Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
wünschen
wünschen
Wunsch m. ‘Begehren, Verlangen, Ersehntes’, ahd. wunsc (8. Jh.), mhd. mnd. wunsch, auch ‘Vermögen, etw. Außerordentliches zu schaffen’, mnl. wonsc, wunsc (neben ablautend mnl. wensc, nl. wens), mit n-Ausfall und Ersatzdehnung aengl. wūsc, anord. ōsk (germ. *wunska- m., *wunskō f.). Den schwundstufig gebildeten germ. Substantiven vergleichen sich aind. vanṓti ‘begehrt, erstrebt, hat gern’, vā́ñchati ‘begehrt, wünscht’, vāñchā- ‘Wunsch, Verlangen’, air. fine (aus *venjā) ‘Verwandtschaft, Stamm, Familie’, lat. venus ‘Liebe, Liebesgenuß, Anmut, Liebreiz, Geliebte’. Zugrunde liegt die unter gewinnen, Wahn und wohnen (s. d.) genannte Wurzel ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’, auch ‘erarbeiten, Mühe haben’, perfektiv ‘erreichen, gewinnen’. Da im Germ. ein für inchoative Verben charakteristisches ie. sk̑-Suffix vorzuliegen scheint wie in aind. vā́ñchati, könnte germ. *wunski- bzw. *wunskō zu einem diesem entsprechenden, jedoch verlorenen Verb gebildet sein. – wünschen Vb. ‘begehren, verlangen’, ahd. wunsken (8. Jh.), mhd. wünschen, wunschen, mnd. wunschen, mnl. wonscen, wunscen (neben ablautendem mnl. wenscen, nl. wensen), aengl. wȳscan, anord. ȳskja, vom Substantiv abgeleitetes jan-Verb.