Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Dekan m.
Dekan m.
Dekan m. ‘Vorsitzender einer Fakultät an Universitäten’, im kirchlichen Bereich ‘Vorsitzender eines geistlichen Kollegiums’. Aus lat. decānus ‘Vorgesetzter von 10 Mann’ (Soldaten, Mönche; vgl. lat. decem ‘zehn’) wird ahd. degan ‘Unterführer’ (10. Jh.) entlehnt. Dazu treten seit dem 11. Jh. Formen mit inlautendem -ch- (dechan), die oft ein euphonisches -t im Auslaut (dechant) aufweisen; Dechant überwiegt seit dem 14. Jh. und hat im 17. Jh. alle anderen Varianten mit inlautendem -ch- verdrängt. Der lat. Verwendungsweise folgend bezeichnet das Wort zunächst den militärischen Unterführer, dann (12. Jh.) den geistlichen, seit dem 13. Jh. auch den (niederen) weltlichen Amts- und Würdenträger. Neuerliche Entlehnung aus mlat. decanus ergibt Decan (15. Jh.), Dekan (18. Jh.) ‘Vorsitzender einer Fakultät’, auch (seit 16. Jh.) ‘Vorsteher eines kirchlichen Amtsbezirks, eines geistlichen Kollegiums’. Im kirchlichen Bereich stehen heute (zum Teil regional und konfessionell unterschieden) Dekan und Dechant nebeneinander.