Eintrag · Pfälzisches Wb.
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- 3 in 3 Wb.
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Seil1 n.: 1. 'aus Fasern, Strohhalmen gedrehter Strang zum Binden oder Ziehen', im Ggs. zu Bändel, Bindfaden, Fissel, Garn, Kordel, Schnur bezeichnet das Wort die dickere, stärkere Ausführung, im Vergleich zu Strick meist die dünnere, schwächere. Gegenüber Tau2, Leine, Strang, die meist auf spezielle Verwendungsweisen eingeschränkt sind, gilt es als allgemeiner Ausdruck, Sääl (sEl) [verbr. (außer Teilen der NOPf NWPf), Altenhofer 19 Glass 92 Müller Dietschw 58 Krämer Gal 196], Sääil (sEil) [KU-Nußb Odb Schmittw/O WD-Niedkch HB-Einöd RO-Münstapp], Seel (sēl) [mancherorts NOPf mittl. WPf SOPf vereinzelt übrige Pf, Beam Penns 99 Lambert Penns 148 Krämer Gal 196], Saal (sāl, sl) [NOPf mancherorts NWPf PS-Bundth LU-Altr, Christmann Kaulb 24 Mang 131 Krämer Gal 196], Saael (sāəl) [KU-Albess Breitb Dunzw Konk RO-Kalkof Wintbn KL-Wörsb], Saail (sāil) [RO-Schiersf GH-Neubg, Krämer Gal 196]; Pl. -eʳ [KU-Erdb Krottb Rammb IB-Erfw/Ehling ZW-Käshf Zweibr Frankth LU-Altr Opp Schauh NW-Duttw Elmst Frankeck LA-Diedf BZ-Dörrb Nd'ottb GH-Kand], Sääl [KU-Bedb RO-Als KL-Matzb PS-Wallhalb KB-Gauh BZ-Dernb GH-Kand], Saal [KU-Adb RO-Rehborn FR-Albsh], Sääle [KL-Weltb]; Zs.: Bickel-, Trag-, Draht-, Trückel-, Tücher-, Garten-, Gerüte-, Glocken-, Harz-, Keller-, Kelter-, Leit-, Narren-, Rollen- 1, Rüst-, Ruten-, Scheuer-, Schrot-, Spann-, Sprung-, Stufen-, Wäscheseil. Sin uf de Asselstää mit Sääl un Hoke gekrawwelt [Kröher Lyoner 124]. RA.: an aam (einem) S. ziehe 'gemeinsam handeln' [PfMHk. 1925 175]. 's rechent an ääm S. (fort) 'Es regnet ununterbrochen' [GH-Nd'lustdt, mancherorts mittl. u. südl. VPf]. Der loßt sich liewer (erschder) e hoorich (fusserich) S. dorch de Arsch (dorchs Arschloch, dorch de Hinnere, dorchs Maul) ziehe, als wie er eem ebbes (en Penning) gebt, von einem Geizhals [ZW-Hornb, mancherorts]. Der kennt aa nimmi uf 'm S. danze, von einem Betrunkenen [KL-Reichb]. SprW.: Wen unser Herrgott am Sääl hat, den braucht mer nimmi ze stumbe [Heimatkalender Kaislt 1973 30]. Volksbr.: Bei Hochzeiten wird das aus der Kirche kommende Brautpaar durch ein über die Gasse gespanntes Seil aufgehalten und erst nach Abgabe eines Trinkgeldes o. ä. wird der Weg freigegeben [KU-Schmittw/O, mancherorts]. a. 1550: hen wir geben vor sel zu sant Ulrich zu glocken [Wenz 291]. a. 1679: dem Seiler vor ... Seiler vndt wagengeschirr [GgHospR]. — Im Bes. a. 'Seil zum Niederbinden des Heubaumes' [mancherorts]; Zs.: Bind-, Ernte-, Heubaum-, Heu-, Rollen- 2, Wagen-, Wiesbaum-, Wiesen-, Windseil; Syn. s. Ernteseil. — b. 'Strohseil zum Zusammenbinden der Garben' [mancherorts, auch Auslandspfälzer]; Zs.: Garben-, Strohseil. — 2.a. Maß für eine Getreidegarbe (mit einem Seil von vorgeschriebener Länge); vgl. Seil 1 b und DWb. X, I 213 Seil 3bδ; um 1532: Der buttell soll auch inn meines hern beunnen (s. Beunde) genn, wilch frucht hant, vnnd soll zweyvnndfunfftzig seyll korens darinn nemen ongeferlich, die soll er heimschaffenn [PfWeist. 265 (KB-Dreis)]. — b. ' Teil des Zehnts'. »Der Mutterstadter Zehnte wurde dabei in gleichgroße Teile gegliedert und diese hinfort Seile (Saile, Seyle, Sayle usw.) genannt« [Eyselein 53, 165]. — 3. FlN, amtl. Im Seil [KL-Enkb]. a. 1784: am Seil [BrPr. 184 Nr. 17 (KL-Enkb)]. Kann auch zu Seigel2, Seihel gehören. — 4. vgl. Stockseil. — Rhein. VIII 52 ff.; Lothr. 426 Säl; Els. II 350; Eichhoff WA 51 'Springseil'; 74 'Bindfaden'.
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modern
DialektSeil1n.
Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege
Seil 1 , -ee- n. Seil, in der Regel von einiger Länge, aus mehreren hänfenen Litzen zusammengedreht, doch auch aus ander…
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Cotta, M. (2026). „seil1". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/seil1/pfwb
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Cotta, Marcel. „seil1". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/seil1/pfwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „seil1". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/seil1/pfwb.
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