reuen,
verb. lugere, poenitere. Form und verwandtschaft. goth. hriggwan,
wie bliggwan
bläuen gebildet (
vergl. Grimm kl. schriften 3, 129
ff.),
fehlt; dafür ein anderes durchaus unverwandtes wort idreigon,
wozu altn. iðraz
stimmt. das altn. adj. hryggr
maestus lehrt, dasz die wurzel auch im altn. vorhanden sei, hryggja
bedeutet transitiv traurig machen. ahd. hriuwan, riuwan,
welchem alts. hrewan,
ags. hreóvan,
fries. riowa,
engl. rue (= rew)
entsprechen, ist starkes verbum: prät. hrau Graff 4, 1143; rou Otfrid 4, 12, 3, ruwun 4, 34, 21.
ebenso mhd. riuwen,
md. rûwen,
prät. rou,
plur. ruwen.
schon ahd. gehen zwei schwache verben riuwên
und riuwôn
nebenher (Otfrid 4, 30, 36. 1, 23, 43);
sie haben ihre fortsetzung in dem schwachen verbum mhd. riuwen,
md. rûwen.
das nhd. wort ist ganz in die schwache flexion übergetreten, nur in der älteren sprache finden sich noch reste der starken formen: dan die lieb frow row mich gar übell. Th. Platter 30
Boos; es rauhe der jung mentsch iederman.
Zimm. chron. 3, 12, 30.
häufiger ist das particip, als geruwen: herrendienst hat manchen geruwen. Murner
narrenbeschw. 55, 56
Gödeke; gerewen (
mit angleichung an das präsens): unsere lere hab uns gerewen. Luther 7, 2
b; die reysz mich schier gerewen hat. Waldis
Esopus 4, 1, 75
Kurz; gerowen, gerawen (
mit angleichung an den sing. präter.): erst hat es sein alten vatter gerowen.
Zimm. chron. 4, 119, 2; hernach hat es bemelten herr Hannsen, truchseszen, hoch gerawen. 2, 282, 8; da hett es mich ser gerawen.
d. städtechron. 5, 124, 13; es hat jhn gerauwen. Helber
syllabierbüchlein 31, 10
Röthe durch angleichung an den sing. prät. ist auch ein neues präsens rauen
gebildet, das im oberdeutschen, besonders im schwäbischen, häufig ist: bereuen,
quod etiam dicunt berauen,
sicut rauen. Stieler 1608; rauen, es hat im grauen. Schmid 426; fraw, ir wiszt wol, das ich nit sol mit untriu schaden pawen dem heren mein, ich käm in pein, es wurd euch selber rawen. Cl. Hätzlerin 1, 27, 78; sie sprach ich solt sie trawen, es sol mich nimmer rawen.
Ambr. liederb. 247, 21; doch rawet jn die sünd im hertzen. Waldis
Esopus 4, 14, 5
Kurz; der kauf wird sie nicht rauen.
geistl. lied bei Mützell 271.
verwandtschaft mit griech. κρούω,
κροαίνω,
lat. cruentus, cruor (Fick 3, 84)
ist nicht sicher. Bedeutung. 11)
schmerz, reue empfinden; stets in persönlicher construction. dieser gebrauch ist jetzt gänzlich veraltet und nur im älteren nhd. in wenigen beispielen erhalten. nur das particip reuend
wird bis auf die neueste zeit gewahrt und in fast adjectivischem sinne, als reuig, reuevoll verwandt. 1@aa)
schmerz empfinden: ahd. biginnent thanne riuan joh iro brusti bliuan. Otfrid 5, 6, 42; ich rew und klag, das ich meine tag nichts liebers habe verloren, nach dem ich mir, zu freude und gier ein lieb hab auszerkoren.
Ambras. liederb. 74, 1. etwas reuen,
über etwas schmerz empfinden: ich weisz, het Pontus seiner zeit gesehen dich dergleichen, Sidonia het müszen weit von seiner lieb entweichen, und ander vil darzu, ich wil ir aller keine reuen, mich freuen dein, dein wil ich sein, dieweil ich leb, in treuen. Gödeke - Tittmann
liederbuch 27. 1@bb)
schmerz über etwas selbstverschuldetes, reue empfinden: wer hüt nit gschickt zuo ruwen ist der fyndt morn me das jm gebrist. Brant
narrensch. 31, 29; wahnwitziges gezücht, falsch-hertziges geschlecht, rew, schew, und scham dich doch. Weckherlin 239.
bei Keisersberg
und Luther
häufig in besonderem kirchlichen sinne (
vgl.reue unter 3): wen ein mensch hat gerüwet und gebeichtet und ein willen nit mee zuo sünden, so laszt im got ab sein sü
nd. Keisersberg
emeis 63
c; darnach hin rewe so viel mehr, und thu gnug, wie du kanst. Luther 1, 65
a; wie vermisset sich denn nu diese ketzerische, lesterliche bullen, wider aller christen brauch und glauben zu leren, man dürffe nicht glauben, noch rewen, noch gutes gedencken. 1, 403
a.
im substantivisch gesetzten infinitiv: da meine geduld und erlitten unglück, dergestalt kund war, und dasz ich rewens (
war), und nun zimblich gebüszt, auch mich theils gebessert hätte, wurde demselben nach dreyen wochen zu mir zu gehen vergönstiget. Philander 2, 776. etwas reuen: alle, die ir sünda riuwont und si gerne har nâ vermîdent. Wackernagel
leseb.2 299, 14; es seint etlich die wol rüwen ir sünd, aber wen es an das beichten kumpt, so verziehen sie es. Keisersberg
narrensch. 75
a; wen du dein sünd rüwen woltest und beichten und got den herren anrüffen.
emeis 43
b; got wöll mich leben lan, bisz ich mein grosz sünd abthu und die rewen und püeszen müg, des helfen mir die hailigen drei namen.
d. städtechron. 5, 312, 28. eines dinges reuen: und daneben denselben Luther, es sey denn das er innerhalb einer bestimpten zeit, nach eröffnung seiner heiligkeit decret, beweise, das er seiner irrsal rew, ... als einen son des ungehorsams und bosheit .. zu meiden. Luther 1, 457
b. über etwas reuen: (
die blindenleiter haben) die armen seelen so gar jemerlich betrogen, darüber sie doch noch nicht büszen oder rewen, sondern verstockte schützer bleiben wollen. 5, 166
a; wenn sie jetzt über ir sünd reueten und sie darnach wider thäten, so weren ire sünd desto schwerer. Pauli
schimpf u. ernst 82.
particip reuend,
reue empfindend, zeigend: nu wohlan, wir wollen beide unsere begangenes versehen und fehler inniglich reuend beseufzen. Butschky
kanzl. 104, wann es mit buszfertigem reuendem hertzen geschieht. Albrecht
fluchabc 24; dich deiner vermessenheit aber dann und wann reuend zu erinnern, so daure du fort, neues geschöpf. Lessing 1, 132; ich wollte den brief mit vergnügen von deinen händen nehmen, die stärke der väterlichen liebe darinn bewundern, und ohne sie zu miszbrauchen, mich als eine reuende und gehorsame tochter zu seinen füszen werfen. 2, 40; diese sittsame schönheit, im auge den feuchten schimmer einer reuenden thräne, furchtsam sich nähernd (
von Helena). 6, 503; recht wie ein kleines kind, dasz, wan man es gestrichen, mit greünen und mit laid in winckel hin geschlichen, gleich, wan die räuend amm ihm wider freundlich winckt, mit schämendem gesicht in ihren gären sinckt, gantz eilend alles laid und weynen zu verschlukken versucht. Rompler 73; vom dürftigen verseufzt, mit thränenvollen blicken des reuenden verfolgt, zurückgewünscht vom thor (
vom alten jahre). Lessing 1, 88; welch langsam phänomen durchstreicht des äthers wogen, dort wo Saturn gebeut? ist es? es ists, das jahr, das reuend uns entflogen, es fliegt zur ewigkeit. 1, 96; um meine schuld dir reuend zu gestehn, wählt' ich den langsameren weg zum grabe. Schiller
Phädra 5, 7; wollt ihr nicht in euch gehn? euch nicht mit gott versöhnen — in den schoosz der heil'gen kirche reuend wiederkehren?
jungfr. von Orl. 5, 4.
besondere verbindung: reuende zeichen,
signa poenitentiae vel contritionis in moribundis observanda, quae banni mortificant rigorem et beneficia impetrant absolutionis et ecclesiasticae sepulturae. Haltaus 1545. 22)
schmerz, reue erregen. in dieser bedeutung wird reuen
mit dem subject der sache oder der person und mit dem object der person oder unpersönlich construiert. 2@aa)
schmerz erregen, betrüben, dauern, leidthun. diese bedeutung hat sich, namentlich im volksmunde, bis in die neueste zeit erhalten (
vgl. Pfister nachtr. 232). Stalder 2, 271. 2@a@aα) etwas reut mich: es nemme alle Türcken grosz wunder, dasz die edlen Talliener so grosz narren und vermessen gewesen, dasz sie vor den vollen Deutschen den sturm angelauffen, derwegen so reuwen sie die Talliener von hertzen, welcher denn bisz in siben hundert darauff gangen. Fronsperger
kriegsb. 1, 171
a; so wollt ich ihne als übel schmieren, sein leib must ihn reuen. Berlichinger 85; es müsten mich aber rewen die schönen und züchtigen jungen ritter, so jn etwaz ubels zu handen gehen solt.
buch der liebe 240
b; ich habe bisher oft gesagt: diser freind werde mich reuen, wenn er stirbe: izzo bin ich wegen seines tödlichen abganges sehr betrübt! Butschky
kanzl. 1659; nachdem er eine weile gejammert, nimmt er dann der Gertrud treuherzig die hand: o wie mich die mutter reut (
wie mich ihr tod schmerzt). Pestalozzi
Lienh. u. Gertrud 1, 93; sie (
die kuh) reut mich übel (
d. h. es thut mir leid, dasz ich sie verkaufen musz). Gotthelf
Uli der knecht 194.
mit einem infinitiv als subject: so mir nichts dir nichts, ehe man mehr zu klagen habe, ihn fortzuschicken, reue sie.
ebenda 261; die werlt mac immer riuwen der schœnen Helchen tôt.
Nib. 1137, 2; verloren hab ich mein schönes lieb, das reuet mich. Gödeke-Tittmann
liederb. 70; sie griffen tückisch in die wer, sprachen 'hinaus bringet uns nit mer'. sant Peter reut der schimpf gar ser und disen hochmut tet dem herren klagen. H. Sachs
meisterl. 4, 287, 33
Gödeke; mich rewen nur die erbarn leut, das ichs gemüt hab in den sachen. H. Sachs
fastn. sp. 1, 94, 422
neudruck; o liebe tochter, wie reühst du mich! all mein hoffnung setzt ich in dich und dacht, ehr an dir zu erlebn. jetzund hab ich mich drein ergebn. wir kommen all ins Türken hä
nd. J. Ayrer 151
c (757, 13
Keller); mich reüt jhr herkommen und standt, dasz sie also soll kommen zu schandt. 92
d (469, 17); nun du wirst dich noch besinnen, dasz ich bey dir gantz und gar fusz zu halten willens war, und auch kaum gesegnen können: räute Heidelberg mich sehr, du viel tausend mal noch mehr. Opitz 2, 184; in was vor stande wol der alte vater sei, den dieser mein verlust mehr als sonst alles reu. Fleming 229; der hat ein gut recept vor dich neu concipirt, es wird leichtlich dein kopf wider bringen zu recht, thu nur eins, und sei nicht so schlecht, dasz dich ein halber batzen reu, darum du kaufst solch arzenei. Opel - Cohn
dreiszigjähr. krieg 3, 47; dasz ich zu Görliz hangen soll des lasz dich, gott, erbarmen! so reun mich nichts als meine stifel und sporn dazu meine guten gesellen. 'je! reun dich nichts als deine stifel und sporn dazu deine guten gesellen? reun dich nicht mer deine kleinen kind dazu deine schöne jungfrawe?' Uhland
volksl. 357; mich sollt' es reun, wenn übles ihr erführt. Grillparzer 5, 38. 2@a@bβ) etwas reuet mir (
vgl. dasselbe unter 2): die bücher, die sie fordern, sind alle fort, die letzten gab ich hier auf die bibliothek, so dasz ich doch durchaus keines jener bücher ganz aus Halle verloren habe, was mir auch sehr gereut haben würde.
F. A. Wolf
an C. G. Schütz, Halle 3.
märz 1797. 2@a@gγ) es reut mich über etwas;
nur in der älteren sprache im sinne von '
etwas erregt mir schmerz': und es rewete die kinder Israel uber Ben Jamin jre brüdere, und sprachen, heute ist ein stam von Israel abgebrochen.
richter 21, 6;
der begriff der reue tritt mehr hervor in folgendem beispiel: da der engel seine hand auszstrecket uber Jerusalem das er sie verderbete, rewete es den herren uber dem ubel und sprach: es ist genug, las nu deine hand abe. Luther
tischr. 97
a. 2@bb)
schmerz über etwas selbstverschuldetes erregen, mit reue erfüllen. im nhd. ist diese verengte bedeutung die gewöhnliche, während im mhd. von einer solchen beschränkung noch keine spur vorhanden ist (
vgl. Müller-Zarncke 2
1, 749). 2@b@aα) etwas reuet mich: eme beghunde ruen sin
dat. Schiller-Lübben 3, 538
b; de sunden min ruwent mich sere.
d. städtechr. 12, 32; die xci histori sagt, wie Vlenspiegel sein sünd solt beruowen, da rüwet in dreierlei schalckeit die er nit gethon het.
Eulenspiegel (1515) 140
neudr.; wo sichs (
das volk) aber bekeret von seiner bosheit, da wider ich rede, so sol mich auch rewen das unglück, das ich jm gedacht zuthun.
Jer. 18, 8; also gieng alle handlung zuruck, welches doch hernach Gebharten übel genug hat gerowen, dann es ime umb vil ain mehrers nit mer werden oder zu steen kan.
Zimm. chr. 3, 101, 32; o bedächtestu jetzt, was dich hernach rewen werde, du wirdest dieses gefährlichen nachtrabs bald vergessen. Philander 1, 80; so gefällst du mir, Evchen! das war brav: es reut dich also? Wagner
kindermörderin 30
neudr.; doch ist es den gar nutz und gut, die sunst die sund nit reuen tut, so reuet sie doch auf das minst ir gelt, das unter zweinzigen eim nit felt.
fastn. sp. 383, 32; dennoch seins nachbarn weib begert. wiewol er des nicht ward gewert, doch rawet jn die sünd im hertzen. Waldis
Esopus 4, 11, 5
Kurz; hört mir die beicht, mich reut mein sündt, ob ich auch gnad erlangen kündt. 4, 1, 179; ick hebbe gesundiget, ydt rouwet my sehr. Waldis
verl. sohn 1342
neudruck; volg weiser lehr, poch nit zu sehr, der schimpff möchte dich sonst rawen.
Ambras. liederb. 252, 16; mich reut mein fleisz, mein blut und schweisz, den ich darauf gewendet (
auf das buhlen). Gödeke - Tittmann
liederb. 36; habt freundlich dank der lieb und treue, wil wider schaun, dasz euch nicht reue. Rebhun
Susanna 54
bei Tittmann
schausp. 33; doch sag ich euch bei meinen trewen: es wirt euch noch von hertzen rewen, habt jr gefüret hin die fraw. H. Sachs
fastn. sp. 1, 10, 312
neudruck; darum liebs freylin wölt jr sein im alter sunder schreckenpein, so volgten nach der meinen lehr. fürwar es rewt euch nimmer mehr. Wickram
irreit. pilger 49
a; meiner sünden grosze last drückt und reuet mich, drüm mein lieber frommer gott hilf mir gnädiglich. Schottel 881; wie blutschuld reuet frau Sibyllen ihr böser schwur. Gotter 1, 158; und als sie sich sträubte, und als er sie zog, vermasz er sich theuer, vermasz er sich hoch: 'lieb mädel, es soll dich nicht reuen!' Bürger 61
a; und sollte dich die edle kühnheit reuen? Göthe 7, 260; jung Roland rief: wohlauf zum streit! dich reuet noch dein necken. Uhland
ged. 341.
sprichwörtlich: jung zum dienst, und jung gefreyt, hat niemand gereut. Pistorius
thes. paroem. 10, 26.
mit infinitiv als subject: bald reute es den kaiser Friedrich, den Mailändern vertraut zu haben;
mit einem abhängigen satze als subject: und soll man wiszen, dasz es den bischoff und sein pfaffheit gar hart gerewen hatt, dasz er den burgern den gewalt hett geben.
d. städtechron. 5, 67, 19; denn das ich euch durch den brieff hab trawrig gemacht, rewet mich nicht. 2
Cor. 7, 8; da aber der herr sahe, das der menschen bosheit gros war auf erden ..., da rewet es jn, das er die menschen gemacht hatte auff erden.
1 Mos. 6, 6; also hat die guet grevin geschwigen und hat sie übel gerawen, das sie so vil darzu geredt.
Zimm. chr. 1, 330, 25; welche weibliche schwachheiten alle, dich also unverständig hienein zu plumpen, billich abhalten solten: unnd wird dich endlich rewen, das umb ein so unvollkommenes werck du dich doch so sehr bemühet habest. Philander 1, 64; unlängst gieng mein mann über etliche edelleute, und es soll mich mein lebetage reuen, dasz ich bin zu hause geblieben. Weise
erznarren 196
neudr.; o mueter mein, es thuoet mich rewen, das ich im pey all meinem leben ein guetes wort ie hab gegeben. H. Sachs
fastn. sp. 6, 18, 128
neudruck; du hast, nachdem ein weib dich in der eh' ergezet, mich deinen alten freund schier gar hindan gesezet, drum kehre wieder um, gieb mich nicht vollends hin, sonst reut mich, dasz ich dir zur hochzeit kommen bin. Grob
versuchgabe 13. 2@b@bβ) etwas reut mir;
die construction ist in früherer zeit besonders md. (
vgl. Müller - Zarncke 2
1, 750
a): wie groszmütig, ohne zweifel, schien sich der reiche mann zu seyn! einem ehrlichen manne sieben ganzer tage zu borgen! wo es ihm nur nicht bald reuet, so viel gewagt zu haben (
mit infinitiv als subject). Lessing 3, 303; dem rittmeister schien sein versprechen, sich gesitteter gegen Florentin zu betragen, zu reuen. Schlegel
Florentin 377; ach mutter zürne nicht; es ist mir mehr als leid, der vorwitz dieser muth hat mich zu sehr verblendet; nun hab' ich allzuweit von dir, trost, abgeländet, und kan es endern nicht, wie hoch es mir auch reut. Fleming 579; schimpff deinen fürsten nicht, wenn er jung, unrecht hat, er denckt einmahl daran, es reuet dir die that.
persian. rosenthal 1, 44. 2@b@gγ)
dem älteren nhd. gehört die construction an es reut mich eines dinges: da aber gott sahe jre werck, das sie sich bekereten von jrem bösen wege, rewete jn des ubels, das er geredt hatte jnen zu thun, und thets nicht.
Jona 3, 10; denn er ist gnedig, barmhertzig, geduldig, und von groszer güte, und rewet jn bald der straffe.
Joel 2, 13; und, ihr wiszt, sprach ich, o brüder, dasz vor zeiten gesagt worden: mundum universum regi aut falli opinionibus, die welt werde von meynungen regiert und betrogen. es reuet mich dieses spruchs noch nit. Schuppius 694. 33) reuen,
verb. reflexiv. sich einer sache reuen,
reue über eine sache empfinden: diu zuht ist blint, diu sich ir selber riuwet. Frauenlob 269, 19; wie? küssen dise hand so frech, so mein hertz dörffte mir auszreiszen? nein. es ist zeit dasz ich mich rech, darumb will ich sie vilmehr beiszen, dasz sie sich der untrew und boszheit nunmehr rew. Weckherlin 406. 44)
besondere verbindung: sich etwas reuen lassen.
hier steht reuen
im sinne von verdrieszen, leid thun, mit reue erfüllen: ich wil nicht schonen, noch michs rewen lassen.
Hesek. 24, 14; denn ich weis, das du gnedig, barmhertzig, langmütig und von groszer güte bist, und leszt dich des ubels rewen.
Jona 4, 2; wenn man es sich nicht reuen läszt, solches (
das objectivglas) aus der hülse, worein es der künstler eingenietet hat, herauszubrechen. Göthe 52, 154; verzeihen sie einer halb wahnsinnigen, rief sie aus, und lassen sie sich diese tropfen bluts nicht reuen. 19, 134; lasz dich die thränen nicht reun noch diese flüchtigen schmerzen. 40, 332; ihr werdet euch die stunde reuen lassen, da ihr mit solcher antwort mich entlieszt. Schiller
Macb. 4, 1.