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Preisen

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Preisen

Bd. 3, Sp. 833
Preisen, verb. reg. et irreg. act. welches im letztern Falle, ich preise, du preisest; Imperf. ich pries; Mittelw. gepriesen, Imperat. preise, hat. Es bedeutete ehedem mit lauter Stimme reden, sprechen, wie aus der Anmerkung zu 3 Preis erhellet, wird aber jetzt nur noch in der ersten Bedeutung dieses Hauptwortes gebraucht, jemandes erhabene Vorzüge bekannt machen; da es denn, so wie das Hauptwort Preis, mehr sagt, als die ähnlichen loben und rühmen, und besonders mehr Feyerlichkeit, mehr Schmuck in den Worten voraus setzt, daher es auch in der höhern und feyerlichen Schreibart am üblichsten ist. Gott loben und preisen. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausreden und alle seine löblichen Werke preisen? Ps. 106, 2. Jemanden glücklich preisen, mit vielen feyerlichen Worten für glücklich erklären. Ein gepriesener, hoch gepriesener Mann, dessen Vorzüge von jedermann erkannt und bekannt gemacht werden. Ein jeder Krämer preiset seine Waare. Siehe auch Anpreisen, wo es in weiterer Bedeutung für loben, doch mit Einschluß des Wortgepränges, gebraucht wird. Daher das Preisen. Anm. Bey den Schwäbischen Dichtern prisen, bey dem Stryker schon preisen. Ehedem war es auch für schätzen üblich, von der zweyten engern Bedeutung des Hauptwortes Preis, von welcher Bedeutung auch das Franz. mépriser, mißpreisen, verachten, herrühret. So fern Preis auch Zier, Schmuck bedeutete, ist preisen noch jetzt im Oberdeutschen zieren, schmücken. S. 3 Preis Anm. Bey vielen Schriftstellern kommt dieses Wort in der regulären Form vor, ich preisete, gepreiset. So gebrauchen es Luther in der Deutschen Bibel, Opitz, Gryphius und selbst viele Hochdeutsche Schriftsteller. Auf daß sie von den Leuten gepreiset werden, Matth. 6, 2. Daß Christus hoch gepreiset werde, Phil. 1, 6. Indessen ist doch im Hochdeutschen die irreguläre Form einmahl die gebräuchlichste, welche durch einzelne Beyspiele des Gegentheiles nicht aufgehoben werden kann, und einen gepriesenen Mann wird wohl nicht leicht jemand einen gepreiseten nennen.
2013 Zeichen · 31 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Preisen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Preisen , verb. reg. et irreg. act. welches im letztern Falle, ich preise, du preisest; Imperf. ich pries; Mittelw. gepr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    preisen

    Goethe-Wörterbuch

    preisen auch -ß-, -ss- 1 gehoben: jdn/etw (lautstark) rühmen, würdigen; mBez auf Götter, auf Menschen u ihre (polit, soz…

  3. modern
    Dialekt
    preisen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    preisen Band 3, Spalte 3,216

  4. Sprichwörter
    Preisen

    Wander (Sprichwörter)

    Preisen 1. De prêsen worden will, môt starven; de veracht't worden will, môt frên. – Bueren, 185. 2. Hadd' ik mi sülfst …

  5. Spezial
    preisen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    prei|sen (pries, gepriesen) vb.tr. glorifiché (-chëia), laldé (-da), aprijé (-jëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit preisen

11 Bildungen · 3 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von preisen 2 Komponenten

pre+isen

preisen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

preisen‑ als Erstglied (3 von 3)

Preisendanz, K

DWBQVZ

Preisendanz, K. s. Creuzer, Friedr. briefe, 1912.

preisenswert

DWB

preisen·swert

preisenswert , adj. was preiswert, -würdig: doch hüllt sich oft in lumpen, der auch ist preisenswerth. Chamisso (1872) 1, 266 ; er ( Lessing…

preisen als Zweitglied (5 von 5)

anpreisen

DWB

anpreisen , allaudare, franz. apprécier, nnl. aanprijzen: die waare anpreisen; ein oft angepriesenes mittel; sich als treuen, redlichen dien…

auspreisen

DWB

aus·preisen

auspreisen , plene laudare, vollpreisen, ausloben: gott kann keine menschliche zunge auspreisen.

einpreisen

DWB

ein·preisen

einpreisen , einschnüren, s. breisen und einbreisen: ein dutzet roter nestel dir, darmit soltu dein leib einpreisen. H. Sachs II. 4, 30 d ; …

lobpreisen

DWB

lob·preisen

lobpreisen , verb. stärkerer ausdruck für loben; in den wörterbüchern vor Adelung nicht verzeichnet. die von diesem dazu beigebrachte formel…

mißpreisen

DRW

mißpreisen, v. tadeln, herabsetzen, verachten; jm. etwas mißpreisen jm. etwas vorwerfen; subst. inf.: etwas Verächtliches, eine Schändlichke…

Ableitungen von preisen (3 von 3)

bepreisen

DWB

bepreisen , celebrare, was das einfache preisen: bepriesener poet, du muster kluger sinnen! Melchior Lübeck.

Mißpreisen

Campe

Mißpreisen , v. trs . unregelm. ( s. Preisen ), Mittelw. d. verg. Z. mißgepriesen , übel, schlecht preisen, d. h. verachten; im Osnabrücksch…

Unpreisen

Campe

Unpreisen , adj . u. adv . nicht preisen oder loben, tadeln. Wie zimt helede lugene, ich wil unprisen daz. Nibelungenl. V. 7929.