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Schreyen

mnd. bis nhd. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
3 in 3 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schreyen

Bd. 3, Sp. 1655
Schreyen, verb. irreg. Imperf. ich schrie, (einsylbig;) Conj. ich schrie, (zweysylbig;) Mittelw. geschrien, (dreysylbig;) Imperat. schreye. Es wird so wohl als ein Neutrum, als auch als ein Activum gebraucht, da es denn im erstern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es bedeutet, sich mit heftiger Stimme hören lassen. 1. Eigentlich, wo es auch von einigen Thieren gebraucht wird, wenn sie ihre Stimme mit heftiger Anstrengung hören lassen. Die Jäger gebrauchen es in diesem Verstande von dem Hirsche, dem Hasen, dem Feldhuhne, der Eule und dem Kautze; indessen sind doch von den meisten Thieren eigene Zeitwörter gangbar, welche die Art ihres Geschreyes näher nachahmen. Wie der Hirsch schreyet nach frischem Wasser, Ps. 42, 2. Das Wild schreyet nicht, wenn es Gras hat, Hiob. 6, 5. Besonders von der heftigen Anstrengung der menschlichen Stimme, sie bestehe nun in vernehmlichen[] Lauten oder nicht. Aus vollem Halse, aus aller Macht schreyen. Hinter jemanden her schreyen. Jemanden schreyen hören. Wie man in das Holz schreyet, so schallet es wieder heraus. Sie schrien: weg mit Jesu! Joh. 19. Einem etwas in die Ohren schreyen. Ein Vivat schreyen. Vornehmlich, wenn dieses Schreyen eine Wirkung heftiger Schmerzen oder der Ausbruch des höchsten Grades der Traurigkeit u. s. f. ist. Vor Schmerzen schreyen. Um Gnade, um Hülfe, um Brot, um Rache schreyen. Über etwas schreyen, sich mit lautem Geschreye darüber beklagen. Zu Gott schreyen. 2. Figürlich. 1) Mit unangenehmer lauter Stimme reden. 2) Mit lauter Stimme meinen. Das Kind schreyet. Heulen und schreyen. 3) Mit lauter Stimme zanken, schmälen; eine nur im gemeinen Leben einiger Oberdeutschen Gegenden übliche Bedeutung. 4) Eine öffentliche Ahndung erfordern. Schreyende, himmelschreyende Sünden, welche wegen ihrer Unläugbarkeit und großen Strafbarkeit eine öffentliche Ahndung erfordern. Eine schreyende Ungerechtigkeit. Schreyende Grobheiten. So auch das Schreyen. Anm. Bey dem Ottfried screian, scrivan, bey dem Notker scriian, im Nieders. schrauen und schrijen, im Holl. schrecuwen, im Engl. to screech, to screek und to shrike, im Schwed. skria; wohin ohne Zischlaut auch unser krähen, das Nieders. kreien, schreyen, kreischen, Notkers chraden, das Ital. gridare, das Franz. crier, das mittlere Lat. chriaré die Griech. κηρυειν und κραζειν, und selbst das Hebr. קרה, rufen, und ohne Gaumenlaut Ottfrieds riuuuon, wehklagen, und unser noch nicht ganz veraltetes reihen, (S. 1 Reihen,) gehören. Es ist mit allen seinen Verwandten eine unmittelbare Nachahmung des Lautes. Das y ist zum Merkmahle des Gaumenlautes beybehalten, der in manchen Sprachen und Mundarten noch deutlich hervorsticht. Der Niedersachse sagt schrijen, und der große Haufe in Meißen im Mittelworte geschriegen. Schrecken ist in manchen Bedeutungen das Intensivum davon, S. dasselbe. In einigen Gegenden gehet dieses Zeitwort regular, ich schreyete, geschreyet; welche Form aber im Hochdeutschen unbekannt ist.
2941 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schreyensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schreyen , sw. V. Vw.: s. schreien

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schreyen

    Adelung (1793–1801)

    Schreyen , verb. irreg. Imperf. ich schrie, (einsylbig;) Conj. ich schrie, (zweysylbig;) Mittelw. geschrien, (dreysylbig…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schreyen

18 Bildungen · 2 Erstglied · 13 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schreyen 2 Komponenten

sch+reyen

schreyen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schreyen‑ als Erstglied (2 von 2)

schreye(n)dāl

MNWB

schreyen·dal

° schreye(n)dāl , n. , Tal der Tränen, von der Erde als irdischem Jammertal (Veghe Wyng. 110 u. 227).

schreyendāl

KöblerMnd

schreyendāl , N. Vw.: s. schreiendāl*

schreyen als Zweitglied (13 von 13)

Abschreyen

Adelung

Abschreyen , verb. irreg. act. S. Adelung Schreyen . 1) Mit einem Geschreye verkündigen. Etwas abschreyen. Der Wächter schreyet ab, rufet ab…

Anschreyen

Adelung

Anschreyen , verb. irreg. act. S. Adelung Schreyen . 1) Einem entgegen schreyen, das Geschrey an ihn richten; und zwar, (a) eigentlich. Eine…

Aufschreyen

Adelung

auf·schreyen

Aufschreyen , verb. irreg. (S. Adelung Schreyen ,) welches in gedoppelter Gattung üblich ist. 1) Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, …

Ausschreyen

Adelung

aus·schreyen

Ausschreyen , verb. irreg. act. S. Adelung Schreyen . 1) Mit einem Geschreye bekannt machen. Eyer, Milch ausschreyen, mit lautem Geschreye a…

Beschreyen

Adelung

Beschreyen , verb. irreg. act. S. Adelung Schreyen . 1) An oder gegen etwas schreyen. So sagt man in den Rechten von einem neu gebornen Kind…

Dúrchschreyen

Adelung

durch·schreyen

Dúrchschreyen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Schreyen ,) welches das Hülfswort haben erfordert. Ich schreye durch, durchgeschrien; mit se…

Erschreyen

Adelung

ersch·reyen

Erschreyen , verb. irreg. act. (S. Adelung Schreyen ,) so schreyen, daß man von dem andern gehöret wird. Er war mir zu weit, ich konnte ihn …

Nachschreyen

Adelung

nach·schreyen

Nachschreyen , verb. irreg. act. S. Adelung Schreyen . 1) Hinter jemanden her schreyen. Ein Cananäisch Weib schrie Christo nach, Matth. 15, …

tõhôpeschreyen

MNWB

tohope·schreyen

° tõhôpeschreyen , swv. : rezipr. sik t. einander anschreien, „ midler tidt schreyeden sick de Brunswickschen weder to hoepe, als de velthon…

Überschréyen

Adelung

ueber·schreyen

Überschréyen , verb. irreg. act. (S. Adelung Schreyen ,) ich überschreye, überschrien, zu überschreyen. 1) An Geschrey übertreffen, stärker …

Verschreyen

Adelung

versch·reyen

Verschreyen , verb. irregul. act. S. Adelung Schreyen . 1. In ein übles Geschrey, d. i. einen üblen Ruf, bringen. Man verschreyet einen Kauf…

Vorschreyen

Adelung

vorsch·reyen

Vorschreyen , verb. irregul. neutr. & act. S. Adelung Schreyen , welches im ersten Falle das Hülfswort haben bekommt. 1. Einem vorschreyen, …

Zuschreyen

Adelung

Zuschreyen , verb. irregul. (S. Adelung Schreyen ,) theils als ein Neutrum, mit haben, einem zuschreyen, auf ihn schreyen; theils als ein Ac…

Ableitungen von schreyen (3 von 3)

Beschreyen

Adelung

Beschreyen , verb. irreg. act. S. Adelung Schreyen . 1) An oder gegen etwas schreyen. So sagt man in den Rechten von einem neu gebornen Kind…

Erschreyen

Adelung

Erschreyen , verb. irreg. act. (S. Adelung Schreyen ,) so schreyen, daß man von dem andern gehöret wird. Er war mir zu weit, ich konnte ihn …

Verschreyen

Adelung

Verschreyen , verb. irregul. act. S. Adelung Schreyen . 1. In ein übles Geschrey, d. i. einen üblen Ruf, bringen. Man verschreyet einen Kauf…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schreyen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schreyen/adelung?formid=S02848
MLA
Cotta, Marcel. „schreyen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schreyen/adelung?formid=S02848. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schreyen". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schreyen/adelung?formid=S02848.
BibTeX
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