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Handwerk

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Handwerk Das

Bd. 2, Sp. 539b
Das Handwerk, des — es, Mz. die — e. 1) * * Ein Werk der Hand oder mit den Händen verfertiget. I engerer Bedeutung, ein großes Wurfzeug, Wurfgeschoß, dessen man sich vor Erfindung des Schießpulvers bediente. 2) Die Fertigkeit, Kunst, die Naturerzeugnisse weiter zu bearbeiten und zu verarbeiten, allerlei Arbeiten mit den Händen, jedoch mit Hülfe von Werkzeugen zu verfertigen, die meist nur durch Nachahmung und Übung erlangt ist und keine besondere Anstrengung der Geisteskräfte erfodert; besonders aber diese Fertigkeit als ein Gewerbe betrachtet, welches in einer gewissen Ordnung und mit Beobachtung gewisser Gebräuche betrieben wird; zum Unterschiede von Kunst, im höhern Sinne, und Wissenschaft. Ein Handwerk lernen. Sein Handwerk verstehen. Ein Handwerk treiben, die erlernte Fertigkeit anwenden und ein Gewerbe daraus machen. Einem das Handwerk legen, ihm die Ausübung desselben verbieten; uneigentlich auch, ihn nöthigen, eine Beschäftigung zu unterlassen, sie aufzugeben, ihn verhindern dieselbe fortzusetzen. Das Handwerk der Drechsler, Fleischer, Schlosser, Schmiede, Tischler, Weber  oder das Drechslerhandwerk, Fleischerhandwerk, Schlosserhandwerk  Ein zünftiges Handwerk, wo diejenigen, die es treiben in eine Zunft vereiniget sind und gewisse Ordnungen und Gesetze beobachten; zum Unterschiede von den freien und unzünftigen. Ein gesperrtes Handwerk, welches auf einen Ort eingeschränkt ist, und sich außer demselben nicht ausbreiten darf. ♁ Ein geschenktes Handwerk, bei welchem die Gesellen auf der Wanderschaft ein Geschenk empfangen. I gemeinen Leben sagt man auch, seines Handwerks (seinem Handwerk nach) ein Schneider, Tuchmacher  sein, d. h. ein Schneider, Tuchmacher  sein. Einem ins Handwerk greifen, eine Beschäftigung vornehmen, zu welcher nur der Andre berechtiget ist; dann, Eingriffe in die Befugnisse eines Andern thun. Das Spielen zum Handwerk machen, oder ein Handwerk aus dem Spiele machen, zu seiner gewöhnlichen und Hauptbeschäftigung, es gleichsam zu seinem Gewerbe machen, davon leben. Eine Sache als ein Handwerk treiben, bloß als eine Sache der Gewohnheit und Übung, ohne Nachdenken oder doch ohne vorzügliches höheres Nachdenken damit zu verbinden. Einen Gelehrten von Handwerk nennt man einen solchen, der von der Ausübung und Anwendung seiner gelehrten Kenntnisse, der Wissenschaft der er sich widmete, gleichsam wie der Handwerker von seinem Gewerbe, leben muß, oder der eine Wissenschaft als Hauptsache betreibt, der mit Gegenständen der Gelehrsamkeit sich vorzugsweise oder allein beschäftiget; zum Unterschiede von einem, der dies nicht zu diesem Zwecke, oder nicht in demselben Grade und mehr aus Liebhaberei, zur Erholung  thut. I einer solchen allgemeinen Bedeutung sagt man auch, Х vom Handwerke sein, ein und dieselben Sache verstehen, treiben. Er ist vom Handwerke, er versteht die Sache, er kann darüber urtheilen. Für die Verrichtungen mancher Handwerker hat man auch andre Benennungen. So sagt man auch, die Beckerei, Gerberei  für, Beckerhandwerk, Gerberhandwerk  Andre Gewerbe, die sich mit Gewinnung der Naturerzeugnisse, mit der Aufziehung, dem Fangen der Thiere  beschäftigen, nennt man nicht Handwerke, sondern man belegt sie mit andern Namen, z. B. Feldbau, Gärtnerei, Bergbau, Fischerei, Jägerei  3) Alle Personen zusammengenommen, welche an einem Orte dasselbe Handwerk treiben; das Gewerk, die Zunft, Inung, Gilde. Das Handwerk fodern, zusammenkommen lassen. Das Handwerk machen, die sämmtlichen Meister auf Verlangen eines Meisters zusammenkommen lassen, damit sie einen Streit schlichten. Das Handwerk mithalten, von einem Meister auf dem Lande oder in einer kleinen Stadt, wo keine Lade seiner Zunft ist, wenn er sich zu der Inung in einer größern Stadt hält, daselbst seine Beiträge erlegt und seine Lehrburschen aus= und einschreiben läßt. Einen beim Handwerke oder vor dem Handwerke verklagen. I das Handwerk freien, oder heirathen, eine Person desselben Handwerkes heirathen, oder durch eine Heirath Mitglied eines Handwerks, einer Zunft werden. Das Handwerk grüßen, ansprechen, die Handwerksgenossen um eine Gabe, ein Geschenk ansprechen; auch in weiterer und uneigentlicher Bedeutung, einen der dieselbe oder eine ähnliche Beschäftigung treibt, ansprechen. — Dann auch, die Versammlung dieser Personen. Handwerk halten, oder das Handwerk halten. Vor das Handwerk gefodert werden. Zuweilen werden darunter auch nur die versammelten Ältesten und Vorgesetzten verstanden. Noch gebrauchen die Handwerker folgende Ausdrücke: das Handwerk läßt ihn fallen, sagt man von einem Gesellen, dem aufgegeben wird, von neuen ein besseres Meisterstück zu machen. Das Handwerk erheben, seine Gebühr an Gelde in die Lade vierteljährig erlegen, und dadurch gleichsam sein Meisterrecht erneuern. Das Handwerk muthet, wenn es einem Gesellen, der sich zum Meisterrecht meldet, noch eine Zeitlang zu warten und als Gesell zu arbeiten, auflegt.
4917 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Handwêrk

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Handwêrk , des -es, plur. die -e. 1. * Ein mit der Hand verfertigtes Werk, bey dem Notker Hantuuerch, in dem alten F…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Handwerk

    Goethe-Wörterbuch

    Handwerk auch -ck, mit rund 350 Belegen deutlich höher belegt als ‘Gewerbe’ oder ‘Gewerk’. Charakterist inbes die spannu…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Handwerk

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Handwerk , ist die Arbeit, welche die rohen Naturerzeugnisse auf mechanischem Wege zum unmittelbaren Gebrauche veredelt.…

  4. modern
    Dialekt
    Handwërk

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Handwërk n. Handwerk. s H. hasst e i nand e r Su. ‘s Handwerk nied neidet ’ Dehli. JB. XI 57. E H. het e goldene n Bode …

  5. Sprichwörter
    Handwerk

    Wander (Sprichwörter)

    Handwerk 1. Achttein (achtzehn) Handwark is nägentein (neunzehn) Unglück. – Eichwald, 730; für Oldenburg: Firmenich, I, …

  6. Spezial
    Handwerk

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hand|werk n. (-[e]s,-e) 1 (handwerklicher Berufszweig) profesciun (-s) f. , ert (erc) m. , mistier (-s) m. 2 (gewerblich…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit handwerk

267 Bildungen · 178 Erstglied · 88 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von handwerk 2 Komponenten

hand+werk

handwerk setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

handwerk‑ als Erstglied (30 von 178)

handwerker

DWB

hand·werker

handwerker , m. der ein gewerbe (handwerk 2) berufsmäszig treibt; bittet got umbe alle getreuwe arbaitter, alle gemein hantwercher, das in g…

handwerker

FWB

1. s. handwerk 1.; 2. ›Handwerker; Person, die im Rahmen einer Zunft und der Wirtschaftsregelungen des Rechtsraumes einem Gewerbe nachgeht‹;…

Handwerkerabteilungen

Meyers

Handwerkerabteilungen bei den Truppenteilen, s. Bekleidungswirtschaft . Besondere Handwerkerkompagnien fertigten früher in den Artilleriewer…

Handwerkerbörsen

Meyers

Handwerkerbörsen , eine Art Börsen, an denen Gewerbtreibende mit Lieferanten von Rohstoffen etc. und mit Abnehmern für ihre Waren regelmäßig…

Handwerkerbude

PfWB

handwerker·bude

Handwerker-bude , Handwerker-butik f. : 'Werkstatt des Handwerkers', abwertend, Handweʳkeʳbud, -budik [ KU-Bedb ]. —

Handwerkerei

Campe

handwerke·rei

○ Die Handwerkerei , d. Mz . ungew. die Arbeit eines Handwerkers, die Art und Weise, bloß handwerksmäßig zu arbeiten, etwas zu behandeln. »W…

handwerkerisch

DWB

handwerke·risch

handwerkerisch , adj. : dise handwerkerische erfindungen ( magnetnadel, buchdruckerei, schieszpulver ). Schuppius 768 .

Handwerkertage

Meyers

handwerker·tage

Handwerkertage , mit wechselndem Versammlungsort stattfindende Vereinigungen selbständiger Handwerker verschiedener Städte. Solche H. fanden…

handwerkertalent

DWB

handwerker·talent

handwerkertalent , n. : der beruf des lebens fordert höhere als handwerkertalente. Schelling vorles. üb. d. methode des acad. studiums 43 .

Handwerkervereine

Meyers

handwerker·vereine

Handwerkervereine , Vereinigungen von Handwerksgenossen, die sowohl die geistige und sittliche Hebung, die allgemeine und die Berufsbildung …

handwerkervolk

DWB

handwerker·volk

handwerkervolk , n. : da ging es denn hoch her unter dem handwerkervolk. Riehl culturgesch. nov. 378 .

handwerk als Zweitglied (30 von 88)

Bäckerhandwerk

Adelung

baecker·handwerk

Das Bäckerhandwerk , des -es, plur. inus. 1) Das Handwerk, welches die Bäcker erlernen, als ein Abstractum. 2) Die sämmtlichen Bäckermeister…

bauhandwerk

DWB

bau·handwerk

bauhandwerk , n. , das zur ausführung eines baues nöthig ist, wie das der zimmerleute, maurer, dachdecker u. s. w.

Bettlerhandwerk

Wander

bettler·handwerk

Bettlerhandwerk Beim Bettlerhandwerk verdirbt niemand. – Simrock, 1027. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Bettlerhandwerk braucht keine Lehrlings…

Buhlerhandwerk

Wander

buhler·handwerk

Buhlerhandwerk Wenn man das Bulerhandwerck will verbieten, so muss man zuvor die Werckstatt vnd instrument abschaffen. – Lehmann, 401, 56.

diebshandwerk

DWB

diebshand·werk

diebshandwerk , n. das zunftmäszige betreiben des diebstahls. die ganze familie treibt das diebshandwerk.

Kramerhandwêrk

Adelung

kramer·handwerk

Das Kramerhandwêrk , des -es, plur. die -e, diejenigen Handwerke, in welchen die Arbeiten auf den Kauf gemacht werden, und welche richtiger …

kriegshandwerk

DWB

kriegs·handwerk

kriegshandwerk , n. 1 1) le metier de la guerre. Rädlein, ' die kriegskunst als ein handwerk betrachtet ' Adelung : ist der ackerbau minder …

lohnhandwerk

DWB

lohn·handwerk

lohnhandwerk , n. ein handwerk, dessen meister nur für lohn arbeitet, d. i. nur bestellte arbeit macht, zum unterschied von einem kramhandwe…

metzgerhandwerk

DWB

metzger·handwerk

metzgerhandwerk , n. handwerk des metzgers: Florens wird recht zu dem metzgerhandwerk, denn er ist ziemlich stark. buch d. liebe 7 b .

Metzlerhandwerk

DRW

metzler·handwerk

Metzlerhandwerk, n. I wie Metzgerzunft die meister gemeinlichen des metzlerhantwercks 1460 WürzbPol. 129 hait der rait sich entszlosszen, de…

Mühlenhandwerk

DRW

mühlen·handwerk

Mühlenhandwerk, n. Müllerhandwerk, fachgerechte Bedienung einer Mühlenanlage ist auf einer mül und lehret das m[ülhandwerk] 1574 SchwäbWB. V…

Müllerhandwerk

DRW

müller·handwerk

Müllerhandwerk, n. I Beruf, Tätigkeit eines Müllers (I) welcher das müllner hanndtwerch lernnen will, der soll ... seinen gebuertsbrieff ...…

Münzerhandwerk

DRW

münzer·handwerk

Münzerhandwerk, n. das mit der Münzherstellung befaßte Gewerbe dieweil das muntzerhandtwergk von alters frey gewesen ist, habenn wir yhme al…

Nadlerhandwerk

DRW

nadler·handwerk

Nadlerhandwerk, n. I Zunft der Nadler vgl. Nadleramt hefft dat nätelerhandwerck ... ene beleving gemaket under sick 1529 HambZftRolle 176 Fa…

Nestlerhandwerk

DRW

nestler·handwerk

Nestlerhandwerk, n. Gesamtheit der Einrichtungen, Institutionen und Tätigkeiten der Nestler, auch im Verbund mit anderen Handwerken (Beutler…

plattnerhandwerk

DWB

plattner·handwerk

plattnerhandwerk , m. : das plattnerhandwerk erlernen. Hartfelder Freiburger zunftordnungen 1, 19 . vergl. plattnerarbeit.

Posamentenhandwerk

DRW

posamenten·handwerk

Posamentenhandwerk, n. Tätigkeit eines Posamentmachers einhellige bewilligung, so twischen den des posamentenhandtwerckes tho H. algemeinenn…

Ableitungen von handwerk (1 von 1)

handwerke

KöblerMnd

handwerke , M. nhd. Handwerker E.: s. hant (1), werke (2) L.: MndHwb 1/2, 230 (hantwerke)