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Reuen

mnd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
14 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Reuen

Bd. 3, Sp. 1093
Reuen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und ehedem in einem weitern Umfange der Bedeutung üblich war, als jetzt. Es bedeutete, 1. * Wehklagen, ächzen, Schreyen, welches letztere vermittelst des vorgesetzten Zischlautes davon abstammet. Mit mihilon riuuuon, Ottfr. mit großem Geschrey, Wehklagen. Auch bey dem Ulphilas ist Hraiwa dubono saguk ein Paar Turteltauben, eigentlich, ein Paar ächzender Tauben. Reuen ist in dieser ersten eigentlichen aber längst veralteten Bedeutung eine Onomatopöie, welche den Laut des Wehklagens selbst nachahmet. Siehe Schreyen. 2. * Kummer, Schmerzen über etwas empfinden, und solches an den Tag legen; eine gleichfalls veraltete Bedeutung, in welcher es auch ein Activum war, und mit der vierten Endung der Sache verbunden wurde. Thie sulih riuuetin, welche Kummer darüber empfanden, es beklagten, Ottfr. Ir rewet mih, ihr dauert mich, Stryk. Thie dati sie ryuun, sie bedauerten die That, Ottfr. Auch im Angels. ist hreowan traurig, betrübt seyn, und unser Trauer, traurig, stammt vermittelst des vorgesetzten t davon ab, so wie auch grauen damit verwandt ist, indem man in einigen Oberdeutschen Mundarten für reuen auch rauen sagt. Riuni ist bey dem Ottfried Widerwärtigkeit, dasjenige, was Kummer verursacht. 3. In noch engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, 1) Reue, d. i. Unlust, über eine begangene Handlung empfinden und an den Tag legen; in welchem Verstande es doch nur in dem zusammen gesetzten bereuen üblich ist. 2) Reue, d. i. Unlust, über eine begangene Handlung verursachen, mit der vierten Endung der Person, und der ersten der Sache. Die Sache reuet mich. Sein Verbrechen reuet ihn. Fast fängt mich meine Neugier an zu reuen, Weiße. Mein Betragen hat mich noch nicht gereuet. Wird es sie bald reuen? Gell. Also reuete den Herrn das Übel, 2 Mos. 32, 14. Damit mich auch reuen möchte das Übel, das u. s. f. Jer. 26, 2. Ingleichen als ein unpersönliches Reciprocum mit dem Vorworte daß. Es reuet mich, daß ich ihn beleidigt habe. Es reuet ihn noch nicht, daß er es gethan hat. Wird es dich bald reuen, daß u. s. f. Denn es reuet mich, daß ich sie gemacht habe, 1 Mos. 6, 7. Statt welcher Wortfügung auch zuweilen die zweyte Endung des Nennwortes gebraucht werden kann. Du lässest dich des Übels reuen, Jon. 4, 2. Es reuet mich der That, für: die That reuet mich. Dieses Zeitwort erfordert allemahl die vierte Endung der Person. Es ist also ein Fehler, wenn manche es mit der dritten verbinden, obgleich dieser Fehler nicht neu ist. Daz rauuota mir, Notker. Da reuete es ihm, daß er die Menschen gemacht hatte, 1 Mos. 6, 6. Da reuete dem Herrn das Übel, Jerem. 26, 19. In welchen und andern Stellen der Dativ vielleicht von der Unbeständigkeit der Herausgeber und Correctoren herrühret, indem in andern richtiger die vierte Endung stehet. Anm. In der letztern engern Bedeutung schon bey dem Ottfried riuan, im Nieders. rouen und rijen, im Engl. to rue. Ehedem war es auch ein irreguläres Zeitwort, denn bey dem Ottfried lautet das Imperfectum einige Mahl rou für rjuuete. Übrigens ist für reuen im Hochdeutschen auch das verstärkte gereuen üblich, welches in allen Fällen für dasselbe gebraucht werden kann. Siehe dasselbe.[]
3192 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    reuen

    Mittelniederdeutsches Wb.

    reuen licere relicere collicere Refelen jd.” (Voc. Strals. ed. Damme).

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Reuen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Reuen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und ehedem in einem weitern Umfange der Bedeutung üblic…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    reuen

    Goethe-Wörterbuch

    reuen überwiegend in literar Werken u Briefen a jdn mit Betrübnis u (tiefem) Bedauern über eigenes Fehlverhalten, eigene…

  4. modern
    Dialekt
    reuen

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    reuen s. rüen .

  5. Sprichwörter
    Reuen

    Wander (Sprichwörter)

    Reuen 1. Es reuet zu spät die Maus, wenn die Katze sie hat bei der Kraus'. 2. Es rewet selten einen Mann, wann er was mi…

  6. Spezial
    reuen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    reu|en vb.impers. 1 moié (möia, moiü), inrové (inröia) 2 (bedauern, Leid tun) desplajëi (desplej, desplajü).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit reuen

30 Bildungen · 3 Erstglied · 23 Zweitglied · 4 Ableitungen

reuen‑ als Erstglied (3 von 3)

reuensvoll

DWB

reuen·s·voll

reuensvoll , adj. wie reuevoll: der wunderwasser-führer, der jüdische Jordan, lährt wol den siechen Syrer, wie got begnaden kan: ich hoff, d…

reuen als Zweitglied (23 von 23)

greuen

KöblerMnd

*greuen , Sb. nhd. Gewürz?, Gewürzmischung? Hw.: s. greuenbrōt E.: s. grēve (1)?

aufstreuen

DWB

auf·streuen

aufstreuen , aspergere, inspergere, nnl. opstrooijen: zucker aufstreuen, sand aufstreuen; punctum, streu sand auf! wenn man vogel fangen wil…

ausspreuen

DWB

aus·spreuen

ausspreuen , dispergere, ausstreuen, mhd. alleʒ sîn gederme ist ûʒ gesprewet. myst. 97, 3. vgl. zuspreuwen im pass. K. 397, 2. nhd. du hast …

ausstreuen

DWB

aus·streuen

ausstreuen , spargere, dispergere, nnl. uitstroojen: samen, blumen, federn, geld, asche ausstreuen; weistu, wie sich die wolken ausstrewen. …

befreuen

DWB

befreuen , sich, erfreuen?: so hat der spiritus salis sein zeug, in dem er sich befrewen mag ( doch nicht befreien, auflösen? ). Paracelsus …

bereuen

DWB

bereuen , poenitere, ahd. pihriuwên ( Graff 4, 1144 ), mhd. beriuwen, beklagen, betrauern. 1 1) transitiv, mit acc. der sache: ich bereue es…

bestreuen

DWB

best·reuen

bestreuen , conspergere, circumspergere, consternere, disperpere, umstreuen und umher streuen, mhd. ir türne und hiuser wâren ganz, die sint…

betreuen

Pfeifer_etym

bet·reuen

treu Adj. ‘unveränderlich fest (in der Gesinnung), anhänglich, zuverlässig’. Der ja/jō-Stamm ahd. (8. Jh.), asächs. triuwi, mhd. triuwe ‘tre…

Dúrchstreuen

Adelung

durch·streuen

Dúrchstreuen , verb. reg. act. Ich streue durch, durchgestreuet; durch eine Öffnung streuen.

einstreuen

DWB

einst·reuen

einstreuen , inspergere, interspergere, nnl. instrooijen, schw. inströ, dän. indströe. 1 1) samen einstreuen, sand einstreuen; dem vieh stro…

erfreuen

DWB

erf·reuen

erfreuen , exhilarare, ahd. irfrewan, mhd. erfrouwen. bei Maaler 110 a noch erfröuwen. 1 1) tr. froh machen, ergetzen, früher noch mit gen. …

gereuen

DWB

gereuen , verstärktes reuen, mhd. geriuwen, in reue versetzen, schmerzen, mit starker flexion, dagegen das intrans. und refl. geriuwen ' reu…

mankstreuen

MeckWBN

mank·streuen

Wossidia mankstreuen dazwischen streuen: streu dor Sand mank! Ro Rostock@Ribnitz Ribn .

streuen

DWB

streuen , vb. , ausbreiten; verteilen; auswerfen. als gemeingerm. ist zu erschlieszen * straujan, das mit lat. struere ' übereinander breite…

überstreuen

DWB

ueber·streuen

überstreuen , v. 1) in untrennb. verbindung: bestreuen, s. Frisius 992 a ; 1273 a s. vv. persterno, supersterno; etwas mit pulver, mit zucke…

umstreuen

DWB

umstreuen , vb. 1) trennbar. a) umher-, herumstreuen: ein saw, die alles umbstrewt und nichts findt, das ihr nützlich sey Paracelsus opera (…

unterstreuen

DWB

unterst·reuen

unterstreuen , v.; mhd. underströuwen; mnl. onderstrouwen; nl. onderstrooien; dän. strø under; schwed. strö under, underströ; engl. understr…

verstreuen

DWB

verst·reuen

verstreuen , verb. , vgl. Graff 6, 759 . I I. üblich nur als fra- type. mhd. verströuwen, verströun mhd. wb. 2, 2, 701 b ; Lexer 3, 255 ; ve…

veruntreuen

DWB

ver·untreuen

veruntreuen , v. , mhd. wb. 3, 109, Lexer 3, 281 , häufig in den frühnhd. wb. ( s. u. 2), Steinbach , Adelung, Campe ; schwäb. Fischer 2, 13…

vorstreuen

DWB

vorst·reuen

vorstreuen , verb. , fürstreuen fehlt teil 4, 1, 1, sp. 896; im mhd., wie es scheint, zufällig nicht zu belegen, s. aber vorstreuer; mnld. v…

zerstreuen

DWB

zers·treuen

zerstreuen , verb. , mhd. zerströuwen, mnd. tostrouwen, mnld. testrooien; das partic. zeigt im nhd. bisweilen noch -au-, entrundung hat obd.…

zestreuen

KöblerMhd

zestreuen , sw. V. Vw.: s. zerströuwen

Ableitungen von reuen (4 von 4)

bereuen

DWB

bereuen , poenitere, ahd. pihriuwên ( Graff 4, 1144 ), mhd. beriuwen, beklagen, betrauern. 1 1) transitiv, mit acc. der sache: ich bereue es…

entreuen

RhWB

ent-reuen: sech entrǫ·u.ən sich grämen Malm-Vith .

gereuen

DWB

gereuen , verstärktes reuen, mhd. geriuwen, in reue versetzen, schmerzen, mit starker flexion, dagegen das intrans. und refl. geriuwen ' reu…