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pfeffer

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

pfeffer m.

Bd. 13, Sp. 1633
pfeffer, m. piper und daraus entlehnt: ahd. pëffar und mit vollständiger verschiebung phëffer, phëfer, fëfor (Graff 3, 330), mhd. phëffer, pfëffer, md. mit nd. anlaute peffer oder ganz nd. peper; ags. pipor, pepor. 11) man versteht darunter die früchte von verschiedenen arten der pflanzengattung piper, besonders aber von piper nigrum, schwarzer pfeffer, der, wenn man ihm die schwarze rinde nimmt, zum weiszen pfeffer wird; der lange pfeffer besteht aus den unreifen fruchtähren des pfefferstrauches piper longum Schedel waarenlex. 2, 202b. der pfeffer und der safran waren die beliebtesten und fast unentbehrlichen gewürze des mittelalters neben dem salze. Weinhold d. d. frauen2 2, 71. Schultz f. leben 1, 289; sone heter keʒʒel noch smalz, weder pfeffer noch salz. Iwein 3278; Galiênus und Aristoteles sprechent, daʒ dreierlai pfeffer sei, swarzer, langer und weiʒer, und der aller auf ainerlai paum wachs und daʒ der weiʒ den magen mêr sterk und der lang mach daʒ eʒʒen mêr hin ab steigend in den magen und in dem gedärm, daʒ gevelt andern lêrærn niht, wan daʒ wir in unsern lenden langen pfeffer haiʒen, daʒ ist lück an im selber und ist gestalt als länkloten dingl, diu hangent an den haseln, ê daʒ diu nuʒ dar auf gewachsen. Megenberg 373, 21 ff.; langer, weiszer pfäffer Maaler 316c; spanischer pfeffer Schiller 146; indischer pfeffer Freytag ahnen 3, 179; (er sei gewesen) zuo Granat und do der pfeffer wechszt. S. Brant 76, 87; unter dem pfeffer thut man finden vil harter gestoszen brotrinden. Schade sat. 1, 169, 534. [] auch allgemeiner für gewürz und kaufmannswaare (vgl.pfeffersack): es wurden darnach etlich theter ergriffen, die bezahlten den pfeffer (die den kaufleuten abgenommenen waaren) mit dem leben. Baumann quellen 1, 19; der pfeffer galt gleichsam für alle waare, und so brachte auch hier (beim pfeifergericht) der abgesandte einen schönen gedrechselten hölzernen pokal mit pfeffer angefüllt. Göthe 24, 35. — in redensarten und sprichwörtern: swer aber durch guot wirt sîner êren âne, unde doch leben wil in êren wâne bî den êre gernden liuten: rehte in der mâʒe bî in ist als bî dem pfeffer miusemist. Reinmar v. Zweter, minnes. 2, 190b; dann ich selber (das ich meusedreck auch mich unter den pfeffer menge) habe seer viel meinen papisten zu danken. Luther 1, vorr. 4a; der mausdreck will allzeit unter den pfeffer. Simrock sprichw. 371; ich bin kein studierter mann, .. aber ich lasse mir mäusedreck nicht für pfeffer verkaufen. Wieland 20, 59; schles. er mengt sich nein wie quarg in pfeffer (mischt sich in alles). Weinhold 69a; wer vil pfeffers hat, der pfeffert auch sein musz. Frank 2, 109a (seinen brei Simrock 422); mein pfeffer ist so gut wie dein safran. Simrock 422; pfeffer reiben, schles. von geziertem wankendem gange. Weinhold a. a. o.; obscen: pfeffer stoszen Lindener schwankb. 7 Lichtenstein; (ein junger) der mir die lange weile vertreibt und mir zu der nacht den pfeffer ein reibt. Raber Sterzinger spiele 18, 622, vgl. 39; einen hin wünschen wo der pfeffer wächst (sehr weit weg, vergl. pfefferland): ach werents an der selben stat, do der pfeffer gewachsen hat. Murner narrenbeschw. 77, 64; hat man under allen kindern einen lamen oder einen krüppel, denselben wünschet man, dasz er were wo der pfeffer wechst. Albertinus hauspolizei 1, 43b; ich glaub sie het gewölt, das sie zu Rom were, oder an dem orth da der pfeffer wechszt. wegkürzer 59b. 96a; die (partei) lassen wir gehn ... in das land wo der pfeffer wächst. Voss antisymb. 1, 136; satirischer pfeffer, scharfe kritik. J. Paul grönl. proz. 2, 60; pfeffer und salz (franz. poivre et sel) aus schwarz und weisz gemischte farbe eines gewandstoffes. Albrecht Leipziger mundart 181c. — in der gaunersprache bedeutet pfeffer schieszpulver, davon pfefferfuhre patrontasche, pfeffern mit pulver laden Anton 61b. 22) eine mit pfeffer und andern gewürzen stark bereitete brühe (jus piperatum Dasyp. 291a), noch bair.-österr. gänsepfeffer, hasenpfeffer Schm.2 1, 422. Schöpf 496, ebenso kurhessisch und schweinepfeffer Pfister nachtr. zu Vilmar 203: visch .. ûʒ einem pfeffer heiʒ .. veiʒte schâf in einem pfeffer. minnes. 3, 310b; dasz er die (knödlein) must ausz einem pfeffer essen. fastn. sp. 212, 16; der pfeffer wirt gemacht usz manigerlei specereien, das ist usz vil gewürtz, usz zymet, ymber, neglin, pfefferkörnlin, dieselben specerei allesamt werden under einander gestoszen, vermüschet und geschüt, und würt ein würtz darusz. Keisersberg has im pfeffer e 2b; junge häszlin seind guot im pfeffer. e 4b; man macht kein gelben pfeffer an ein frisch fleisch. narrensch. (1520) 28a; gelen pfeffer zuo hoff essen. evangelibuch (1515) 145c; die burgerin .. bereit ein guoten schwarzen pfeffer und wiltbret darin. Pauli 53 Öst.; den hasen in den pfeffer rieren. Murner narrenbeschw. 29, 50; (er liesz) ir fleisch zubereiten und machen inn köstlich sultz und pfeffer an. H. Sachs 2, 85, 18; ein knecht der truog ein grosze platt, die er voll schwartzen pfeffer hat. Scheidt Grob. 3487 neudruck; richt auch den gelben pfäffer an. Frischlin 144 Strausz; uber ein stinkend fleisch macht man sonst gern ein gelben pfeffer. Fischart Garg. 77a; ein gelbe sultz oder schwartzen pfeffer drüber machen. bienenk. (1580) 51a; pfeffer über eine junge gansz, über wildpret, rindfleisch. Nürnb. kochb. (1712) 470. 474. 524. 531. — in redensarten und sprichwörtern: wie das fleisch ist, so ist der pfeffer. Gryphius lustsp. 97 Palm; der pfeffer ward versalzen, man richt in mit langen spieszen an, mit helleparten geschmaltzen. Liliencron volksl. 372, 22 (vom j. 1525); [] hüet dich, das sie ain sollichs nit erfar; dann wurd sie das gewar, der pfeffer wer versalzen. Zimm. chron.2 4, 224, 46; harre nur bisz dorthin! so will ich dir den pfeffer schon versaltzen. Simplic. 2, 541, 28; pfeffer, kapp und kalk dekken manchen schalk. Schottel 1136a; da liegt (sitzt) der has im pfeffer (th. 42, 528 f.) d. j. Göthe 1, 362. Schiller 3, 360 (kabale 1, 1); so bald er aber merkte, wo der has im pfeffer lag. Simplic. 1, 192, 19; da plagen sie uns schon in der wiegen mit sollen und müssen die kreuz und queer, und wenn wir einmal im pfeffer (in der patsche, wie der has im pfeffer) liegen, da darf man endlich und kann nicht mehr. Körner 257a; Roller. möchtest du (Moor) bald auch in den pfeffer gerathen, dasz ich dir gleiches mit gleichem vergelten kann. Schiller 2, 92 (räuber, schausp. 2, 3); laszts denn vor dismal genug sein und den kerl sich fürs künftige vorsicht aus diesem pfeffer abstrahieren. F. Müller Faust 71, 7 neudruck. 33) mundartlich auch noch in weiterer bedeutung: 3@aa) ehedem in Rottenburg ein hochzeitsschmaus, den die junge frau eines rotgerbermeisters allen rotgerberfrauen am ersten tage nach der hochzeit zu geben verpflichtet war; daher in Rottenburg noch die redensart: der hat seinen pfeffer, die hat ihren pfeffer, dem hats viel gekostet, der hat viel bezahlen müssen. Birlinger volksth. 2, 402 f.; in Rottenburg auch 'eine art weihnachtsgeschenk' (vergl.pfefferkuchen, pfeffernüsse) 403. 3@bb) tirol. eine sauce, besonders aus eingesottenen holunderbeeren. Schöpf 496; nass. eine latwerge, birnen-, zwetschkenmus u. s. w. Kehrein 1, 305.
7265 Zeichen · 147 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    pfefferst. M., st. N.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    pfeffer , st. M., st. N. nhd. Pfeffer, Pfefferbrühe ÜG.: lat. piper Gl Vw.: s. ert-, lanc-, mūrstein-, mūr-*, stein-, sw…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    pfefferM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    pfeffer , M. Vw.: s. pēper L.: MndHwb 2, 1429 (peffer)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfèffer

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Pfèffer , des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. ein Nahme der runden oder rundlichen Samenkörner v…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfeffer

    Goethe-Wörterbuch

    Pfeffer a aus den getrockneten Früchten des Pfefferstrauches gewonnenes Gewürz, als importierte Ware Symbol für den Fern…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfeffer

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Pfeffer (piper) , bekanntes Gewürz, das schon seit uralter Zeit schwerverdaulichen Speisen zugesetzt u. auch als magenst…

  6. modern
    Dialekt
    Pfeffer

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Pfeffer Band 2, Spalte 2,500–503

  7. Sprichwörter
    Pfeffer

    Wander (Sprichwörter)

    Pfeffer 1. Das ist eine andere Art von Pfeffer, sagte der Teufel, als er in Schafkötel biss. Frz. : C'est une autre pair…

  8. Spezial
    Pfeffer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pfef|fer (Piper nigrum) m. (-s,-) 1 ‹bot› (Strauch) brüscia da porvada f. 2 (Gewürz) porvada f. ▬ brennen wie der Pfeffe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfeffer

333 Bildungen · 229 Erstglied · 103 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von pfeffer

pfeffern + -er

pfeffer leitet sich vom Lemma pfeffern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

pfeffer‑ als Erstglied (30 von 229)

Pfeffermal

SHW

Pfeffer-mal Band/Spalte unbekannt

Pfeffertag

SHW

Pfeffer-tag Band/Spalte unbekannt

Pfefferart

Campe

pfeffer·art

Die Pfefferart , Mz. — en , eine Art des Pfeffers. I der Pflanzenlehre begreift man unter den Pfefferarten (Piperitae ) diejenigen Gewächse,…

pfefferartig

DWB

pfeffer·artig

pfefferartig , adj. und adv. : die blätter ( der pfeffermünze ) haben einen pfefferartigen geschmack. Nemnich 2, 552 .

Pfefferbauerselde

DRW

Pfefferbauerselde, f. zehntpflichtiges kleines Bauerngut vgl. Pfefferlehen C.M. aldorth hat vor disem inengehebt die pfefferpaursölden, darv…

pfefferbaum

DWB

pfeffer·baum

pfefferbaum , m. piper Dief. 436 b : pipperis haiʒt ain pfefferpaum, der wehst in dem land India. Megenberg 372, 34 ; Plinius bezeuget, wie …

pfeffer als Zweitglied (30 von 103)

Birnepfeffer

RhWB

birne·pfeffer

Birne-pfeffer -pEfər Bitb , Koch m.: aus gebackenen, dann gekochten B. hergestelltes Fladenmus.

Cayennepfeffer

Herder

cayenne·pfeffer

Cayennepfeffer besteht aus den pulverisirten Früchten des Capsicum baccatum (s. d. Art.), Weizenmehl, Sauerteig, was mit einander gebacken u…

ertpfeffer

KöblerMhd

ert·pfeffer

ertpfeffer , st. M., st. N. nhd. Erdpfeffer, Mauerpfeffer ÜG.: lat. crassula maior Gl, crassula minor Gl Hw.: vgl. mnd. ērdpēper* Q.: Gl (13…

gansepfeffer

DWB

ganse·pfeffer

gansepfeffer , m. acrocolium cum pulmento piperato Stieler 1435 , gänseschwarz Frisch 1, 318 a , gänspfeffer gänskrös Aler 835 b , gilt z. b…

gerbelirpfeffer

DWB

gerbelirpfeffer , m. verunreinigter pfeffer, s. DWB gerbelieren : gerbelirpfeffer under guten pfeffer mischen. Garg. 349 Sch., die ausgabe v…

gewürzpfeffer

DWB

gewuerz·pfeffer

gewürzpfeffer , m. : gewürzpfeffer fructus amomi Holfert volkst. namen d. arzneimittel 4 75; vgl. englisches gewürz sp. 6847.

hasenpfeffer

DWB

hasen·pfeffer

hasenpfeffer , m. die mit einer gewürzbrühe und blut gekochten vordertheile des hasen: hasenpfeffer, lepus in jure nigro Stieler 1435 . s. D…

Ableitungen von pfeffer (1 von 1)

verpfefferung

DWB

verpfefferung , f. : leider fehlt ihm tragisch hoher stelzgang, fehlt ihm der tendenz verpfeffrung. Scheffel trompeter v. Säkkingen 12 .