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habicht

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

habicht m.

Bd. 10, Sp. 91
habicht, m. accipiter. II. Form und verwandtschaft. ahd. habuh, hapuh, habich, mhd. habech; ags. heafoc, hafoc, engl. hawk; fries. hauk (Richthofen 801a); mnl. hauk, nnl. havik; altnord. hauk-r, n. hög, schwed. hök; für das gothische ist das wort nicht belegt, für das altniederdeutsche wird es in den ortsnamen Havocas-brôc, Havukô-horst im Werdener heberegister gewährt. Wie mhd. die form habech uneingeschränkt gilt, so zeigt das nhd. noch im 16. jahrh. vorwiegend habich, z. b. bei Brant narrensch. 44, 4, Serranus dict. a 3a, Alberus, Dasyp., Maaler 204c, Petr. 30b, Garg. 122b, 250a, Frey garteng. 2; vom fuchs und dem habich. B. Waldis 4, 44; hat ein lang spitzig maul wie ein habich. Forer fischbuch 10b. im 17. jahrh. wird habich seltener: die gelehrten müssen vielmehr den habichen biszweilen nachfolgen, welche wissen in die höhe sich zu erheben. Schuppius 757; von tauben wird niemals ein habich erzeuget. Rist Parn. 208. fürs 18. jahrh. kennen noch Steinbach und Frisch diese form, die noch jetzt in den mundarten herscht: schweiz. habch, habk Stalder 2, 8, kärnth. habich Lexer 129, in Tirol hbich Fromm. 5, 445, westerwäld. habch und haweih, hawweih, münsterl. havk Fromm. 6, 429. im Götting. hâwek, altmärk. haofk Danneil 76a. Die erste spur eines an das wort tretenden schlusz-t ist aus der zweiten hälfte des 15. jahrh., habicht, habcht Diefenb. 7c; die Laszbergsche handschrift (B) von Heinzelein von Constanz der minne lehre liest 474 hebehtlin für das hebechlîn der andern; Luther schreibt stets habicht: und dis solt ir schewen unter den vogeln, das irs nicht esset, den adeler, den habicht, den fischar. 3 Mos. 11, 13; der adeler, der habicht, der fischar. 5 Mos. 14, 12; fleuget der habicht durch deinen verstand und breitet seine flügel gegen mittag? Hiob 39, 26; nicht die da stünden und blöcketen oder habicht trügen. werke 5, 86b. im 17. jahrh. überwiegt schon diese form: habicht (neben habich) Stieler 724, habicht Schottel 1332, kein sperber, habicht, ahr oder weih. Schuppius (1701) 787, im 18. wird sie in der schriftsprache allein üblich. Neben habich und habicht geht auch das schwache habiche: habiche, habige Dief. 7c (vgl. havke, haavke Dähnert 180a); Heuszlin im vogelbuch hat der habich, der hapch 125b, aber den habichen, dem habichen. 129, dem hapchen. 128, 131, des hapchen 135b, die astures, das ist groszen hapchen mauszend sich gleich wie die hapchen 125b, neben der starken form des habichs 126. 129; dem habich 126; den habich 123. Eigenthümlich und sonst nicht weiter bezeugt ist die form hapsch. Dief. 7c. die gutturalis ist unterdrückt in der form habit: soll finden einen rick, darauf er seinen habit stelle und stroe, darauf seine hunde mögen ligen. weisthum von 1510 aus Urmütz unterhalb Coblenz, weisth. 3, 826. — Für Baiern verzeichnet Schm. 2, 148 das zusammengezogene der hacht, des hachten für habicht, vgl. hacht sp. 98. Der umstand, dasz das habichtsmännchen kleiner ist als das habichtsweibchen, läszt für das erstere eine diminutivform zur anwendung kommen: si haltend in irer grösse gegen andern thieren das widerspil, also, das männle ist das kleiner und wird genennt das häbchle, das weible aber ist vil grösser und sterker dann das männle, das wirt genennt der habich ... gemeinlich sind die häbichlein etwas kibiger dann der habich .. es ist ein lustig weidwerch mit dem habch und häbchle zu beizen. Stumpf chronik (Zürich 1586) 560b; der habichte sind zweierlei, der eine ist kleiner und wird habichtlin genannt, welches man für das männlein hält. Becher geh. jägercab. cap. 30; das männle (des habichts) ist kleiner und heist das habichtlein. das weiblein ist gröszer, so man den habicht nennet. und solches ist bei allen federspiel. Nehring histor.-polit.-jurist. lexicon (1736) anhang 94a. vgl. mhd. den sperwer unt daʒ hebechlîn mit blôʒer hant mac niemen vân, er müeʒe ein luoder drinne hân. Heinz. v. Constanz minne lehre 474. Die alte ableitung des lat. accipiter von accipere, die von Bopp und Pott mit bezug auf ein altind. açupatvan, griech. ὠκύπτερος zurückgewiesen ist, wird doch durch das deutsche gestützt. ahd. habuh kann nur auf heffan, goth. hafjan, lat. capio zurückgehen und den ergreifenden, packenden vogel bedeuten, von dem ja sonst gesagt wird, er krimmt und klemmt; chrimmit eviscerat (accipiter columbam pedibus uncis) Graff 4, 608; singenden vogel aber und clemenden und winde und hezzehunde und bracken mac man wol gelden mit eime iren glîchen, der also gut sî. Sachsenspiegel 3, 47. IIII. Bedeutung. II@11) der habicht ist der eigentliche deutsche jagdvogel, der name begreift oft auch falken und sperber in sich, Henisch 979 führt falck, falch, falcket, habich, sperber in éinem sinne auf; sonst braucht man falke für die edlern, habicht für die geringern, wie adler für die grösten raubvögel: alle raubvögel werden entweder unter dem adler oder aber habichs namen begriffen und verstanden. Feyerabend falknerei 7a. die jägersprache kennt in bezug auf habicht manche kunstausdrücke. die weidmännische redensarten vom habichte seind: der habicht hat greif-klauen; gestelle oder fuszgestelle (sind seine schenkel); fleug-bugfedern, auch flügelbogen. er stehet auf der hand oder stangen; wird getragen (vgl. hierzu oben die stelle aus Luther 5, 86b); gelocket oder bereitet; geätzet, und wenn er genug hat, saget man, er hat einen guten kropf; er bekommet gewolle. der habicht jaget oder raubet; ist lustig; fähret wohl; wird geworfen; fleugt auf den vorloosz oder zum federspiel; kommt zur hand; stehet zur hand, ist ein guter handvogel. wenn der weidemann den habicht fliegen lässet, heisset es gereicht; wenn der habicht ein rebhuhn wegführet, heisset es geleitet. wenn der habicht an einen bach zum baden oder tränken gestellet wird, heisset es geschöpfet; und wenn er zu zeiten etliche schwingfedern zerstossen, wird er geschiftet. öcon. lex. 893. die kunstausdrücke sind hiermit noch nicht erschöpft: der habicht wird abgebunden (von der hand, die ihn trägt, losgebunden): so du yetz etwan weit für die statt hinausz kommen, den habichen abgebunden, und die wurfriemen zusammen geläsen, umb die link hand gewunden hast, so luog allenthalben umb dich, wo du fliegend vögel sähist. Heuszlin vogelb. 128a; er schwingt, schwingt sich auf: man darf nit fragen, wer die sigen bi den die hund inn kilchen schrigen, so man mess hat, predigt und singt, oder bi den der habich schwingt, und duot sin schellen so erklingen, das man nit betten kan noch singen. Brant narrensch. 44, 4; vergl. ags. ne gôd hafoc geond säl svingeð. Beovulf 2264. der habicht stöszt vorzüglich gern auf weisze tauben. Heuszlin 131a; die weisze taube, so von den beschwerlichen habichen verfolget wird. bärtigt. frauenz. 67. er fällt auf seinen raub nieder, daher bildlich: die gute mutter, welche so sorgend, da sie unten im strome des lebens das fliegende bild vom niederfallenden habicht des todes erblickte, nur den sohn bedachte. J. Paul Titan 1, 37. Sprichwörtliches: auf etwas zufahren, wie ein habicht, ungemein gierig sein; mit einem groszen herrn als mit einem todten habicht beizen, unter dem titel eines groszen herrn böse anschläge ausführen. Frisch 1, 391a; vögel die zu früh singen kriegt der habicht, in der Wetterau üblich und auf menschen angewendet, welche früh am tage lustig singen; gedenke an die sprichwörter, so ein jeder bauer im munde führet: es ist übel schleifen sonder wasser; der gewinnen will, musz aufsetzen; mit leeren händen ist übel habichte zu locken. reime dich 127; men lokt geene haviken met ledige handen. Harrebomée, das ist auch mhd. bezeugt, wie die oben mitgetheilte stelle aus Heinz. v. Constanz lehrt; man verklagt die habichte nicht bei den geiern; da es thöricht gewesen wäre die habichte bei den geiern zu verklagen, so wurden alle diese beschwerden unmittelbar vor den thron gebracht. Wieland 8, 261. — Ein gesellschaftsspiel heiszt der reiche vogel und der arme habicht in K. Brustflecks lustigen scherzspielen. im Kärntischen wird von den kindern habich und hûne (hahn) gespielt. Lexer 129. Die alte form des wortes, die lautlich mit hab' ich von haben zusammenfällt, hat ein vielfach verbreitetes wortspiel erstehen lassen: hettich ist ein böser vogel, habich ist ein guoter. S. Frank 2, 120b; man musz einem habich bawen nicht einem hettich, das ist, hett ichs so und so gemacht, das kost unnütz geld. Lehmann 69; nu, hettich ist ein vogel,habich zwar beszer ist: doch stehts als auf der kugel,drumb traut zu aller frist, ob gott einst wolt bescherendie liebe einigkeit und euch dadurch gewehrender alten herrlichkeit. Joh. Doman lied v. der teutschen hanse v. 10. besser ein habich als ein hättich. Pistorius iv no. 45 s. 220; es ist besser ein dürrer habich als ein fetter hättich. s. 221; ebenso Körte 2512. Zusammensetzungen bezeichnen habichtarten, die vorzugsweise die im ersten compositionsgliede genannten thiere angreifen: finkenhabicht, ags. spear-hafoc. gänse-habicht, hühner-habicht, hünkel-habicht, mäuse-habicht. II@22) habicht, ein schwamm: habichte sind auch eine art erdschwämme, so sich wohl essen lassen, sind von ziemlicher grösze, etwas fahl oder graulichter farbe, und sehen wie viele an einander gesteckte dütgen aus, wachsen gern in eichenbuschigten orten. öcon. lex. 893. II@33) sperber, habicht, accipiter nennt der wundarzt auch eine binde, die bei nasenverletzungen gebraucht wird. Jacobsson technol. wb. 7, 388b.
9463 Zeichen · 178 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Habicht

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    2. Der Habicht , des -es, plur. die -e, ein Raubvogel mit vier bloßen Zähen, krummen Klauen und einem gekrümmten Schnabe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Habicht

    Goethe-Wörterbuch

    Habicht Raub- od Jagdvogel Gleichniß vom H. [ἴρηκι ἐοικώς 15,237 ], auf Tauben stürmend 41 1 ,299,19 Ilias Ausz [ für: α…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Habicht

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Habicht ( Astur Bechst .), Gattung der Raubvögel und der Familie der Falken ( Falconidae ), Vögel mit gedrungenem Leib, …

  4. modern
    Dialekt
    Habich(t)m.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Habich(t) m. : 1. 'Hühnerhabicht', mancherorts auch vom Bussard, Habch (habχ), Pl. Habche [verbr. NWPf NPf verbr. Gal], …

  5. Sprichwörter
    Habicht

    Wander (Sprichwörter)

    Habicht 1. Aus Habichten 1 kann man keine Tauben ziehen. 1 ) Das t ist erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts ungehörig hi…

  6. Spezial
    Habicht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ha|bicht (Accipiter gentilis) m. (-[e]s,-e) ‹ornit› (Hühnerhabicht) valtú (-tus) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit habicht

49 Bildungen · 44 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von habicht 2 Komponenten

hab+icht

habicht setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

habicht‑ als Erstglied (30 von 44)

habichtart

DWB

habich·tart

habichtart , f. : eine eigenthümliche erscheinung der thierwelt war eine habichtart, braun gefiedert und von der grösze der haushühner. ausl…

habichtbein

DWB

habicht·bein

habichtbein , n. schienbein eines habichts: der pantarbesstein ziecht das gold, das gold die habichtbein, der bernstein die spänen, das gest…

habichter

DWB

habich·ter

habichter , m. accipitrarius: ein falconier oder habichter soll ein hurtig und fertiger mann sein. Hohberg 3, 2, 351 a ; aucupem avibus rapa…

habichtfliege

DWB

habicht·fliege

habichtfliege , f. : asilus, raubfliege, wolffliege, habichtfliege, holländ. havikvlieg. Nemnich 1, 503 .

habichtkorb

DWB

habicht·korb

habichtkorb , m. korb zum fangen eines habichts: (die habichte) streichen im monat junio meist von der horst ab und werden dann in habichtkö…

habichtkraut

DWB

habicht·kraut

habichtkraut , n. accipitrina, hieracium Steinbach 1, 932 . engl. hawk-weed. flecken-habichskraut, hieracium maculosum Henisch 1131 , bei Ne…

Habicht, Ludw

DWBQVZ

Habicht, Ludw. *1830 Sprottau/Schles. †1908 Amalfi.

habichtnetz

DWB

habicht·netz

habichtnetz , n. : habichnetz, worin man die habichte fängt. Frisch 1, 391 a aus Flemings teutschem jäger.

habichtrinnen

DWB

habicht·rinnen

habichtrinnen , f. plur. rinnen mit darüber gezogenem netze zum habichtsfang. Jacobsson technol. wb. 6 s. 5 a .

Habichtsame

Campe

habicht·same

Der Habichtsame , des — ns , d. Mz . ungew. ein Name des Wall oder Wellsamens .

habichtsbrust

DWB

habicht·s·brust

habichtsbrust , f. wird die brust des pferdes genannt, wenn sie zu hoch hervor steht. Nemnich.

Habicht(s)dorn

PfWB

habicht·s·dorn

Habicht(s)-dorn m. : 'Wildrosenstrauch mit langen Trieben und starken Dornen', Habchdaʳn [ KU-Kaulb ]. Südhess. III 22 . —

habichtsfang

DWB

habicht·s·fang

habichtsfang , m. 1) fang des habichts. 2) apparat zum fangen des habichts, aus einem korbe oder netzwerk bestehend. öcon. lex. 893.

habichtsflügel

DWB

habicht·s·fluegel

habichtsflügel , m. : dann hat ihm ( einem Amor ) der mahler ein paar flügel angesetzt, die ein jagdkundiger in versuchung geräth für habich…

habichtsklaue

DWB

habicht·s·klaue

habichtsklaue , f. klaue des habichts: als ich vor unserm grafen die taube aus den habichtsklauen schosz. Körner 2, 69 .

Habichtsknorpel

Meyers

habicht·s·knorpel

Habichtsknorpel ( Brustbeinschnabel ), beim Pferd das schmale knorpelige Vorderende des Brustbeins in der Vorderfläche des Rumpfes, die als …

habicht als Zweitglied (4 von 4)

Äntenhabicht

Adelung

anten·habicht

Der Äntenhabicht , des -es, plur. die -e, S. Adelung Äntenadler . Schon in den Gesetzen der alten Baiern kommt der Nahme Anetapich vor; in d…

gänsehabicht

DWB

ganse·habicht

gänsehabicht , m. falco milvus, gabelgeier, hühnergeier Nemn. 2, 1580 , ags. gôshafuc aucarius Wright vocc. 29 a , altn. gâshaukr Fritzner 1…

taubenhabicht

DWB

tauben·habicht

taubenhabicht , m. und -hacht was taubenfalke, -geier Adelung ; schweiz. tubenhapech, -hack und mit personificierendem er erweitert tubenhac…

Ableitungen von habicht (1 von 1)

Habichte

Herder

Habichte (Astures) , Abtheilung der zu den Tagraubvögeln gehörenden Gattung Falke (Falco) , mit kürzern Flügeln, sehr hackenförmig gebogenem…