BEHUF m. mhd. behuof
m., mnd. behôf, beĥöf
f., auch n. nur vereinzelt im plur., verbalsubst. zu beheben 1 a ‘
einen (rechts)anspruch auf etwas erheben, an jmdn. stellen, etwas geltend machen, fordern’
(s. d.), vgl. mnd. beĥöven ‘
bedürfen, nötig haben, brauchen’
; die genaueren bildungsverhältnisse sind unklar vgl. et. wb. dt. 5113b dtv. u. Kluge/S.
et. wb. 24103b f.; möglicherweise md. form des st. prät. von beheben.
zunächst ‘
bedarf, erfordernis’,
seit d. 18. jh. zunehmend (wohl unter kanzlei- und amtssprl. einfluß) in der wendung zu dem, einem, solchem
u. ä. behuf ‘
zu diesem zweck’; durch gebrauch d. genitivs behufs (u. gen. d. sache) wird die wendung verkürzt u. es entwickelt sich ein präpositionaler gebrauch, der sich dann durch kleinschreibung manifestiert, vgl. behufs
präp.: u1250 Vaspasianus vor do jegen winter in Egyptum to Alexandrie, dar ime was geredet spise unde swat so he bedorfte to des heres behove
sächs. weltchr. 100 MGH. ⟨u1295⟩ do er sunder behuf / zu dem tode stalde / und in den tot sich valde Heinrich v. Hesler
evangelium Nicodemi 4094 LV. ⟨u1300⟩ kuscher iuncvrowen reine / niewan dri tusent was / alda zu Rome, als ich las, / den er
(der hl. Gregor) besorgete ir behuf
passional 202,41 K. ⟨u1300⟩ selbander gienc der gute man
(Franz v. Assisi) / sinen wec so hin dan / in gotes lobe durch behuf
(‘auftrag’), ebd., 527,5. 1463 wes he to deme kokende unde backende behuff hadde, dat wy ene denne betiiden mochten gheschicket hebben
privatbr. d. ma. 1,66 S. ⟨u1480⟩ sie musten bestellen und schicken alles, was noth und behuff im tale ist Spittendorff
denkw. 149 O. ⟨u1520⟩ we behôf heft des v̂ürs, / de söcht dat gerne in der aschen Bote
köker 62 ATB. 1584 haben die bischoffe von Bamberg vnd Würtzberg vnd die stad Nürenberg zu behuff des vorstehenden krieges geld vbersand Bünting
braunschw. u. lüneb. chr. 1,145a. ⟨1647⟩ wurden .. etliche schiffgesetze und ordnungen gemacht .. zu dessen behuff wurden etliche empter verordnet / und die fürnehmbsten personen darmit beleget Olearius
reisebeschr. (1663)6. 1680 es lassen sich von schnee allerhand figuren ohne behuff
(‘erfordernis’) andrer werckzeuge mit blossen händen bilden Francisci
uberzug 871. 1738 daß sie
(die jungen schwalben) ihren mist nicht in ihr nest werffen, sondern ihren hintern bey verrichtung ihres natürlichen behuffs
(‘notdurft’) zum neste heraus halten J.
F. Jacobi
betrachtungen 1,37. ⟨1772⟩ die fremde waare darf nicht zum behuf des zwischenhandels ins land kommen Büsch
staatswirtschaft (1780)3,103. ⟨1782/7⟩ der leibarzt brachte zu diesem behuf ein vomitiv
(‘brechmittel’) in vorschlag Musäus
volksmärchen 1,97 M. 1783 das protokollbuch .. ist ein bloßes duplikat desselben und dienet zu dem unten §. 83. näher angegebenen behuf
allg. deposital-ordn. 33. 1803 im kriege diente das kloster zu verschiedenen behufen Seume
spaziergang 23. ⟨1824⟩ endlich ging es noch in das Pantheon und zum Duca di Santi, behufs besichtigung des raphaelischen bildes Schinkel
nachlaß 1,264 W. 1851 sag uns zu welchem behuf / der liebe gott den menschen schuf? Heine
1,392 E. 1860
gewöhnl. abhängig von „
zu“ ...
statt „zu“
auch oft präpositionsartig (und daher auch wohl mit kleinem anfangsbuchstaben) der genit.: b(ehuf)s eines neubaus Sanders
wb. 1,797a. 1867 er möge sich behufs persönlicher bewerbung auf der stelle nach Deutschland verfügen Ranke
1,250. ⟨1909⟩ bald kamen wir zur klause, wo der fluß zum behufe des holztransportes .. gestaut wird zu einem see Rosegger
ges. w. 5(1914)74. 1959 „was willst du?“ .. „meine frau.“ „zu welchem behuf?“ „zu keinem bösen, wachhabende, das schwöre ich.“ Rehfisch
Lysistrata 246. 2010 Meier gedenkt .. skulpturen aus 18-karat-gold anzufertigen, zu folgendem behufe: „es geht darum, etwas völlig unbedeutendes zu schaffen, das absolute nichts“
berl. ztg. (6.1.)23f.Schröder