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Schaub

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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11 in 10 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Schaub m., f., n.

Bd. 5, Sp. 893
Schaub m., f., n.: 1.a. 'Gebund, Garbe (allg.)', der Schääb [Lambert Penns 131 PSA, K. 76]. Mer hen der Flachs geroppt un uf Scheebcher gebunne [Beam Penns 90]. Im bes. 'Bündel (von Strohseilen zum Anbinden der Reben)', Schääb [NW-Bobh]; 'kleinstes Gebund (Weiden zum Anbinden der Reben)', im Ggs. zum größeren Busche (s. Busch 3) und der noch größeren Beeʳd (s. Bürde 1aβ)', der Schääb [LA-Edk (aus: Peter Graeber 1200 Jahre Edenkoben, Mannheim 1969, S. 254)]; vgl. Band 5 a, Schütte; dagegen: die Schääb Bann 'großes Bündel (Kammertweiden zum Anbinden der Reben)' [LA-Mörzh u. Umg. (Wilde Notizen) LA-Frankw]; e Schääb Bänne 'eine Bürde Weiden' [BZ-Kling]. a. 1583: 29 schaub wingart Bandt, für jeden 9 Pf. [GgHospR]. — b. 'glattes, langes Stroh, gew. Roggenstroh (für die Dacheindeckung, für die Fertigung von Seilen zum Binden der Getreidegarben, zum Anbinden der Reben, als Unterlage in Betten usw.)'; in heutigen und in versch. hist. Belegen ist auch 'Gebund' Begriffsbestandteil, Schaab [Mang 133, verbr. Don Gal Buch, Krämer Gal 282]. a. 1530: 250 schaub boßen ('Gebund', s. Boßen1 2) zu seyln inn der Ern [GgHospR]. a. 1579 (Abschrift zw. 1601 u. 1629): Zwanzig gebundt stroh Vnd Zwey gebundt schaube [DirmstAWeist. (NW-Dackh)]. a. 1634: dem strohe deckhern ... welcher 350 schaub vff dem pfertsstall verdeckt [WerschwSchR Bl. 95]. a. 1634: hott der Hoffmann 150 schaub welche zu Deckung der Scheffereyen verbraucht [ZweibrLSchR]. — c.α. 'Strohwisch als Gebots- oder Verbotszeichen auf Märkten'. a. 1590: Schaub vff dem Frucht markh soll bleibenn [ZweibrUrkb. 162]; vgl. Schaubstecken. Bei aufgestecktem Sch. auf dem Markt durfte nichts verkauft werden [J. Minig Zweibrücker Stadtverordnung 1590, in: Bei uns daheim 17. 2. 1926, vgl. auch: HRG 30. Lfg. 1365 ff.]. — β. 'brennender Strohwisch als Zeichen des Schankrechts'. a. 1448: Alleine zu winachten, wan ein huber oder gotshusmann von dem bannwin nachts geit, dem soll man geben einen burnen (brennenden) schob in sine hant und ein geschelten stab [Grimm Weist. V 599 (Rechte der Abtei Limburg)]. — d. vgl. Schaupe. — 2. 'Totenbett, Totenbahre'; ursprünglich wurde der Tote vor seiner Aufbahrung auf Sch. gelegt (s. Brauchtum), Schaab [KU-Bechb Kaulb Kus Rutsw/L Trahw WD-Niedkch IB-Ommh ZW-Battw RO-Mannw Rockhs PS-Fehrb Gersb KB-Kriegsf BZ-Hofstätt Christmann Kaulb 63, 89 Kühn Hamet 131, verbr. Don Gal Buch Krämer Gal 182], Schaw [HB-Limb (PfId. 121)], Schääb [KU-A'glan Bedb Bosb Eisb Eschau Hundh Kollw Patb Schmittw/O Wolfst RO-Als Dielkch Feilbg Odh O'mosch Rehbn, Thielen 96], Scheeb [HB-Alth KL-Gimsb], Schoob [Gal-Augustdorf Bagbg Königsau]. Er leit uf em Schaab [ZW-Battw], uf Schaab [KB-Kriegsf], uf der Schaab [PS-Trulb]. Gell, äier Großbabba, der wo gestorb isch, läit schun uf em Schaab un wann die Läicht isch, kummt er in die Lad [IB-Ommh]. Wann sei Fra uffem Schab geleh hät (gestorben gewesen wäre), er hät net vertels so arig gedun (gewehklagt) [WPf (PfId. 176)]. RA.: Wenn jemand im Ort stirbt, wird mit der kleinen Glocke noch am selben Tag Schaab gelett (geläutet) [KB-Kriegsf]. Er kriet uf's Schaab gelett [KU-Rutsw/L]. 's leit Schaab (uf Schaab) [verbr. mittl. u. östl. NPf, Pirmas], Schääb [RO-Odh, Thielen So rerre mer 107], uf's Schaaub [RO-Schiersf]. Vgl. Zeichenläuten. Brauchtum: Der Tote wird von den Verwandten angezogen und bleibt, bis der Sarg kommt, auf dem abgeräumten Bett liegen. Man sagt: Er leit uf Schaab. Auf einem Tisch daneben steht eine brennende Kerze, bei den Katholiken auch Weihwasser. Der Leichenschauer kommt sofort nach dem Tod und kurz vor der Beerdigung, dann wird der Leichenschein ausgestellt. Abends kommen die Nachbarn und Verwandten und halten betend die Totenwache [PS-Fehrb]. In KL-Gimsb wurde der Tote früher (vor 1930) nach dem Anziehen vom Sterbebett herabgenommen und auf das Schääb, ein schmales Brettergerüst, auf das Stroh (s. Bed. 1b), worüber ein weißes Laken gelegt wurde, gebettet. Zum Brauchtum s. auch Schandein Bav. IV,2 407 Becker Vk. 123 Ecker 134 Feier- owend 1/1955 1. — Genusangaben zu Bed. 2: n.: KU-Patb Rutsw/L HB-Limb ZW-Battw Don-Gert vereinzelt Gal, f.: Kus PS-Trulb Don-Alexhs, m.: verbr. Don Gal Buch. — 3. s. die Zs. Rainschaub. — Mhd. schoup, schoub 'Gebund, Bündel' (Lexer II 755/76). — Südhess. V 210; Rhein. VII 952 ff., 979; Lothr. 435; Els. II 386; DWb. VIII 2294 ff.
4371 Zeichen · 119 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schaub

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schaub , des -es, plur. die -e, ein nur im gemeinen Leben einiger Gegenden, besonders Oberdeutschlandes, übliches Wo…

  2. modern
    Dialekt
    Schaub

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    † Schaub II f. 1. Frauenrock. ‘Palla Schaub, huseck, frawen mantel’ Gol. 218. 2. Talar von Männern. ‘und het ein sammet …

  3. Sprichwörter
    Schaub

    Wander (Sprichwörter)

    Schaub Swer mit nazzen schauben 1 ein schnellez vüer enzünden wil, der darf wol spaeher hitze. – H. von Meissen, Leiche,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaub

153 Bildungen · 128 Erstglied · 22 Zweitglied · 3 Ableitungen

schaub‑ als Erstglied (30 von 128)

Schaub I

SHW

Schaub I Band 5, Spalte 209-210

Schaub II

SHW

Schaub II Band 5, Spalte 209-210

schaubeln

SHW

schaub-eln Band 5, Spalte 211-212

Schaubach

Meyers

schau·bach

Schaubach , Adolf , Alpenforscher, geb. 30. Jan. 1800 in Meiningen, gest. 28. Nov. 1850 als Lehrer an der Stadtschule daselbst; bekannt als …

Schauballen

DRW

schaub·allen

Schauballen, m. Ballen des Färberwaids, der verbotenermaßen den Waidhändlern zur Ansicht vorgelegt wird sollen sie [weytbauern] keine schaup…

Schaubank

DRW

schau·bank

Schaubank, f. Verkaufstisch, auf dem die ¹Schau (II) stattfindet vgl. Bank (II) schaw und sigelbanckh 1665 SchwäbWB. V 718 Faksimile

schaubar

DWB

schau·bar

schaubar , adj. was geschaut werden kann, visibilis, spectabilis, visu dignus. Stieler 1744 , quod omnibus tanquam integrum et benefactum mo…

schaubband

DWB

schaub·band

schaubband , n. band aus stroh. Schm. 2, 353 : dar nach schol er ( der amtmann ) in ( den dieb ) nemen und füern ... zu der valtorsäul gein …

schaubboszen

DWB

schaub·boszen

schaubboszen , verb. in unaufgebundenen garben dreschen; bildlich, miszhandeln. Schm. 2, 353 .

schaubbrett

DWB

schaub·brett

schaubbrett , n. ein hölzerner schieber vor der öffnung des mehlkastens einer mühle, den man zwischen zwei leisten senkrecht auf und nieder …

schaubdach

DWB

schaub·dach

schaubdach , n. strohdach: schaubtach (das) mit strouw oder schaub deckt, casa contecta stramine, tugurium. Maaler 348 c . Frisch 2, 165 a ,…

schaubdecker

DWB

schaub·decker

schaubdecker , m. dachdecker, der strohdächer macht ( vgl. schaubdach): Conrad von Vilwil schaubdecker. Frankf. werschaft (1426).

Schaubdorf(f)

Idiotikon

Schaubdorf(f) Band 13, Spalte 1502 Schaubdorf(f) 13,1502

schaubediente

DWB

schau·bediente

schaubediente , m. am Niederrhein deichbeamte, besonders die zu der jährlichen deichschau (schau 1, d ) bestellt sind. Jacobsson 7, 190 b .

Schaubefehl

DRW

schau·befehl

Schaubefehl, m. Vorschrift für die Beschau, hier: von Leinwand es sollen auch die schau vndt zeichenmaister fleissige aufsehung thuen, darmi…

schaub als Zweitglied (22 von 22)

Bōne(n)schaub

Idiotikon

Bōne(n)schaub Band 8, Spalte 34 Bōne(n)schaub 8,34

Flëchtschaub

Idiotikon

Flëchtschaub Band 8, Spalte 34 Flëchtschaub 8,34

Folle(n)tschaub

Idiotikon

Folle(n)tschaub Band 8, Spalte 33 Folle(n)tschaub 8,33

hainschaub

DWB

hain·schaub

hainschaub , m. strohwisch an einem umhegten orte (hagen 2 sp. 150), als verbot gegen das betreten desselben. Jacobsson 2, 188 b . sonst auc…

Maischaub

DRW

mai·schaub

Maischaub, m. wie Mai (II 1 a α) bdv.: Schaub (II 3) so wilch burger, dem zo zappen geburt, wijn zappen weulde, dye sal eynen meyschoiff off…

Nā(ch)schaub

Idiotikon

Nā(ch)schaub Band 8, Spalte 34 Nā(ch)schaub 8,34

Rëbschaub

Idiotikon

Rëbschaub Band 8, Spalte 34 Rëbschaub 8,34

Weize(n)schaub

Idiotikon

Weize(n)schaub Band 8, Spalte 34 Weize(n)schaub 8,34

Zobelschaub

Wander

zobel·schaub

Zobelschaub Zobelschaub vnd gülden kleidt wird offt gfüttert mit hertzeleidt. – Waldis, I, 9, 103.

Zëhende(n)schaub

Idiotikon

Zëhende(n)schaub Band 8, Spalte 34 Zëhende(n)schaub 8,34

Ūsschaub

Idiotikon

Ūsschaub Band 8, Spalte 33 Ūsschaub 8,33

Ableitungen von schaub (3 von 3)

beschauben

RhWB

be-schauben: -ō:w-, einen b., übervorteilen Wittl-Meerf .

schaube

DWB

schaube , f. langes, weites, bis auf die füsze gehendes oberkleid für beide geschlechter. das wort stammt aus dem roman. ( italien. ) giubba…

verschauben

RhWB

ver-schauben: etwas v., verschieben; sich v., Allg. RA.: Wat de hück (heute) dunn kanns, verschuf nit op morge! Köln-Stdt .