. fängt an sich .. in Cirrus aufzulösen .. indem sie .. rohrartig gebildete Streifen erblicken läßt…

fadenalge

DWB2

faden·alge

fadenalge f. (zu DWB2 1 ): 1898 Goebel organographie 26. 1952 Bubnoff Fennosarmatia 346.

Fadenalgen

Meyers

faden·algen

Fadenalgen ( Konfervazeen ), fadenförmige Algen, aus der Ordnung der Grünalgen (Chlorophyzeen; s. Algen , S. 316).

fadenartig

GWB

faden·artig

fadenartig vereinzelt Großschr a zu Faden 2: aus Fäden bestehend Metamorphose der Raupe .. Ei befruchtetes .. Umgebung Viscose F-e .. durchs…

Fadenbakterien

Meyers

faden·bakterien

Fadenbakterien , fadenbildende Bakterien, wie die Leptothricheen , die einfache, und die Cladothricheen , die verzweigte Fäden bilden. Zu je…

fadenbeisz

DWB

faden·beisz

fadenbeisz , m. filum mordens, fadenbeiszer, schelte auf einen schneider, wäre mhd. vadenbîʒ, vadenbîʒe und gebildet wie buochbîʒ, îsenbîʒ u…

fadenbins

DWB

fadenbins , m. juncus filiformis.

fadenbrechen

DWB

faden·brechen

fadenbrechen , n. ruptio fili: Pallas will sich an dir ( parze ) rächen! du mit deinem fadenbrechen hast sie so entrüst gemacht. Rompler 93 …

fadenbund

DWB

faden·bund

fadenbund , n. glomus: er kam von seiner burg herab und hatt das fadenbund. Herder 8, 64 .

Fadendieb

ElsWB

faden·dieb

Fade n dieb m. Fadendieb. D e r Schnider is t e Fade n dieb, Dieb, Dieb, Dieb! ( s. Amsel) Ruf. Bisch. In Barr singt der Kanarienvogel: D e …

Fadendreieck

Campe

faden·dreieck

Das Fadendreieck , des — es, Mz. die — e , in der Sternkunde, ein Dreieck, welches dadurch entsteht, wenn man vor einem Durchgangsoder Mitta…

fadendünn

DWB

faden·duenn

fadendünn , tenuis ut filum: ein fadendünner mensch, ein überaus hagerer; fadendünne gerte, allzudünne.

fadeneisen

DWB

faden·eisen

fadeneisen , n. den strumpfwirkern schmale eiserne stäbe mit löchern am weberstuhl, durch welche die fäden gehen.

Fadenfisch

Meyers

faden·fisch

Fadenfisch ( Trichogaster Bl ., Colisa Cuv .), Gattung der Labyrinthfische aus der Ordnung der Stachelflosser, Fische mit länglichem, seitli…

fadengang

DWB

faden·gang

fadengang , m. positio fibrarum: den fadengang des holzes beobachten. Campe kinderschr. 18, 87 .

fadengerade

DWB

faden·gerade

fadengerade , adv. filatim, recto filo, schnurgerade: ein gewebe fadengerade, dem faden entlang durchschneiden; die pferde laufen fadengerad…

Fadengestalt

GWB

faden·gestalt

Fadengestalt für die Form eines opt Phänomens N1,176,4 FlD 426 Rüdiger Welter R. W.

fadengewächs

DWB

faden·gewaechs

fadengewächs , n. herba filiformis: siehe, den spiegel ( der quelle ) verschleiern gebreitete fadengewächse. Rückert ges. ged. 2, 290 .

faden als Zweitglied (30 von 30)

Geduldsfaden

RDWB1

Geduldsfaden m j-m reißt der ~ - у кого-л. лопнуло терпение

Zwirnsfaden

RDWB1

Zwirnsfaden m sein Leben hing an einem ~ idiom. - его жизнь висела на волоске идиом.

bindfaden

DWB

bind·faden

bindfaden , m. tomex, dünne hanfschnur zum binden, kordel, schnur, litze, franz. ficelle.

fühlfaden

DWB

fuhl·faden

fühlfaden [fülfaden], m. ein an den köpfen von weichthieren hervorstehendes einfaches d. h. ungegliedertes, einem weichen fleischigen faden …

geduldsfaden

DWB

geduld·s·faden

geduldsfaden , m. die geduld als faden gedacht ( s. geduld II, 5, c ): dann zerrisz der geduldsfaden, und das gespräch zerbrach oder zerbröc…

gepfaden

KöblerMhd

gepfaden , sw. V. nhd. „pfaden“, sich verbreiten Q.: WvÖst, EvSPaul (FB gephaden), Damen, RvZw (1227-1248) E.: s. ge, pfaden W.: nhd. DW- L.…

goldfaden

DWB

gold·faden

goldfaden , m. , aus gold oder goldfarbenem metall gezogener oder damit übersponnener faden, vereinzelt auch ein goldfarbiger seidenfaden, v…

heftfaden

DWB

heft·faden

heftfaden , m. faden zum heften oder binden: nadel, heftfaden, kreiden, wachs und pirmete ( pergamentene ) zetl, an yedes derselben zettelei…

himmelfaden

DWB

himmel·faden

himmelfaden , m. plur. himmelfäden, fila divae virginis, die sommerfäden, Marienfäden, wie sie an sommer- oder herbsttagen in der luft herum…

lauffaden

DWB

lauf·faden

lauffaden , m. bei den jägern ein faden an dem busen oder ingarne eines spiegelichten garns, zum hin- und herziehen desselben. Jacobsson 2, …

lebensfaden

DWB

lebens·faden

lebensfaden , m. das leben unter dem bilde eines fadens, eine schon im deutschen mittelalter aufgenommene vorstellung: wan Klôtô, diu den ro…

leitfaden

DWB

leit·faden

leitfaden , m. leitender, wegweisender faden. das wort, welches zunächst den bekannten faden der Ariadne bezeichnet, ist in den wörterbücher…

meerfaden

DWB

meer·faden

meerfaden , m. name eines meergrases, fucus filum. meerfäden heiszen auch gallertartige meerwürmer, tubularia; auch meerröhren. Nemnich 4, 1…

Schaufaden

Wander

schau·faden

Schaufaden Die spinnt keine Schaufäden. – Tendlau, 332. Von einem Weibe, das sich nicht verstellt, sondern gibt, wie es ist. Häufig waren al…

schwefelfaden

DWB

schwefel·faden

schwefelfaden , m. in geschmolzenen schwefel getauchter faden Jacobsson 4, 93 b : mit .. schwefel-faden, das ist, durch zerlassenen schwefel…

seidenfaden

DWB

seiden·faden

seidenfaden , m. faden von seide, mhd. sîdenvadem: mit sîdenvedem dar în gestrickt, als man phliget oft und dick zû tûn an der hêren gewant.…

silberfaden

DWB

silber·faden

silberfaden , m. aus silber bestehender oder mit silber ( silberlahn, s. dies ) übersponnener faden. Adelung, argentum ductum. Stieler 525 ,…

sommerfaden

DWB

sommer·faden

sommerfaden , m. marienfaden. Adelung, sommerfäden, fila divae virginis. Nemnich. vgl. sommer II, 13 : mit den neuern natur-kündigern hält m…

springfaden

DWB

spring·faden

springfaden , m. aus glas gezogene fäden, welche durch plötzliche abkühlung in wasser so spröde werden, dasz sie beim zerbrechen in feinen s…

Stadtfaden

DRW

stadt·faden

Stadtfaden, m. ein städt. Längenmaß vgl. 2Faden (II), Stadtmaß dat her H. nicht negher buwen sal W.B., wen up enem stades vadem na 1383 Reva…

staubfaden

DWB

staub·faden

staubfaden , m. bezeichnet in der sprache der botanik jenen fadenartigen theil einer männlichen blüte, welcher den staubbeutel ( s. oben ) t…

Toissfaden

Idiotikon

Toissfaden Band 1, Spalte 675 Toissfaden 1,675

vorepfaden

KöblerMhd

vore·pfaden

vorepfaden , sw. V. nhd. vorangehen Q.: Märt (vor 1300) (FB vor phaden) E.: s. vore (1), pfaden W.: nhd. DW- L.: Lexer 484a (vorpfaden), FB …

vorpfaden

DWB

vor·pfaden

vorpfaden , verb. , einen weg anderen bahnen, weisen, s. pfaden th. 7, sp. 1583: wann er allen martrern hat mit seiner marter vorgephat märt…

ūzpfaden

KöblerMhd

ūzpfaden , sw. V. nhd. sich ausbreiten Q.: EvSPaul (1300-1350) (FB ūz phaden) E.: s. ūz, pfaden W.: nhd. DW- L.: FB 401a (ūz phaden)