Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Strang m.
Strang m.
Strang m. ‘dickes, gedrehtes Seil’, ahd. strang (8. Jh.), mhd. stranc ‘Strick, Seil’, mnd. stranc, strenc, mnl. strenc ‘Strang, Band, Tau’, nl. streng, afries. aengl. streng, engl. string, auch ‘Saite’, anord. strengr ‘Strang, Seil, Bogensehne’, schwed. sträng ‘Saite, Sehne, Strang’ (germ. *stranga-, mit Umlaut *strengi-) lassen sich wie das unter streng (s. d.) behandelte Adjektiv und griech. strangós (στραγγός) ‘tröpfchenweise fließend’, auch ‘zusammengeschnürt, verwickelt, ruckweise, unregelmäßig’, stránx (στράγξ) ‘aussickernder, ausgespreßter Tropfen’, strangálē (στραγγάλη) ‘Strick, Strang, Schlinge’, mir. srengim ‘ziehe, schleppe’, sreng ‘Strick’, lett. (altkur.) stringt ‘stramm werden, verdorren’, strangs ‘mutig, frisch’ auf ie. *strenk-, *streng(h)- ‘straff, beengt, Strang, zusammendrehen, zusammenziehen’ zurückführen, eine Erweiterung der unter starren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Strang erscheint häufig in festen Fügungen wie über die Stränge (‘Zuggeschirr’) schlagen ‘übermütig sein’ (16. Jh.), am gleichen Strang ziehen ‘übereinstimmen’ (18. Jh.), älter gleiche Stränge führen u. ä. (17. Jh.), wenn alle Stränge reißen ‘im äußersten Notfall’ (18. Jh.), zum Tode durch den Strang (‘durch Erhängen’) verurteilen (17. Jh.).