Eintrag · Mecklenburgisches Wb.
- Anchors
- 3 in 3 Wb.
- Sprachstufen
- 1 von 16
- Verweise rein
- 14
- Verweise raus
- 31
Wossidia MeckWBNSeil1 , -ee- n. Seil, in der Regel von einiger Länge, aus mehreren hänfenen Litzen zusammengedreht, doch auch aus anderem Material und in bestimmten Bedeutungen nur kurz 1. Hanfseil, vgl. Reiper (Bd. 5, 857); das über die Schulter zu legende Zugseil der Hungerhark Wi; Halsseil zum Anbinden von Pferd oder Rind; Zuruf an die Kuh, die im Stall festgemacht werden soll: gah tau Seil RoRostock@RibnitzRibn; Börg; Rdaa.: dat Seil is räten die Freundschaft ist vorbei Schw Pamp; Dunn kreegen s' dat Seil mi äwer dat Hurn (fingen mich ein, zwangen mir ihren Willen auf) Camm. Ast. 172; ähnl. oft, bes. auf erfolgreiches Werben um die Eheeinwilligung bezogen; im Dim.: he hett sick dat Seelken œwer de Uhren smiten laten Latend. Agr. 278; Zss.: Bind-, Hals-, Kamm-, Toggseil. 2. Trageseil an Gefäßen, früher aus Hanf, dann aus festem Material, bes. Eisen a. beweglich, Bügel, Henkel des Eimers, Kessels, Grapens: 'Vierzehn Milch Spanne mit Eisern Seilen' Inv. Barth; 'ein höltzern Eimer mit den eysern sehl' Inv. Schö Schönberg@BernstorfBernst; Un ehr Pött sünd ahn Henk Un ehr Emmers ahn Seel Bri. 1, 131; Aberglaube: ne swanger Fru sall dat Seil nich nah sick ran smiten Wa; wenn man Milch œwert Seil gütt, haben die Hexen Macht darüber Schw Walsm; 'ein Keßel mit den eysern Sehl' Inv. SchöSchönberg@BernstorfBernst; '1 Kupfern Tonnen Kessel hat mit dem Seil gewogen 25½ ℔' (1757) SchwSchwerin@GottesgabeGott; '5 Stück Meßingne Keßel wegen mit Seilen 20½ ℔' (1758) Horn Selmsd. 2, 42; dem Volksglauben nach sollte eine schwangere Frau nicht œwert Seil ut 'n Grapen äten, damit das Kind keinen Käkelreim bekommt HaHagenow@LoosenLoos; Zss.: Emmer-, Grapen-, Kätelseil. b. fest, der irdene Bügel am Seilpott Wo. Sa.; der Tragbügel des Korbes, s. Abb. Korf (Bd. 4, 578). 3. Seil aus Halmen a. das Kornband um Getreidegarben; Verbreitung und Syn. s. Karte; je nach der Halmlänge brauchte der Binder ein einfaches oder zusammengeknotetes Seil: beim Roggen reichte die Länge aus, während Hafer und Gerste, auch der Weizen gewöhnlich mit einem geknoteten Seil gebunden wurden: dat Seil ward schränkt SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; weitere Belege: 'Sehl Kornbänder zum Binden' (Schw 1865) Web.-Kell. 464; Seil ein Strohband Mi 78b; zum Einfahren muß das Korn int Seil drög' sin Ha, Wi, Gü; de letzt Garw kreg' drei ok vier Seile üm, dei müßt denn uppe Hock riden GüGüstrow@MistorfMist; Zss.: Binner-, Dreih-, Drell-, Garben-, Knupp-, Krüz-, Kuurn-, Schrank-, Schränkseil. b. das Strohseil für das gedroschene Strohbund, galt im Hauptteil des Landes, Band, Strohband in Pa, Lu, Sta; um HaHagenow@BoizenburgBoiz trat Knuppseil auf. Zs. Strohseil. c. mit Seilen aus Roggenstroh wurden auch Flachsgarben (Ma@) und Bohnen (Schö, Ha, Ro) gebunden. d. in der Zs. Brug'seil (s. d.). 4. durchlaufendes Dornengeflecht auf dem Widentun (s. d.). 5 a. ein Land-, Ackermaß: 'villis Klukowe (StaStargard@KlockowKlock) et Hagen in palude ... tres funes, qui shel vocantur, habentibus mensuratos' (brandenburgisch 1288) UB. 3, 321; zur ndl. Ableitung s. Teu. Sprachreste 194; urspr. b. Meßseil: 'dimensionis funiculus' (MaMalchin@NeukalenNKal 1307) UB. 5, 325; (1235) 1, 433. 6. das Kinderspiel Seil springen: es gilt so oft wie möglich über eine vor- oder rückwärts über den Kopf hinweg und unter den Füßen hindurch doublecolDie Grundkarte entspricht dem Stand bis zum Jahre 1945 schwingende Schnur zu hüpfen, wobei diese von einem Kinde allein geschwungen werden kann, das die Enden in den Händen hält, oder von 2 Kindern, die ein drittes springen lassen, oder von einem Kinde, das ein Ende hält und das andere an der Wand festgemacht hat, während ein zweites Kind springt PaParchim@BroockBroock. — Mnd. sêl. — Br. Wb. 4, 745; Dä. 419b; Kü. 3, 11; Me. 4, 449.
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.
-
modern
DialektSeil1n.
Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege
Seil 1 , -ee- n. Seil, in der Regel von einiger Länge, aus mehreren hänfenen Litzen zusammengedreht, doch auch aus ander…
Verweisungsnetz
34 Knoten, 40 Kanten
Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen
Filter:
Anchor 1
Hub 1
Kompositum 31
Sackgasse 1
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit seil1
0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen
Keine Komposita gefunden — seil1 kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.
Zitieren als…
- APA
-
Cotta, M. (2026). „seil1". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/seil1/meckwb
- MLA
-
Cotta, Marcel. „seil1". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/seil1/meckwb. Abgerufen 12. May 2026.
- Chicago
-
Cotta, Marcel. „seil1". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/seil1/meckwb.
- BibTeX
-
@misc{lautwandel_seil1_2026, author = {Cotta, Marcel}, title = {„seil1"}, year = {2026}, howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern}, url = {https://lautwandel.de/lemma/seil1/meckwb}, urldate = {2026-05-12}, }