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Bange

mhd. bis sprichw. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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30 in 20 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Bange

Bd. 1, Sp. 228
Bange 1. Bang moaken gelt nich. (Ukermark.) Lat.: Ne quid moveare verborum strepitu. 2. Bange machen gilt nicht. (Berlin.) 3. Bange mâken gilt nit. – Curtze, 337. 4. De bange is, de mutt schildern. (S. 9.) – Eichwald, 86. Holl.: Die bang is, moet schilderen. (Harrebomée, I, 30.) 5. Einem jeden wirt bang gnug, zu schaffen mit dem seinen. – Henisch, 184. 6. Ick bün vor tein nich bang, so lang ick allein bün. (Mecklenburg.) Ich fürchte mich vor zehn nicht, solange ich allein bin. 7. Ik wass nit bange, hadde de Junge sagt, men ik wor1 bange. (Westf.) 1) Wurde. 8. Vam'me Bangemâken sterwet de Katten. – Curtze, 337. 9. Wen (wer) bang es, mott Scheldwach stohn. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 154. 10. Es ist ihm nicht bange, das Herz klopft ihm nur bis in die rechte Wade. Holl.: Hij is niet bang, maar het hart popelt hem in 't lijf. (Harrebomée, I, 31.) 11. He es so bang wie en Perd vör en Spent Hawer. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 115. 12. Ik bün nig bang un waar nig bang. (Holst.) Ich bin und werde nicht furchtsam. – So sagt man sprichwörtlich zu einem, der sich für herzhaft ausgibt, ohne es zu sein, nach einem plattdeutschen Volksmärchen, worin ein Bauer, der für herzhaft galt und daher Waghals genannt ward, obigen Wahlspruch im Munde führte. Einst aber ward er zu einer Bauernfamilie gerufen, die in Todesängsten war, weil sie ein rauches, weissgraues Thier am Boden ihrer Scheunendiele hängen sah. Hans Waghals kam und sprach sein Motto, eine Pike in der Hand. Alle riefen ihm zu: »Waghals stik.« (Erstich das Thier.) Kaum aber sah er das Thier, so entfiel ihm die Pike und der Reim: »Weerst du so bang as ik, sullst du nig seggen: Waghals stik.« Es zeigte sich, dass das Thier ein mit Schimmel überzogener Schweinsmagen war; Waghals verlor seinen Heldenruf und ward mit seinem Wahlspruch zum Sprichwort. 13. 'S is em bange, as hing a am Strange. – Gomolcke, 984; Robinson, 680. 14. 'S is em su bange, a möchte Enderle hecken. – Gomolcke, 985; Robinson, 239. 15. So bange äs Earwten1 im Potte. (Westf.) 1) Erbsen. 16. So bange äs ne Hitte1. (Westf.) 1) Ziege. [Zusätze und Ergänzungen] n.: Bange som en bonde i et harnisk. (Prov. dan., 91.) 17. Diar bângh as, sleapt bi1 Woch. (Nordfr.) Wer sich fürchtet, schläft an der Wand. 1) In der Föhringer Mundart des Nordfriesischen verdrängt die Präposition namentlich in adverbialen Ausdrücken sehr oft den Artikel, und steht wie hier unmittelbar vor dem Substantiv. (Vgl. Johannsen, S. 70.) 18. Wem bange ist, den beisst der Teufel. Bei Tunnicius (15): Dem leide is, den bit de duvel. (Rustice quid metuis? crescunt inimica timore.) 19. Er hat Bange vor einem nassen Jahre. D.h. vor tüchtigem Schelten oder einer Tracht Prügel. 20. Hä es esu bang wie 'nen Essel, dem der Sack enfällt. (Bedburg.) 21. Hä ess bang vör er âl Mang.1 (Köln.) – Firmenich, I, 474, 125. 1) Vor einem alten Korbe. 22. He is bang, dat sin Lüüs en Snöv kriegt. (Hamburg.) – Schütze, III, 65. Er ängstet sich, dass seine Läuse den Schnupfen bekommen könnten. Wenn sich jemand unzeitig den Kopf bedeckt. 23. He is bang för en doden Kiwitt. – Kiel, 27. Ist sehr furchtsam und feig. 24. Ich ben bang, de Trunenkeet e Loch en. (Bedburg.) 25. Mer woar su bange, doss m'r olle Hoare zu Barge schtunden. (Schles.) – Frommann, III, 245, 130. 26. Vam 'me Bange mâken sterwet de Katten. – Curtze, 337, 288.
3384 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BANGEadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +10 Parallelbelege

    BANGE adj. bange. vermutlich zu ange gehörend. mir ist gewesen bange: lange, Heidelb. hs. 341. Luther bildet den compar.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bangeAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    bange , Adj. nhd. bange, ängstlich E.: s. bange (1) W.: s. nhd. bang, bange, Adj., bang, bange, ängstlich, DW 1, 1101, D…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bange

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bange , bänger, bängste, adj. et adv. welches die Empfindung einer schmerzhaften Furcht ausdruckt. 1. In eigentlicher Be…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bange

    Goethe-Wörterbuch

    bange etwa 250 Belege; auch ‘bang’, häufig im Reim auf ‘lang’, oft auch rhythm bedingt; vereinzelt subst mehrf noch mit …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bange

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Bange (spr. bāngsch'), Valérien de , Artillerieoffizier, geb. 17. Okt. 1833 in Balignicourt (Aube), konstruierte als Dir…

  6. modern
    Dialekt
    Bangef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

     Bange f. : Du brauchscht ken Bang hawwe Lambert Penns 22.

  7. Sprichwörter
    Bange

    Wander (Sprichwörter)

    Bange 1. Bang moaken gelt nich. ( Ukermark. ) Lat. : Ne quid moveare verborum strepitu. 2. Bange machen gilt nicht. ( Be…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bange

46 Bildungen · 46 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

bange‑ als Erstglied (30 von 46)

Bange(n)rōr

Idiotikon

Bange(n)rōr Band 6, Spalte 1236 Bange(n)rōr 6,1236

Bange(n)sāmen

Idiotikon

Bange(n)sāmen Band 7, Spalte 936 Bange(n)sāmen 7,936

Bangeärs

WWB

Bange-ärs m. Angsthase, Feigling; „derber als Bangebüsse “ ( Bek Lb ). ⟨ › bangeäs ‹ HPaderb NdKbl 60, 8, Lst Ge , Mes Br , Bri Nf ), auch B…

Bangeblō¹d

WWB

Bange-blō¹d. Bangeblōt ängstlicher, furchtsamer Mensch Ben Hi n., ( Lin Da ).

Bangebükse

WWB

bange·buekse

Bange-bükse dass. ⟨ Bang- ( Lin Be , Rek Rh , Bek Abeler, Ess Ks ), doch gewöhnlich — im gesamten Gebiet — Bange-. 1. das Grundwort mit Umla…

bangebēde

KöblerMnd

bange·bēde

bangebēde , M. nhd. Bittgebet E.: s. bange (1), bēde L.: MndHwb 1, 141 (bangebēde) Son.: jünger

bangecheit

MWB

bangecheit stF. auch bandecheit (vgl. Frnhd. Gr. § L63,4). 1 ‘Angst’ 2 ‘Bedrängnis’    1 ‘Angst’ der mensche der got luterliche meinet, in d…

Bangedett

RhWB

Bangedett baŋədęt  Köln f.: eine Sorte Hoftauben.

Bangedrepse

WWB

bange·drepse

Bange-drepse ⟨ › bangedrepse ‹ f. Stf Rh , Wdf Wd , ( Honc ), -dröps ( Stf Oc) ⟩ ängstlicher, furchtsamer Mensch.

Bangegō²s

WWB

bange·gos

Bange-gō²s ⟨ Bange- ( Stf Ar ), Bang- ( Tek Me m., Mün Ha , Münsterl Wagenf 128 f., Bek Abeler ) ⟩ furchtsamer Mensch, Feigling. „’ I aollen…

Bangehāse

WWB

bange·hase

Bange-hāse. Bangehāse m. dass. ( Lst Ge , Honc, Bri Nf ), Wal Bh Ro .

Bangehitte

WWB

bange·hitte

Bange-hitte f. Feigling ( Mes Ow ), „Bangeziege“: „ Iam stëit de Bangehitte im Gesichte “ ( Alt Ki ).

Bangeküᵉtel

WWB

Bange-küᵉtel. Bangkddel m. Angsthase ( Lin Be ).

bangeld

FWB

1. ›Zins, Gebühr für ein von der Bannherrschaft erteiltes Vorrecht, Privileg‹; 2. ›an einen Richter zu zahlende Gebühr für eine Amtshandlung…

bangele

RhWB

bang·ele

bangele: in einem Kinderl.: Do gohnt de Klöckskes bingele, bangele, buse Nfrk (o. O.).

Bangeleⁿ

Idiotikon

Bangeleⁿ Band 4, Spalte 1369 Bangeleⁿ 4,1369

bangeln

DWB

bang·eln

bangeln , pertractare, ventilare: eventilo, ich seubere wol, ich bangel in henden umb. Dasypodius 257 c ; banklen contrectare, in henden ban…

bangelt

Lexer

bang·elt

ban-gelt stn. bannzins für ertheilte gerechtsame Öh. 11,14. Mone 4,24.

bangelīche

KöblerMhd

bangelīche , Adv. Vw.: s. banglīche

Bangemākerīe

WWB

Bange-mākerīe. Bangemakeräie Angstmachen ( Asd Vr ).

Bangenchrūt

Idiotikon

Bangenchrūt Band 3, Spalte 904 Bangenchrūt 3,904