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läuten

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PfWB
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12 in 10 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

läuten schw.

Bd. 4, Sp. 837
läuten schw. (st.): 1. 'mit einer Glocke läuten', laide [verbr. NOPf vereinzelt SOPf WPf, mancherorts Don verbr. Krämer Gal 139], laire [verbr. übrige Pf außer SWPf, Christmann Kaulb 23 Mang 127 Müller Dietschw 47 PfId. 87, vereinzelt Krämer Gal 139], laiðe [Don-Werb (Jakob Eigw. 11f)], laile [KU-Bedb O'alb KB-Standbl BZ-Steinf, Gimmel in: PfL 11. 8. 1922], laiere [IB-Bierb Erfw/Ehlmg], lirre [lothr. SWPf], lille [IB-Ensh (Glass 59)], laure [WD-Hoof Ingb Schandein Sprachsch. 37], laude [Don-Lenauh], läure [KU-Godhs HB-Erb IB-Nd'würzb RO-Ruppeck KL-Kottw/ Schwand Landstl PS-Fehrb NW-Kallstdt BZ-Münchw GH-Büchbg Schandein Sprachsch. 37]; zu Flexion u. Part. s. F.; vgl. bämpeln, bimpeln; Zs.: an-, zusammenläuten; subst.: Elfuhr-, Erst-, Gassenbesen-, Glocken-, Leicht-, Schaub-, Schreck-, Sturm-, Unservater-, Zehnuhr-, Zweit-, Zwölfuhrläuten. Die Glocke laide. [LU-Opp, verbr.]. 's lait Elfe 'elf Uhr' [GH-Kand, verbr.]. 's lait Meddag [KU-Bedb, verbr]. 's lait in d' Kerch [GH-Kand, verbr.]. 's lait zur Hochzig [LU-Opp]. 's lait Schreck 'Es läutet zur Christmette' [LA-Venn, BZ-Dernb]. Es dut in die Schul l., zum Schulbeginn mit der Schulglocke [KU-Schmittw/O, KU-Bedb]. Es werd gleich l. [BZ-Stein, verbr.]. 's lait far die Vastääjung (Versteigerung) [LU-Opp]. 's hat 's erscht (zwätt, dritt) gelait 'Es hat das erste (zweite, dritte) Mal zur Kirche geläutet' [ZW-Battw, mancherorts, Runck Du un ich 87], auch subst. 's eerscht (zwett, dritt) Laide [mancherorts]. Er hot 's Laile 'Er ist Glöckner' [KU-Bedb, Schmittw/O]. Ehr Kinn, gehn dapper hääm, die Nachtglock hott schun lang gelett! [KU-Reiffb]. 's lait Nacht, sou hääßts bei uns im Ort, / 's lait Betlock, saacht ma' do un dort [Runck Du un ich 87]. Das Läuten der Totenglocke wird in folgenden Wendungen bezeichnet: 's lait Zääche s. Zeichen (läuten) [LU-Opp, verbr.], 's lait Schiedung (Verschiedung) [SP-Heiligst, mancherorts VPf], 's lait Schaab (s. Schaub) [KB-Kriegsf, mancherorts NPf]. Zääche brauchen ehr, Gott sei Dank, heit noch net for mich se l. [JKurpf. 1934 88]. Das Läuten zur Beerdigung: 's lait uf (zur, for) die Leicht [KU-Schmittw/O, mancherorts], 's lait ans Grab [KU-Brück, LU-Opp], 's lait uf de Kerchhof [KB-Kriegsf, KU-Bedb RO-Dielkch], 's lait an's Haus [LU-Friesh, mancherorts]. RA.: mit de Sauglock l. 'jemanden grob anfahren' [PfL 11. 8. 1922]. Er hat eppes l. heere 'Er hat (von einer Sache) andeutungsweise etwas mitgekriegt' [KU-Bedb, mancherorts], oft noch mit Zusatz: ... wääß awwer nit, was [GH-Kand, mancherorts], ... un wääß net, wo [LU-Oggh, mancherorts], ... awwer nit recht [PS-Erfw, ZW-Battw], ... awwer net zsammeschlage [LU-Friesh], ... weeß awwer net, wo die Glock hängt [KU-Brück]. Die hot 's L. verbaßt, von einem Mädchen, das die richtige Zeit zum Heiraten versäumt hat [LU-Limbghf, ZW-Contw Krieger 32]. Die Weihnachtsglocke heert er nimmi l., von einem, der bald stirbt [Westricher Kalender 1957 103]. Des halt vun Elfe bis's lait, von einer Arbeit oder Reparatur, deren Haltbarkeit als sehr gering eingeschätzt wird [Bergz (Kamm 43), mancherorts]. Volksgl.: Wenn während einer Hochzeit die Totenglocke läutet, bleibt das Paar nicht lange beisammen [GH-Neubg]. Die Schulbuben müssen mit dem L. warten, bis die Uhr ausgeschlagen hat, sonst stirbt jemand [Heimatblätter für Lu'haf 1914 16]. Zum Wetterläuten vgl. PfMHk. 1922 148, Dochnahl 56 und Gewittergeläute, Sturmläuten, Volksmed.: Brauchspruch gegen Warzen, während des Sterbegeläutes zu sprechen: Alleweil läut's fer en Totes in's Grab. Mit dem Wasser wäsch ich mein Warze ab [HB-Kirrbg, in Var. auch PS-Erfw]. Volksbr.: Während der Kartage wird das L. eingestellt (vgl. Klapper 1a), den Kindern sagt man, die Glocken seien (nach Rom) fortgeflogen [KU-Brück, mancherorts]. (Scherz)-Rätsel: Warum lait's dann? Antwort Weil ääner zieht [LU-Oggh]. a. 1374: Soll auch dieselbe mess alle tag gesprochen werden zur stunde so man das erste zur rechten frohen mess lüthet [Niedhammer 149/50]. a. 1507: vnd mit einer glocken neun letzen leidten lassen [PfWeist. 550 (LA-Frankw)]. a. 1507: Item soll derselb schultheß die glock IX mal leyden [ebd. 548]. a. 1566: gegen dem Wetter leuten ist bei 1 fl Strafe verboten [PfMHk. 1922 147 (Leininger Polizeiordnung)]. a. 1606: wen man der ganzen Gemein in fron geleut hatt [Niedhammer 239]. 16. Jh. (Abschrift): ein glockner, der die mittel glock geliten könte [Grimm Weist. V 607 (LA-Herxh)]. — 2. vom Gesang der Wachtel, in der BR.: Wann die Wachtle fleißig schlaa, do leiren se vun Rääⁿdaa [RO-Als]. — F.: Ind. Sg.: 1. lait, 2. laitscht, 3. lait [verbr. außer SWPf], litt [lothr. SWPf], laut [IB-Hass Heckdh Ingb Ommh Rohrb], Pl. 1. - 3. lairen, laiden, lirren, lillen, vgl. Inf.; Part. Perf. gelitte [mancherorts VPf, Klein Prov. 140 Krämer Gal 139], gelitt [Don-Schowe Torscha Krämer Gal 139], gelette [LA-Venn], gelett [Rand der NWPf], gelaut [WD-Saal], gelait [übrige Pf]. — Südhess. IV 202/05; Rhein. V 238/43; Lothr. 344 luden; Els. I 626/ 27 lüten, luten.
5044 Zeichen · 134 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Läuten

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Läuten , verb. reg. welches das Activum des vorigen ist. 1) * In weiterer und eigentlicher Bedeutung, einen Laut oder La…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    läuten

    Goethe-Wörterbuch

    läuten a intrans von (Kirchen-)Glocken: klingen, ertönen; einmal im bildhaften Zshg Als sie aber die Glocken l. hörte 20…

  3. modern
    Dialekt
    läutenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    läuten schw. (st.): 1. 'mit einer Glocke läuten', laide [verbr. NOPf vereinzelt SOPf WPf, mancherorts Don verbr. Krämer …

  4. Sprichwörter
    Läuten

    Wander (Sprichwörter)

    Läuten 1. Dat loa 'k luien, sach de Köster, doa was 'me sin Wyf afstuoarwen. ( Hemer in der Grafschaft Mark. ) – Fromman…

  5. Spezial
    läuten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    läu|ten I vb.intr. 1 (Klang geben) soné (sona) 2 (von Kuhglocken) stlinghiné (-nëia) 3 (klingeln, z.B. Telefon) soné (so…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laeuten

18 Bildungen · 9 Erstglied · 7 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von laeuten 2 Komponenten

lau+ten

laeuten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

laeuten‑ als Erstglied (9 von 9)

Läutenbier

RhWB

laeuten·bier

Läuten-bier lybīr Klevld n.: die Nachbarn, die das Totengeläute besorgten, kregen (früher) in't Wärtshüs L.

Läutengarben

RhWB

laeuten·garben

Läuten-garben luwję·r.vən (o. O.) Pl. t.: L. erhielt noch vor 70 Jahren der Küster von den meisten grossen Bauerngütern der Pfarre.

läutenhart

RhWB

laeuten·hart

läuten-hart lędənhart  Bitb-Seimerich Adv.: l. kreischen ganz laut weinen.

laeuten als Zweitglied (7 von 7)

anläuten

DWB

anläuten , campanam pulsare, campana signum dare inchoandi: ein metten, vesper wol an- und eingelitten. Garg. 246 a ; die kirche, den feiert…

ausläuten

DWB

aus·laeuten

ausläuten , extremum sonare campana, nnl. uitluiden: es läutet eben aus; die glocken haben ausgeläutet, campanae tacent; zum gericht hat man…

beläuten

DWB

beläuten , campanae sonitu celebrare, convocare: dein leib nit auf den kirchhof graben, bleibt unbeleut und unbeklungen. Waldis Esop 4, 46 .…

einläuten

DWB

ein·laeuten

einläuten , campanae sonitu initiare, nnl. inluiden: es wird eben eingeläutet, man hat schon eingeläutet; das fest, die messe einläuten; so …

wetterläuten

DWB

wetter·laeuten

wetterläuten , n. ( subst. inf. ); ' das läuten der glocken bei gewittern, wodurch man sie zu entfernen oder zu zertheilen denkt ' Campe 5 (…

zusammenläuten

DWB

zusammen·laeuten

-läuten , v. , mit läuten zusammenrufen: unwillkürlich griff er nach dem glockenzug, als müsse er das ganze haus ... zu seiner hülfe z. W. R…

Ableitungen von laeuten (2 von 2)

beläuten

DWB

beläuten , campanae sonitu celebrare, convocare: dein leib nit auf den kirchhof graben, bleibt unbeleut und unbeklungen. Waldis Esop 4, 46 .…

verläuten

DWB

verläuten , verb. 1 1) mittelst geläute vertreiben: einige glauben, das gewitter verläuten zu können. Heinsius 4, 1, 1315 . 2 2) verläuten, …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „laeuten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/laeuten/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „laeuten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/laeuten/pfwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „laeuten". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/laeuten/pfwb.
BibTeX
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