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Wünschen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
16 in 15 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Wünschen

Bd. 4, Sp. 1625
Wünschen, verb. regul. act. ein bestimmtes Verlangen nach einem künftigen Gute hegen und äußern. Sowohl mit dem Accusativ der Sache, und dem Dativ der Person. Einem alles Gutes wünschen. Sich den Tod wünschen. Das ist ein Mann, wie ich mir ihn wünsche. Einem Glück wünschen, ihm Glück auf die Reise, oder zur Reise wünschen. Sich reich, gelehrt, wünschen. Der Menschenfreund wünschet alle glücklich. Seine so lange-gewünschte Ankunft. Als auch mit daß. Ich wünsche nicht, daß es geschehe. Und, obgleich seltener, mit dem Accusative und Infinitive. Ich wünsche, ihn kennen zu lernen, ihn nie wieder zu sehen. So auch das Wünschen. Das Substantiv, die Wünschung, ist nur in Zusammensetzungen üblich. Anm. Schon bey dem Ottfried wunsgan, im Schwed. önska, im Engl. to wish, im Böhmischen winssowati. Die eigentliche Bedeutung des Wortes ist dunkel, obgleich nicht dessen Form und Abstammung. Aus dem sch erhellet, daß es abgeleitet ist, und daß es nur auf die Sylbe wun, oder wün ankommt. Vielleicht ist es eben dieselbe, welche in dem Intensivo Wonne, oder dem Schwed. ähnlichen Intensivo unna, verlangen, begehren, zum Grunde liegt, und vielleicht eine alte Interjection des Verlangens gewesen ist. Im Oberdeutschen hat dieses Verbum noch ein irreguläres Participium, gewunschen, für gewünscht. Wünschen, verlangen, begehren, mögen u. s. f. bezeichnen einerley Hauptbegriff mit verschiedenen Nebenbegriffen. In Ansehung des ersten sind sie Synonymen; in Ansehung der letztern aber nicht. Diese Nebenbegriffe haben aber immer ihren Grund in dem Baue und der Abstammung eines Wortes, daher die Unterschiede zwischen so genannten Synonymen sich ohne Rücksicht auf diese nie genau bestimmen lassen. Es erhellet daraus zugleich, daß, wenn der Bau eines Wortes, oder die eigentliche Bedeutung der Wurzelsylbe dunkel ist, auch der Unterschied schwer, und oft gar nicht zu bestimmen ist. Wünschen ist zum Theil in diesem Falle. Zwar scheinet es vermöge des sch ein Intensivum oder Iterativum[] zu seyn, welches ich durch den Beysatz eines bestimmten Verlangens auszudrucken gesucht; allein die Wurzelsylbe ist doch dunkel. Verlangen ist ein tropischer Ausdruck, der von dem Ausstrecken der Hand oder der Arme nach dem verlangten Gegenstande hergenommen ist. Begehren, oder vielmehr dessen Wurzel ger, ist eine Onomatopöie, wie noch mehr aus dem Intensivo girren erhellet; daher ist es auch von einem weit eingeschränktern Gebrauche, ob man es gleich in der neuern Philosophie als einen allgemeinen Ausdruck des Hauptbegriffes gebraucht hat, wozu es mir doch nicht schicklich zu seyn scheinet. Die Onomatopöie schließt immer etwas sinnliches mit ein.
2639 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wünschenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    wünschen stn. das hegen oder äußern eines wunsches. Parz. 332,16. 338,23. frauend. 400,8.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wünschen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wünschen , verb. regul. act. ein bestimmtes Verlangen nach einem künftigen Gute hegen und äußern. Sowohl mit dem Accusat…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wünschen

    Goethe-Wörterbuch

    wünschen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    wünschen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    wünsche n [wìnə u. wenə fast allg.; wąįə M. ; wénə K. ; Ind. Pr. 1. 2. wìn u. wen bezw. wén, 3. wìnt u. went be…

  5. Sprichwörter
    Wünschen

    Wander (Sprichwörter)

    Wünschen 1. Die viel wünschen, sein gerne reich, das glaubt gewisslich alle gleich. Lat. : Crede, que optantes sunt diui…

  6. Spezial
    wünschen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wün|schen I vb.tr. 1 (einen Wunsch hegen) audé (aoda), auguré (augüra) 2 (verlangen) dejidré (-rëia), ghiré (-ra) 3 (mög…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wuenschen

18 Bildungen · 5 Erstglied · 9 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von wuenschen 2 Komponenten

wu+n+schen

wuenschen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wuenschen‑ als Erstglied (5 von 5)

wünschenswert

DWB

wuenschen·swert

wünschenswert , adj. , die neben wünschbar und wünschenswürdig am häufigsten verwendete derjenigen bildungen, die im 18. jh. älteres wunschl…

wünschenswürdig

DWB

wuenschens·wuerdig

wünschenswürdig , adj. , im 18./19. jh. neben häufigerem wünschenswert: o wünschenswürd'ger tod Heräus ged. u. lat. inschr. (1721) 170 ; so …

wünschenvoll

DWB

wuenschen·voll

wünschenvoll , adj. , gelegenheitsbildung wohl zu wünschen II A 2 b, etwa im sinne von ' glück wünschend ' ; vgl. wunschvoll : es würde dich…

wuenschen als Zweitglied (9 von 9)

anwünschen

DWB

anwünschen , adoptare, aber nicht in der rechtlichen bedeutung, vielmehr votis conceptis optare alicui, in gutem oder bösem sinn: in summa a…

einwünschen

DWB

ein·wuenschen

einwünschen , adoptare, wie in steifer rechtssprache wol auch anwünschen, ahd. zuogiwunscan, ags. gevyscan, mhd. si wunskete ir ze kinden. k…

erwünschen

DWB

erwünschen , exoptare, mhd. erwünschen. 1 1) mhd. mit dat. der person, meist mit gen., zuweilen acc. der sache: möhte iu ( vobis ) erwünsche…

henwünschen

MeckWBN

hen·wuenschen

Wossidia henwünschen hinwünschen: hei kann sick henwünschen, wohen hei will S. Neum. Volksm. 226.

nachwünschen

DWB

nach·wuenschen

nachwünschen , verb. als wunsch nachfolgen lassen, nachsenden Stieler 2498 : des jahres letzte stunde ertönt mit ernstem schlag: trinkt, brü…

nahwünschen

MeckWBN

nah·wuenschen

Wossidia nahwünschen trans. wünschen, daß jem. nachkommt: hei sall sick ehr nich nahwünschen S. Neum. Volksm. 138.

verwünschen

DWB

ver·wuenschen

verwünschen , vb. , einen bösen wunsch über jemand ( etwas ) aussprechen; verfluchen ( s. o. ) nahestehend, jedoch nicht von gleicher schärf…

zurückwünschen

DWB

zurueck·wuenschen

-wünschen , v. , mit sachl. obj.: das manuscript ..., welches sie z. Göthe IV 30, 148 W.; wie gerne wünschte ich mir diese jahre zurück, die…

Ableitungen von wuenschen (4 von 4)

bewünschen

DWB

bewünschen , optimis prosequi ominibus, gefügt wie beschenken: wir, die wir noch zur zeit des thuns entbehren müssen, und nicht so viel wie …

erwünschen

DWB

erwünschen , exoptare, mhd. erwünschen. 1 1) mhd. mit dat. der person, meist mit gen., zuweilen acc. der sache: möhte iu ( vobis ) erwünsche…

gewünschen

DWB

gewünschen , verb. , verstärktes wünschen ( s. d. ), früh bezeugt und bis in die neuhochdeutsche periode beobachtet; vgl.: follan gotes enst…

verwünschen

DWB

verwünschen , vb. , einen bösen wunsch über jemand ( etwas ) aussprechen; verfluchen ( s. o. ) nahestehend, jedoch nicht von gleicher schärf…

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Cotta, M. (2026). „wuenschen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wuenschen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „wuenschen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wuenschen/adelung. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wuenschen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wuenschen/adelung.
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