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Ansetzen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
16 in 15 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Ansetzen v., trs., rec., intrs., ntr.

Bd. 1, Sp. 179a
Ansetzen, v. I) trs. an etwas Anderes setzen. Den Tisch an die Wand ansetzen. Den Topf ansetzen, an das Feuer. Das Glas ansetzen, an den Mund, um zu trinken. Das Horn, die Flöte ansetzen, an den Mund, um zu blasen. Das Messer ansetzen, um zu schneiden. Die Feder ansetzen, um zu schreiben. Das Eisen ansetzen, oder auch bloß ansetzen, in den Bergwerken, das Eisen an das Gestein setzen, anfangen zu arbeiten. † Das Korn oder den Weizen ansetzen, in der Landwirthschaft, eine Art des Mähens, so viel als anhauen (s. d.) I weiterer und zum Theil uneigentlicher Bedeutung, zwei Körper mit einander in Verbindung bringen. Blutigel, Schröpfköpfe ansetzen. Bei den Schneidern so viel als annähen. Einen Ärmel ansetzen. Bei den Feuerwerkern, die Ladung eines Geschützes fest anstoßen. Bei den Buchbindern, die Deckel an die Bücher leimen, wofür sie auch wol sagen, die Bücher mit Pappendeckeln oder mit Bretter ansetzen. I Hüttenbaue, das Erz und die Beschickung zum Schmelzen auftragen. Uneigentlich. 1) Anrechnen, auf die Rechnung setzen. Einem etwas ansetzen. Eine Waare hoch, theuer ansetzen. Dann, schätzen (taxiren). Wir sind in der Steuer hoch angesetzt. 2) Bestimmen, festsetzen, von einer zukünftigen Zeit, in welcher etwas geschehen soll. Einen Tag zu etwas ansetzen. 3) I einer gewissen Absicht an eine bestimmte Stelle bringen. Essig ansetzen, Bier oder Wein an einen warmen Ort setzen, damit Essig daraus werde. Dinte ansetzen, die dazu nöthigen Stücke vermischen und an einen warmen Ort setzen. Bauern ansetzen, sie seßhaft machen, Bauerwirthschaften anlegen. 4) Der Fluß setzt Land an, schwemmt Erde an eine Gegend an, die zu festem Lande wird. »Dieser Strom hat in wenigen Jahren verschiedene Morgen des fruchtbarsten Landes angesetzt.« Ebeling. 5) ≠ O. D. und sonst ungewöhnlich, betrügen, anführen. II) rec. Sich ansetzen, sich an etwas setzen. Uneigentlich. Sich ansetzen, sich an einem Orte niederlassen, oder auch anfangen sein Gewerbe, seine Kunst auf eigene Hand zu treiben (etabliren, habilitiren). Dann, sich anlegen, zum Vorschein kommen. Der Brei setzt sich im Topfe an. Es setzt sich Weinstein an die Zähne an. III) intrs. 1) Sich zu etwas in Stand setzen, den Fuß gleichsam fest an den Boden setzen um zu springen, etwas zu heben  Zum Sprunge ansetzen. Er setzte drei Mahl an, aber vergeblich, d. h. er versuchte es drei Mahl. 2) Sich mit Hastigkeit nähern und anfallen. Die Reiterei setzte an den Feind an. IV) ntr. mit haben. 1) An sich erzeugen, gedeihen. Die Kartoffeln setzen gut an. Die Kirschbäume haben schön angesetzt, es zeigen sich an ihnen eine Menge kleiner Früchte. Möge dann nie im Lenze der Frost ansetzendes Obst dir Sengen, und nie Sturmwinde die blühenden Bäume zerschütteln.Voß. Auch uneigentlich. »Deine Blüten werden nimmer Früchte ansetzen,« sagt Kosegarten von einem verblichenen Jünglinge. Das Thier setzt gut an, wird fett. 2) Empfangen, von einigen Thieren. Die Stute hat angesetzt. 3) Fortdauern. I Bergbaue, das Erz setzt an, dauert ununterbrochen fort, in Gegensatze des Absetzens. Das Ansetzen. Die Ansetzung. S. d. S. auch der Ansatz.
3093 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ansetzensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    ansetzen , sw. V. Vw.: s. anesetzen

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ansètzen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Ansètzen , verb. reg. welches in zweyerley Gattung üblich ist. I. Als ein Activum, eine Sache an die andere setzen, der …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ansetzen

    Goethe-Wörterbuch

    ansetzen gelegentl -z(z)-; ‘sezzet .. an’ DjG 3 4,209,9 auch subst 1 etw (sich) an etw, jdn setzen, halten, legen a Trin…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ansetzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ansetzen , das Straffspannen der Takelung.

  5. modern
    Dialekt
    an setzen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    an setze n 1. an eine Stelle setzen, z. B. einen Knopf, Blutegel usw.; anpflanzen: Rëwe n a. einen Weinberg anlegen Z. W…

  6. Sprichwörter
    Ansetzen

    Wander (Sprichwörter)

    Ansetzen 1. Gut ansetzen thut's nicht, man muss auch mit Ehren hinausführen. 2. Setz an, sagte Hans, mit der wächsernen …

  7. Spezial
    ansetzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    an|set|zen vb.tr. 1 (anlehnen) mëte pormez 2 (anberaumen, z.B. Sitzung) fissé (fissa), stabilí (-lësc) 3 (bilden: Schimm…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ansetzen

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Zerlegung von ansetzen 2 Komponenten

ans+etzen

ansetzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ansetzen als Zweitglied (2 von 2)

hindansetzen

KöblerMhd

hindan·setzen

hindansetzen , sw. V. nhd. hintansetzen, zurücksetzen Q.: DRW (1356) E.: s. hindan, setzen (1) W.: nhd. hintansetzen, hindansetzen, sw. V., …

Obenan setzen

Wander

obenan·setzen

Obenan setzen Er wird obenan gesetzt wie der Rathsherr von Buchhorn. – Eiselein, 101. Ein Rathsherr von Buchhorn ward zu Constanz bei den Me…