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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

günstig adj. und adv.

Bd. 9, Sp. 1127
günstig, adj. und adv. , zugetan, geneigt; förderlich, geeignet; beliebt. ahd. unstig; mhd. gunstic, günstic; mnd. gunstich; mnl. gonstich; nnl. gunstig. wie bei gunst entspricht auf der o-stufe got. ansteigs; an. ástigr; ags. éstig; ahd. enstig (in der compos., ohne umlaut, apanstig), zu altfries. enstich (neben gunstig, gonstig) vgl. bei gunst sp. 1104. norw.n. schwed. gunstig ist wie das subst. gunst aus dem deutschen entlehnt. der umlaut fehlt obd. nicht selten, z. b. gunstig obd. gloss. des 15. jh. bei Diefenbach gl. 228a; nov. gl. 246a; Tannhäuser 15, 42 Singer; Xylander Plutarch (1588) 310a, bleibt aber bis ins 17. jh. auch in nd. und md. quellen oft unbezeichnet. letzte bezeugungen: Tabeus Maynhincklers sack (1612) (:) 2a; engl. u. frz. comed. u. traged. (1624) a 2a. — der substantivform gonst (s. sp. 1105) entspricht auch in seiner verbreitung gonstig, gönstig z. b. gonstig Diefenbach gl. 456c; gönstig A. Dürer menschl. proport. (1528) a 2a; Fischart binenkorb (1588) 125a; Guarinonius grewel (1610) 43; Balth. Schupp schr. (1663) 411; discourse d. mahlern (1721) 2, 51. auch hier braucht Luther beide formen: günstig 6, 404 W.; 16, 81; gonstig 11, 331; 23, 30. zu alem. gaunst bei S. Fischer chron. v. Ulm 220 (s. sp. 1106) schickt sich geinstig ebda 216a; vgl. auch geunstlich J. v. Watt dtsch. schr. 1, 7. entrundung zeigt ginstig urk. d. Iglauer meistersinger 4 Streinz. bedeutung und gebrauch. AA. adjectiv. der ausgangspunkt der bedeutungsentwicklung ist der prädicative gebrauch bei persönlicher anwendung (1 a), vor allem in verbindung mit dem verbum substantivum (vgl. auch das synonyme gewogen teil 4, 1, 3 sp. 6459). aus ihm folgt zu einem teile der attributive gebrauch (1 b), in dessen bildlichem bereich (3) sich die bedeutung weiterentwickelt (4, 5). ein dem nomen actionis gunst 'das zulassen, gewähren' (s.gunst A) entsprechender gebrauch erscheint in vereinzelten belegen noch deutlich: er sprach: liebe swestir, tuoz durch minir sele genist, ob du mir der gunstic bist (gönnst) Athis und Profilias f 132 Kraus; do begert er, daz man im der zeit günstig wär, darinn er sein sünde möcht püszen Andreas v. Regensburg s. w. 608 Leidinger; sonst im rahmen der anwendung 1 gelegentlich anklingend: Mülard bedanckte sich ... gegen die ... compagnie, dasz sie ... ihr vergnügen eine zeitlang zu unterbrechen günstig gewesen (d. i. geruht habe) Ettner mediz. maulaffe (1719) 45. A@11) mit persönlichem subject 'wohlgesinnt, gewogen, zugetan'. der gefühlsgehalt ist im allgemeinen nicht sehr intensiv, vgl. etwa gegenüberstellungen wie: wir haben Frantzen auff unser seiten, ... nit allein gunstig, sundern gentzlich hitzig und entzundet (non faventem iam, sed commotissime ardentem) Hutten op. omn. 2, 61 Böcking; das yderman gonstig und geneigt, ja frölich dazu sein wird Luther 23, 30 W.; doch neigen gewisse anwendungsbereiche zumal in älterer zeit auch zu intensiverer tönung (vgl. auch gunst B 1). A@1@aa) prädicativer gebrauch, seit dem ahd. A@1@a@aα) jemandem günstig sein 'ihn schätzen, werthaben', als ausdruck einer steten gemütsstimmung, ohne dasz an eine besondere bezeigung der zuneigung gedacht wird (vgl.gunst B): eim wolwöllen und günstig seyn complecti aliquem benevolentia Frisius dict. (1556) 162b; portar favore Hulsius teutsch-ital. (1618) 143b, entsprechend auch bei anderen verben wie werden, bleiben, sich zeigen u. ähnl.: sô wil ich (Priamus) niemer werden den Kriechen holt noch günstic Konrad v. Würzburg Trojanerkr. 26635; dien durvon (davon, der rehabilitation des heiligen) kund was und ime gúnstig waren, die loptan got H. Seuse dtsche schr. 129 Bihlmeyer; unde hebben den unmuod, den wy hadden myt Herman Blughere, ... em tuogheven unde willen em vortmer hold unde gunstich wesen (urk. von 1363) Wigger gesch. d. fam. Blücher 267; und der alde herre also zu den burgern zoch und mit on frohlich was; das behagete den burgern und dem gemeynen volke gar wol und worden ome sere gunstig K. Stolle thür. chron. 18 lit. ver.; wem der herr wol wil, dem mussen auch alle seine feind günstig sein Luther 16, 81 W.; hat ein storck vil jar auff eines bürgers hause genistet, ... weil ime derselbige bürger sehr günstig war bei Heyden Plinius (1565) 438; ein kuhe, pferd oder hirsch ... welchen die rebhuner sonderlich günstig und lieb haben sollen Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) 29; ich habe noch keinen bekannten gesehn, dem du (ein falscher freund) von hertzen günstig wärest Chr. Weise grün. jug. 106 ndr.; inzwischen gehabe dich wol und bleibe günstig Balth. Schupp schr. (1663) 274; (die) absicht, sich das volk günstig zu machen W. v. Humboldt sechs aufs. 84 Leitzmann. im bereich von gunst B 1 a: (gott) liebet alle frommen und die ihm gönstig seynd Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 352b; zu gunst B 2 (gottes gunst): der herre alzeit di boesen hasset, aber den frommen günstig ist Paul Schede-Melissus psalmen 20 ndr.; ich rühms auch ohne scheu, dasz gott der höchst und beste mir gäntzlich günstig sey Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 387a; in der sphäre von gunst B 3 a: ihm der oberste cämmerer gnädig und günstig ward Dannhawer catechismusmilch (1657) 1, 165. von der liebe des mannes zur frau (vgl.gunst B 1 c): derselbigen (jungfrau) ward Walter fast günstig Wickram w. 2, 431 lit. ver., von der der frau zum manne: grosz forcht und schreck sie darzu trieb, dasz sie ihm günstig wurd und hold, zu rechter eh ihn haben wolt H. Sachs 2, 249 lit. ver.; weil sie (Marilis) ohne trug und list dir (dem liebhaber) von hertzen günstig ist Chr. Weise grün. jug. 111 ndr.; zu β hinüberspielend: ey junckherr, schweigt, die sach steht wol, ich (die magd) merck, mein fraw die ist euch günstig H. Sachs 17, 7 lit. ver., vgl. im übrigen unter β. — auch mit unpersönlichem object (vgl.gunst B 1 b): es müszt ein schändlicher schelm sein, der seinem vaterland nicht günstig sein wollt Luther w. 51, 450 W.; und jagten in von in blutrünstig, wann keiner war der warheit günstig H. Sachs 9, 173 lit. ver.; der tag dem sonst kein Pafoskind recht günstig werden mag, die gluht der göldnen strahlen, ... Stieler geharn. Venus 51 ndr.; (der eine hat diesen, der andere jenen wunsch,) der (dritte) dem salate günstig ist Chr. Weise grün. jug. 123 ndr.; aber was können diese liebe reimen, dasz ihr ihnen so gönstig seyd? discourse der mahlern (1721) 2, 51; (ich) war dem maschinenwesen weniger günstig als der unmittelbaren handarbeit Göthe 25, 106 W. A@1@a@bβ) die anwendung auf einen einzelnen fall, in dem sich die günstige gesinnung bewährt oder bewähren soll, entspricht der bedeutung von gunst C (s. d.); günstig 'dem besonderen wunsche oder bedürfnisse jemandes geneigt': unde scunde in, daz er unstig sî unserro begunste (allubescat nostris nisibus) Notker schr. 1, 724 Piper; darumbe solten mir die biderben gunstic wesen unt mir mîn armuot mit ir güete büezen meister Sigeher 10, 12 Brodt; den patronen fleiszig auffwarten, diese auff allerley weg ihme gönstig zu machen Balth. Schupp schr. (1663) 549; will Nepomuck durch euer heiszes flehen noch nicht gerührt, nicht günstig werden? Gottsched ged. (1751) 1, 298; vor allen (monaten) ist dein vater, der august, mir der geliebteste, ... weil er meiner liebe günstig war; er hat zuerst zu Daphnen mich geführt Giseke poet. w. (1767) 252; günstig sein gelegentlich geradezu 'begünstigen', 'gunst spenden': versuche nicht die götter, die dir zweymal günstig waren Schiller 13, 392 G.auch im erot. bereich im sinne von gunst C 2: diu minne wac in (Paris und Helena) unde maz gelîche ir wunnebæren solt. si wurden beide ein ander holt und âne mâze günstic Konrad v. Würzburg Trojanerkr. 22947 lit. ver.; sag in (den zechgenossen) vil der fantaseyen, wie dir die töchter günstig seyen, und habst ein buln nach all deim willen Scheit Grobianus v. 1320 ndr.; erst hat er sie geliebt, doch nie gelang es, sie zu bereden, günstig ihm zu sein Tieck schr. (1828) 2, 223; wird Daphne mir einst günstig, dann küss ihr mund ihn brünstig zum dank an meiner statt! J. M. Miller ged. (1783) 104. A@1@a@gγ) eine kleine gruppe von belegen spiegelt den gebrauch von gunst D ('anhang, parteigängerschaft') wider: der allain lutherisch genempt soll werden, des Luthers leer ... anhengig und günnstig Philadelph. Regius von luther. wunderzaichen (1524) a 2b; hie frag ich alle, die Luthern günstig sein Murner a. d. adel 20 ndr.; so auch attributiv: die wollten nit allein mit dem künig, sonder auch mit all seim günstigen anhang nicht zu thun haben Seb. Franck chron. German. (1538) 122b. A@1@bb) attributiver gebrauch in dieser gruppe, bezeugt seit dem anfange des 15. jh., ist kaum einheitlichen ursprungs; A@1@b@aα) aus dem prädicativen gebrauch entwickelt: vil burger, den Zürichern günstig, ... entwichen Stumpf Schweizerchron. (1606) 519b; unter den kleinen bürgern hat es eine dem könig günstige partei gegeben Ranke w. (1875) 14, 51; er wolle, hat er einigen ihm günstigen mädchen erklärt, mit dem geschlechte nichts zu schaffen haben Holtei erz. schr. (1861) 1, 19. ohne nähere bestimmung ebenso wie β, mit dem der gebrauch schlieszlich zusammenflieszt, über das 18. jh. hinaus wenig gebräuchlich: ist besser, dasz sich die ding begeben, dasz die hauszfraw unwirsch wider dich redt und die sie zorniglich im sinn gedenckt, dann das günstige eltern (lat. parentes propitii) gedencken Boltz Terenz (1539) 85b; mach dir ein günstigen koch (indem du nicht an den speisen mäkelst) Scheit Grobianus, randglosse zu v. 2785 ff.; in besonderem sinne (vgl.gunst B 5): ein günstiger richter, ... der nach gunst und nit nach billigkeit richt iudex obnoxius gratiae Frisius dict. (1556) 740a; nur verbindungen wie die folgenden sind auch später noch geläufig: (ich) hoffe, die günstigen musen werden auch unsern babylonischen bau zu stande bringen Göthe IV 28, 67 W.; in der gestalt einer günstigen gottheit Gerstenberg recensionen 123 lit. denkm.; o all ihr günstgen götter Fouqué held des nordens (1810) 1, 144. A@1@b@bβ) die hauptmasse der belege begegnet in formelhafter ausdrucksweise (vgl. geneigt teil 4, 1, 2 sp. 3365), wohl als parallelbildung zu dem in gleicher anwendung festen gnädig, vgl. auch euer gunsten nach euer gnaden sp. 1116: die scham trug stete der eren spiegel vor iren augen; got was ir gunstiger hanthaber (beschützer), er was auch mir gunstig und genedig durch iren willen ackermann a. Böhmen 11, 15 Bernt; ersamer, weiser, gunstiger herr burgermeister (anf. d. 17. jh.) urkd. d. Iglauer meistersinger 1, 3 Streinz. geläufigere formeln: unsere ginstige obrigkeit ebda 4; unser gnedigsten und günstigen obrigkeit Mathesius Sarepta (1571) 230a; günstiger herr: den gestrengen ... Heinrico von Pogk ... und Nicolao von Rottenburg, ... meinen günstigen herrn Ringwaldt lauter warheit (1597) A 2a; meinem günstigen herrn schwagern (widmung) W. Spangenberg ausgew. dichtungen 3 Martin; haben etliche meiner gunstigen herrn und freunde ... inständig bey mir angehalten, dasz ich dasselbe publicieren ... solle Sandrub kurzweil 7 ndr.; noch im 19. jh.: ihnen, meine günstigen herren, widme ich diesen versuch A. v. Kotzebue s. dram. w. (1828) 18, 235. hier wie bei den anderen verbindungen gern mit synonymis: minen günstigen lieben herren Riederer spiegel d. wahr. rhet. (1493) a 2a; M. Agricola musica instr. 129 Eitner; gnädigen, günstigen, lieben herren Hutten op. omn. 1, 405 Böcking; wirdiger, geystlicher, günstiger lieber herr (anrede an pröbste) notariat und teutsche rhetoric (Franckf. 1565) 2b u. a.; vgl. zu dieser formel: solche aber werden nicht auff eine art geherret (herr genannt), dann etliche nennet man günstig, andere gestreng, höhre gnädig, gnädigst Harsdörffer teutsch. secretarius (1656) 1, 30. auch sonst in der titulierung und anrede: günstiger junker Wickram w. 6, 3 lit. ver.; Val. Schumann nachtbüchl. 2 lit. ver.; Heyden Plinius (1565) vorr. 2a; günstige fraw Amadis 1, 62 lit. ver.; als anrede an eine äbtissin unadliger herkunft: ehrwirdige (oder) günstige fraw notariat u. teutsche rhetoric (Franckf. 1565) 2b; günstige jungfraw Amadis 73; dem achtparn ... herren ... Nicolao von Amszdorff ... tumherrn zu Wittenberg, meynem besundern gunstigen freundt Luther 6, 404 W.; Montanus schwankb. 135 lit. ver.; vereinzelt noch im 18. jh.: und bin ihre günstige, gute freundin Anna Maccaroni (an einen mann, briefschlusz) J. Möser s. w. (1842) 2, 78; auch handwerksprachlich: alles mit gunst, ihr günstigen gesellen und junger um und um, alles mit gunst M. Fr. Frisius künstler- u. handwerkerceremon.-polit. (1705) 848. am ausgebreitetsten und langlebigsten ist günstiger leser (vgl. schon class. lat. lector amicus): also haben wir dir, günstiger leser, die fürtreflichsten latwergen ... beschriben W. Ruff confectbuch (1548) 19b; damit aber hie nit underlassen werde, so dem günstigen läser nutz ... bringen möchte Herold-Forer Geszners thierbuch (1563) 126a; Ercker mineral. ertzt (1580) 108b; Guarinonius grewel (1610) 4; Treuer deutscher Dädalus (1675) 1, 130; J. C. Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) )( 1a. nicht selten noch im 18./19. jh. v. Hohberg georg. curios. auct. 3 (1715) 1, 246b; verschone dich selbst damit, günstiger leser, wie man dich in allen vorreden nennt Lessing 13, 49 L.-M.; wir fordern alle günstige und ungünstige leser auf Göthe II 4, 34 W.; II 2, 115; E. Th. A. Hoffmann s. w. 2, 7 Grisebach; Fouqué zauberr. (1812) 1, 1; Immermann w. 1, 103 Boxb. A@22) übertragener gebrauch in zuordnung zu begriffen wie herz, angesicht, auge, ohr, die als träger oder vermittler des wohlwollens gedacht werden: mîn (kaiser Ottes) herze ist im in triuwen holt und muoz im iemer günstic wesen Konrad v. Würzburg Heinrich v. Kempten 635 Schröder; werdind iro (der bitte) alle vernünftige herzen günstig H. Zwingli dtsch. schr. 1, 32 Schuler-Schulthess. hier überwiegt durchaus der attributive gebrauch: lieb ist ein gunstig hertz zu eim andern, des not und nutz es ansihet Luther 29, 515 W.; pietas gunstik gemute, gutis willen, suzemutekeit Konrad v. Heinrichau voc. 387b Gusinde; uber wilche woldistu mit gnedigem und gunstigem angesicht sehen Luther 18, 30 W.; wie bei 1 b oft formelhaft: wirf (herzogin) dein günstiges gesicht auf disz kurtze lobgedicht! G. Neumark fortgepfl. mus.-poet. lustw. (1657) 1, 213; so lasz von satz zu satz ... dein günstig auge sich nicht minder hier verweilen (an August von Sachsen) v. König ged. (1745) 192; mutter der sterblichen, himmelsbewohnerin, neig uns ein günstiges, schirmendes aug! Grillparzer I 4, 108 Sauer; etwas mit günstigen augen ansehen v. Fleming soldat (1726) vorbericht 12; Göthe IV 36, 13 W.; günstige oren, die eim gern losend aures amicae Frisius dict. (1556) 83a; groszer Plantagenet, erlauchter prinz, leih unserem gesuch ein günstig ohr Shakespeare 9, 129. ähnlich bei begriffen, die an sich schon eine zuwendung, ein wohlwollen oder dessen äuszerung bezeichnen: unsern günstigen grusz zuvor Landorp acta publ. (1668) 1, 868; ich sag e. l. und euch allen freundtlichen und günstigen danck Amadis 1, 310 lit. ver.; unsern günstigen willen zuvor gesch. des Götz v. Berlichingen (1861) 116; entbieten ew. gnaden ... gnädigen und günstigen willen Schweinichen denkw. 100 Österley; er suchet ... günstige erlaubnus Lohenstein Arminius (1689) 1, b4; dasz ich mir dein wohlwollen und eine günstige aufmerksamkeit ausbitte Rabener s. schr. (1777) 1, 188; und der letzte (brief) bald mit wehmut, bald ... mit günstigem interesse gelesen worden fürst Pückler briefw. u. tageb. (1873) 1, 144; dabei liebt das 16. und besonders das 17. jh. einen gewissen sinnschweren pleonasmus (vgl. auch zusammensetzungen wie gunstgewogenheit, -neigung, -zuneigung, s. oben sp. 1122, sowie solche mit günstig, z. b. günstiggeehrt Butschky kanzelley 10; günstiggeliebt ebda 70): gott bhüt uns und thut uns als guts durch sein günstige lieb und gnad H. Sachs 1, 31 lit. ver.; liebe und günstige gewogenheit Reinicke fuchs (1650) 321; gönstige willfährigkeit d. unartig teutscher sprach verderber (1643) 8; e. w. wollen solches im besten anerkennen und zu günstigem gefallen von mir auffnemen Barth. Krüger spiel v. d. bäur. richtern 8 Bolte; ders. action v. d. anf. d. welt (1580) a 7b; Puschmann meisterges. 6 ndr.; zu sonderlichen ehren und günstigen gefallen dem ehrenfesten und mannhaften herrn Danieli Stettern Opel-Cohn dreiszigj. krieg 38. schon neutraler: befehlen uns ... in deroselben günstiges urtheil Chr. Weise erznarren 222 ndr.; zu günstiger prüfung zu übersenden Göthe IV 29, 69 W. rein differenzierender gebrauch wird demgegenüber erst seit dem 18. jh. gebräuchlich: doch indesz hat sich der zorn der königinn gelegt und günstigern gedanken für den Essex wiederum raum gemacht Lessing 10, 11 L.-M.; möge nachstehendes eine günstige aufnahme erfahren Göthe 40, 86 W.; dasz ihr als zeichen günstiger meinung nicht verschmäht, von diesem sect zu trinken G. Freytag ges. w. 11, 39; (es) regte sich eine günstige stimmung im parlament Ranke s. w. 4, 12. A@33) in bildlichem gebrauch von schicksalskräften wie glück, geschick, zufall u. a., vgl. gunst B 4: du solt denen nit gehässig syn, den das glük günstig ist Steinhöwel Äsop 69 lit. ver.; wer weisz, wo ihm das glücke günstig ist Chr. Weise erznarren 166 ndr.; (nach einem siege) ist es am sichersten, den feind zu verfolgen, weil das glück günstig ist v. Fleming soldat (1726) 302; sagt, wie endlich das glück euch günstig ward Schiller 13, 346 G.; wie günstig uns die natur gewesen Butschky Pathmos (1677) 85; wie der himmel gar so günstig sich erwies Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 60. auch hier ist der attributive gebrauch stark entwickelt: das günstig glück Stumpf Schweizerchron. (1606) 295a; Chr. Weise polit. redner (1677) 178; Wieland I 3, 20 akad. ausg.; die günstige natur Treuer dtsch. Dädalus (1675) 1, 126; das günstige geschick v. König ged. (1745) 22; bis mir zuletzt das günstige geschick noch einen tag, den ich nicht hoffte, gab Göthe 5, 61 W.; wenige tage darauf führte ein günstiges geschick mir unerwartet einen lieben freund zu v. Gaudy s. w. (1844) 4, 69; ein besonders günstiger zufall wollte Mörike w. (1905) 3, 62 Göschen; (es) ist noch für die horen ein günstiger stern erschienen Göthe IV 10, 301 W.; und also, ihr getreuen, lieben, willkommen aus der näh und ferne! ihr sammelt euch mit günstigem sterne, da droben ist uns glück und heil geschrieben ebda I 15, 1, 10 (Faust II 4763). ähnlich auch: wie dem ritter Montfaucon die waffen immer günstig gewesen waren Fouqué zauberring (1812) 1, 15. A@44) günstig 'der erreichung eines zieles, der verwirklichung einer absicht, eines zweckes dienlich', 'förderlich'. aus dem bildlichen bereich erwachsen, der vereinzelt schon im 16. jh. (s. unter 5 günstiger himmel sp. 1133), allgemein seit dem 18. jh. in gewissen anwendungen verblaszt, indem sich der schwerpunkt des sinnes vom vorgange des gewährens auf die eigenschaften des gewährten verlegt und ein gewährendes subject im sinne von 3 schlieszlich nicht mehr empfunden wird (vgl.gunst C 4). der prädicative gebrauch wahrt das bild am ehesten: 'ich habe spähend in die zeit geschaut.' 'und war die künftge zeit der jungfrau günstig?' Brentano ges. schr. (1852) 6, 289; komm, eilen wir, der augenblick ist günstig Schiller 15, 1, 73 G.; aber noch ein umstand war mir höchst günstig A. v. Arnim s. w. 2, 132 Grimm; denn die äuszern umstände waren solchen unternehmungen (numismatischen zeitungen) nichts weniger als günstig Luschin v. Ebengreuth münzkunde 10. die umstellung erfolgt in erster linie bei den attributiven fügungen: dasz sie ... eine so günstige zeit mit unnöthigen erklärungen verlohren Wieland Agathon (1766) 1, 26; darum nahest du auch jetzt zu günstiger stunde, denn heut ist der tag, wo ich dir schenken will, was ich dir einst versprach G. Freytag ges. w. (1886) 9, 26; verlieren sie keine zeit, es ist gerade jetzt der günstige augenblick Schiller 14, 219 G.; seine kraft zusammenfassen ... auf den günstigen augenblick, der schon einige male verpaszt ist Bismarck polit. reden 2, 29 Kohl; man paszt, man merkt auf jedes günstige nu, gelegenheit ist da, nun, Fauste, greife zu! Göthe 15, 1, 253 W.; benutzte die erste günstige gelegenheit, um ihr seine liebe anzutragen Pfeffel pros. vers. (1810) 5, 186; (anlagen,) die durch günstige umstände entwickelt ... werden können Göthe 22, 106 W.; die erreichung des zieles war unter den günstigsten umständen ... nicht zu gewärtigen H. v. Barth Kalkalpen 318; ganz als sachliche eigenschaft 'aptus, idoneus': meiner ansicht nach würde der günstigste angriffspunkt die ... Porta Pinciana sein Moltke ges. schr. (1892) 1, 189; ähnl.: dieses auftauchen ... der grausigen sitte ... beweist, dasz immer ein günstiger boden für dieselbe übrigblieb Ratzel völkerkunde (1885) 2, 126; doch kommen vielfach auch pappeln, espen, weiden ... noch in den genannten steppenlandschaften an günstigeren stellen vor Nehring tundren und steppen (1890) 57; schon mehr im sinne von 5: die eltern bezogen aber eine andere wohnung, die eine höchst günstige lage hatte H. Steffens was ich erlebte (1840) 1, 52. der zweck wird mit dem dativ oder präpositional angefügt: die für den handel ungemein günstige lage Mommsen m. gesch. (1894) 5, 80; ein zweites bild, eine aussicht des schlosses vom park aus, von einem punkte, den ich einmal als günstig dazu angegeben hatte Moltke ges. schr. (1892) 4, 30; verbal: das gestein des Haagengebirges ist steilem steigen etwas günstiger H. v. Barth Kalkalpen 123; zum natürlichsten beispiel für das helldunkel wäre die kugel günstig Göthe II 1, 337 W. ähnlich 'die voraussetzung für etwas schaffend, enthaltend': stoffe mit stark vorwärtstreibenden leidenschaften ... als die für die tragödie günstigsten anzusehen O. Ludwig ges. schr. (1891) 5, 93; (die) schlachtordnung auf der weiten, ihrer überzahl günstigen ebene Raumer Hohenstaufen (1823) 1, 69; ist also g die anzahl der dem ereignis E günstigen und m die anzahl aller möglichen fälle, so ist W(E) = die wahrscheinlichkeit von E Czuber wahrscheinlichkeitsrechnung 1, 14; verbal: das seichte wasser ist der nebelbildung besonders günstig Laistner nebelsagen (1879) 258; da eine gewisse einseitigkeit der virtuosität so günstig ist Europa (1803) 2, 90 Schlegel; anders: der weg war schlimm, für tanzschuhe nicht günstig Göthe 25, 208 W. A@55) in gewissen anwendungen bezeichnet günstig mehr die erwartete oder eingetretene positive möglichkeit gegenüber der negativen. 'gut, vorteilhaft' im gegensatz zu 'unerwünscht, unvorteilhaft, widrig'; in diesem sinne vereinzelt schon im 16. jh.: sehen wir doch jetz zu unser zeit das widerspill, das wir gemeynlichen ein günstigen himmel (klima) haben, und ein geschlachten (d. i. zur bestellung geeigneten) boden Seb. Münster cosmogr. (1550) 319; so in der folge als stehendes attribut vom klima, wetter u. a.: gestalt, farbe, haltung jener vom günstigsten himmel umschienenen landschaft Göthe 33, 199 W.; unsere zehentägige reise ... ist nun glücklich vollendet. wir haben das günstigste wetter gehabt IV 18, 77. die grenzen zu 4 werden mitunter flieszend: bei der günstigen witterung alles mit ackern und säen ... beschäftigt ders. III 4, 276; unter günstigem luftstrich gedeiht sie (die tierfabel) und gewinnt formen J. Grimm Reinhart fuchs (1834) vi. ähnlich günstiger wind: schon fördert die reise der günstigste wind Göthe 2, 44 W.; mit günstigem wind 1, 329; das wetter ist schön, ... der wind günstig aber schwach Moltke ges. schr. (1892) 6, 119; schon im 17. jh.: bey dem günstigen südwesten schweer ichs, Telesille, dir: dein verbleib ich für und für Stieler geharn. Venus 112 ndr. prädicativ bildhafter: der wind macht sich auf, er ist uns günstig Tieck schr. (1828) 1, 132; (Körner und Kleist) starben in der blüthe, denn die witterung unserer tage ist den dichtern nicht günstig Börne ges. schr. (1829) 1, 134. günstiges licht: (der) charakter des feldherrn, der anfangs nicht in dem günstigsten lichte erscheint Göthe 7, 159 W.; (etwas) in einem günstigen lichte darstellen 22, 147; dasz ich (im Götz) das faustrecht mit zu günstigen farben geschildert habe 28, 205; in eigentlicher anwendung mehr im sinne von 4: dasz wir nunmehr den stein in ein günstiges licht gebracht, ihn mit öl getränkt, wodurch denn die schrift viel deutlicher zum vorschein kommt ders. IV 31, 146. bevorzugt sind für diese bedeutung substantiva, die einer resultataussage entgegenkommen (vgl.gunst sp. 1122): auf mein promemoria habe ich eine günstige (d. i. 'zusagende, positive') entschlieszung erhalten Göthe IV 21, 31 W.; ein ritterheer mochte günstige entscheidung herbeiführen, wenn es einmal mit gleich geschulter höfischer schaar zusammenstiesz Freytag ges. w. (1886) 18, 34; auf die stolzen (machte) das selbstgefühl des mädchens einen günstigen eindruck M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 1, 100; von einem so günstigen vorurtheil Wieland Agathon (1766) 2, 50; er bekommt günstigere bedingungen O. Ludwig ges. schr. (1891) 5, 302; günstige resultate J. A. Stöckhardt chem. feldbriefe (1851) 1, 11; (dasz) aus keinem günstigen oder ungünstigen erfolge für uns heil zu erwarten ist Fichte bei L. Häuszer dtsch. gesch. 3, 208; eine günstige handelsbilanz hwb. d. staatswissensch. (1898) 4, 981; ich müsse selbst im günstigsten falle mehrere jahre lang warten A. v. Droste-Hülshoff br. 250 Schücking; günstigen falles Storm w. (1899) 6, 75; günstigenfalls Rosegger schr. (1895) II 2, 427. anders: ich hoffe dennoch jetzt auf eine günstige wendung (d. i. eine wendung zum guten) und nahe befreyung Caroline br. 1, 120 Waitz; einen nicht minder günstigen einflusz Liebig chem. briefe (1844) 302; nach Wien war ihnen (Mozart und s. vater) bereits der günstigste ruf vorausgegangen O. Jahn Mozart 1, 36. A@66) 'angenehm, lieblich, beliebt' entsprechend dem ins passivische gewendeten gunst B 6: favorabilis gonstig vel konstich vel lieblich obd. gloss. des 15. jh. bei Diefenbach gloss. 228a; favor non respondet meritis der gunst ist dem verdienst nit gleych; man ist nit als günstig als man verdienet hat Frisius dict. (1556) 1154a; von pflanzen (vgl. bei gunst C 4): der lenze sprach, er erquickte und machte guftig (var. gunstig, gustig) alle frucht ackermann aus Böhmen 33, 6 Bernt, vgl. sapidus gustig, kustig, konstig Diefenbach gloss. 511c; auf liebe nägelein, auf gönstige narcissen, auf schönen hyacinth ist sie schon jetzt beflissen P. Fleming dtsch. ged. 1, 60 lit. ver.; es glentzt ihr (der lilie) weiszes kleid für allen blumen vor, ihr günstiger geruch erfrewet hertz und sinnen Opitz teutsche poemata 57 ndr.; gehe mit mir zur angenehmen sommerszeit ein wenig hinausz, einen günstigen lufft zu schöpffen, da wirst du gleich hören der nachtigal ihr villstimmiges fletl, ... desz stigelitz sein passarello Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 19 (doch vgl. günstiger wind in anderem sinne oben 5); wohl als nachleben dieses barocksprachlichen gebrauches noch bei Wieland: izt kommt die frohe nacht. es eilt erseufzt der gynstge mond auf seinem silberwagen in vollem glanz herauf I 1, 349 akad. ausg. BB. adverb. tritt seit dem 16. jh. an die stelle des älteren günstlich sowie der ableitung günstiglich. der gebrauch unterscheidet sich nicht wesentlich von dem des adjectivs. B@11) von personen 'wohlgesinnt, in guter absicht': welches die heil. kirch gönstig zum besten deutet Fischart binenkorb (1588) 192a; dann der sein vil in solchen spil, die mir nicht günstig wöllen Forster frische teutsche liedl. 158 ndr.; richte (geliebte) deine lustgeberden günstig auf den diener hin Chr. Weise grün. jugend 36 ndr.; wo gott die ersten verbrecher günstig ('milde') gerichtet Bodmer Noah (1752) 136; wan sie der abend günstig überschattete und die nacht ihnen beschirmung angelobte Zesen gekrönte majestät (1661) 225; in der absicht, sie günstig für ihn zu stimmen Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 74. auch hier beliebt in officiellem stil: sie wollen mich ... vor gewalt ... günstich handthaben H. v. Cronberg schr. 93 ndr.; darauff wöll der leser günstig bericht sein, dasz Ercker mineral. ertzt (1580) 2b; günstig geruhen G. Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 8; mir behülflich zu seyn und günstig zu verhelffen Balth. Schupp schr. (1663) 412; anders: wollen euch demnach günstig ersucht haben archival. quelle von 1640 bei Besold thes. pract. (1697) 348a. jem. oder etw. günstig auf-, annehmen: das nemen wir auch freundlich, gnädig und günstig zu dank von euch an Ayrer hist. process. (1600) 184; ew. excellenz mögen die freiheit, womit ich ... gegenwärtiges erlasse, günstig aufnehmen Göthe IV 28, 39 W; in neueren belegen leicht differenzierender, mehr auf den positiven ausfall der entscheidung gehend (s. bei A 5 und unten 2): so ists kein wunder, dasz er von Deutschen und Welschen gleich günstig aufgenommen wurde Schubart ästh. d. tonkunst 233; dasz der könig mein gesuch günstig aufgenommen hat H. v. Kleist br. an seine schwester 104 Koberstein. B@22) in sachlicher aussage; zu A 4 'aptus, idoneus': Ferhabad lag zwar höchst günstig zu jagd- und hoflust Göthe 7, 196 W.; eine colossale gruppe, günstig aufgestellt ebda 25, 15; vor allem wie bei A 5 (s. sp. 1133) in aussagen, die sich auf das resultat irgend einer entscheidung, auswahl unter mehreren möglichkeiten richten: weniger günstig läszt sich über zwei andere vasenbilder urteilen H. Brunn kl. schr. 3, 86; dasz sein werk im journal de l'empire günstig angezeigt sey Göthe III 4, 341 W.; doch deine wahl mag nun für den Samson günstig oder unglücklich ausfallen samml. v. schauspielen (1764) 1, 25; so würden allerdings unsere finanzen heute sehr viel günstiger liegen Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 7, 139; unsere sache steht günstig Hans Grimm volk ohne raum 2, 168; wer in den taschen nicht zu klimpern vermag, dem bietet selten einer günstig an ebda 1, 74. der älteste beleg dieser anwendung noch in anlehnung an A 3: bisz sich das glücke günstiger fügen wolte Chr. Weise erznarren 177 ndr.; schienen die dinge ... sich günstiger wenden zu wollen Mommsen m. gesch. 327; seine gegenwart wirkte recht günstig auf die gesellschaft Göthe 23, 294 W. CC. gebrauch als substantiv; masc. nur vereinzelt als 'anhänger' (vgl.A 1 a γ): als etliche seiner guonstigen (dagegen griech. ταξιαρχῶν), die von im gen Rom geschickt, gehört, wie man im sein hauptmannschaft abstricken und nit erstrecken wöllen Xylander Plutarch (1580) 310a. neutrum: einen zu etwas bereit machen, umstimmen zum günstigen Lüpkes seemannsspr. (1900) 9; das kleinliche kinn allein benimmt dem gesichte von seiner männlichkeit und liesze etwas günstiges für die wollust hoffen Lavater physiognom. fragm. (1775) 1, 126.
30854 Zeichen · 740 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Günstig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Günstig , -er, -ste, adj. et adv. von dem vorigen Hauptworte Gunst. 1) Gunst gegen jemanden habend, und in derselben geg…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    günstig

    Goethe-Wörterbuch

    günstig subst gelegentl Kleinschreibung (zB B11,136,6 ), wiederholt Zusammenschreibung ‘allzugünstig’ (zB 36,243,20 ) — …

  3. modern
    Dialekt
    günstig

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    günstig [kentik Dü. Logelnh. ; kìntik Mittl. ; kįtik M. ] Adj. günstig. Du bis t m i r nit g. S Wëtter is t g. für d…

  4. Sprichwörter
    Günstig

    Wander (Sprichwörter)

    Günstig Wem man nicht günstig ist, der thut nichts zu Gunst. [Zusätze und Ergänzungen] 2 Er ist jhm so günstig, dass er …

  5. Spezial
    günstig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    güns|tig adj. 1 (vorteilhaft) vantajus (-sc, josa) 2 (preiswert) convegnënt (-nc, -a) 3 (gut) bun (bugn, bona). ▬ günsti…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit guenstig

20 Bildungen · 6 Erstglied · 5 Zweitglied · 9 Ableitungen

Ableitung von guenstig

gunst + -ig

guenstig leitet sich vom Lemma gunst ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von guenstig 2 Komponenten

guns+tig

guenstig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

guenstig‑ als Erstglied (6 von 6)

günstigen

DWB

gunst·igen

günstigen , vb. , ableitung von gunst, mit transitiver und intransitiver rection; ' schätzen, lieben ': und nachdem gemelte jugent nicht all…

günstiger

DWB

guns·tiger

günstiger , m. : ghever, gunstiger in qwaiden ( unglück ) fautor Schueren Teuthonista 136 Verdam; die literarischen belege weisen auf gunst …

günstigkeit

DWB

guenstig·keit

günstigkeit , f. , idem quod gunst benevolentia, studium, clementia Stieler 685 ; in neuerer zeit anstelle von gunst C 4, bes. innerhalb der…

Günstigkeitsprinzip

DERW

guenstigkeit·s·prinzip

Günstigkeitsprinzip, N., ›Grundsatz daß von mehreren auf ein Arbeitsverhältnis anwendbaren Bestimmungen jeweils die für den Arbeitnehmer gün…

günstiglich

DWB

gunst·iglich

günstiglich , adv. , vereinzelt auch adj.; von günstig, durch dessen adverbialen gebrauch es im lauf des 17. jh. abgelöst wird ( s. d. B), a…

günstigwürdig

GWB

guenstig·wuerdig

günstig-würdig zu günstig 3a [ mBez auf ein Tafelwerk zur Metamorphose ] eine günstig-würdige Beilage zu allem .. was bisher einsichtiges in…

guenstig als Zweitglied (5 von 5)

abgünstig

DWB

abgünstig , malevolus, feindlich, ahd. apenstîc apunstîc. etliche des raths zu Eisenach ihm abgonstig. Luthers br. 3, 162 ; zudem war im der…

Großgünstig

Adelung

gross·guenstig

Großgünstig , -er, -ste, adj. et adv. hochgeneigt; ein großen Theils veralteter Titel, welchen man an einigen Orten noch solchen Personen gi…

Mißgünstig

Adelung

miss·guenstig

Mißgünstig , -er, -ste, adj. et adv. Mißgunst habend, und in derselben gegründet; im gemeinen Leben abgünstig.

ungünstig

DWB

ungünstig , adj. adv. , gth. v. günstig. ( ahd. ununstig) mhd. ungunstec, -günstic; mnd. ungunstich; mnl. on(g)onstich, nl. ongunstig. dän. …

Ableitungen von guenstig (9 von 9)

begünstigen

DWB

begünstigen , favere, propitium esse, juvare, nnl. begunstigen: wann der himmelslauf jemanden mit reichthum und vermögen begünstiget. pers. …

begünstigung

DWB

begünstigung , f. favor, bevorzugung, gunst: die begünstigung eines liebhabers; die begünstigung des handels; er floh unter begünstigung der…

Mißgünstig

Adelung

Mißgünstig , -er, -ste, adj. et adv. Mißgunst habend, und in derselben gegründet; im gemeinen Leben abgünstig.

ungünstig

DWB

ungünstig , adj. adv. , gth. v. günstig. ( ahd. ununstig) mhd. ungunstec, -günstic; mnd. ungunstich; mnl. on(g)onstich, nl. ongunstig. dän. …

ungünstigen

DWB

ungünstigen , verb. , aufsätzig machen: Eschenloer gesch. d. st. Breslau 1, 233 . vgl. beungünstigen und ungunsten Lexer 2, 1895 . —

ungünstigung

DWB

ungünstigung , f. , acta publ. 6, 151 Palm. ' gewährung '? —

vergünstig

DWB

vergünstig , adj. miszgünstig. aus dem subst. vergunst gebildet; mhd. wenn auch nicht belegbar, so doch wahrscheinlich im gebrauche, vgl. ve…

vergünstigen

DWB

vergünstigen , verb. zugeben, erlauben. erst im 15. jh. nachgewiesen, nhd. daneben vergönstigen; abgeleitet vom adjectiv vergünstig, aber mi…

vergünstigung

DWB

vergünstigung , f. erlaubnis, gestattung, substantivbildung zu vergünstigen und gleichwie dieses nur den begriff in freundlicher bedeutung f…

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APA
Cotta, M. (2026). „guenstig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/guenstig/dwb?formid=G32142
MLA
Cotta, Marcel. „guenstig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/guenstig/dwb?formid=G32142. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „guenstig". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/guenstig/dwb?formid=G32142.
BibTeX
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