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läuten

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 10 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

läuten

läuten

1laut Adj. ‘weithin hörbar, geräuschvoll’, ahd. (h)lūt ‘vernehmlich, dröhnend, schallend, bekannt’ (8. Jh.), mhd. lūt ‘helltönend, hell für das Auge, klar, deutlich’, asächs. hlūd, mnd. lūt, mnl. luut, nl. luid, aengl. hlūd, engl. loud (germ. *hlūda-) führt wie aind. śrutá- ‘gehört, genannt, berühmt’, griech. klytós (κλυτός) ‘berühmt’, lat. inclutus ‘berühmt’ auf ein mit dem Suffix ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv, gehört jedoch zu einer anderen Ablautstufe der unten genannten Wurzel als die außergerm. Formen; vgl. die zugehörigen Verben aind. śṛṇṓti ‘hört, erfährt, merkt auf’, griech. klýein (κλύειν) ‘hören’, lat. cluēre ‘heißen’. Vergleichbar sind ferner die unter Leumund (s. d.) genannten Formen sowie got. hliuþ oder hliuþs ‘Stille’, anord. hljóð ‘Gehör, Schweigen, Laut, Ton’ sowie aslaw. slovo, russ. slóvo (слово) ‘Wort’, (ablautend) aslaw. slava, russ. sláva (слава) ‘Ruhm, Ehre’. Auszugehen ist von ie. *k̑lēu- ‘hören’, auch ‘wovon man viel hört, berühmt, Ruhm’. – Laut m. ‘Ton, (kaum wahrnehmbares) Geräusch’, ahd. (h)lūt m. ‘Schall, Klang’ (9. Jh.), mhd. lūt m., mnd. lūt m. n., mnl. luut m. n. ist wie ahd. (h)lūta f. ‘Ton, Geräusch, Stimme’ (10. Jh.), (h)lūtī f. ‘Lautstärke’ (8. Jh.) Abstraktbildung zum Adjektiv. Es bezeichnet das dem Ohr Hörbare, Wahrnehmbare, zum Unterschied vom Adj. seit frühnhd. Zeit ohne besondere Betonung der Lautstärke. Im Vergleich zu bedeutungsnahen Wörtern wie Ton und Klang insgesamt weniger gebräuchlich, dringt Laut im 18. Jh. als Ausdruck der Sprachwissenschaft im Sinne von ‘kleinstes akustisch-artikulatorisches Element’ schnell durch; vgl. die zahlreichen Bildungen und Zusammensetzungen wie Mitlaut (s. mit), Selbstlaut (s. selb), ferner Ablaut (s. d.), Umlaut (18. Jh.), Lautgesetz, Lautlehre, Verschlußlaut (19. Jh.). Lautsprecher m. Übersetzung (20. Jh.) von engl. loudspeaker. Lautverschiebung f. lautgesetzliche Veränderung von Konsonanten (J. Grimm 1822). Wortlaut m. ‘Klang des Wortes’ (17. Jh.), bald danach ‘wörtlicher Inhalt, wörtliche Wiedergabe eines Textes’. vorlaut Adj. vom Jagdhund ‘zu früh Laut gebend’ (16. Jh.), dann von Menschen, besonders Kindern, ‘ungefragt redend, naseweis’ (18. Jh.). lauten Vb. ‘einen bestimmten Wortlaut, Inhalt haben’, ahd. (h)lūtēn ‘ertönen, erschallen’ (8. Jh.), mhd. lūten ‘einen Laut von sich geben, ertönen, heißen, bedeuten’. Im Nhd. treten die zahlreichen alten Verwendungen zurück; in der Bedeutung ‘erklingen’ (von Glocken) wird lauten nach 1800 durch intransitives läuten abgelöst (s. unten). Seitdem nur noch übertragen: das Urteil lautet auf drei Jahre Gefängnis, der Befund lautet ungünstig. verlauten Vb. ‘bekanntwerden, verkünden’ (15. Jh.). verlautbaren Vb. ‘bekanntmachen, bekanntwerden’, mhd. verlūtbæren; zu mhd. lūtbære ‘laut, öffentlich’. läuten Vb. ‘ertönen lassen, erklingen’ (von Glocken), ahd. (h)lūten (8. Jh.), (h)liuten (9. Jh.) ‘läuten, schallen, tönen’, mhd. liuten, Faktitivum (germ. *hlūdjan) zum Adj. laut. Der Gebrauch ist im Nhd. weitgehend auf das Läuten der Glocken (intransitiv und transitiv) eingeschränkt; landschaftlich auch vom Ertönen der Türklingel und des Telefons. Geläut(e) n. ‘Glockenklang, mehrere aufeinander abgestimmte Glocken’, mhd. geliute n.
3208 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Läuten

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Läuten , verb. reg. welches das Activum des vorigen ist. 1) * In weiterer und eigentlicher Bedeutung, einen Laut oder La…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    läuten

    Goethe-Wörterbuch

    läuten a intrans von (Kirchen-)Glocken: klingen, ertönen; einmal im bildhaften Zshg Als sie aber die Glocken l. hörte 20…

  3. modern
    Dialekt
    läutenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    läuten schw. (st.): 1. 'mit einer Glocke läuten', laide [verbr. NOPf vereinzelt SOPf WPf, mancherorts Don verbr. Krämer …

  4. Sprichwörter
    Läuten

    Wander (Sprichwörter)

    Läuten 1. Dat loa 'k luien, sach de Köster, doa was 'me sin Wyf afstuoarwen. ( Hemer in der Grafschaft Mark. ) – Fromman…

  5. Spezial
    läuten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    läu|ten I vb.intr. 1 (Klang geben) soné (sona) 2 (von Kuhglocken) stlinghiné (-nëia) 3 (klingeln, z.B. Telefon) soné (so…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laeuten

18 Bildungen · 9 Erstglied · 7 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von laeuten 2 Komponenten

lau+ten

laeuten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

laeuten‑ als Erstglied (9 von 9)

Läutenbier

RhWB

laeuten·bier

Läuten-bier lybīr Klevld n.: die Nachbarn, die das Totengeläute besorgten, kregen (früher) in't Wärtshüs L.

Läutengarben

RhWB

laeuten·garben

Läuten-garben luwję·r.vən (o. O.) Pl. t.: L. erhielt noch vor 70 Jahren der Küster von den meisten grossen Bauerngütern der Pfarre.

läutenhart

RhWB

laeuten·hart

läuten-hart lędənhart  Bitb-Seimerich Adv.: l. kreischen ganz laut weinen.

laeuten als Zweitglied (7 von 7)

anläuten

DWB

anläuten , campanam pulsare, campana signum dare inchoandi: ein metten, vesper wol an- und eingelitten. Garg. 246 a ; die kirche, den feiert…

ausläuten

DWB

aus·laeuten

ausläuten , extremum sonare campana, nnl. uitluiden: es läutet eben aus; die glocken haben ausgeläutet, campanae tacent; zum gericht hat man…

beläuten

DWB

beläuten , campanae sonitu celebrare, convocare: dein leib nit auf den kirchhof graben, bleibt unbeleut und unbeklungen. Waldis Esop 4, 46 .…

einläuten

DWB

ein·laeuten

einläuten , campanae sonitu initiare, nnl. inluiden: es wird eben eingeläutet, man hat schon eingeläutet; das fest, die messe einläuten; so …

wetterläuten

DWB

wetter·laeuten

wetterläuten , n. ( subst. inf. ); ' das läuten der glocken bei gewittern, wodurch man sie zu entfernen oder zu zertheilen denkt ' Campe 5 (…

zusammenläuten

DWB

zusammen·laeuten

-läuten , v. , mit läuten zusammenrufen: unwillkürlich griff er nach dem glockenzug, als müsse er das ganze haus ... zu seiner hülfe z. W. R…

Ableitungen von laeuten (2 von 2)

beläuten

DWB

beläuten , campanae sonitu celebrare, convocare: dein leib nit auf den kirchhof graben, bleibt unbeleut und unbeklungen. Waldis Esop 4, 46 .…

verläuten

DWB

verläuten , verb. 1 1) mittelst geläute vertreiben: einige glauben, das gewitter verläuten zu können. Heinsius 4, 1, 1315 . 2 2) verläuten, …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „laeuten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/laeuten/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „laeuten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/laeuten/pfeifer_etym. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „laeuten". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/laeuten/pfeifer_etym.
BibTeX
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