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Vieh

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Vieh

Bd. 4, Sp. 1194
Das Vieh, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben und im Oberd. -er, Diminut. welches doch nur zuweilen im Scherze gebraucht wird, das Viehchen. 1. Im weitesten Verstande, ein jedes unvernünftiges Thier, wie Thier in engerer Bedeutung. (1) Eigentlich, wo dieses Wort wiederum entweder collective und ohne Plural, oder auch von einzelnen Thieren und mit dem Plural vorkommt. Collective. Du Schlange seyst verflucht vor allem Vieh, 1 Mos. 3, 14; vor allen Thieren. Die Erde bringe herfür Vieh, 1 Mos. 1, 24. Gott machte das Vieh nach seiner Art, V. 25. Nach 1 Mos. 7 mußte Noah reines und unreines Vieh mit in seinen Kasten nehmen. Gott macht uns gelehrter, denn das Vieh auf Erden, Hiob 35, 11; und so in andern Stellen mehr. Disjunctive. Der Mensch gab einem jeglichen Vieh seinen Nahmen, 1 Mos. 2, 20. Gottlose müssen davon und fahren dahin, wie ein Vieh, Ps. 49, 13, 21. In einem alten 1501 zu Rom gedruckten Deutschen und Ital. Vocabul. heißt es: le Bestie, die Fiher. Sein Leib verfällt in Staub, sein Blut verfliegt in Rauch; So stirbt ein großer Mann, so sterben Vieher auch, Hall. In dieser ganzen weitern Bedeutung gebraucht man es nur noch zuweilen im harten und verächtlichen Verstande, wenn man besonders die Dummheit und höchste Sinnlichkeit der unvernünftigen vierfüßigen Thiere, besonders größerer Art bezeichnen will. Ein Mensch, wie ein Vieh. So dumm, wie das Vieh, oder wie ein Vieh. S. Viehisch. Daher denn auch (2) Figürlich, ein im höchsten Grade dummer oder sinnlicher Mensch, im harten und verächtlichen Verstande auch wohl ein Vieh genannt wird. Er ist ein wahres Vieh. Solche Viehe von Menschen. Zum Viehe werden, zum höchsten Grade der Sinnlichkeit hinab sinken. Sechs Viehe vor dem Wagen, und sechse hinten drauf, Heräus. 2. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung werden die zahmen Thiere, welche der Mensch zu seinem Gebrauche um sich hält, collective[] Vieh genannt. Daher Federvieh, Lastvieh, Zugvieh, Zuchtvieh, Mastvieh, Schlachtvieh, Schafvieh, Schafe, Hammel, Lämmer, Böcke, Schweinvieh, Rindvieh, Ochsen, Kühe, Kälber u. s. f. Da man denn im weitesten Verstande nicht allein das zahme Geflügel, ingleichen Hunde und Katzen, sondern auch die Bienen mit dem Nahmen des Viehes zu benennen pflegt. Das junge Vieh im Stocke, d. i. die jungen Bienen, so lange sie noch in den Scheiben stecken. Gewöhnlicher versteht man darunter die größern vierfüßigen zahmen Thiere. Vieh halten. Das Vieh hüthen, d. i. die Schafe, Schweine, oder Kühe und Ochsen. Wenn der Hirt das Vieh austreibet. Wilde Thiere sollen euer Vieh zerreissen, 3 Mos. 26, 22. Hastu Vieh, so warte sein, Sir. 7, 24. Da denn oft auch besondere Arten nur Vieh schlechthin genannt werden. Reines Vieh, reine Schafe, im Gegensatze des Schmierviehes. Am häufigsten gebraucht man es auch in dieser Bedeutung collective, folglich ohne Plural. Indessen kommt es auch nicht selten disjunctive vor, ob es gleich auch hier nur im Singular am üblichsten ist. Sie sind so gar verheeret, daß man auch nicht Ein Vieh schreyen höret, Jer. 9, 10. Du armes Vieh! Philax ist ein gutes Vieh. Im Plural ist es von Individuis nicht so gangbar, am wenigsten mit Zahlwörtern. Für zwey, vier Viehe, sagt man allemahl zwey, vier Stück Vieh, oder mit näherer Bezeichnung der Art, Kühe, Ochsen, u. s. f. Anm. Hieraus erhellet, daß unsere meisten Sprachlehrer sich irren, wenn sie diesem Worte den Plural so schlechterdings absprechen, welches nur gilt, wenn es collective gebraucht wird. Ich Hochdeutschen lautet dieser Plural, wenn er ja gebraucht wird, am häufigsten Viehe, im Oberd. Vieher. Dieses Wort ist eines der ältesten, nicht allein in der Deutschen, sondern fast in allen Europäischen Sprachen. Es lautet bey dem Ottfried u. s. f. Fihu, im Nieders. Vee, im Angels. Feon, Fea, im Engl. Fee, im Gothischen Fue, und im Schwed. Fä; womit noch das Griech. πωυ, eine Herde, und das Lat. Pecus verwandt sind, welches letztere sich bloß durch die härtern Mitlauter unterscheidet. Es ist sehr wahrscheinlich, daß in allen diesen Wörtern der Begriff des Lebens, der Bewegung der herrschende und unrsprüngliche ist, daher man sie als Abkömmlinge von vivere, leben, und ihren Verwandten ansehen kann, zumahl, da die Bedeutung eines Thieres überhaupt in diesem Worte ohne Zweifel die erste und älteste ist. Auf ähnliche Art heißt ein Thier im Griechischen ζωου, im Lat. Animal, und im Nieders. ist Quek, Quik, lebendiges Vieh überhaupt. Bey dem Notker kommt noch das veraltete Beywort fehegelih für beseelt, lebendig, vor: fehegelih lichamo, ein lebendiger, beseelter Körper, eigentlich viehlich. Da zahmes Vieh die erste Art des Eigenthumes ist, wenn sich ein Volk aus der Wildheit dem gesitteten Zustande nähert, so wurde hernach jedes Eigenthum Vieh genannt, daher man sich nicht wundern darf, wenn bey dem Ulphilas Faihu, Reichthümer überhaupt, im Lat. Peculium, Eigenthum, und Pecunia, Geld, und bey den Angelsachsen und ältern Schweden liegendes Vieh, Geld und andere leblose Habe, zum Unterschiede von dem gehenden Viehe, oder dem eigentlichen Viehe, bedeutet.
5029 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vieh

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Vieh , des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben und im Oberd. -er, Diminut. welches doch nur zuweilen im Scherze geb…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vieh

    Goethe-Wörterbuch

    Vieh [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Vieh

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Vich , Vie h [Fìa Liebsd. ; Fìə Lutterb. ; Fé allg.; Fíχ N. ] n. Vieh. 1. das unvernünftige Geschöpf, doch vorzugsweise …

  4. Sprichwörter
    Vieh

    Wander (Sprichwörter)

    Vieh 1. Das beste Vieh im Pfarrhaus ist die Katze. 2. Das dümmste Vieh schreit am lautesten. Nicht blos auf dem Bauernho…

  5. Spezial
    Vieh

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Vieh n. (-[e]s) 1 bestiam m. 2 (Viehbestand) ciaussa f. , tiers m.pl. ▬ das Vieh tränken aberé i tiers ; das Vieh scheid…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vieh

649 Bildungen · 597 Erstglied · 50 Zweitglied · 2 Ableitungen

vieh‑ als Erstglied (30 von 597)

Vieharzt

SHW

Vieh-arzt Band 2, Spalte 713-714

Viehauto

SHW

Vieh-auto Band 2, Spalte 713-714

Viehbau

SHW

Vieh-bau Band 2, Spalte 713-714

Viehbube

SHW

Vieh-bube Band 2, Spalte 713-714

Viehbütte

SHW

Vieh-bütte Band 2, Spalte 713-714

Viehdokter

SHW

Vieh-dokter Band 2, Spalte 713-714

Viehdreck

SHW

Vieh-dreck Band 2, Spalte 713-714

viehdumm

SHW

vieh-dumm Band 2, Spalte 713-714

Vieheimer

SHW

Vieh-eimer Band 2, Spalte 713-714

Viehfutter

SHW

Vieh-futter Band 2, Spalte 713-714

Viehfuß

SHW

Vieh-fuß Band 2, Spalte 713-714

Viehgasse

SHW

Vieh-gasse Band 2, Spalte 713-714

Viehglocke

SHW

Vieh-glocke Band 2, Spalte 713-714

Viehhandel

SHW

Vieh-handel Band 2, Spalte 713-714

Viehhaut

SHW

Vieh-haut Band 2, Spalte 713-714

Viehhirt

SHW

Vieh-hirt Band 2, Spalte 713-714

Viehhof

SHW

Vieh-hof Band 2, Spalte 713-714

Viehhorn

SHW

Vieh-horn Band 2, Spalte 713-714

vieh als Zweitglied (30 von 50)

Ackervieh

Adelung

acker·vieh

Das Ackervieh , des -es, plur. car. das zum Ackerbaue nöthige Zugvieh, d. i. Pferde und Ochsen.

brautvieh

DWB

braut·vieh

brautvieh , n. abgabe an vieh, welche die unterthanen bei verheiratung ihrer kinder entrichten müssen.

faselvieh

DWB

fasel·vieh

faselvieh , n. zuchtvieh, zuweilen, gleich dem bloszen fasel, federvieh, altile, ags. fêdels. weisth. 2, 263.

federvieh

DWB

feder·vieh

federvieh , n. bestiae volatiles, das zahme geflügel in der haushaltung.

halbvieh

DWB

halb·vieh

halbvieh , n. 1 1) von einem menschen, der zu thierischer rohheit neigt: und ein halbgott und ein halbvieh. J. Paul flegeljahre 1, 20 . 2 2)…

haltevieh

DWB

halte·vieh

haltevieh , n. fremde schafe, die man bei überflüssigem futter und dem mangel einer verhältnismäszigen herde in fütterung nimmt. Jacobsson 6…

hornvieh

DWB

horn·vieh

hornvieh , n. alles hörnertragende vieh; speciell das rindvieh: auch hornvieh zog ... weg, wahrscheinlich geforderte weggenommene heerden. G…

kleinvieh

DWB

klein·vieh

kleinvieh , n. das kleine vieh auf dem hofe, s. kleines vieh sp. 1090, 1092 mitte und vgl. schmalvieh : beide sie rauben nunmehr hornvieh un…

lastvieh

DWB

last·vieh

lastvieh , n. vieh zum tragen oder ziehen von lasten; jumentum veterinum, clitellarium Stieler 2369 .

mastvieh

DWB

mast·vieh

mastvieh , n. altilia, quae aluntur sagina. Frisch 1, 648 a : das mastvieh war geschlachtet ( zur bevorstehenden hochzeit ). Hölty 29 Halm; …

Maurervieh

Wander

maurer·vieh

Maurervieh Das Maurervieh, der Zimmerochs und die Herren Handlanger werden zum Essen gebeten. In dieser scherzhaften Form werden in Ostpreus…

melkvieh

DWB

melk·vieh

melkvieh , n. kühe, schafen und ziegen, die gemolken werden können. öcon. lex. 1592.

Miethvieh

Adelung

Das Miethvieh , des -es, plur. car. in den Schäfereyen einiger Gegenden, z. B. in der Lausitz, diejenigen fremden Schafe, welche um einen ge…

mietvieh

DWB

miet·vieh

mietvieh , n. gemietetes vieh. in schäfereien der Lausitz heiszen so die fremden schafe, welche um einen gewissen lohn in das winterfutter g…

Mundvieh

DRW

mund·vieh

Mundvieh, n. wie Maulvieh (I) ist der scheffen beladen, so es sach wehre, dass ein maulguitt [aL.: maulguitt oder mundtvieh] hie in dem geri…

opfervieh

DWB

opfer·vieh

opfervieh , n. zum opfern bestimmtes oder geopfertes vieh ( vgl. opferthier) Rädlein 688 a : der priester ... legte die linke auf den kopf d…

Pfandvieh

DRW

pfand·vieh

Pfandvieh, n. gepfändetes bzw. zu pfändendes Nutztier, wie Pfand (I 2 d) darzu er ihme dennoch 14 tage frist gebenn soll, loͤset ers darin n…

Pfründervieh

DRW

pfründer·vieh

Pfründervieh, n. zu Pfründe (VII) Vieh, das von einem Gemeindehirten gehütet wird die gemein weiß auch, daß mann pfründerviehe ahnschneiden …

Reitvieh

DRW

reit·vieh

Reitvieh, n. zu 1reiten (III) männliches Zuchtvieh weyßen wir auch, dass der hoffman soll schuldich sein, den dreyen dörfferen ... daß reytv…

Richtervieh

DRW

richter·vieh

Richtervieh, n. eine Abgabe an einen Richter vgl. Richterlohn (I) mer sagen die eltern von wegen des richter viech [Komp.?]: wen vor zeiten …

rindvieh

DWB

rind·vieh

rindvieh , n. armentum bubulum. mhd. noch nicht vorkommend; der älteste beleg von 1483: driutzehen stucke ochszen oder ryntfiches. Mone zeit…

Roßvieh

DRW

roß·vieh

Roßvieh, n. wie Roß (I) ob einer dem andern roßvych zekeufen vnd nützit vngerehts zegeben versprochen, auch hieruf der mërgkt beschlossen, a…

schafvieh

DWB

schaf·vieh

schafvieh , n. collectivname für schafe jedes geschlechts und alters. Adelung : die hauptstücke, welche er mitzubringen und zu besorgen hatt…

schlachtvieh

DWB

schlacht·vieh

schlachtvieh , n. das zum schlachten bestimmte vieh: schlacht- sive mastvieh, altilia Stieler 2370 ; ein fleischerhund bemächtigte sich des …

schmalvieh

DWB

schmal·vieh

schmalvieh , n. das kleinere hausvieh im unterschiede vom gröszeren zug- und lastvieh, insbesondere schafe und ziegen Adelung. über die etym…

schmervieh

DWB

schmer·vieh

schmervieh , n. unreines, mit der krätze behaftetes vieh, besonders schafvieh, mit schmer, heilsalbe behandelt ( auch schmiervieh, s. d. ): …

Ableitungen von vieh (2 von 2)

urvieh

DWB

urvieh , n. , vieh mit ur- C 4 a. ' groszes vieh ' Fischer schwäb. wb. 6, 311 . ' erzgrober mensch ' Schöpf 789 ; das ist ein u. Wander 4, 1…

verviehen

DWB

verviehen , v. , Campe verd.-wb.; intransitiv: er verviehet ganz und gar Stieler 2370 ; trans.: der faule, feile und feige genusz ..., das '…