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Raufen

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Adelung
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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34

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Raufen

Bd. 3, Sp. 974
Raufen, verb. reg. act. welches eigentlich ziehen bedeutet, aber nur von derjenigen Art gebraucht wird, da man mehrere dünne oder faserige Körper ziehet oder ausziehet. Jemanden Haare aus dem Kopfe, aus dem Barte raufen. Jemanden bey den Haaren raufen. Sich vor Verzweifelung die Haare aus dem Kopfe raufen. Da stund Hiob auf, und zerriß sein Kleid. und raufte sein Haupt, Hiob 1, 20; welche Wortfügung doch ungewöhnlich ist. Ein Kamm rauft, wenn er auf eine empfindliche Art mehrere einzelne Haare ziehet oder ausziehet. Den Flachs raufen, so wohl, wenn man die Flachsstängel aus der Erde ziehet, Nieders. repen, Franz. raffer; als auch, wenn die Samenkapseln vermittelst der Raufe abstreifet, welche Arbeit auch mit dem Iterativo räufeln und riffeln genannt wird, Nieders. reppen, repeln, schräpen. Einem Schafe die Wolle ausraufen. Der Gans, dem Huhne die Federn ausraufen; eine Gans, ein Huhn raufen, im Oberdeutschen, wofür man im Hochdeutschen lieber rupfen sagt. Gras raufen, es ausreißen, oder abreißen. Ähren raufen oder ausraufen. Figürlich ist, sich mit jemanden raufen, sich mit ihm balgen, und in weiterer Bedeutung, auch sich mit ihm im Ernste schlagen, S. Raufdegen und Rauser; zunächst wohl, sich in einer ernsthaften Balgerey bey den Haaren raufen oder ziehen. Wenn sich die Herren raufen, müssen die Unterthanen die Haare lassen; welches Sprichwort diese Erklärung bestätiget. Indessen ist schon im Hebr. רוב so wohl fechten, streiten, als zanken, und im Ital. ist Baruffa ein Gerauf, eine Schlägerey. Ich hielt meine Wangen dar, denen die mich rauften, Es. 50, 6. Ich schlug etliche Männer und raufte sie, Nehem. 13, 25; wo es aber in der im Hochdeutschen veralteten Bedeutung für schlagen überhaupt stehet. So auch das Raufen. Anm. Schon bey dem Ottfried roufan, und im Schwabensp. wo es bey den Haaren ziehen bedeutet, rauffen, bey dem Ulphilas raupgan, welches aber unserm rupsen näher kommt, im Nieders. repen, im Angels. ripan, im Schwed. repa. Es ist mit raffen, rauben u. s. f. genau verwandt. Das Frequentativum[] davon ist räufeln, riffeln, rüffeln, und das Intensivum rupfen.
2111 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Raufen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Raufen , verb. reg. act. welches eigentlich ziehen bedeutet, aber nur von derjenigen Art gebraucht wird, da man mehrere …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    raufen

    Goethe-Wörterbuch

    raufen -ff- 42 1 ,402,21 ; einmal subst 1 (heraus-)reißen a mBez auf Haupt- u Barthaar:(einzeln oder durch grobes Kämmen…

  3. modern
    Dialekt
    raufenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    raufen schw. : 1. 'rupfen, reißen', raufe [ BZ-Dernb ]; Zs.: verraufen und als Nachtrag: ausraufen; Abl.: Raufe . Die Ku…

  4. Sprichwörter
    Raufen

    Wander (Sprichwörter)

    Raufen 1. Em mess do rîfen, dô Hôr äs. (S. 3.) ( Siebenbürg.-sächs. ) – Schuster, 993. 2. Es ist bös reuffen, wo kein Ha…

  5. Spezial
    raufen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    rau|fen vb.intr. mené vera, fá vera, se salté ite. ▬ sich raufen se dramé; se bate; barufé ; mit jdm. raufen fá vera cun…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raufen

18 Bildungen · 0 Erstglied · 13 Zweitglied · 5 Ableitungen

raufen als Zweitglied (13 von 13)

abraufen

DWB

abraufen , devellere, abrupfen: die wolle von dem fell abraufen, daher raufwolle. rauf doch, rauf doch nicht ab die versengten haare. A. Gry…

ausraufen

DWB

aus·raufen

ausraufen , evellere: ähren ausraufen, ausrupfen, goth. raupjan ahsa ( vgl. unter ausreiben); da ich solchs höret, zureisz ich meine kleider…

Austraufen

Campe

aust·raufen

Austraufen , v. ntr. 1) Mit sein, in Tropfen herausdringen und niederfallen. 2) Mit haben, aufhören zu traufen. Auch austropfen, austriefen.…

beraufen

DWB

bera·ufen

beraufen , vellere: gänse beraufen; ein haupt beraufen, kahl machen, bei Luther bereufen: das alle heubter kal und alle seiten bereuft waren…

straufen

DWB

stra·ufen

straufen , schw. vb. , abstreifen, umherstreifen. herkunft und form. 1 1) urspr. nur westgerm. wort: ahd. stroufen, mhd. stroufen, ströufen,…

Ableitungen von raufen (5 von 5)

beraufen

DWB

beraufen , vellere: gänse beraufen; ein haupt beraufen, kahl machen, bei Luther bereufen: das alle heubter kal und alle seiten bereuft waren…

entraufen

DWB

entraufen , evellere: viel alsdann von dem haupt entrauft er des haars mit den wurzeln. Voss.

erraufen

DWB

erraufen , erräufen , evellere, ausraufen: ich kann das unkraut nicht erreufen, quicquid evellam, lolium istud eradicare nequeo. Stieler 153…

Verraufen

Campe

Verraufen , v. trs . 1) Durch Raufen von seiner Stelle und seiner Lage in Unordnung bringen. Das Haar verraufen . 2) Durch Raufen erschöpfen…

zerraufen

DWB

zerraufen , verb. , mhd. zerroufen; 1) wie raufen 4 ( th. 8, 258) jem. das haar raufend beschädigen: mit zurauften haren auslegung d. mesz (…