Besitz Vereinzelt -siz(z) Fast 600 Belege in allen Werkbereichen (gegenüber 66 Belegen für ‘Eigentum’, die überwiegend aus RAnw, den amtl Schr u Br stammen). G-s Gebrauch von ‘Besitz’ (u ‘besitzen’) im polit-jur-ökonom Sinne ist einerseits charakterisiert durch ein positives Verhältnis zu Tradition u Folge (so insbes der Landbesitz GWBB44,208,8
), auch durch eine produktive ‘Beharrlichkeit auf den Besitz’ (insbes auf den bürgerl Sachbesitz GWB24,223,10
), andererseits ist Besitz nur gerechtfertigt u sinnerfüllt durch Anerkennung der Rechte anderer bzw des Staates ( GWB23,145,26
), durch soziales Handeln ( GWB24,100,21
) u durch produktive Nutzung ( GWBFaust I 682f
), wobei diese Aktivitäten in bezug auf Land u Sachwerte einen höheren Wert bekommen können als der Besitz selbst ( GWB25
1,180,1ff
) u sich auch ohne (dauernden) Besitz entfalten können: so beim Kultivator des Bodens ( GWB25
1,185,18
), beim produktiven Kunstliebhaber ( GWB34
1,119,1ff
), beim Schöpfer eines Kunstwerks ( GWB16,144 Vs 23
). Konsequenz in diesem Sinne: die Loslösung von festem Besitz1),
das freie Schalten mit dem Besitz, die bloße Benutzung. A
der Gegenstand des Besitzens: das Besitztum, die in der Verfügungsgewalt einer Person befindl Sache; selten mBez auf ideelle Werte 1
territorialer Herrschaftsbereich; (feudaler) Grundbesitz, mehrf einschließl der darauf befindl Gebäude; teilw noch als Lehen, andererseits (in polem Opposition dazu) als frei verfügbarer, aber steuerpflichtiger Grund u Boden2) machten den Ort [
Buchsweiler] zum bedeutenden Mittelpunct eines sehr schönen und wünschenswerthen fürstlichen B-es [
der Grafschaft Hanau-Lichterberg] GWB27,326,18 DuW 10 [
üb die dem weim Herzogshaus gehörenden Dornburger Schlösser] wie Vorfahr und Nachfolger, einen edlen B. gemeinschaftlich festhaltend, pflegend und genießend .. eine für alle Zeiten ruhige Folge bestätigten Daseyns und genießenden Behagens einleiten und sichern GWBB44,208,8 Beulwitz [18.7.28] [
Kaiser zu den Fürsten:] Zwar habt ihr den B. als Herren völlig frei, | Mit dem Beding jedoch, daß er untheilbar sei GWBFaust II 10967 [
Lothario:] Mir kommt kein B. ganz rechtmäßig .. vor, als der dem Staate seinen schuldigen Theil abträgt .. Was hat der Bauer .. für einen Hauptanlaß, den B. des Edelmanns für weniger gegründet anzusehen, als den seinigen? nur den, daß jener nicht belastet ist .. wenn uns der Staat gegen eine billige regelmäßige Abgabe das Lehns-Hocus-Pocus erlassen, und uns mit unsern Gütern nach Belieben zu schalten erlauben wollte GWB23,145,26 u 146,8 Lj VIII 2 GWB42
2,30,11 Rez:Hiller,Ged
uö im Anschluß an die Vorstellung des Gebiets- u Grundbesitzes auch allgemeiner u mehrf metaphor [
Haltefest zur Schlachtsituation:] Dem linken Flügel keine Sorgen! | Da wo ich bin ist der B. geborgen GWBFaust II 10544 so wird man, besonders in unserm Jahrzehend, wo die verjährtesten Rechte bezweifelt und angegriffen werden, verzeihlich finden, wenn jemand die Documente untersucht, auf welche eine wichtige Theorie [
die Optik] ihren B. gegründet hat GWBN5
1,11,19 BeitrOpt I 17 [
für: domaine] GWBN11,83,3 MathMißbr
uö ‘B. nehmen’ uä: in einer Gegend sich niederlassen; auch erweitert: auf einer Oberfläche Platz beanspruchen Diese wichtigen Besitzungen [
des Oheims in Amerika] waren bisher verpachtet .. Die Gesellschaft [
Bund der Wanderer] .. ist nun berechtigt dort B. zu nehmen GWB25
1,264,11 Wj III 14 [
für: établir] GWB9,365 Tancred 68 GWBN8,258,21 Lepaden
uö 2
Hab u Gut, disponibler Besitz; vereinzelt zugl mBez auf die zu jds Hausstand gehörigen Personen a
mit bes Betonung des Wertaspektes: Summe der Objekte im Eigentum einer Person (od Institution), häufig für einen durch Sammeleifer od in der Generationsfolge zusammengetragenen u als Einheit angesehenen Komplex von Gütern, selten für eine einzelne, bes geschätzte od begehrte Sache; mit Attr wie ‘edel, schön, köstlich, würdig, wert’ u iVbdg mit ‘vermehren, sichern, genießen, verändern, aufgeben’ [
üb Beireis] das auffallende Resultat seines Lebensganges ein unübersehlicher B. von Kostbarkeiten, ein unschätzbarer Geldreichthum zu sein schien .. Jene beiden sind eine Art von Hausgöttern, nach welchen die Menge andächtig und gierig die Augen wendet GWB35,229,2 TuJ Der schöne bürgerliche B., dessen meine Mutter seit dem Ableben meines Vaters sich erfreute, ward ihr .. zur Last .. Ein .. anständiges Haus .. Hausgeräth .. Büchersammlungen, Gemählde .. Landkarten .. hatte zusammen nur eigentlich seinen herkömmlichen Werth GWB35,27,25 TuJ [
Eugenie:] Sie [
Leute mit Gepäck] kommen! tragen meine Habe fort, | Das letzte was von köstlichem B. | Mir übrig blieb GWBNatT 2637 [
betr Verkauf der Boisseréeschen Sammlung] Ihr ruhiges, consequentes und sicheres Betragen, so wie die Würde Ihres B-es verbürgt mir eine glückliche Folge GWBB28,98,22 Boisserée 27.5.17 So ein Schäfchen [
im Märchen als verwunschener Prinz] hätte ich gar zu gerne besessen .. mußte mir nach und nach die Hoffnung auf einen so köstlichen B. fast vergehen GWB22,261,25 Lj VI SchöneSeele GWB24,223,10 Wj I 12 GWB34
1,126,9u13 KuARheinMain Frankf GWBB40,187,21 Wörth [22.12.25?] K
uö b
als funktionaler gesellschaftl Faktor in unterschiedl Begründungszusammenhängen α
als durch soziales Handeln gerechtfertigtes Vermögen; als Ausweis bürgerl Tüchtigkeit u männl Tatkraft [
Gespräch üb die Inschrift des Oheims ‘B. und Gemeingut’] Jede Art von B. soll der Mensch festhalten, er soll sich zum Mittelpunct machen, von dem das Gemeingut ausgehen kann .. Was soll es heißen, B. und Gut an die Armen zu geben? Löblicher ist, sich für sie als Verwalter betragen. Dieß ist der Sinn der Worte B. und Gemeingut
3) GWB24,100,15u19u21 Wj I 6 [
Frankf nach dem Krieg] ich fand eine nach so langem Druck wieder sich selbst gegebene Stadtfamilie .. wo sich soviel Eigenschaften, Fähigkeiten, so mancher B. und so redliches Streben hervorthun GWBB23,93,2 ChHSchlosser 25.11.14 K Zu Haus und in dem Kriege herrscht der Mann | Und in der Fremde weiß er sich zu helfen. | Ihn freuet der B.; ihn krönt der Sieg! GWBIph
2 27
uö β
kritisch mBez auf die negativen psych u sozialen Aspekte von Besitz als Gefühlssurrogat, als Ausdruck bürgerl Enge u Befangenheit uä, mehrf in Opposition zu (künstlerischer) Freiheit u Unbefangenheit [
mBez auf Kunstwerke] Das Vortreffliche zu kennen und zu lieben, was man nicht besitzt noch zu besitzen hofft, ist eigentlich der größte Vorzug des gebildeten Menschen, da der rohere selbstige im B. oft nur ein Surrogat für Einsicht und Liebe, die ihm abgehen, zu erwerben sucht GWB34
1,119,3 KuARheinMain Frankf [
Susanne üb ihren verstorbenen Ehemann u ihren Gehilfen:] der eine freigesinnt und mittheilend, der andere .. verschlossen, den geringsten ergriffenen B. festhaltend, zwar frommer Gesinnung, aber mehr an sich als an andere denkend GWB25
1,251,9 Wj III 13 [
Wilh soll der tägl Theaterbesuch untersagt werden] ist denn alles unnütz, was uns nicht unmittelbar Geld in den Beutel bringt, was uns nicht den allernächsten B. verschafft? GWB21,7,17 Lj I 2 Verflucht was als B. uns schmeichelt, | Als Weib und Kind, als Knecht und Pflug! GWBFaust I 1597 GWB7,145,25 DivNot KünftDiv
uö γ
als Gegenstand staatl Schutzes u rechtl Legitimation Städte-Verfassung .. daß einem jeden, er sey .. reich oder arm, stark oder ohnmächtig, das Erworbene erhalten und Jeder, auch in dem mindesten B. geschützt werde GWBB40,443,4 Stadt Frankf [Jan 26?] K Dem Staate liegt nur daran, daß der B. gewiß und sicher sei; ob man mit Recht besitze, kann ihn weniger kümmern GWB28,127,13 DuW 12 [
betr Überlegungen des Sohnes, die den Zugriff auf das väterl Vermögen vorbereiten] daß der Großvater .. vom Tode übereilt worden .. so hat vielleicht bloß der Zufall mir meinen frühern Antheil an einem Vermögen entzogen .. Mit diesen und andern Sophistereien über B. und Recht .. beschäftigte er sich oft GWB18,198,17 Unterhaltungen
uö δ
als durch Krieg, Revolution, wechselnde Verhältnisse bedrohte Existenzgrundlage eines Menschen daß der Krieg, als ein Vortod, alle Menschen gleich mache, allen B. aufhebe und selbst die höchste Persönlichkeit mit Pein und Gefahr bedrohe GWB33,49,20 Camp ersahen sie [
Soldaten aus Paris] sich willkürliche Schlachtopfer, um ihnen, wie sich’s fände, Autorität, B., oder wohl gar das Leben zu rauben GWB33,89,4 Camp [
Erdgeist:] Wenn die alten, wie die neuen | Erdenbürger sich entzweien — | Nur voran! mit Glücks Gewalt! | Der B., er wird nicht alt GWB16,386 Requiem frohsten Manne 23
uö 3
ideelle Güter; mehrf in mehr od weniger ausgeführten Metaphern im Anschluß an 2 Der Uranfang .. ward immer besprochen [
zw G u Herder] und unser wissenschaftlicher B., durch wechselseitiges Mittheilen und Bekämpfen, täglich geläutert und bereichert GWBN6,20,21 Morph Einl Sorgend bewacht der Verstand des Wissens dürftigen Vorrath, | .. Darum haßt er dich ewig, Genie! An die neue Erwerbung | Wagst du den alten, du wagst kühnlich den ganzen B. GWB5
1,276 XenNachl 49(233) große Motive, Legenden, uraltgeschichtlich Überliefertes .. mir schien der schönste B. solche werthe Bilder oft in der Einbildungskraft erneut zu sehen GWBN11,60,19 BedeutFördernis Mit Recht soll der reale Witz | Urenkeln sich erneuern, | Es ist ein irdischer B., | Muß ich ihn
doch versteuern! GWB5
1,90 ZXenNachl VII 91 [
Faust:] Die Gegenwart allein — [
Helena:] Ist unser Glück. [
Faust:] Schatz ist sie, Hochgewinn, B. und Pfand GWBFaust II 9383 GWB33,192,23 Camp Tasso 114 GWB15
2,140 Faust II 10545 Var
uö B
Verfügungsrecht, Verfügungsgewalt 1
als hoheitl Recht od hoheitl Macht über ein Gebiet; als jur Eigentum an Ländereien, Grundstücken, Gebäuden, Sachen u geistigen Gütern; auch als ideelles Eigentum; mehrf als bloße Verfügungsgewalt od als (zeitl begrenztes) Nutzungsrecht sah ich denn den Kayserl. Adler über den alten .. Fuldischen Kreuzen schweben und also auch den B. dieses merckwürdigen Erdpuncktes entschieden GWBB26,48,10 CarlAug 20.7.15 [
Lenardo:] Auch ohne B. läßt sich Benutzung denken, und wir sehen den eifrigen Landwirth eine Flur verlassen, die ihm als Zeitpächter Vortheil .. gewährt hat .. Ja sogar der Eigenthümer verläßt seinen erst gerodeten Neubruch .. auf’s neue dringt er in die Wüste GWB25
1,185,18 Wj III 9 das Haus [
am Frauenplan] .. zu dessen B. mir .. nur noch ein Letztes fehlt. Damals walteten Bedencklichkeiten ob, mir es eigenthümlich zuzuschreiben, sie sind schon durch die Zeit selbst ausgelöscht. Jedermann hält mich für den Eigenthümer .. also meine Bitte daß Sie mir das Gegebene geben [
iSv rechtl überschreiben] GWBB19,247,24 CarlAug [25./26.12.06 Korr B30,267] legte man dergleichen [
wiss] Entdeckungen bei den Akademien nieder, um der Ehre eines geistigen B-es gewiß zu sein; woher denn bei den Engländern, die, wie billig, aus allem Nutzen und Vortheil ziehen, die Patente den Ursprung nahmen GWBN11,250,20 MeteoreLiterarHimm daß, wenn Fausts Mantel in meinem B. wäre, Sie mich augenblicklich bey Sich würden einfliegen sehen GWBB34,22,3 Schultz 19.11.20 Hrn. v. Knebel kann ich meinen Garten nicht einräumen, ich habe Schlüßel und B. vor meiner Abreise an Fr. v. Stein abgetreten GWBB8,215,4 Seidel 15.5.87 GWBB40,79,23 Luxburg 1.10.25 K GWBB12,26,13 Vieweg 30.1.97 K
uö 2
in verbalen Wdgn wie ‘etw in B. nehmen, von etw B. nehmen’ als (legale od illegale) Aneignung eines Herrschafts- od Eigentumsrechts, einer tatsächl od ideellen Verfügungsgewalt (häufig) a
Länder, Städte, Gebäude erobern, unter seine Herrschaft bringen (auch im Vergl u Bild); Dinge gewaltsam sich aneignen Wenn man ein Land zu erobern gedenkt, so nimmt man keinen Anstand, Truppen marschiren zu lassen .. ist aber das Land in B. genommen und gehört es nun durch Übereinkunft und Friedensschluß dem neuen Fürsten GWB42
2,18,7 Zur Einführg dtSpr inPolen [G?] Ich habe mein Herz einem Raubschlosse verglichen das Sie nun in Besiz genommen haben .. nun halten Sie es auch der Wache werth GWBB5,70,26 ChStein 8.[3.81] [
Wechselgeschrei der Menge:] Und bückt euch nur [
nach dem Gold] und werdet reich. — | Wir andern, rüstig wie der Blitz, | Wir nehmen den Koffer in B. GWBFaust II 5726 GWB26,210,1 DuW 4 GWB26,130,28 DuW 3 GWBB30,89,27 CarlAug 4.8.[06]
uö b
herrenloses Land u Gut sich zueignen; an einem unbewohnten Ort sich häuslich niederlassen, einen leeren Platz einnehmen uä Betrachten wir .. des festen Landes bewohnteste Provinzen .. so finden wir überall wo sich nutzbarer Boden hervorthut, denselben .. in B. genommen, befestigt und vertheidigt GWB25
1,179,12 Wj III 9 Die ersten Ankommenden nahmen B. von der Gegend, ruhten im Schatten aus, machten ein Feuer an GWB22,35,5 Lj IV 4 Indem die beiden Reuter den leeren Tisch in B. nehmen GWB40,13,5 EröffnWeimTheat 1798 GWB30,140,18 ItR GWB22,143,2 Lj V 2 GWB6,257 Vs 17 DivParadies
uö mBez auf geistige Vorgänge: etw intellektuell sich zu eigen machen, erfassen; Fähigkeiten sich erwerben Um die reiche Welt zu erfassen, die ihm entgegentretenden Einzelnheiten in geistigen B. zu nehmen, wagt er [
der Mensch] zuerst oberflächlich und trivial zu benennen GWBN7,347 Üb:Martius,Palmen [
an den Pianisten, Dirigenten u Komponisten FHiller] Ein Talent das jedem frommt, | Hast du in B. genommen; | Wer mit holden Tönen kommt, | Er ist überall willkommen [
Korr GWB5
2,329] GWB4,276 Vs 2
uö c
rechtl Erworbenes od Geerbtes in seine tatsächl Verfügungsgewalt bringen4), auch verlorengegangenes Eigentum sich erneut äußerlich u innerlich zueignen; den jdm gehörenden bzw zustehenden Platz mit Entschiedenheit einnehmen daß ich in Oberroßla angelangt bin, um von meiner Hufe und dem Zugehörigen B. zu nehmen GWBB13,192,10 Wieland 22.6.98 K daß der Oheim gestorben, daß Lothario hingegangen sei, die hinterlassenen Güter in B. zu nehmen GWB23,118,6 Lj VII 9 [
Rückkehr einer emigrierten Familie] wie freudig nahmen sie wieder von jedem Theile des Hauses B., wie freundlich begrüßten sie die bekannten Mobilien GWB18,101,26 Unterhaltungen sie [
Proserpina] ist die Gattin des Verhaßten [
des Pluto] .. in dieser Gesinnung nimmt sie von seinem Throne den unwilligen B. GWB40,108,19 Üb:Proserp
uö C
das Besitzen, der Zustand des Besitzens 1
in spezif Verknüpfung mit Grund u Boden, Gebäuden (u Pfründen) als Ansässigsein, Innehaben, Verwalten od Nutznießen; meist in präp Vbdgn wie ‘im B. (sein, leben)’, ‘in B., aus dem B. (setzen)’; mehrf absol Gebrauch wo unzählbare Völkerschaften sich von Osten her bewegen, wandernd .. verwüstend, anbauend, abermals im B. gestört und ein altes Nomadenleben wieder von vorn beginnend GWB41
2,138,27 SerbLieder Diese kleinen Unregelmäßigkeiten [
in der Führung des botan Gartens] kommen daher, daß [
der Hofgärtner] Wagner .. schon früher gleichsam im B. des Gartens stand, ehe Bergrath Voigt dieser Anstalt vorgesetzt wurde GWBB24,206,20 Voigt 24.3.14 von einem Landgeistlichen .. der nahe bei Drusenheim .. im B. einer guten Pfarre .. lebe GWB27,346,27 DuW 10 daß der Herzog [
CarlAug] nach Töpliz ist; so wird wohl die Versetzung der Zeichenschule anstehen. Lassen Sie Sich nur auf keine Weise aus dem B. setzen GWBB20,123,17 Meyer [Jul 08] GWB33,160,14 Camp
uö 2
als konkretes Haben u Gebrauchen, als (produktive) Teilhabe an materiellen od ideellen Gütern, häufig in Form eines engen u dauernden Kontakts und indem sie [
die Boisserées] durch B. und Wiederherstellung immer tiefer in den Werth solcher Arbeiten [
alte Kirchenbilder] eindrangen, verwandelte sich die Neigung in Leidenschaft GWB34
1,159,1 KuARheinMain Heidelbg Diese Kunstwerke, die sein [
Wilhelms] Vater verkauft hatte, schienen ihm ein Symbol, daß auch er von einem ruhigen und gründlichen B. des Wünschenswerthen in der Welt theils ausgeschlossen, theils desselben durch eigne oder fremde Schuld beraubt werden sollte GWB23,247,12 Lj VIII 7 eigentlich fühlte ich mich aber in Übereinstimmung mit jener ironischen Gesinnung [
Herders], die sich über die Gegenstände, über Glück und Unglück .. erhebt, und so zum B. einer wahrhaft poetischen Welt gelangt GWB27,346,11 DuW 10 [
Prinzessin zu Leonore:] So nimm ihn [
Tasso] weg .. | Nur halb ist der Verlust des schönsten Glücks, | Wenn wir auf den B. nicht sicher zählten Tasso 1780 Weil der Dilettant die productive Kraft beschäftigt, so cultivirt er etwas wichtiges am Menschen .. B. und Reproduction der Gestalten befördern GWB47,325,8 ÜbDilettantism Schema [G/Schiller] GWB24,56,13 Wj I 4 GWBB48,265,22 Sternbg 30.6.31 GWB41
2,290,7 Üb:Helena
uö häufig mit emotionaler Akzentuierung iVbdgn wie ‘Wunsch, Neigung, Verlangen, Begierde, Sucht, Lust des B-es’ u mit Attr wie ‘unbedingt, unbeschränkt, ausschließend, selbstisch’; mehrf mit personalem Bezugsobjekt, bes Besitz einer Frau; vereinzelt absol Gebrauch [
Wilh üb seine Liebe zu Natalie] Ach! warum muß sich zu diesen Empfindungen, zu diesen Erkenntnissen das unüberwindliche Verlangen des B-es gesellen? und warum richten, ohne B., eben diese Empfindungen, diese Überzeugungen jede andere Art von Glückseligkeit völlig zu Grunde? GWB23,243,22u22 Lj VIII 7 [
Herzog:] Vergleiche doch die jugendliche Gluth, | Die selbstischen B. verzehrend hascht, | Nicht dem Gefühl des Vaters GWBNatT 1302 Denn im Busen des Menschen ist stets des unendlichen Haders | Quelle zu fließen geneigt .. | Neid und Herrschsucht und Wunsch des unbedingten B-es | Weit vertheileten Guts, der Heerden, so wie des Weibes Achilleis 601 weil dein Vater, aus nie zu sättigender Begierde des B-es, dich mit einer .. reichen Frau verband GWB20,9,8 Wv I 1
uö mehrf als Innehaben einer Befugnis, einer geistigen Kompetenz Barbara war als alte Dienerin .. in B. des Rechtes, die Siegel zu eröffnen GWB21,3,14 Lj I 1 Er [
Lavater] fühlte sich im B. der geistigsten Kraft, jene sämmtlichen Eindrücke zu deuten, welche des Menschen Gesicht und Gestalt auf einen jeden ausübt GWB33,209,14 Camp
uö 3
‘im B. (sein), etw zu tun’: imstande (sein), etw zu tun [
dramat Poesie] welche gegenwärtig im B. ist, am meisten unter allen poetischen Gattungen auf den Volksgeschmack zu wirken GWB40,69,6 DramatPreisaufgabe GWBB10,108,14 Jacobi 9.9.93 GWBB49,45,5 Cuvier [20.8.31] K D
iSv Besitznahme 1
Landnahme [
Orbassan:] Vielleicht erregt er [
Tancred] gegen uns die Macht | Der Griechen, die schon in Sicilien, | Durch den B. Messina’s, eingegriffen GWB9,366 Tancred 89 2
Erwerb von Vermögens- u Sachgütern [
Figur der Nacht, Träume auslegend, die menschl Wünsche u Glückseligkeiten darstellen:] Wem der B. von Geld und Gut gelungen, | Erhalte was ihm angehört GWB16,254 Maskenz 1818 Prol 107
→ GWB
Beutebesitz GWB
Bibliotheksbesitz GWB
Ehrenbesitz GWB
Familienbesitz GWB
Feldbesitz GWB
Frohbesitz GWB
Grundbesitz GWB
Hauptbesitz GWB
Hausbesitz GWB
Herdenbesitz GWB
Hochbesitz GWB
Jugendbesitz GWB
Kunstbesitz GWB
Länderbesitz GWB
Mit- GWB
Mühlen- GWB
Ober- GWB
Privat- GWB
Teil- GWB
Voll- GWB
Welt- GWB
Wieder- GWB
Zentral- vgl zu A GWB
Besitztum GWB
Besitzung GWB
Eigentum GWB
Herrschaft zu A 2 GWB
Habe GWB
Habschaft GWB
Habseligkeit Vermögen zu A 3 Posseß zu B GWB
Besitztum GWB
Eigentum GWB
Herrschaft Nutzung zu C GWB
Gebrauch GWB
Genuß GWB
Herrschaft Nießbrauch Nutznießung Nutzung Verfügung Wohlhaben zu C 3 ‘im B. (sein)’ GWB
imstande(i. sein) vermögen(v-d sein) zu D GWB
Besitznahme (sd) 1) Vgl hierzu AKlingenberg (G-s Roman ‘Wilhelm Meisters Wanderjahre’ .., 1972,72), die in Leonardos Rede ( GWB25
1,180,1ff
) den hist Prozeß der Bodenablösung, die allmähliche Verwandlung des feudalen Grundbesitzes in disponiblen bürgerl Besitz dargestellt sieht. Zur Situation in Weimar vgl die auf Initiative des Herzogs Carl August seit 1780 angestrebten Überlegungen zur Aufteilung herrschaftl Güter GWBB4,302f JFFritsch 1.10.80,
bes das Gutachten GWBB7,27ff CarlAug 15.3.85,
dann eine abratende Stellungnahme GWBB10,159 Voigt 1.5.94.
Zur Kritik an konservativer Einstellung gegenüber Grundbesitz vgl Odoardos Rede Wj III 12 (s Zit Sp 496,32ff
) 2) zur Polemik vgl DBorchemeyer, Höfische Gesellschaft u frz Revolution bei G, 1977,171f 3) zu G-s Kritik an der philantrop Aufklärung in der Gestalt des Oheims vgl Trunz in HA88,
570—574 4) Zum vollen Eigentumserwerb gehört die tatsächliche Besitzergreifung, vgl DRWb s v Besitznehmung und Besitzergreifung.Elke Umbach E. U.