Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Handwerk n.
Handwerk n.
Handwerk n. ‘überwiegend mit Hand und (einfachem) Werkzeug ausgeübte Berufstätigkeit, Berufsstand der Handwerker’, ahd. hantwerc ‘Handarbeit, Verfertigung’ (um 1000), mhd. hantwerc ‘Handarbeit, Gewerbe. Zunft’, aengl. handweorc (neben handgeweorc), engl. handwork, handiwork ‘Handarbeit’. Im Mhd. und älteren Nhd. (vielleicht auch schon im Ahd.?) mischt sich der Gebrauch von hantwerc mit dem von antwerc ‘(Belagerungs)maschine’ (eigentlich ‘Gegenwerk’, s. ent- und vgl. mhd. entwürken ‘zunichte machen, zerstören’), so daß antwerc auch ‘Handarbeit’ und Handwerk noch im 18. Jh. auch ‘Rammbock’ bedeutet. Der Bedeutungsumfang verengt sich gegenüber dem Mhd., Handwerk bezeichnet die stoffumwandelnde und -bearbeitende Produktion und grenzt sich gegen die Landwirtschaft und bestimmte Dienstleistungsgewerbe ab. In mhd. Zeit rechnen Zweige der Urproduktion wie Gärtnerei und Fischerei zum Handwerk. Die Bedeutung des Handwerks als eines produzierenden Zweigs der Wirtschaft nimmt im Zuge der sich ausweitenden Großindustrie des 19. Jhs. ab; es behauptet sich vornehmlich als Reparatur- und Kunsthandwerk. – Handwerker m. ‘wer ein Handwerk ausübt’, mhd. handwerker neben (h)antwercman, ahd. (h)antwercman (10. Jh.).