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Schaub

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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11 in 10 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schaub

Bd. 7, Sp. 952
Schaub das Wort, urkundl. seit dem 13. Jahrhundert bezeugt, scouwe 1310 Trier; schauf Kobl 1460, schauft Merz 1469, schoift Andernach 1484, schauf Dür 1648, ist allg., u. zwar Rhfrk šāp [Kreuzn-Kirn šābt; Meis-Meddersh šęip]; Mosfrk an der Saar šāf, sonst -ā-, –-, –ō- (s. Abweichungen bei 1); sonst -ō- [im NBerg -ō-, –ū(ə)-, –ou-; letzteres auch uAhr, gegenüber Westerw, Sieg-Honnef, Köln-Stdt, Eup; im Rip auch -ō:-], Pl. zu 1 šEf Rhfrk, aber sehr selten, da Bed. 2 vorherrscht, šE:f; –ā:-, –ē:-, –ø:-, –- [-ȳ(ə)-, –ø·y.-], Demin. šEbχə šE:fχən usf., -kə m. [Bed. 2 vielfach auch n.]: 1.a. etwa 20 cm dicker, sorgfältig zusammengebundener Bund von gleichmässigem, glattem, gedroschenem Stroh, im Gegens. zum oberflächlich zus.gebundenen Bausch. Verbr. ist noch diese Bed. (veralt. aber da, wo dieser Sch. zum Strohdachdecken diente) Birkf, Wend, Goar-Manneb, uSaar, Mos, Wittl, Bitb, Prüm, Malm, Daun, Monsch, Schleid, Ahr, Eusk, Sieg, MülhRh, Bergh, Aach, Eup, Grevbr, Erk, MGladb, Heinsb, Siegld, Berg, Ruhr, n. Ruhr, Klev, Mörs, Geld (in dem Geb. Ruhr usf. fehlt Bed. 2); e Sch. Strüh; man benutzt den Sch. zum Decken des Strohdaches, zur Anfertigung von Dachpuppen (Docken), zum Binden von Garben, von Reben u. als Strohwisch, zum Zeichen eines verbotenen Weges Allg., zum Mattenbinden Aach-Merkst, Grevbr-Wickrathbg; e Schöfche Guərtstrüh zum Anbinden der Reben Siebengeb.; zum Zudecken von Feldfrüchten, schmeiss de Sch. noch iwer de Grumbern, dat se net erkalen! Daun, Wittl. Schef werden auch zum Hüttenfeuer der WEif verwendet. — E Sch. (Schäfchen) Weiden ein Bündel geschnittener, aufgerissener u. innen von Holz befreiter einjähriger Weidenzweige, zu einem Kranze gewickelt, zum Anbinden der Reben uSaar, Mos, Goar, Sieg [abweichende Lautung: šāp m. 1, šǫuf n. 2 Saarl-Hüttersd; šā:f f. 1, šōf m. 2 Bitb-Mettend šē:f f., šōf m. 2 Wittl-Landschd Monzel, Prüm-Willwerath; šaf n. 1., šōf m. 2 Bitb-NWeis, Prüm-Burb šauf 1 m., Pl. šāiwə, –- Siegld; doch šw f., Pl. -wə(n) OSchelden Freudenbg; šEw f., Pl. -wə Obersd UWilden; šE f. Sg. u. Pl. Johannld; šāj f. Sg. u. Pl. Flammersd Netphen; Gummb šōf 1, Pl. šf u. šōwən; Lennep-Radevormwald Pl. šōwər; Kemp-Süchteln šāf, Pl. -E-, Demin. šęfkə]. — RA.: Die sind rik (reich) worde met Schemmel (Schimmelpilz) on Sch. te freəte Heinsb, MGladb, Dür. Dor geft et mar Water on Sch. schlechtes Essen Geld-Schravelen. Lire, l., Lifche, ech hätt ger e kle Schöfche, su deck wie e Perdəleif; un aner Johr göt ühr Kor zum irschte reif! Heischeld. der zum Hüttenfeuer sammelnden Jungen Prüm. — b. Matte Zell-Briedel. — c. šē:p Pl. kleines Strohdach auf dem Bienenkorb Bitb-Dudeld; Schutzwand aus Stroh ebd., Daun-Strohn. — d. in der veralt. Wendung: En Sch. op de Stein donn ein Bündel Reisig auf den Wasserkasten am Schleifstein legen, um dadurch den Stein rauh u. eben zu halten Mettm-Cronenbg. — e. übertr. α. š·y.fχən Weidenrös-chen, epilobium Altk-Schürdt. — β. šō:f breite Schaufel zum Aufschaufeln des Getreides Erk-Körrenz, Jül-Hamb. — 2. Sg. t. a. Totenlager, ursprüngl. der Fussboden einer leeren Kammer oder Bretter oder ein Tisch oder eine Bank oder eine ausgehängte Türe, eine Leiter, auf die Strohschauben (eine Strohschütte) gelegt wurden, worauf die Leiche aufgebahrt wurde; diese Sitte ist veralt.; doch bezeichnet man auch heute noch das Totenlager auf dem Bette mit Sch., in feststehenden Wend.: Den Duden op et Sch. wäschen waschen u. das Totenhemd anziehen u. das Leichentuch drüber breiten, meist von einer ältern, herzhaften Frau ausgeführt, — röste Sieg-Seelschd, — reən (reiden) OBerg; enen op den Sch. lege; op em Sch. lige (stonn NBerg); op Sch. leien Trier-Schleidw; iwer Sch. l. Daun-Tettschd, Allg. mit Ausnahme des Klevld; et läut op et Sch., of de Sch. es läutet für einen eben Verstorbenen Rhfrk, uMos, May (of et Sch. Simm, Goar, Kobl, Neuw; of Sch. Kobl; et leit Sch. Kreuzn-Dörreb Kirn, Simm-Argenth, Zell-Sohren, Koch vielf., May-MüMaif Mertloch, Daun-Katzwinkel Strohn Utzerath. — RA.: Usen Herrgott göf im (dem armseligen Kinde, das eben zur Welt kam) am beste Dof (Taufe) on Sch. (Tod)! Bergh; ech wollt, et (das Kind) hätt de D. on de Sch.! Düss-Stdt; jedes Johr D. on Sch. eine Geburt u. ein Todesfall Bergh; no (von) der D. de (op et) Sch. rascher Tod des Kindes Aach. De hät den op et Sch. gewäsche ihn wirtschaftl. ruiniert uAhr, Sieg. Du lis jo so strack (grade) em Bett, äs wenn de om Sch. läs (lägest) Wermelsk. He sitt üs, as of he om Sch. läg leichenblass Rheinb, Allg. Dat es en Gelöte (Gelasse, Schauspiel), äs wann en Esel om Sch. lit Gummb. Am Samstag werd de Woch of den Sch. gelaut (geläutet), dann stirbt der Wochemann met seinen sechs Kennern Koch. Wer zuviel bei der Gemeindefronarbeit arbeitet, der kreit met Förz (Fürzen) of de Sch. gelaut Neuw, Kobl, Daun-Strohn. Et leit (läutet) op et Sch., wöschen ech mein Warzen af! Segensspruch, um die Warzen zu vertreiben uMos; läut et für de Dut of de Sch., hölt er de W. met en Graf! May-Plaidt. — Volksbr. Nach der Einsargung wurde et Sch. den Dorfkindern gegeben, die es mit leidlich ernsthaften Gebärden vor dem Dorfe, wenn möglich an einem Kreuzwege, verbrannten; wenn das Stroh aufloderte, wurde ein Vaterunser gebetet u. aus zwei Strohhalmen ein Kreuz auf die Stelle gemacht (veralt.); et Sch. wor noch net verbrannt, do schloge se söch at (schon) öm de Erfschaf MüEif. — Volksgl. Liegt ein Toter mit lachend. Miene om Sch., so stirbt bald einer aus der Verwandtschaft; das beim Sch. brennende Licht darf nicht ausgehen Allg.; fliegt beim Verbrennen des Sch. der Rauch dem Sterbehause zu, so stirbt bald einer aus dem Hause Mettm-Velbert. — b. Strohbündel, früher unter den auf der Karre liegenden Sarg gelegt SNfrk, NBerg (neben Bed. 2 a.). — c. die geschlachteten Schweine op et Sch. lege (nicht an die Leiter hängen) auf Stroh legen Bergh.
5898 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schaub

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schaub , des -es, plur. die -e, ein nur im gemeinen Leben einiger Gegenden, besonders Oberdeutschlandes, übliches Wo…

  2. modern
    Dialekt
    Schaub

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    † Schaub II f. 1. Frauenrock. ‘Palla Schaub, huseck, frawen mantel’ Gol. 218. 2. Talar von Männern. ‘und het ein sammet …

  3. Sprichwörter
    Schaub

    Wander (Sprichwörter)

    Schaub Swer mit nazzen schauben 1 ein schnellez vüer enzünden wil, der darf wol spaeher hitze. – H. von Meissen, Leiche,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaub

153 Bildungen · 128 Erstglied · 22 Zweitglied · 3 Ableitungen

schaub‑ als Erstglied (30 von 128)

Schaub I

SHW

Schaub I Band 5, Spalte 209-210

Schaub II

SHW

Schaub II Band 5, Spalte 209-210

schaubeln

SHW

schaub-eln Band 5, Spalte 211-212

Schaubach

Meyers

schau·bach

Schaubach , Adolf , Alpenforscher, geb. 30. Jan. 1800 in Meiningen, gest. 28. Nov. 1850 als Lehrer an der Stadtschule daselbst; bekannt als …

Schauballen

DRW

schaub·allen

Schauballen, m. Ballen des Färberwaids, der verbotenermaßen den Waidhändlern zur Ansicht vorgelegt wird sollen sie [weytbauern] keine schaup…

Schaubank

DRW

schau·bank

Schaubank, f. Verkaufstisch, auf dem die ¹Schau (II) stattfindet vgl. Bank (II) schaw und sigelbanckh 1665 SchwäbWB. V 718 Faksimile

schaubar

DWB

schau·bar

schaubar , adj. was geschaut werden kann, visibilis, spectabilis, visu dignus. Stieler 1744 , quod omnibus tanquam integrum et benefactum mo…

schaubband

DWB

schaub·band

schaubband , n. band aus stroh. Schm. 2, 353 : dar nach schol er ( der amtmann ) in ( den dieb ) nemen und füern ... zu der valtorsäul gein …

schaubboszen

DWB

schaub·boszen

schaubboszen , verb. in unaufgebundenen garben dreschen; bildlich, miszhandeln. Schm. 2, 353 .

schaubbrett

DWB

schaub·brett

schaubbrett , n. ein hölzerner schieber vor der öffnung des mehlkastens einer mühle, den man zwischen zwei leisten senkrecht auf und nieder …

schaubdach

DWB

schaub·dach

schaubdach , n. strohdach: schaubtach (das) mit strouw oder schaub deckt, casa contecta stramine, tugurium. Maaler 348 c . Frisch 2, 165 a ,…

schaubdecker

DWB

schaub·decker

schaubdecker , m. dachdecker, der strohdächer macht ( vgl. schaubdach): Conrad von Vilwil schaubdecker. Frankf. werschaft (1426).

Schaubdorf(f)

Idiotikon

Schaubdorf(f) Band 13, Spalte 1502 Schaubdorf(f) 13,1502

schaubediente

DWB

schau·bediente

schaubediente , m. am Niederrhein deichbeamte, besonders die zu der jährlichen deichschau (schau 1, d ) bestellt sind. Jacobsson 7, 190 b .

Schaubefehl

DRW

schau·befehl

Schaubefehl, m. Vorschrift für die Beschau, hier: von Leinwand es sollen auch die schau vndt zeichenmaister fleissige aufsehung thuen, darmi…

schaub als Zweitglied (22 von 22)

Bōne(n)schaub

Idiotikon

Bōne(n)schaub Band 8, Spalte 34 Bōne(n)schaub 8,34

Flëchtschaub

Idiotikon

Flëchtschaub Band 8, Spalte 34 Flëchtschaub 8,34

Folle(n)tschaub

Idiotikon

Folle(n)tschaub Band 8, Spalte 33 Folle(n)tschaub 8,33

hainschaub

DWB

hain·schaub

hainschaub , m. strohwisch an einem umhegten orte (hagen 2 sp. 150), als verbot gegen das betreten desselben. Jacobsson 2, 188 b . sonst auc…

Maischaub

DRW

mai·schaub

Maischaub, m. wie Mai (II 1 a α) bdv.: Schaub (II 3) so wilch burger, dem zo zappen geburt, wijn zappen weulde, dye sal eynen meyschoiff off…

Nā(ch)schaub

Idiotikon

Nā(ch)schaub Band 8, Spalte 34 Nā(ch)schaub 8,34

Rëbschaub

Idiotikon

Rëbschaub Band 8, Spalte 34 Rëbschaub 8,34

Weize(n)schaub

Idiotikon

Weize(n)schaub Band 8, Spalte 34 Weize(n)schaub 8,34

Zobelschaub

Wander

zobel·schaub

Zobelschaub Zobelschaub vnd gülden kleidt wird offt gfüttert mit hertzeleidt. – Waldis, I, 9, 103.

Zëhende(n)schaub

Idiotikon

Zëhende(n)schaub Band 8, Spalte 34 Zëhende(n)schaub 8,34

Ūsschaub

Idiotikon

Ūsschaub Band 8, Spalte 33 Ūsschaub 8,33

Ableitungen von schaub (3 von 3)

beschauben

RhWB

be-schauben: -ō:w-, einen b., übervorteilen Wittl-Meerf .

schaube

DWB

schaube , f. langes, weites, bis auf die füsze gehendes oberkleid für beide geschlechter. das wort stammt aus dem roman. ( italien. ) giubba…

verschauben

RhWB

ver-schauben: etwas v., verschieben; sich v., Allg. RA.: Wat de hück (heute) dunn kanns, verschuf nit op morge! Köln-Stdt .