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bieder

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

bieder Adj.

bieder Adj.

bieder Adj. ‘brav, rechtschaffen, unkompliziert in seinem Verhältnis zur Umwelt’. Das nur im Dt. bezeugte Adjektiv ahd. bitherbi ‘nützlich, brauchbar’ (8. Jh.), mhd. biderbe, durch die Betonung auf der ersten Silbe verkürzt zu bider, asächs. bitherƀi, mnd. bederve ist eine alte Bildung zum Verbum dürfen (s. d.) mit dem umgelauteten Vokal des Singulars (vgl. nhd. darf) und der (hier betonten) Vorsilbe ahd. bi- (s. be-). Als Ursprungsbedeutung ist daher anzusetzen ‘dem Bedürfnis entsprechend’. bieder ist bis Ende des 16. Jhs. durchgehend bezeugt, wird im 17. Jh. selten, aber in der 2. Hälfte des 18. Jhs. (durch Klopstock, Lessing, Bürger u. a.) wieder geläufig; älteres biderb Adj. gilt teils historisierend, teils spöttisch bis zur Gegenwart. – anbiedern Vb. ‘auf plumpe Weise um Sympathie werben’ (um 1800). Biederkeit f., vgl. ahd. bitherbī̌gheit (11. Jh.), mhd. biderbecheit, wie das Adjektiv bis ins 16. Jh. belegt, dann wieder seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. Biedermann m. ‘Spießer’, mhd. biderman ‘unbescholtener Mann’. Biedermeier n. Stilbezeichnung für Malerei, Literatur und Möbel der Zeit von etwa 1815 bis 1848, die, im Gegensatz zu den Ausdrucksformen des Vormärz, die ruhige, nach außen geschlossene Welt des Kleinbürgertums repräsentieren. Zugrunde liegt das von Eichrodt 1853 gebildete Pseudonym Biedermaier (aus Scheffels „Biedermanns Abendgemütlichkeit“ und „Bummelmaiers Klage“, 1848, unter dem er die kleinbürgerliche Haltung anprangert). Seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. wird Biedermeier für Spießer verwendet. Die Aufwertung zum Stilbegriff erfolgt vor allem durch die Jahrhundertausstellung 1906, vorwiegend durch den gediegenen Möbelstil der Biedermeierzeit veranlaßt.
1697 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bieder

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    * Bieder , ein veraltetes Bey- und Nebenwort, welches eigentlich nützlich, dann aber auch fromm, tugendhaft, rechtschaff…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bieder

    Goethe-Wörterbuch

    bieder mehrf subst (auch superl) als altdeutsch angesehene, vorwiegend bürgerl Tugend 1) (iUz galanten Wendigkeit der Fr…

  3. modern
    Dialekt
    bieder

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    bieder Band 2, Spalte 2,752

  4. Spezial
    bieder

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bie|der adj. 1 (rechtschaffen) onest (-sć, -a) 2 (naiv, treuherzig) naif (-s, -iva) 3 (langweilig) da stufé 4 (spießig) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bieder

46 Bildungen · 43 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von bieder

biedern + -er

bieder leitet sich vom Lemma biedern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von bieder 2 Komponenten

bie+der

bieder setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bieder‑ als Erstglied (30 von 43)

biederauge

DWB

bieder·auge

biederauge , n. ehrliches gesicht: in dessen treues herz und biederauge kein argwohn kam. Wieland 18, 19 (34).

biederbmann

DWB

biederb·mann

biederbmann , m. was biedermann: warumb wolt man biderbman ertrenken, der soliche ungerechtigkeit nit annemen wolt. Keisersb. s. d. m. 81 b …

biederfrau

DWB

bieder·frau

biederfrau , f. ein biderfraw, so im ( Mahomet ) begegnet, zu seinem mutwillen nicht wolt bewilligen. Frank weltb. 121 a .

biedergeist

DWB

bieder·geist

biedergeist , m. lieb ist ein bidergeist, aus fewr und luft vereint. Melissus 172 .

biederhand

DWB

bieder·hand

biederhand , f. die hand des biedern: und meiner jüngsten reicht er die deutsche biederhand. Fr. Müller 1, 356 .

biederherz

DWB

bieder·herz

biederherz , n. Wieland 18, 322 ; höflichkeit verlor den rock, falschheit hat ihn angezogen, hat darinnen viel geäft, hat manch biderherz be…

biederherzigkeit

DWB

biederherzig·keit

biederherzigkeit , f. ich hoffe aber, sie haben einigen glauben an meine teutsche treue und biederherzigkeit. Wieland bei Merck 2, 82 ; hat …

Biederkraft

Campe

bieder·kraft

◬ Die Biederkraft , o. Mz. die Kraft eines Biedermannes. »Deutsche Biederkraft.« Schubart.

biederleute

DWB

bieder·leute

biederleute , pl. καλοκἀγαθοί , pl. von biedermann: so lasz michs und die piderleut verstan. fastn. sp. 514, 21 ; da sollen piderleut umb sa…

biederlich

DWB

bieder·lich

biederlich , ahd. pidarplîh ( Graff 5, 219 ): das es aber in gnaden müglich sei, hette Arsacius basz wissen zu sagen, denn sie thun, wo sie …

Biederlob

Campe

bieder·lob

Das Biederlob , des — es, o. Mz. ein Lob, welches ein Biedermann ertheilt, was also aufrichtig ertheilt wird und wohl verdient ist. Logau.

biedermann

DWB

bieder·mann

biedermann , m. vir bonus, honestus, antiquus: biedermann von altem schrot und korn; biedermanns erbe liegt in allen landen ( schon Ottocar …

Biedermeier

Pfeifer_etym

bieder·meier

bieder Adj. ‘brav, rechtschaffen, unkompliziert in seinem Verhältnis zur Umwelt’. Das nur im Dt. bezeugte Adjektiv ahd. bitherbi ‘nützlich, …

BIEDERMEIERZEIT

DWB2

bieder·meierzeit

BIEDERMEIERZEIT f . zuss. mit biedermeier n . kulturgeschichtliche epoche zwischen 1815 und 1848: 1902 und zwar ist es ein rot, wie ich es a…

biedermund

DWB

bieder·mund

biedermund , m. so konnte schon voraus sein biedermund nicht schweigen. Rost.

biedermut

DWB

bieder·mut

biedermut , m. von urahnlichem biedermut. Voss 3, 41 ; rastloses biedermuts, und nie altender jugendlichkeit. derselbe.

Biedermuth

Campe

bieder·muth

◬ Der Biedermuth , des — es, o. Mz. der Muth eines Biedermannes; dann, so viel als Biedersinn. — — — trotz dem Ausonenschwan Der — — tönte v…

bieder als Zweitglied (1 von 1)

kreuzbieder

RDWB1

kreuz·bieder

kreuzbieder (более чем) законопослушный, насквозь правильный

Ableitungen von bieder (2 von 2)

unbieder

DWB

unbieder , adj. , gegentheil von bieder. zur betonung des alten wortes th. 1, 1810 f. nachklang des ahd. unpidarpi, as. unbitherbi, ags. unb…

urbieder

DWB

urbieder , adj. adv. (ur- C 4 a): Münchner allg. zeitg. beilage 114, 726 b . —