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gütig

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gütig

gütig

gut Adj., ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. god, got. gōþs (germ. *gōda-) gehört ablautend zu der unter Gatte (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’ (vgl. auch aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’ sowie ahd. gigat ‘passend’). Als Ausgangsbedeutung von germ. *gōda- wird danach etwa ‘passend, geeignet’ anzusetzen sein. Das Wort zeigt, teils schon in sehr früher Zeit, eine reiche Bedeutungsentwicklung, die, von ‘passend’ ausgehend, zunächst zu ‘für einen Zweck geeignet, tauglich, brauchbar’, in spezifischer Anwendung auf Personen ‘tüchtig, geschickt’ führt. Aus dem Begriff des Geeignetseins für einen bestimmten Zweck entwickelt sich gut zum Wertbegriff im Sinne von ‘wertvoll, kostbar, hochwertig, qualitativ einwandfrei’ (bei Sachen), ‘vornehm, edel, angesehen, ehrlich’ (auf Personen oder deren Verhältnisse bezogen), ferner zum Ausdruck des Wohlgefallens, der Freude, die jemand an einer Sache oder einem Zustand hat, wird also zu ‘angenehm, bequem, vorteilhaft, erfreulich, fein, schön’. Aus ‘passend, geeignet’ entwickelt sich auch, gleichfalls schon in ältester Zeit, die Bedeutung ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich, gefällig, gütig’; in allgemeiner ethischer Verwendung steht gut im Sinne von ‘rechtschaffen, tugendhaft, anständig’. gut wird auch zur Bezeichnung von Mengen- oder Maßangaben im Sinne von ‘richtig, ordentlich’ verwendet, woraus sich ‘reichlich, beträchtlich’ (eine gute Stunde, gute acht Tage) ergibt; schließlich kann gut als Mittel der Steigerung etwa im Sinne von ‘tüchtig, gehörig, völlig’ (ich habe gute Lust, in gutem Einvernehmen) gebraucht werden. – Gut n. ‘Besitz, Vermögen, versandfertige Ware, Ladung, Material, Stoff für einen bestimmten Arbeitsprozeß (Saat-, Steingut), größerer landwirtschaftlicher Betrieb’, ahd. guot ‘Gutes, Vermögen, Besitz’ (8. Jh.), mhd. guot, auch ‘Landgut’, asächs. aengl. gōd, anord. gott, Substantivierungen des Adjektivs. Güte f. ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’, ahd. guotī (9. Jh.), mhd. güete, asächs. gōdi. vergüten Vb. ‘entschädigen, zurückerstatten, die Güte, Beschaffenheit verbessern’, spätmhd. vergüeten ‘entschädigen, auf Zinsen anlegen’; dazu Vergütung f. (18. Jh.). begütert Adj. ‘mit Gütern, Reichtum ausgestattet, reich, wohlhabend’ (16. Jh.). gütig Adj. ‘voller Güte, hilfreich und verzeihend’, mhd. güetec. begütigen Vb. ‘gut zureden, besänftigen, beschwichtigen’ (15. Jh.). gütlich Adj. ‘in gutem Einvernehmen, ohne Streit, friedlich’, ahd. guotlīh ‘gut, heilbringend, segensreich’ (8. Jh.), mhd. guotlich, güetlich ‘gut, gütig, freundlich’. Gutachten n. ‘ausführlich begründete Stellungnahme eines Sachverständigen’ (Anfang 16. Jh.), substantivierte Zusammenrückung aus etw. für gut achten. Gutdünken n. ‘eigenes, persönliches Ermessen’, spätmhd. guotdunken, Substantivbildung aus Verbindungen wie eʒ dunket mich guot. Guthaben n. ‘worauf man Anspruch hat, zur Verfügung stehendes (gespartes) Geld, geldliche Forderung an jmdn.’ (um 1800), Substantivierung aus etw. gut haben (heute guthaben) ‘etw. zu fordern haben’. – gutheißen Vb. ‘für gut befinden, billigen’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus etw. gut heißen. gutmütig Adj. ‘von guter Gemütsart, nicht streitsüchtig, leicht zu beeindrucken, mitleidig’ (15. Jh.). Gutschein m. ‘Schein über ein Guthaben in Waren oder Geld’ (19. Jh.), Verdeutschung für Bon (s. d.). gutwillig Adj. ‘guten Willen zeigend, gefügig’, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic.
3666 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gütig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gütig , -er, -ste, adj. et adv. 1) Güte habend, oder besitzend, d. i. geneigt und bereit, in seinem Betragen gegen ander…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gütig

    Goethe-Wörterbuch

    gütig Großschr B3,93,7 , Zusammenschr ‘allzugütig’ B1,4,5 ; umgangsspr od metr bedingte Synkope: ‘g-s’ B5,5,12 , mehrf ‘…

  3. modern
    Dialekt
    guetig

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    guetig Band 2, Spalte 555 guetig 2,555

  4. Sprichwörter
    Gütig

    Wander (Sprichwörter)

    Gütig Gütiger als ein schmaichleter fuchs. – Henisch, 1274, 53. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Gütig gegen alle, ungerecht…

  5. Spezial
    gütig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    gü|tig adj. 1 (gutmütig) bun (bugn, bona) 2 (freigebig) generus (-sc, -rosa) 2 induliënt (-nc, -a)

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit guetig

15 Bildungen · 5 Erstglied · 4 Zweitglied · 6 Ableitungen

Ableitung von guetig

guet + -ig

guetig leitet sich vom Lemma guet ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von guetig 2 Komponenten

gu+tig

guetig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

guetig‑ als Erstglied (5 von 5)

gütigen

DWB

guet·igen

gütigen , vb. , mhd. vereinzelt neben güeten ( s. u. 3), im frühnhd. häufiger, später durch begütigen verdrängt; lexikalisch noch bei Stiele…

gütigkeit

DWB

guetig·keit

gütigkeit , f. , von gütig abgeleitet, seit mhd. zeit geläufig und bis ins 18. jh. neben güte vielfach verwendet, wenn auch im ganzen als ge…

gütigkeit

FWB

1. ›Gutheit der Person, positive Wesenart eines Menschen‹; speziell: ›Gutmütigkeit, Sanftmut, Nachsichtigkeit, Milde, Freundlichkeit gegenüb…

gütiglich

DWB

guetig·lich

gütiglich , adv. , auch als adj. gebraucht; zunächst adverbialbildung zu gütig, adj., mhd. adv. güeteclîche, güeteclîchen; im 17. jh. veralt…

guetigs G(e)her

Idiotikon

guetigs G(e)her Band 2, Spalte 1558 guetigs G(e)her 2,1558 A

guetig als Zweitglied (4 von 4)

grundgütig

DWB

grund·guetig

grundgütig , adj. , gesteigertes gütig, vgl. comp.-typ. 1 a; im 16. jh. erst vereinzelt: gib uns ... ein rechten bestendigen glauben ..., ei…

nǖtguetig

Idiotikon

nǖtguetig Band 2, Spalte 556 nǖtguetig 2,556

ungütig

DWB

ungütig , adj. adv. , gth. v. gütig. mhd. neben üblichem unguotlîch, ungüetlîch: ungutig Hiob 301 9 Karsten; unguttig Folz meisterl. 38, 261…

Ableitungen von guetig (6 von 6)

begütigen

DWB

begütigen , placare, wie begüten 1. 2. er gieng uber ein weil wider hinin und wolt darnach schmeichlen und die sach begütigen, dasz er im ge…

begütigung

DWB

begütigung , f. placatio: zu glimpflicher begütigung seines gefaszten zornkoders und grollens. Garg. 210 b .

ungütig

DWB

ungütig , adj. adv. , gth. v. gütig. mhd. neben üblichem unguotlîch, ungüetlîch: ungutig Hiob 301 9 Karsten; unguttig Folz meisterl. 38, 261…

ungütiglich

DWB

ungütiglich , adj. adv. , gth. v. gütiglich: impie offenb. d. h. Brigitte (1502) 7, 13; ausschawen Zoleckofer beschreibung (1564) 207 ; Wied…

vergütigen

DWB

vergütigen , verb. gut machen: mein vater, der von dieser begebenheit wuszte, hat schon das unrecht vergütigen wollen. Tieck 19, 121 .

vergütigung

DWB

vergütigung , f. die handlung, die sache, wodurch etwas gut gemacht wird: er entschuldigte sich nachher damit, dasz ich zu anzüglich geworde…