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Peinlich

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Peinlich

Bd. 3, Sp. 682
Peinlich, -er, -ste, adj. et adv. der Pein ähnlich, in derselben gegründet, Pein verursachend. 1. In der ersten Bedeutung des Hauptwortes, einen hohen Grad der Mühe verursachend, mit vieler Mühe verbunden; Nieders. pinlik. Der Geloub der so pinlich aufgericht, Jeroschin bey dem Frisch. Man gebraucht es im Hochdeutschen nur noch zuweilen von einer mit vieler Unlust verknüpften Mühe, da es sich denn der folgenden Bedeutung nähert. Als er so großer Noth zu peinlich nachgedacht, Haged. 2. Dem höchsten Grade der Unlust ähnlich, solchen verursachend, darin gegründet. 1) Von körperlichen Schmerzen. Ein peinlicher Tod, ein sehr schmerzhafter. Besonders noch in den Gerichten in einer doppelten Bedeutung. (a) Die peinliche Frage, die Befragung eines Missethäters unter und vermittelst körperlicher Schmerzen, die Tortur, Marter. Einen Missethäter peinlich befragen, ihn gerichtlich martern, auf die Tortur bringen. (b) Leib- und Lebensstrafen betreffend, criminal oder criminell; im Gegensatze des bürgerlich. Die peinliche Gerichtbarkeit, das Recht, solche Strafen zuzuerkennen. Das peinliche Gericht. Peinliche Gesetze, welche Leib- und Lebensstrafen betreffen. Peinlich gegen jemanden verfahren, als wenn er solche Strafen verdienet hätte. Jemanden peinlich anklagen, auf Leib und Leben.[] Siehe Bürgerlich 1. 2) Von der Empfindung des Gemüthes, den höchsten oder doch einen sehr hohen Grad der Unlust verursachend, und darin gegründet. (a) Eigentlich. Das ist mir sehr peinlich. Das Zögern ist mir überaus peinlich. Die Langeweile (lange Weile) ist eine der peinlichsten Gemüthsfassungen, Sulz. Der Umgang mit einem Menschen, mit welchem man so steht, ist sehr peinlich. Es ist peinlich, ermahnet zu werden, wenn man unschuldig ist. (b) Geneigt, gewohnt, bey unerheblichen Dingen eine übertriebene Unlust, ingleichen eine übertriebene Sorgfalt und Bedenklichkeit zu äußern. Ein peinlicher Mensch. Sehr peinlich thun, ängstlich, bange.
1937 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Peinlich

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Peinlich , -er, -ste, adj. et adv. der Pein ähnlich, in derselben gegründet, Pein verursachend. 1. In der ersten Bedeutu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    peinlich

    Goethe-Wörterbuch

    peinlich Zusammenschr mit allzu- 15 2 ,164 ; auch subst, dabei vereinzelt Kleinschr; gelegentl endungslose Adj-Flexion 1…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Peinlich

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Peinlich , strafrechtlich, so: p.es Recht, p.er Proceß, p.e Halsgerichtsordnung.

  4. modern
    Dialekt
    peinlich

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    peinlich Band 2, Spalte 2,158

  5. Spezial
    peinlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    pein|lich I adj. 1 (unangenehm) da sté ert, da sté inré , incomper (-pri, -pra) 2 (beschämend) da dodé, dodënt (-nc, -a)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit peinlich

12 Bildungen · 6 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von peinlich 2 Analysen

pein + -lich

peinlich leitet sich vom Lemma pein ab mit Suffix -lich.

Alternativen: pe+-in+-lich

peinlich‑ als Erstglied (6 von 6)

Peinliche Befragung

Meyers

peinlich·e·befragung

Peinliche Befragung ( peinliche Frage ), soviel wie Spezialinquisition; dann die beim hochnotpeinlichen Halsgericht zum letztenmal wiederhol…

peinlichkeit

DWB

peinlich·keit

peinlichkeit , f. , mhd. und md. pînlîcheit, leibliche oder innerliche pein, qual, leiden; auch peinliches gerichtsverfahren, tortur ( Lexer…

peinlichkeit

FWB

1. ›Leid, Qual, Schmerz, Schmerzhaftigkeit als Zustand der Welt; im Rahmen asketischer Bußübungen übernommenes Leiden, Kasteiung‹; 2. ›Folte…

peinlich als Zweitglied (4 von 4)

hochnothpeinlich

DWB

hoch·nothpeinlich

hochnothpeinlich , adj. beiname des halsgerichts ( peinlichen gerichts ): kein armer verbrecher fühlt mehr schwulität, der vor hochnothpeinl…

nothpeinlich

DWB

noth·peinlich

nothpeinlich , adj. was hochnothpeinlich: nothpeinliche halsgerichte. Haymen jurist. lexic. 752 ; ( als ) er, des kühnen raubes angeklagt, v…

notpeinlich

DRW

not·peinlich

notpeinlich, adj. ein Attribut des Halsgerichts vgl. hochnotpeinlich [wir] erkennen ... daß [die als Hexe beschuldigte] gemelte gefangene nu…

urpeinlich

RDWB1

urpeinlich ужасно неприятно, страшно неловко, мучительно неловко, стыдно, безумно стыдно

Ableitungen von peinlich (2 von 2)

unpeinlich

DWB

unpeinlich , adj. adv. , gth. v. peinlich. mhd. unpînlich, -lîche, mnd. unpînlik, mnl. nl. onpijnlijc. Diefenbach gl. 290 b . veraltet. unle…

urpeinlich

RDWB1

urpeinlich ужасно неприятно, страшно неловко, мучительно неловко, стыдно, безумно стыдно