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Brunst

ahd. bis spez. · 29 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
36 in 29 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Brunst

Bd. 3, Sp. 498
Brunst (v. althochd. brëman, brummen, brüllen, »schreien«; außer in der Jägerei meist [weniger gut, abgeleitet von »brennen«] Brunst), die geschlechtliche Erregung, in erster Linie des weiblichen Tieres. Bei diesem entsteht B. nur dadurch, daß sich befruchtungsfähige Eier vom Eierstock ablösen und nach der Gebärmutter wandern, was in bestimmten Zeitabständen (Brunstzeiten) geschieht. Nur in dieser Zeit begehrt und duldet das weibliche Tier die Begattung, deren Erfolg durch das Vorhandensein der Eier bestmöglichst gesichert ist. Mit der B. verändert sich nicht nur das Wesen der Tiere, es treten auch Ausfluß aus der Scheide und eine eigentümliche Hautausdünstung (Brunstgeruch) auf. Letztere ist beim Wilde z. T. sogar dem Menschen wahrnehmbar und ist das unentbehrliche Mittel, um im Dickicht die Geschlechter zusammenzuführen; nur durch sie wird der Geschlechtstrieb der Männchen erregt, der somit von der weiblichen B. abhängig ist. Wesen und Bedeutung der Brunstzeiten lassen sich nur beim Wilde klar erkennen, während sie bei den Haustieren verändert und verwischt sind. Beim größern Wild tritt die B. nur einmal im Jahr, und zwar in bestimmter Jahreszeit, auf; sie findet statt: bei Rehen Juli bis August; Rothirschen September bis Oktober; Damhirschen Oktober bis November; Wildschweinen November bis Dezember; Wölfen und Füchsen Januar bis Februar. Die Brunstzeiten liegen bei allen Tierarten so, daß die darauf folgenden Geburten in die günstige Jahreszeit fallen, die durch mildes Wetter und Nahrungsreichtum die besten Bedingungen für das Gedeihen der Jungen gewährt. Die Brunstzeit erklärt sich damit als ein durch die Zuchtwahl der Natur geschaffenes und gehütetes Gesetz. Wäre bei einer Tierart die B. noch nicht reguliert, so würden auch die Geburten zu den verschiedensten Zeiten stattfinden. Die zu ungünstiger Zeit geborne Nachzucht wird aber kümmerlich werden und allmählich aussterben. Es bleiben schließlich nur die in günstiger Zeit gebornen Tiere übrig, und da sie in bestimmter Zeit geschlechtsreif werden, so treten die zu gleicher Zeit gebornen Tiere auch gleichzeitig in ihre erste B. Die natürliche Festlegung der Geburtszeit ist also das Primäre und Wichtige. Die Erhaltung der typisch gewordenen Brunstzeit ist eine Lebensfrage für die Nachzucht; kranke oder gelte (s. d.) oder sonst abnorme Tiere, die außer der Zeit brunsten, werden, weil sie Verwirrung stiften können, abgeschossen. – Bei den Haustieren fällt durch die Aufstallung und Fütterung der Einfluß von Witterungsunbilden und Nahrungssorgen auf Muttertiere und Junge fort. Die reichlichere und regelmäßige Ernährung bewirkt das Ausreisen befruchtungsfähiger Eier in kürzern, etwa vierwöchentlichen Perioden und dementsprechend monatliche B., außer bei der Hündin, die nur zweimal im Jahre brünstig wird. Während der Trächtigkeit bleibt aber die B. normal aus, und so kann es bei den großen Haustieren, die 9–12 Monate tragen, wenn sie zur Zucht benutzt werden, scheinen, als ob auch sie nur einmal im Jahre brünstig würden. – In der Jägersprache tritt der Hirsch (Brunsthirsch) in die B., er brunstet. Nach der B. ist das Wild abgebrunstet. Beim Schwarzwild heißt das Brunsten auch Rauschen und die Brunstzeit Rauschzeit. Brunstbrand (Brunstfleck), die schwarze Färbung der Haare am Bauch, besonders um die Brunstrute (das männliche Glied) des Hirsches zur Zeit der B.; Brunsthals, der zur Zeit der B. mit langen Haaren besetzte Hals des Hirsches.
3458 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    brunstst. f.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    brunst st. f. , mhd. nhd. brunst f., auch m. ; mnd. brunst, mnl. bronst. — Graff III, 310. prunst: nom. sg. Gl 1,143,17 …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    brunststf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    brunst ( gew. brünste) stf. brand. wâ diu brunst möhte sîn Wigal. 4298. dîn tôt uns lôste von iemer wernder brinnender b…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    brunstF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    brunst , F. nhd. Brunst, Inbrunst, Feuersbrunst, Brand, Glanz Hw.: s. bruns, brunsucht; vgl. mhd. brunst (2), mnl. brons…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Brunst

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Brunst , plur. die Brünste. 1. Der Zustand, da ein Körper von der Flamme verzehret wird, in welcher Bedeutung dieses…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Brunst

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Brunst , der Begattungstrieb bei Thieren mit seinen verschiedenen Aeußerungen, namentlich bei Hirschen und Schweinen; Br…

  6. modern
    Dialekt
    Brunst

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Brunst Band 3, Spalte 3,599f.

  7. Sprichwörter
    Brunst

    Wander (Sprichwörter)

    Brunst 1. Brunst, dess meers flut vnd des Weibs duck sindt vber all stuck. – Franck, I, 23 b ; Henisch, 761; Simrock, 11…

  8. Spezial
    Brunst

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Brunst f. (-, Brünste) calur (-s) m. , jöia f. , joié m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brunst

48 Bildungen · 19 Erstglied · 26 Zweitglied · 3 Ableitungen

brunst‑ als Erstglied (19 von 19)

Brunstzeit

SHW

Brunst-zeit Band 1, Spalte 1177-1178

Brunstatt

Meyers

brun·statt

Brunstatt , Dorf im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis Mülhausen, an der Eisenbahn Mülhausen-Altmünsterol, hat eine kath. Kirche, Feilenhauer…

brunstbegierde

DWB

brunst·begierde

brunstbegierde , f. ardor: obwol ein schwacher zaum oft mitten in dem laufe ein mutigs ros verhelt, und etwas es zu haufe zwar zeucht, jedoc…

brunsten

DWB

brun·sten

brunsten , ardere, flagrare: und sie selb kan im keinen namen geben für überschwenglicher grösze und musz lassen bleiben dabei, das sie hera…

Brunstlǖt

Idiotikon

Brunstlǖt Band 3, Spalte 1524 Brunstlǖt 3,1524

Brunstnuß

PfWB

brunst·nuss

Brunst-nuß f. : ' Trüffel (Tuber aestiv.) ', Brunstnuß [Germh u. Umg.]. Nach Wilde 194 fällt die Hauptentwicklung dieses unter dem Erdboden …

brunstopfer

KöblerMhd

brunst·opfer

brunstopfer , st. N. nhd. „Brandopfer“ Q.: Cranc (1347-1359) (FB brunstopfer) E.: s. brunst, opfer W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 1054 (brunstopher…

brunstopher

MWB

brunst·opher

brunstopher stN. ‘Brandopfer’ waz sal mir di zal uwirs opphirs? spricht der herre. ich bin vol: brunstopphir der steren unde das smaltz der …

brunstripig

MeckWB

brun·stripig

brunstripig braungestreift; von der auf einer feuchten Leine getrockneten Wäsche Ro Dierh .

Brunstzeit

Pfeifer_etym

brunst·zeit

Brunst f. ‘Begattungstrieb, -zeit’, ahd. brunst ‘Brand, Glut, Hitze’ (9. Jh.), mhd. brunst auch übertragen ‘geistige und sinnliche Erregung,…

Brunstzǖg

Idiotikon

Brunstzǖg Band 17, Spalte 724 Brunstzǖg 17,724

brunst als Zweitglied (26 von 26)

rouhbrunst?

KöblerAhd

*rouhbrunst? , st. F. (i) Vw.: s. wīh-

anbrunst

KöblerMhd

anbrunst , st. F. Vw.: s. anebrunst

anebrunst

MWB

ane·brunst

anebrunst stF. ‘Aufwallen’ (im Kontext der Temperamentenlehre): nu ist die hitz ain anprunst der getürstichait und der kuonhait BdN 277,21; …

feuersbrunst

DWB

feuer·s·brunst

feuersbrunst , f. incendium, schadenfeuer: gegengunst erhöhet gunst, gegenliebe nähret liebe und entflammt zur feuersbrunst, was sonst asche…

Fǖr(s)brunst

Idiotikon

Fǖr(s)brunst Band 5, Spalte 750 Fǖr(s)brunst 5,750

gebrunst

DWB

geb·runst

gebrunst , f. verstärktes brunst, feuersbrunst, schweizerisch: wir .. das hochgericht zum kloster im Brätigäu .. haben uns berathen .. nachd…

heibrunst

AWB

hei·brunst

heibrunst st. f. — Graff IV,709 s. v. hei. hei-prunste: dat. sg. Thoma, Glossen S. 19,26 ( S. Mihiel BM 25,10. oder 11. Jh. ). sengende Hitz…

Hirschbrunst

Adelung

hirsch·brunst

Die Hirschbrunst , plur. inus. 1) Die Brunst oder Brunft des Hirsches, d. i. dessen Trieb zur Begattung, und die Zeit, zu welcher sich diese…

Hirze(n)brunst

Idiotikon

Hirze(n)brunst Band 5, Spalte 750 Hirze(n)brunst 5,750

inbrunst

DWB

inbrunst , f. und früher auch m. ( wie das einfache brunst theil 2, 437). 1 1) glut körperlicher schmerzen oder krankheit: heilen verwunter …

kolbrunst

MWB

kol·brunst

kolbrunst stF. ‘Kohlenmeiler’? dô wart dem kunic sô zorn, / daz von im gie ein tunst / als ûz einer kolbrunst Ottok 14912 (vgl. ebd. 36046 →…

minnebrunst

KöblerMhd

minne·brunst

minnebrunst , st. F. nhd. „Minnebrunst“, Liebesfeuer, Minneglut Hw.: s. minnebrunst (2) Q.: SHort (nach 1298) (FB minnebrunst), Minneb E.: s…

minnenbrunst

KöblerMhd

minnen·brunst

minnenbrunst , st. M. nhd. „Minnenbrunst“, Minnebrunst Q.: Minneb (um 1340) (FB minnebrunst) E.: s. minne (1), brunst W.: nhd. DW-

muotbrunst

KöblerMhd

muot·brunst

muotbrunst , st. M. nhd. Mutbrunst, Unwille, Zorn Q.: Urk (1421) E.: s. muot (1), brunst W.: nhd. DW- L.: DRW

Mutbrunst

DRW

mut·brunst

Mutbrunst, m. Etym. des Grdw.? Unwille, Zorn dz ich aber in einem můtbrust unbesint ... geret han ... das ich die stat B. woͤlte verbroͤnt h…

Schadenbrunst

DRW

schaden·brunst

Schadenbrunst, f. schwerer Brand, bei dessen Ausbruch eine Verpflichtung zur Hilfeleistung besteht was ainer vervallen sei der nit zu rettn …

sorgenbrunst

KöblerMhd

sorgen·brunst

sorgenbrunst , st. F. nhd. brennende Sorge Q.: Minneb (um 1340) (FB sorgenbrunst) E.: s. sorge, brunst W.: nhd. DW- L.: Lexer 446b (sorgenbr…

verbrunst

DWB

verb·runst

verbrunst , m. brandige stelle? über das geschlecht s. theil 2, 437, wo brunst auch masculinisch nachgewiesen ist: und so der verbrunst ledi…

viurbrunst

Lexer

viur·brunst

viur-brunst stf. tôter menschen v., pyra Dfg. 436 c , n. gl. 292 b .

wīhrouhbrunst

KöblerAhd

wīhrouhbrunst , st. F. (i) nhd. Weihrauchopfer ne. offering of incense ÜG.: lat. incensum T Q.: OT, T (830) I.: Lüt. lat. incensum E.: s. wī…

Ërdbrunst

Idiotikon

Ërdbrunst Band 5, Spalte 750 Ërdbrunst 5,750

Ableitungen von brunst (3 von 3)

Entbrunsten

Campe

♁ Entbrunsten , v. ntr. mit sein, in Brunst gerathen, brünstig verliebt werden. Blumauer. Z. Das Entbrunsten.

gebrunst

DWB

gebrunst , f. verstärktes brunst, feuersbrunst, schweizerisch: wir .. das hochgericht zum kloster im Brätigäu .. haben uns berathen .. nachd…

verbrunst

DWB

verbrunst , m. brandige stelle? über das geschlecht s. theil 2, 437, wo brunst auch masculinisch nachgewiesen ist: und so der verbrunst ledi…