wirtschaft,
f. herkunft und form. nominale ableitung zu wirt in den deutschen teilen des wg.: ahd. wirtscaf, wirtscaft,
f.; mhd. wirtschaft,
f.; as. wërdscepi,
m.; mnd. wer(t)schap,
f. und n.; mnl. wertscap,
nnl. waardschap,
n. aus dem mnd. entlehnt sind norw.-dän. vertskab,
n.; schw. värdskap,
n. im ahd. und as. aber zweifellos bereits alt überkommen, da die verbindung mit wirt
als vollständig gelöst erscheint, d. h. wirtschaft
sich seines ursprünglichen functionalen sinnes '
amt, tätigkeit des wirtes'
fast vollständig entäuszert hat. —
selten wirtscaf,
doch noch gelegentlich bis ins nhd.: Lamprecht
Alexanderlied 4018
Maszmann; die lilie 67
Wüst; Diefenbach
gl. 513
c; Nigrinus
von zäuberern (1592) 39;
auch noch im siebenbürg., s. Kisch Nösner w. 174.
vgl. darüber und über das schwanken im geschlecht gr. 2, 505; Heyse
dtsche gr. (1914) 200. —
umgelautete formen ebenfalls, wie zu erwarten, noch im frühnhd.: nâch wirtscheften
Math. v. Behaims evangelienbuch, Luk. 9, 14; der wirtschefte (
gen. sgl.)
Wenzelbibel, Hiob 1, 5
bei Jelinek; im kampf mit -a-
formen seit dem 14.
jh.: von drien wúrtschaften Tauler
pred. 317, 3
Vetter; würtschaften (
dat. pl.)
chron. d. dtsch. städte (
Straszburg) 9, 770
anm. bedeutung und gebrauch. in der bedeutung noch weit vielgestaltiger als wirt;
denn wirtschaft
zeigt die neigung, sich durch die ihm zugeordneten sachbezüge von der ursprünglichen bedeutung '
amt, eigenschaft, tätigkeit des wirtes'
abziehen und in den objecten selbst befestigen zu lassen, was zu den concreten bedeutungen '
gastmahl' (
s. u. I A 2)
bzw. '
gastwirtschaft' (
s. u. I B)
führt. die erneuerung von wirtschaft
als ableitung von wirt '
hausherr'
im nhd. fügt zu einer gruppe älterer, im mhd. und frühnhd. breit entfalteten bedeutungen '
bewirtung, gastmahl'
u. s. w. eine solche jüngerer, von denen einige den sachbezug auf '
haus'
stark erweitern zu '
verwaltung des hauswesens' (
dann das hauswesen selbst, s. II),
schlieszlich aber auflösen (
s. III).
im pl. nur die völlig objectivierten bedeutungen. II.
bewirtung, gastmahl, hochzeit, gastwirtschaft. vornehmlich auf der grundlage von wirt I,
doch vgl. A 6.
abgesehen von wirtschaft '
tätigkeit, gewerbe des gastwirts' (B)
als bezeichnung für die functionen des wirtes kaum noch lebendig. I@AA.
bewirtung, gastmahl u. ä. ahd., mhd. und frühnhd. sehr verbreitet, im 16.
jh. überraschend schnell absterbend; von Luther
z. b. kaum noch gebraucht und dann nur in der sonderbedeutung hochzeit(
smahl);
bei H. Sachs
dafür häufig gasterei,
s. teil 4, 1,
sp. 1475.
in den z. t. festen formen des ausdrucks nur selten noch deutlich als ableitung von wirt '
gastfreund'
erkennbar, da es den bewirteten (
gast)
wie den wirt fast völlig hinter den einzelvorgängen und mitteln der bewirtung (
mahl, essen und trinken, speise)
verschwinden läszt, vgl. auch wirtschaften 1 '
epulari'. I@A@11)
im ahd. und mhd. nur noch ausnahmsweise '
bewirtung, amt und tätigkeit des wirtes, erweis der gastfreundschaft',
aber vom allgemeinen gebrauch (
s. u. 2)
aus gesehen und vom sinn der wortbildung aus beurteilt, ursprünglicher und lebendiger: hospitio vuirtscefte
ahd. gl. 2, 37, 4
St.-S.; hospitalis necessitudinis uuirtscefti
ebda 4, 313, 17; der wirt mit gastung sich vlais wirtscheft gen den gaste Rudolf v. Ems
Willehalm 9987
Junk; verbunden mit êre: wann Alexander meinen pothen wirttschaft hat und er erpothen Seifrit
Alex. 2464
Gereke; ähnl. 7493;
vgl. noch: do bot er sinem gaste mit gutem willen vaste beide wirtschaft und werdikeit
kl. mhd. erz. 176, 531
Rosenhagen. —
auch noch im frühnhd. und, da offenbar von der erneuerung des functionalen elementes in wirtschaft I B '
gewerbe des gastwirts'
und II A '
verwaltung von haus und besitz'
berührt, öfters erweitert zu '
gastliche aufnahme, pflege'
: hospitalitas herbergkeit, wurtschafft, behuszung
voc. von 1482; wie reilich da aller mencklich ward gepflegen mit grosser wirtschafft, das mag kein mensch alles wol sagen
hist. v. groszen Alex. (
Augsburg 1473) 69
a; er füert sy lieplich in sein häuslein; ... der guet man pot ir wirtschaft nach seinem stat, als er pest mochte Ulr. Füetrer
bayr. chron. 91, 8
Spiller; (
Christus zu Martha:) ich danckh auch der wirtschafft dir, so du so fleissig bewisen hast mier
altdeutsche passionssp. aus Tirol 295
Wackernell. daher auch: da erschien im die göttin der wirtschaft Ysis (
dea vero hospitalis) Steinhöwel
Äsop 40
lit. ver.; vgl. auch die belege unter 7. I@A@22) '
gastmahl, gelage, mahlzeit, fest'
unter einschlusz der gegenstände, der speisen, schlieszlich die speisen selbst (
s. 3)
vornehmlich ist wirtschaft '
festliches mahl',
was in den adjectiven oder zugefügten sinnverwandten substantiven zum ausdruck kommt. die correlative beziehung wirt: gast tritt nur gelegentlich hervor, am ehesten in den verbalen verbindungen (
s. u. 5):
convivium wirtscaft
ahd. gl. 3, 213, 11;
s. auch Diefenbach
s. v. convivium 149
b;
contubernium 148
a,
opiperia 397
c,
sitapolium 539
a,
silicernium 533
c: ich bin sculdig ... aller der wôlôn des ... girigen lîchamen in wirtsceften, in vehelicher satiheite
Bamberger glaube und beichte bei Müllenhof-Scherer
denkm. 91, 189; michil wirtschaft er hiete mit aller siner diete
Milst. genesis 82, 5
Diemer; wirtscefte si (
die vorfahren) pflegeten, ir mannen si gebeten. hêrre, nû nâhet der ôstertach: nû gebiut dû dîne wirtscaft, dînen mannen haiz dû wol dienen
kaiserchronik 12967
Schr.; mit wirtscheften man si sach in gemaches lere leben Rudolf v. Ems
weltchron. 17483; dô nû die hôchzît zugie und sich die hêrschaft zulie und die wirtschaft ende nam Heinrich v. Freiberg
Tristan 985
B.; swen ouch die selben tage der wirtschaft, als ich sage, alumme sich verliefen
Hiob 560
K.; so wir geladit werden zuo einer wirtschaft, so sin wir fro
Lucidarius 64
Heidlauf; als die (
fürsten) zu der wirtschaft komen waren U. Füetrer
bayr. chron. 204, 6
Sp.; si unkeuschent mit euch in iren wirtscheften
cod. Teplensis, 2.
Petr. 2, 13; und ainest hett der Absolon ain kolben (
fest) oder wirtschafft aufgericht Geiler v. Keisersberg
granatapfel f 5
a; wan du wirtschaft machest, so solt du laden die armen und die krancken
der ewigen wiszheit betbüchlein (1518) 1719; also das er zwen bischof und ander prelaten ..., ritter von adel ... under sollicher wirtschaft fengklich angenommen und in die thürn werfen lassen J. Kessler
sabbata 101
G.; sol wir uns also kürtzlich scheiden von bancket, wirtschafft und von gesten H. Sachs 1, 434
Keller; ire weiber wurden auch zu keinem spectackel und offentliche wirtsschaft oder gastung zuogelassen Seb. Franck
chron. Germaniae (
Augsb. 1538) 4
b; zur wirtschaft gehen Eberlin v. Günzburg 3, 216
ndr.; mit sonderlichen wirtschafften und täglichen freuntschafften Carbach
Livius (1551) 230
b; do gebot er eine grosse wurtschaft ahte tage
chron. d. dtsch. städte 8, 343 (
Straszb.); (
sie) nach iren freünden schickten, eine herrliche wirdtschafft zuorichteten Wickram
w. 1, 111
Bolte; endlich aber verstehet der Darus, das die wirtschafft angestellet sei, des Pamphili gemt hierin zu erforschen St. Riccius
Terentii comödia (1586) 65; dasz sie (
die lautenschlägerin) wiederum zur gesellschaft und offentliche wirtschaff gienge G. Nigrinus
von zäuberern (1592) 39.
sogar als fest ohne mahl, vgl. 3 b: sa begert Maria des von gote, daz die heilegen zwelfboten musten komen alle glich zcu irer wertschaft (
himmelfahrt) erlich
altd. schauspiele 1, 838
Mone; auch von einer mahlzeit ohne festlichen charakter, doch auffallend selten; wohl weil bei wirtschaft
eben von haus aus an eine besondere veranstaltung mit gästen gedacht ist: (
die freunde des sterbenden fressers sagen:) wir suln im eine wirtschaft nâch sîn selbes willen geben
altd. leseb. (1839) 585
Wackernagel; nach dem abuntessende envolget keine wúrtschaft me Tauler
predigten 89
Vetter; wan Jhesus sprach zu seinen jungern: macht sie ze siczen funfczig durch di wirtschaft
codex Teplensis, Lucas 9, 15; o her, gesegen durch dein krafft speis und trank hie diser wirtschaft Hans Folz 33
a Mayer. in einigen sprichwörtern und redensarten; heute unverständlich: alltag wirtschaft macht öd hoffstat
Hätzlerin liederb. 274; klein wirdtschaft, offt gehalten, macht krancke seckel Wachter
gloss. Germ. (1727) 2; on guot freund ist kein wirtschafft Seb. Franck
sprichw. (1545) 1, 87
b; ein grosze wirtschaft ohne tische ... hab ich mein tag nicht nennen hOert Petri
d. Teutschen weiszheit (1604) 2, s 5
b; je toller die wirthschaft, desto eher der kehraus Wander 5, 286. I@A@33)
die bedeutung '
gastmahl'
kann hinter die begleitenden nebenumstände zurücktreten. I@A@3@aa) wirtschaft
meint die gesamtheit der speisen, gewinnt also sachliche züge: diu werde geselleschaft hete wirtschaft vome grâl Wolfram v. Eschenbach
Parzival 239, 7; alle wirtschaft was dâ tiur: von hunger littens grôze nôt Boner
edelstein 74
Pfeiffer. mit zusatz: ain wirtschaft von guoter spise Johann v. Würzburg
Wilh. v. Österreich 6037
Regel; da war ein solch keyserliche wirtschafft von frembden essen und trincken auffgetragen
buch d. liebe (1587) 394
c. —
die bewegung der versachlichung erreicht ihre spitze in wirtschaft '
einzelne speise'
; bildlich: Tristan der was sîn wirtschaft Gottfried v. Straszburg
Tristan 4108;
dann auch collectiv '
mahlzeiten, speisen': die tische wurden alle vol wirtschefte durch den willen sîn Konrad v. Würzburg
Trojanerkrieg 20567; in (
den gästen) wart von wirtschefte gebrâten wunder unde gesoten
ebda 22554. I@A@3@bb)
neben der möglichkeit der versachlichung steht eine andere, bei der wirtschaft
als bezeichnung einer tätigkeit, jedoch nicht des bewirtens (
vgl. 1),
sondern des schmausens und feierns, gestärkt und über den einzelnen act hinaus erweitert wird: '
fröhliches essen und trinken, üppiges leben und genieszen'.
so besonders im spätmhd. und frühnhd., in deutlichem zusammenhang mit der für die modernen bedeutungen von w.
wichtig gewordenen erneuerung des bedeutungskernes (
vgl. I B; II A): dâ (
auf d. hochzeit) was michel hêrschaft, wunne unde wirtschaft Heinr. v. Veldeke
Eneide 346, 34
Ettm.; mit nichte er vermiden wolde wirtschaft alle zit, lust gab er dem herzen vil
Daniel 4933
Hübner; du müst dich wirtschaft verwegen, wiltu hohes geistes pflegen
Christus u. d. minnende seele 388
Banz; wir wissen wol, das vil under euch seyn, welche geringe und messige freuden und wirtschafft haben J. Mensing
christl. vormanung (1519) b 4
b;
abstracter, dabei wirken artikellosigkeit, synonymik, bzw. antithese häufig zusammen: wis ernsthaft mit den alten, mit den chinden so lache, gezogen zu wirtschaft und vro in ungemache
kl. mhd. erz. 36, 380
Rosenhagen; de keiser sprak, de papen hedden mer gudes wenn godes und mer wertschop wenn hillicheit
chron. d. dtsch. städte 7, 107 (
Magdeburg); rechnung geben must von deym überflusz und wollust, von dein genesch und schleckerey, wirdtschafft und grosser schwelgerey H. Sachs
w. 1, 471
Keller; alle die so gewon sint in wolleblicher gesellschaft, wirtschaft oder andrer versammung den win ... zetrincken Fr. Riederer
spiegel der waren rhetorik (1493) d 1
b;
mit ähnl. wirkung auch im plural: die Frantzosen seind frOelich und leichtsinnig und geneigt zuo wolleben, aber die Spanier seind dargegen schwermütig und ernsthafftig und onlustig zuo den wirtschafften Seb. Münster
cosmographie (1550) 75;
abweichend, '
geselliger umgang, gemeinsames leben': das ich nach alter gewonheit fry under euch würtschaft pfleg (
consuetudo)
Terenz deutsch (1499) 146
b;
im rahmen einer familie, insofern zu II B
hinüberweisend: Maria muoter! nu nim war: ... din vater und din muoter ... Adam, dinen vater alt, Evam: so wirt mannigfalt din wirtschaft, so du bi dir sihst die kint die du zu mage gihst Heinr. v. Neustadt
gottes zukunft 7282
Singer. I@A@44)
häufig im umkreis geistlicher vorstellungen. in der predigtliteratur seit der frühmhd. zeit, vor allem bei den mystikern, mannigfach variiert und meist bildlich und übertragen. I@A@4@aa)
vom hl. abendmahl: ich bitte dich, daz mich disiu wirtscaft erlose von disses libes angsten
dtsche ged. d. 11.
u. 12.
jhs. 382
Diemer; die ander wirtschaft das ist das heilig sacrament, unsers herren licham Tauler
pred. 318
V.; selig seint die, so zu der wirtschafft des lemblins gebeten seint Carlstadt
von bepstlicher heylickeit (1520) c 4
b; das sie mit aller ... andacht ... die heilig sacrament enpfahen wOellen und solichs laden und beruoffen unsers einigen heilandts ... zu dieser wirdtschaft und speisz des ewigen lebens mit nichten verachten H. v. Wied
reformation (1545) 141
b. I@A@4@bb)
vom ewigen leben. im anschlusz an bibl. textstellen wie Matth. 22, 2-14;
Luc. 14, 16-24;
offenb. Joh. 19, 9
zunächst und zumeist bildl., dann aber auch direct auf die geistlichen vorstellungen übertragen. aus der traditionellen predigtallegorie herauswachsend: zuo dem dritten mole so ist dise wirtschaft das ewig leben: das ist die wore wirtschaft. alle die wirtschaft, die alle creaturen ie gewunnent ..., das ist als verre minre wider der wirtschaft denne ein klein brOesemlin wider allem dem, das alle die welt mit einander geleisten mag Tauler
pred. 317
Vetter; mit unterscheidendem adj.: von der hymelschen wirtschaft
St. Georgener prediger 177
Rieder; daz wir nâch disem lîbe besitzen die êwîgon wirtschaft
predigten 2, 22
Grieshaber; ob dem tische der êwîgon wirtschaft
ebda 2, 126;
abstracter: zu der wirtschaft des êwigen lebens Dietrich v. Gotha
pred. 145
a; die uberflussige grosse wirtschaft deines gotlichen hauses Joh. v. Olmütz
Hieronymus 87
Benedikt. im 16.
jh. nicht mehr belegt. I@A@4@cc)
überhaupt vom geistlichen leben und seinen genüssen, insbes. von der unio mystica; vgl. den ältesten beleg für wirtschaften 1,
sp. 681,
aus diutiska 2, 280
Graff: so es (
d. herz) got enphahet, so sol es och bi im in dem hus sin und wirtschaft mit im han und sol das hus niemer gelan
St. Georgener prediger 85
Rieder; (
d. seele ist) in die hohen wirtschaft also erlichen bi ime (
Christus) gesezzet Mechthild
fliesz. licht d. gotheit 155
Morel; so verzühet doch got die smeklichen bevintlicheit des grundes manigen guoten luteren menschen ..., das im niemer ein trophe der wirtschaft enwirt Tauler
predigten 318
Vetter; dû bist der wirt, dû bist diu wirtschaft
dtsche mystiker 1, 362
Pfeiffer; vgl. 3 a.,
sowie zu dem ganzen bildcomplex G. Lüers
spr. d. dtsch. mystik (1926) 300; so we disen sanc da singen wil, de sal miden al zegenkeliche spil, inde der werelde vrowede versmain, inde zuo der richer wirtschaf gain
die lilie 67
Wüst; darumb nenneth es (
das wort gottes) der herr Christus in evangelio ein kunigkliche wirtschafft und durch Isaiam ein kostlich, erlesen und prechtig mal Luther
w. 2, 111
W. I@A@55)
feste, meistens verbale wendungen, vgl. auch die belege unter 2. I@A@5@aa)
als object, und zwar mit starker verdeutlichung der wirt: gast-
beziehung; einem eine wirtschaft machen, bereiten
u. ä. s. auch die belege unter 1; Levi der macht im ein groze wirtschaft in seim hause
codex Teplensis Luc. 5, 29;
ohne dativ der person: convivare wirtschaft machen Diefenbach 149
b; im dritten ... teyle will iche ein frOelich hochzeyt mit einem kostenlichen male und wirtschafft machen Albr. v. Eyb
dtsche schr. 1, 5; so nun ... der sig ... erobert ist, dann solt du deinen rittern bereiten wirdtschafft
J. Frontinus v. d. guthen räthen (1532) 40
c; si gab ir reyche wirtschaft Heinrich v. Neustadt
Apollonius 20098
Singer. I@A@5@bb)
ähnl., jedoch von jener beziehung gelöst. am gewöhnlichsten (eine) w. haben;
schon im ahd. mehrfach bezeugt: groze wirtscaft er habete
Diutiska 3, 77
Graff; vgl. ebda 3, 66; Notker 2, 593, 9
Piper; convivare wirtschaft haben Diefenbach 149
b; es waz ein richer man, ..., der waz ein vraz, wan wolde alle dage wirtschaft haben mit eszen und mit drinken
hl. regel 41
Priebsch; do die Philister wirtschafft hetten und frOelich waren, viel das hausz Albr. v. Eyb
spiegel d. sitten (1511) f 3
a; die heyden wolten ein wirtschafft han
Venusgärtlein 101
ndr.; (eine) wirtschaft halten H. Sachs 22, 509
K.-G.; convivare wirtschaft triben Diefenbach 149
b. I@A@5@cc)
mit präpositionen als ortsangabe: in einer wirtschaft sein
u. ä.: woe sie (
d. priester) in ainer wirthschafft sein, so sitzend der priester weyber zu oberst an dem tisch H. Schiltberger
reisebuch 49
Langmantel; in (zu) der wirtschaft sitzen
u. ä.: die geschrifftweissn ..., die ... in den wirtschafften am hœchsten sitzen
altdtsche passionssp. aus Tirol 468
Wackernell; ich bin auch vff der würdtschafft gesessen und hab nur einen mundt vol gessen Th. Murner
d. mülle 21, 553
Albrecht; der sass uwer tische in eyner grossen wirtschaff Wigand Gerstenberg
chron. 93
Diemar; sie seind gelegen in den wirtschafften Seb. Münster
cosmogr. (1550) 100; der alle tage schône lebete in wirtscheften
väterbuch 59
Palm. I@A@66)
beilager, hochzeit, hochzeitsfest und -mahl. I@A@6@aa)
im ahd. und den übrigen germ. dialecten nicht bezeugt. ursprünglich abgeleitet aus wirt '
ehemann'
und nicht etwa übertragen aus wirtschaft I A 2 '
gastmahl, fest'.
das erhellt aus einem wortgebrauch, bei dem die betonung des functionalen bedeutungselementes die correlation '
ehemann : ehefrau'
hervortreten und damit eine gewisz urtümliche bedeutungsschicht sichtbar werden läszt: ... si quâmen an daz bette, dâ er des nahtes was gelegen und mit sîner briute der wirtschaft het gepflegen unt zwischen in der vremde was worden wette
Lohengrin 6829
R.; noch in frühnhd. glossaren: wirtschafft
matrimonium; ita loquitur commune vulgus ...; in meo matrimonio vulgariter in meiner wirtschafft
voc. primo pon. dict. (1513) k 4; Diefenbach 351
c;
connubium wirtschaft
nov. gloss. 109
a.
vermutlich zählen hierhin auch noch belege, wo der act des eheschlusses gemeint ist, häufig noch im sinne einer patriarchalischen eheauffassung als beschreibung einer handlung des ehegatten gegenüber der gattin: were ok ... dat he wolde eyn wyff nemen, so scholde he ... van dem gude dat ome worde myd dem wyve don syne koste, kledinghe unde gifft to syner werscop
städtechron. 6, 151 (
Braunschweig); dem 16. october hat sich Tobias Reitmeiers wirtschafft angehoben mit Popina, ein geborne Beyerin
Egerer chronik 603
Gradl; vom hausherrn unter enger anlehnung an das lat.: sol her ir vor besehen wirtschaft (
providebit puellae nuptias)
Wenzelbibel exod. 21, 9 (
erste dtsche bibel: er fursech die brautlauff [
var. hochzeit] der diern). I@A@6@bb) '
hochzeitsfest, hochzeitsmahl'.
vom sprachgefühl meist als spezialfall zu wirtschaft '
gastmahl'
empfunden: vil kuninclîche stifte man di wirtscaf Lamprecht
Alexanderlied 4018
Kinzel; nu liset man in dem tegelichen ewangelio, wie daz ein brutlovft gemachet wart von eime kúnge sime súne und wie vil lúte dar an geladen wurden zuo der wirtschaft Tauler
predigten 431
Vetter; seyt gleych den knechten, die da warten auff yhren herrn, wenn er heymkumpt von der wirttschafft, auff das ... sie yhm behend auffthun Luther
w. 10, 1, 1, 110
W.; und eilet mit der wirtschafft (
maturat nuptias), das sie ihren fortgang mag gewinnen Riccius
Terentii comödia (1568) 248; als aber in der eheligen wirttschafft und beilager viel unordentlicher dinge, als teurigkeit der zirunge, ... befunden, setzet, ordenet und gebeuth ein erbar rath ...
chron. d. dtsch. städte 27, 232. —
in anlehnung an das cant. cant., bzw. Matth. 25, 1-13
bildl. für die unio mystica: gaistliche wirtschaft (
convivium nuptiale) Christi mit der seel
cgm. 4373 (15.
jh.) 270
bei Schmeller-Fr. 2, 1011; ist nu das nit ein frOeliche wirtschafft, da der reyche, edle, frummer breudgam Christus das arm vorachte bOesses hrlein (
d. seele) zur ehe nympt Luther 7, 26
W. —
selten pluralisch: daher auch der brauch komen ist ynn aller wellt, das die hochzeytten odder wirdschafften Oeffentlich mit wol leben und freuden aus gericht werden Luther
w. 15, 167
W.; nach dem ich lange zeit allhie zu Eiszleben hab auff den wirthschaften von breisz und lobe gepredigt des eestands halben, so ... wurd der prediger wol auch ein weib nemen (1529)
in: zt. d. Harzvereins 14, 130.
als neutrale bezeichnung des ereignisses und seines zeitpunktes: am dritten tag ein wirdschafft ward zu Cana in Galilea
in Ph. Wackernagel
dtsch. kirchenl. 4, 172; de koningh vraghede em, ... wor he sine husfrowen neme und wor de werscap were
städtechron. 19, 304 (
Lübeck); jetzo bei gegenwertiger wirtschafft schreiten wir zum dritten theil bemelter historien
aus einer hochzeitspredigt, s. C. Julius
Susanne u. Daniel (1610) 125. —
seit dem 16.
jh. aus der schriftsprache verschwindend, heute auch in den dialecten des md. und nd. gebietes ungewöhnlich; vgl. aber Müller-Fraureuth 2, 671
b; Dähnert 546
b; Frischbier 2, 475. I@A@6@cc)
verbale verbindungen; wirtschaft haben, halten
u. ä.: den 24. november hat wirtschafft gehabt Wolf Winckler mit herrn Frantzen Frischeiszen tochter
Egerer chronik 112
Gradl; der Grawert hat ... wirtschaft gehalten mit Drewes Lucas tochter
städtechron. 27, 192 (
Magdeburg); die wirtschafft mit ihr (
d. kaiserin) war zu COeln
M. Dreszer
sächs. chron. (1596) 176; auch gebeuth eyn erbar rath, das eyn yderman reych oder arm, die nuhn förder hier wirtschaft halden und haben, die sollen ... nicht mehr dann vierzigk personen bitten
chron. d. dtsch. städte 27, 233; sontaghs nach Francisci hat der Johann Fritzhausz sein wirtschafft und ehelich beylager gehalten
chron. d. dtsch. städte 27, 187.
gegenüber wirtschaft A 4
teilweise selbständig in der gestaltung des verbalen ausdrucks: keiser Otte de junge dede sine wertschop to Rom mit der juncfruwen van Greken
chron. d. dtsch. städte 7, 61 (
Magdeburg). I@A@77)
das späte nachleben. von der eigentlichen bedeutung finden sich nach dem 16.
jh. nur spuren (
s.a).
das rasche absterben kündigt sich im 16.
jh. schon darin an, dasz wirtschaft
sich in sonderbedeutungen verliert (
s.b
u. oben 6). I@A@7@aa)
im späteren nhd. (
vom 17.
jh. ab)
nur noch gelegentlich: wirtschaft
hospitium, hospitalitas (
s. o. 2) Stieler (1691) 2562; wirtung,
melius bewirtung, ...,
idem est, quod wirtschaft, ...,
hospitii juris praestatio ebda; aus historischem interesse und mit frühnhd. beispielen aufgeführt bei Frisch (1741) 2, 453
a; Scherz (1781) 2044; Adelung 4, 1577
u. a.; weil nicht mehr verstanden, mit falscher erläuterung: wirtschaft, wirtschaften: heiszen auch zuweilen die sonst so genannten hochzeit-, kindtaufs- und andre gastmähler, da öfters mit verlust des vermögens gewirthschaftet wird
allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 752. —
im schrifttum: mancher auff keine wirtschafft geht, wenn man sein armen vater ledt Eyering
proverb. copia (1601) 1, 84; dieser hertzog Georg ... hat zu Sagan etliche wochen hoff gehalten, die urbar sachen und gute wirthschafften anstellen helffen Heinr. Rätel
Joachimi Curäi chronica d. herzogtums Schlesien (1607) 519; wer sächsisch conditen und pommerisch braten dem papst und kaiser wollen rathen, der hat die zech allein gemacht nicht aber an den wirth gedacht. wol Gustav Adolphen, dem siegsheld, er hat die wirthschaft recht bestellt
in Opel-Cohn
dreiszigjähr. krieg (1862) 273.
bemerkenswerterweise auch nach 1 '
bewirtung',
von wirtschaft I B
und II
bis in den ausdruck hinein gestützt: (
capitelüberschrift:) Katzen-Veit erzeiget sich Axenus und hält übele wirtschaft (=
behandelt ungebetene gäste schlecht) Prätorius
bericht vom Katzenveite (1665) g 5
b; die vertheilten sich an die übrigen tafeln, bey denen dann die Numidia Quadratilla im namen der Crispina die wirthschafft verrichtete A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 4, 476; wir möchten bey ihm (
anrede) einsprechen und mit geringer wirthschaft vorlieb nehmen Ettner v. Eiteritz
d. polit. maulaffe (1679) 155;
im volkslied erhalten: da es nun war die rechte zeit, eine köstlich wirthschafft war bereit, mit aller sach versehen wohl wies eines grafen hochzeit soll
lied v. grafen Friedrich, 1771
v. Göthe
aufgez., s. I 38, 249
W. auch in den maa. längst erloschen, obschon früher überall gebräuchlich, wie ausdrücklich bezeugt bei Schmeller-Fr.
bayr. 2, 1011; Fischer
schwäb. 6, 1, 879; Ch. Schmid
elsäss. ma. (1901) 427
b; Schiller-Lübben
mnd. 5, 690; Mensing
schlesw.-holst. 5, 597;
s. auch die oben eingestreuten mnd. belege. allenfalls noch erkennbar unter der mischung mit I B '
gastwirtschaft': wirtschaft '
bei den alten Dithmarsen auch besuch, festgelag im wirtshause' Schütze
holst. (1800) 4, 351,
oder mit III '
tun und treiben': 'da ist flotte wirtschaft,
da wird viel geschmauset' Bernd
dtsche sprache im groszherz. Posen (1820) 353.
widerstandsfähiger in der bed. '
hochzeitsmahl',
s. oben 6. I@A@7@bb)
eine sehr späte, in ihrem ursprung zumeist falsch gedeutete sonderentwicklung aus 2 '
mahl, schmauserei, fest'
liegt vor in wirtschaft
als bezeichnung für die costümfeste und maskeraden an den fürstlichen höfen zur zeit des absolutismus: wirtschaften
etiam in aulis dicuntur regna convivalia, sive convivia regalia Stieler (1691) 2562;
vgl. M. Kramer 2 (1702) 1365
a;
Ludwig (1716) 2565; Kramer (1719) 2, 269; Apinus (1728) 555; Frisch 2 (1741) 453
a;
allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 752
u. ö.; was also die wirthschaften betrifft, so hat es diese bewandtnisz damit: grosze herren wollen bisweilen zur lust auch die süszigkeit des privatstandes schmecken; ... daher verkleidet sich insgemein der regierende herr und seine gemahlinn in einen gemeinen bürgerlichen wirth und in ein wirthinn und die andern fürstlichen personen, die man etwa beehren und bewirthen will, in gäste Gottsched
crit. dichtkunst (1751) 757.
vgl. noch: man schosz, man lieff, man fuhr, man ritte nach dem ziel; man stellte wirthschafft an, man machte bunte reihen v. König
ged. (1745) 53; so gab kaiser Leopold I. zu ehren des anwesenden czaren Peter des groszen 1698 eine solche wirthschaft, in welcher über 300 der höchstgestellten personen des hofes mitwirkten
F. M. Böhme
gesch. d. tanzes (1886) 144. I@BB. '
gastwirtschaft'.
zweifellos jünger als die entwicklung wirt '
gastfreund'
zu wirt '
gastwirt' (
vgl. wirt I B)
und nur ermöglicht durch intensive auffrischung des functionalen bedeutungselementes bei gleichzeitiger spezialisierung von wirtschaft I A 1 '
bewirtung, tätigkeit und amt des wirtes'. I@B@11)
daher zunächst ausschlieszlich als '
tätigkeit, gewerbe des gastwirts'
: cauponaria das wirten, wirtschafft Frisius
dict. (1556) 200
a;
hostelage, il far taverna, wirtschaft, gasthaltung Hulsius (1616) 416; gastgeberey Reyher (1668) 938; wirtschaft
hospitium, hospitalitas, vulgo hospitatura, cauponaria Stieler (1691) 2562
u. a. nachdem sich wirtschaft
im jungen sinne von '
verwaltung des hauswesens, der materiellen güter und bedürfnisse' (
vgl. wirtschaft II A; B)
breit entwickelt hat, erscheint '
gastwirtschaft'
als spezialisierung dazu; Zincke
öconom. lex. (1744) 3234;
noch bei Adelung 4, 1577
tritt der gedanke an wirtschaft
als '
haus des gastwirts'
in keiner weise hervor. I@B@1@aa)
am frühesten und deutlichsten ohne artikel in verbindung mit bestimmten verben; wirtschaft halten, treiben (
vgl. I A 5; w. treiben
besonders auch innerhalb der modernen bedeutungen II A
und III):
cauponari wirtschafft halten ...,
cauponaria ... die kunst, wirtschafft zu treiben Alberus (1540) l 4
a;
cauponor wirtschaft treiben Calepinus (1598) 214
a;
ähnl. Schönsleder (1618) M m 6
u. a.; wirtschafft halten
viatores excipere Stieler (1691) 2562: alle, die da wyn schenken und wirthschaft halden (
Seligenstadt 1423)
weist. 1, 509 (
noch früher, 1406, wirten
in gleicher bed.; vgl. sp. 653); der wirt ... würd in die Wantzenaw komen und da wirtschafft halten Frey
gartengesellschaft 48
Bolte; welcher in den gerichten der vier höffe ... wirtschaft treibt und wyn uszgibt bey der masz umb gelt ... (1432)
weist. 1, 279; gleichermaszen treib dieser (
d. weinschenk, der früher bauer war) auch wirtschafft, dasz alle ziegeln auff dem meyerhof krachten Kirchhof
wendunmuth 1, 204
lit. ver.; der wirt ist, der beherberget oder wirtschafft hält Harsdörffer
teutscher secretarius (1656) 1, 549.
mit artikel concreter: niemand soll eine würtschaft treiben, auszkochen oder auszschenken ausser den berechtigten würthen
österr. weist. 2, 46; er treibt eine wirthschaft
Steinbach wb. (1734) 2, 999;
ebenso beim gebrauch des plurals: es ist auch ... ein ieder haussässiger gemeindsmann ... berechtiget ... würtschaften zu treiben
weist. 6, 255. —
gelegentlichere und wohl weniger übliche verbindungen: welher die wirtschaft understat und anvacht win zu schenken, der sol das ein ganz jar umb tuon
weist. 1, 353; würtschafft pflegen Montanus
schwankb. 448
Bolte; dasz man diese platz sol fryen ..., das man daruff wirtschafft vnd anders feyl mög halten
weist. 2, 78; so oft er (
d. wirt) das gebot ybertreten thuet ... (
soll) im die wirthschaft auf ain zeitlang abgestelt werden
österr. weist. 5, 267; das man nit einen jeden ungezognen, lasterhaften menschen zur wirthschafft kommen ... läst H. Guarinonius
grewel d. verwüstung (1610) 842. —
in anlehnung an für wirtschaft II B '
haushaltung'
übliche ausdrucksweisen: in meinem hause ist noch niemand bestohlen worden, so lang ich die wirthschaft drin führe, sagte die wirthinn J. J. Chr. Bode
gesch. d. Th. Jones (1786) 4, 27. I@B@1@bb)
der sonstige gebrauch: es hat unser ort fünf schildgerechtigkeiten, und werden sotane würtschaften von gnädiger vogtsherrschaft ... begeben
bad. weist. 1, 1, 108; das er (
der wirt) zu der wirtschaft mit wein und ander noturft versehen sein soll
österr. weist. 4, 80; lag mit dem Friedländer vor Stralsund, ging mir dorten die wirtschaft zu grund Schiller
w. 12, 20
G. (
Wallensteins lager 5).
als ausruf beim betreten des gastzimmers, um die bedienung herbeizurufen, vgl. Seiler Basler ma. 316; Rovenhagen
Aachener ma. 163.
umgangssprachlich in ganz Deutschland. auch als aufschrift auf gasthausschildern und -wänden, sowie gasthaustüren ist wirtschaft
von der alten functionalen bedeutung aus zu verstehen, von der das haus, die räume und gegenstände lediglich mit einbegriffen werden. eigentümlicherweise gilt wirtschaft
in der Schweiz auch von einem gewerblichen betriebe mit bäckerei: es sol auch kainer mer dann an ain schillings wert brot ain pfening gewinen, der wirthschaft treiben will (
Thurgau 1518)
weist. 1, 244; denn von dem nahen meierhofe her, dessen pächter eine wirtschaft betrieb, wurden grosze körbe voll eines goldbraunen, duftenden gebäckes gebracht, welches nur hier verfertigt wurde G. Keller
ges. w. 6, 21. I@B@22)
die einzelne wirtschaft, das gebäude mit allem zubehör. erst seit dem 16.
jh. entwickelt: es ist diz gerechtikhaytt aines yeden herrn verbeser der wiertschaft sandt Peter der cappeln zw Winbeck, (
dasz er ist) frey des ungelt, und mag schenckhen wein und ausgeben auss seinem pharhoft
weist. 7, 691 (
Österr. 1567); derhalben der h. reichscantzler ... anbefohlen, das sie keinem einigen ... freye zehrung, futter, mahl ... in den herbergen, wirttschafften oder sonsten gestatten solten v. Chemnitz
schwedisch. krieg 2 (1653) 92; die nähe der Haufischen wirthschaft ist für sämmtliche umwohnende von jeher eine grosze unbequemlichkeit gewesen Göthe IV 30, 136
W.; sie hält die pfarrei für eine wirthschaft Gutzkow
ges. w. (1872) 5, 16; wenn man noch ein süszes und billiges glas trinken wolle, so sei dies einzig in den abgelegenen altväterischen wirtschaften zu finden G. Keller
ges. w. 1, 406;
im wortspiel mit dem nach III
geformten ausdruck 'polnische wirtschaft': ich blieb in der kneipe zurück und sah mir die lokalitäten
an. das war eine ächt polnische wirthschaft Gaudy
sämmtl. w. (1844) 2, 84. —
in den maa. nur obd. älteren datums Zingerle
Lusernisch 58
a; Follmann
dtschlothr. 544
b; Hunziker
Aargau 299; Bacher 230; Jakob
Wiener dial. 221
a; '
speziell ist wirtschaft
noch das gröszere, allgemeine wirtschaftslokal ..., in dem die familie des wirts über tag lebt' Fischer
schwäb. 6, 1, 881.
auszerhalb des obd. nur verzeichnet von Schambach
Göttingen u. Grubenhagen (1858) 295
a.
vgl. noch wirtshaus,
sp. 698; gasthaus
teil 4, 1,
sp. 1479; krug
teil 5,
sp. 2434. '
bordell': wirtschaft
lenocinium Calepinus (1598) 804
b;
lenocinium hurenwirtschafft
nomencl. lat.-germ. (1634) 343; Steinbach (1734) 2, 999. IIII.
verwaltung von haus und besitz, hauswesen; dann auch die gesamtheit des wirtschaftlichen lebens einer gröszeren gemeinschaft oder seine teilgebiete. zu wirt III '
hausherr'.
in einer neuen, der entwicklung von wirtschaft I A 1 '
bewirtung, tätigkeit des gastfreunds'
zu wirtschaft I A 2
u. 3 a '
gastmahl, mahl, speise',
sowie der von wirtschaft I B 1 '
tätigkeit, gewerbe des gastwirts'
zu wirtschaft I B 2 '
wirtshaus'
sehr ähnlichen bewegung der versachlichung zu verschiedenen streng nhd., durch den sachbezug auf '
haus, besitz'
gemeinsam gekennzeichneten bedeutungen (A; B)
hinführend. II@AA.
die art und weise, kunst des wirtschaftens, der führung und verwaltung des haushalts oder allgemein der materiellen güter und bedürfnisse. junge bedeutung, erst im 18.
jh. zusammen mit wirtschaften 3,
sp. 682,
voll entfaltet. auf grund von wirt '
hausherr'
entstanden. infolge der erneuerung des functionalen bedeutungselementes (
s. o. I B 1)
und des absterbens von wirt
in der bedeutung '
hausherr'
erweitert sich der sachbezug auf '
haus'
zu dem auf '
besitz, materielle güter und bedürfnisse'.
kaum in die maa. eingedrungen: goe wehrtskup hoben
sparsam leben Strodtmann
Osnabr. (1756) 282. —
zuerst registriert als oeconomia, administratio rerum bei Stieler (1691) 2562;
vgl. Steinbach (1734) 2, 999;
von Adelung 4, 1577
u. a. als allgemeinste bedeutung vorangestellt und allen spezielleren zugrunde gelegt. nie im plural. II@A@11)
bis zum ende des 17.
jhs. ähnl. wie wirtschaft II B 1 '
hauswesen'
ohne innere festigkeit. da ohne sicheren rückhalt an dem absterbenden wirt III '
hausherr',
die verschiedenen, z. t. später entwickelten möglichkeiten gleichsam durchprobend. einige vorläufer schon im mhd.: '
pflegamt, herrschaft im hause',
bildlich: solt ich pflegen der zweier slüzzel huote, dort ir lîbes, hie ir tugent, disiu wirtschaft næme mich ûz sendem muote, und næm iemer von ir schœne niuwe jugent Walther v.
d. Vogelweide 93, 37;
doppeldeutig: uswendige bunge die rffet und locket und manet uns zuo einer woren bereitunge, das got in uns vollekomenliche wirtschaft múge gehaben Tauler
pred. 377
Vetter, angelehnt an Luc. 19, 5:
in domo tua oportet me manere; als function des wirtes: damit sie (
die ameisen) ein jedern bergkmann seines fleisses vnd guter wirtschafft erinnern wOellen J. Mathesius
Sarepta (1571) 24
a; wann dann gut, blut, marck und kräfften liegen für so viel geschäfften, wie der alte hund den knüttel, dulden den rebellentittel: dieses bringt die wirthschafft mite. lobt sie, lieben leut, ich bitte! Logau
s. sinnged. 70
E. (
unter '
hauswesen');
als vorstufe zu C: ihre propositiones waren auf die klare vernunft, unumstöszliche regula der gemeinen würthschafft und das exempel anderer nationen bevestigt v. Hörnigk
Oesterreich über alles (1684) 15.
durch die antithese in positivem sinne (
s. u. 5): mit einem wort, seithero die schmeichler im gang und klang und prang seynd, so ist die leichtfertigkeit eine freundlichkeit, der zorn ein ernst, der diebstahl eine wirthschafft, die schelmerey eine politic ... worden Abr. a
s. Clara
etwas für alle (1699) 2, 398. II@A@22)
mit beginn des 18.
jhs. mehren sich die belege. mit verdeutlichung eines besonderen sachbezuges. II@A@2@aa) wirtschaft
als haushaltsführung, als summe von fertigkeiten, die eine hausfrau besitzen musz: ich hab ein liebes weib, das ... die wirthschaft wohl verstehet Triller
poet. betracht. (1750) 2, 280; eines tages sagte Stock: Goethe, meine töchter wachsen heran, was meinst du, worin soll ich die mädchen unterrichten lassen? ... in nichts anderem, erwiederte Goethe, als in der wirthschaft Göthe
gespräche (1889) 1, 8; die hochgebietende frau bürgermeisterin, die das rad der begebenheiten drehte, war keine löbliche hausfrau, weil ihr die sorgen und mühen der wirthschaft ein gräuel waren Langbein
s. schr. 31, 148. II@A@2@bb)
als kunst, ein bauerngut zu verwalten: (
nicht) aus einiger einbildung, (
vollkommenheit) in derer wirtschaft noch in andern hieher vorfallenden dingen erreicht zu haben (
damit erläutert der verf., sich gleichsam entschuldigend, sein vorhaben, den österr. adel in landwirtschaftlichen dingen zu belehren) W. H. v. Hohberg
georgica curiosa 3 (1715)
vorrede; versäumen sie nicht, ... die wirthschaft der gutsbesitzer und bauern, ..., ins rechte licht zu setzen Ruge
briefw. u. tageb. (1886) 2, 59
Nerrlich; ich übersehe sehr deutlich, dasz ich ... bei der wirthschaft meiner güter die dienste meiner landleute nicht entbehren kann Göthe I 23, 19
W. '
bewirtschaftung des bodens': bei der feststellung dieses wertes sind nur die dauernden eigenschaften des grundstücks und der ertrag zu berücksichtigen, welchen das grundstück bei ordnungsmäsziger wirtschaft jedem besitzer nachhaltig gewähren kann
hypothekenbankgesetz vom 13. 7. 1899, § 12, 1. II@A@2@cc)
der sonstige gebrauch. übertragen: weil er mit den merkmalen seiner gunst und verehrung weder karg noch verschwenderisch war und durch eine kluge wirthschaft mit demjenigen, wodurch man menschen verbindet, seinen wirklichen vorrath an diesen mitteln vermehrte Schiller 7, 82
Göd. in allgemeinerer anwendung: der dritte theil der practischen weltweisheit ist die haushaltungskunst oder wirthschaft Gottsched
beytr. z. crit. hist. (1732) 3, 554;
auf der grenze zu anderen gruppen, so zu II C,
von der finanzgebarung eines herrschers: was ihre (
anrede an den herzog) innere wirthschaft betrifft, haben sie an Schmidten einen trefflichen rathgeber, er ist ein haushälter von haus aus, ohne ihre finanzen in seinen händen zu wissen, könnte ich nicht einen augenblick ruhig sein Göthe IV 8, 333
W.; zur gruppe III '
tun und treiben'
hinüberweisend, als '
herrschaft, verhalten als herrscher': man vor der hand den autokraten verpflichten soll, der nation von seiner wirthschaft auf dem thron, auch nebenher von seinem leben, genaue rechenschaft zu geben Ramler
fabellese (1783) 3, 74.
ähnlich '
geschäftsführung, gesamtes verhalten': auch habe ich keine ursache, in die wirthschaft gedachten Sutors einiges misztrauen zu setzen Göthe IV 12, 175
W.; dieses Kassel war unter der wirthschaft meines verwalters ein liederlicher ort geworden Immermann 1, 19
Boxb. II@A@33)
mit bezeichnung des trägers der durch wirtschaft
beschriebenen function; am deutlichsten im pron. possess. oder gen. subj., und so eigentlich auch am ursprünglichsten; vgl. auch die unter 2 c
bereits angeführten belege: dein vater wollte sich seiner wirthschaft widersetzen, der junge mann schlug ... ihn Klinger
w. (1809) 3, 270; man machte mir vorwürfe wegen unsrer wirthschaft A. v. Knigge
roman m. lebens (1781) 1, 120; das geld verdirbt die wirthschaft junger leute A. Müllner
dram. w. (1828) 5, 149; als dieser (
der erbprinz) die durch seines vaters wirthschaft dem bankerott nahgebrachten finanzen ... zu reorganisieren unternahm Justi
Winckelmann (1866) 2, 2, 9;
zugleich qualitativ näher bestimmt, vgl. 4: denn ich war damals durch die gute wirtschaft meiner frau ... noch im besitz von einigen 100 talern Christ
schauspielerleben 266.
auch sonst bleibt der träger der function, der wirt, in der regel mehr oder weniger deutlich erkennbar: dasz Lelio unterdessen gute wirthschaft treiben und das seine fein zusammenhalten solle Lessing 2, 140
M.; über die vieldeutigkeit von (die) w. treiben
vgl. I A 5; I B 1 a; II B 4
und III 3.
übertragen auf gröszere lebenseinheiten; vgl. II C: das beste zeichen einer guten wirthschaft ist, dasz die stadt fortfährt, grundstücke zu kaufen Göthe III 2, 102
W.; wie oft und wie laut ist über die schlechte wirthschaft des päpstlichen hofes klage geführt worden Ranke
s. w. (1867) 40/41, 80; sie (
anrede) müssen von uns verlangen ..., dasz wir die wirthschaft des vorigen jahres ... fortsetzen und aus dem capital leben Bismarck
polit. reden 4, 240;
allgemeiner: du würdest finden, dasz überall grader verstand, gute wirthschaft und neigung und beharrlichkeit den grund von allen zuständen ausmacht Göthe IV 12, 297
W.; poetisch: man begegnet ihm, zuckt etwa die achsel, bewundert vielleicht noch die kluge wirthschaft des himmels, der auch mit träbern und bodensalz noch kreaturen speist Schiller
w. 3, 453
G. (
kabale u. liebe 4, 3). II@A@44)
überaus häufig, wie aus dem voraufgegangenen bereits ersichtlich, als function durch adj. attribut qualitativ näher bestimmt. über trägerschaft und sachbezug lassen die beispiele aus der 1.
hälfte des 18.
jhs. in der regel keinen zweifel: ich musz den weibern auch, ... ein häuszliches recept verordnen und verschreiben, wenn ihre männer nicht die rechte wirthschafft treiben Chr. Fr. Henrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 1, 361; wie ist ihr unsers hauses segen durch kluge wirthschaft angelegen Triller
poet. betracht. (1750) 4, 338; man kan leicht erachten, dasz er bey dergleichen sparsamer wirthschaft kaum den zehnden theil seiner einkünfte verzehrte
d. Leipz. avanturieur (1756) 1, 19.
stereotyp ist gut: gute wirthschaft
M. Kramer 2 (1702) 1365
b; durch gute wirthschaft viel ersparen Ludwig (1716) 2505; nur durch gute wirthschaft, die ihm eine frau führen hilft, kann er wieder in den stand kommen, seine pflicht besser zu erfüllen Lessing
w. 18, 179
M.; geschwister deren die meisten zu guter wirthschaft geneigt wären Göthe I 25, 20
W.; das zweite ... mittel zur befestigung der thronen ... ist gute wirthschaft Haller
rest. d. staatswiss. (1816) 3, 13. —
anders: zweytausend thaler renten und funfzehnhundert thaler besoldung machen, dasz ich bey einer vernünftigen wirthschaft sehr gemächlich leben kann Rabener
s. w. 3, 239; bei sparsamer wirthschafft A. v. Droste-Hülshoff
briefe an Levin Schücking (1893) 192; nach den regeln einer ordnungsmäszigen wirtschaft
bürgerl. gesetzb. 987
II. —
negativ: schlechte, schlimme wirthschaft
M. Kramer 2 (1702) 1365
b; es giebt übele wirthschaft, wenn man blindlings ausgiebt, was einkommt Kant 3, 8
akad.; tolle wirtschaft Raupach
dram. w. (1835) 8, 331; krieg und unverständige wirthschaft E.
M. Arndt
s. w. (1892) 1, 6; lüderliche wirthschaft Lenz
schr. 1, 33
Tieck; viel unordnung und böse wirthschaft A. v. Droste-Hülshoff
w. 2, 263; unübertroffen in wüster wirthschaft, im borgtalent Mommsen
röm. gesch. 4 3, 351; sein vater hatte durch lateinische, das ist einfältige wirthschaft viel eingebüszt Hippel
s. w. (1827) 8, 51. II@A@55)
unter einbeziehung des positiven werturteils direct '
sparsamkeit' (
s. den beleg aus Abr. a
s. Clara
unter 1).
die positive wertung bildet nämlich von haus aus einen wesensbestandteil von wirt, wirtschaft
u. s. w. und wird erst im laufe des 18.
jhs. aufgelöst; vgl. wirt III B 3, wirtschaften 3; wirtlich 2;
wirtschaftlich 1: etwas durch wirtschaft ersparen
M. Kramer 2 (1702) 1365
b; fleisz, wirthschaft und verstand entdecken schon noch mittel, wodurch man in der welt sein ehrlich brodt gewinnt J. Chr. Günther 1, 270
Kr.; ob es nicht besser sey, dasz dieselben (
die soldaten) mehr ... zu ausübung der pflichten, ..., angehalten werden, und insonderheit zur wirthschafft und häuszlichkeit, ist eine frage, die ich hier eben nicht entscheiden will H. v. Fleming
d. vollk. teutsche soldat (1726) 6; die alten machten alles ohne wirtschaft. ich wollte aus einer solchen eiche zwölf ruhebänke machen Pestalozzi
w. 11, 164
anh. nr. 3; (
Hamlet:) wirthschaft (
thrift), Horatio! wirthschaft! das gebackne vom leichenschmaus gab kalte hochzeitschüssel
Shakespeare 3, 158 (
Hamlet 1, 2); das leben ist zu kurz, als dasz man mit der edelsten freude wirtschaft treiben solle Iffland
br. 1, 84
G. II@BB.
haushalt, hauswesen. sowohl die gesamtheit der zu seiner führung und verwaltung notwendigen arbeiten, als auch die summe der dazugehörigen gegenstände. aus wirtschaft II A
durch verselbständigung des sachbezuges entstanden, hat es sich zusammen mit ihm erst seit dem ende des 17.
jhs. kräftiger entwickelt, es in jüngster sprachschicht aber zurückgedrängt. von den wbb. seit M. Kramer
teutschital. 2 (1702) 1365
a mit festen wendungen (
vgl. 4)
oder umschreibungen vermerkt; vgl. Ludwig
teutsch-engl. (1716) 2565; Steinbach (1734) 999; Frisch 2 (1741) 453
a; Scherz (1781) 2045;
vgl. auch Eberhard
synon. 4, 57.
über die verbreitung in den maa. gilt dass. wie zu II A. II@B@11)
seit dem 15.
jh. in ansätzen: auch ist dasselb recht von der fraun wegen, das chain frau aine der andern veintschaft ... zue sezen sol. weliche das tet, die ist ze wandel vervallen ..., si sei mit wirtschaft oder an wirtschaft
österr. weist. 10, 97 (
Ennstal, 15.
jh.); wie köndt ich sunst mein hausz erhalten, weil ich thu kleiner wirtschafft walten? H. Sachs 21, 116
K.-G.; das einzelne hauswesen: drumb wolt ich, das ohn widerstreben ein weib du nembst, bei meinem leben, und fingest eine wirtschafft an A. Calagius
Rebecca (1599) c 3
a;
ähnlich, doch, da ohne artikel, nahe an die beispiele in II A 1
heranrückend: er hat einen alten diener, der wolt sich ... verheurathen und wirtschafft anfangen Zinkgref-Weidner
teutsch. nation weisheit 3 (1653) 40;
ebenso von landwirtschaftlichen arbeiten: wann ich mich denn auch bald auf wirthschaft beflissen, so hat man das korn dies 63 jahr den scheffel zu 20 weiszgroschen, ... gekauft v. Schweinichen
denkwürdigkeiten 17
Ö. die summe der hauswirtschaftlichen arbeiten: zwar es wird wol offt geschehen, dasz die
braut zu seiner zeit bey sechs wochen nicht wird sehen, wie die wirthschafft sey bereit Logau
s. sinnged. 14
E. (
hochzeitswunsch);
deutlich ausgeprägt: monsieur, ich helffe die wirthschafft versorgen Chr. Weise
polit. redner (1677) 375; wer eine wirthschaft hat, der stehe ihr trewlich vor und versorge sie, wie sichs gehört und treibe sie, oder sie treibt ihn J. Coler
oeconomia (1665) 299
b.
ähnl. mit pron. possess.: wer seine wirthschaft auf borg führet, wird auf baares geld arm Winckler 2000
gute ged. bei Wander 5, 286; als er aber nach sechsjährigem witberstande sich mit der falschen einbildung geschwängert befande, es könne dessen wirthschafft ohne einen weiblichen befehlshaber nicht sattsam versorgt werden, so verknüpfte er sich mit dem gefährlichen liebesbande ... Ziegler
asiatische Banise (1689) 73; w. treiben '
wohnen',
vgl. I B 1 a; II B 4,
sowie III 3: (
gesang der siegesgöttin:) als ich zu Babel gleich noch wirthschafft trieb, trug rasch bereit nach Rom mein gantzes hertz und sinn, das mich als schutzgeist ehrt, und wo ich hausgott bin Lohenstein
Arminius (1689) 2, 508
a.
bereits völlig versachlicht: darinn in der kammer hengen auch die schlüssel zum keller, die gantze wirthschafft, knecht, mägd, ... stehet zu deinen diensten Stranitzky
ollapatrida 237
Wiener ndr. II@B@22)
seit dem 18.
jh. mehren sich die belege. II@B@2@aa)
von der haushaltung als selbständigem organismus, oft mit hervorhebung des planvollen, geordneten arbeitens und wirkens oder auch der zum hauswesen gehörenden gegenstände; der das hauswesen leitende wird durch pron. poss., gen. poss. u. ä. bezeichnet (
s. die belege unter 1
und vgl. oben II A 3): als er ihm auff eine soldatenkost, so gut als seine wirthschafft in der eil vortragen können, zu sich erbethen Ettner v. Eiteritz
medizin. maulaffe (1719) 57; ihr tisch soll mäszig und ihre vorräthe nicht überflüssig sein, sondern so wie es eine wohl eingerichtete wirthschaft erfordert L. A. Gottschedin
br. (1771) 2, 256
Runkel; ich sagte, ein weib müsse ... der wirthschaft vernünftig vorstehen J. J. Schwabe
belustigungen (1741) 2, 552; alsdann wären es ein paar tausend thälerchen, die beim anfange einer wirthschaft nur allzubald weg sind Lessing 2, 129
M.; ja, unsre wirthschaft ist nur klein und doch will sie versehen sein Göthe I 14, 155
W. (
Faust I 3109); die kunst die wirthschaft glücklich zu führen Zachariä
poet. schr. (1763) 4, 38; er merkte endlich, dasz so die wirthschaft nicht gehen könne U. Bräker
s. schr. (1789) 1, 15; indem sie die sorge für garten und wirthschaft und küche ganz allein übernahm Fouqué
zauberring (1812) 1, 111; was macht die frauen gesund? alle jahre ein kind und eine tüchtige wirtschaft Cl. Brentano
Godwi (1801) 1, 200; eine katze und eine maus wollten zusammen leben und wirthschaft zusammen haben brüder Grimm
kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 6; Hannchen (
hatte) mehr sinn für die wirthschaft als die beiden ältesten zusammengenommen Gutzkow
zauberer (1858) 1, 7; es ist der dampf, der aus der garküch hier beian, allwo ein haufen lustiger gesellen wirthschaft treibt, uns in die nase sticht Grabbe
w. 2, 16
Bl.; zur vervollständigung der wirthschaft ... hatte auszerdem der alte Marten noch einen ... dachshund aufgezogen Storm (1899) 1, 205; sie wollte in der kleinen wirthschaft der alten Wieb die anfänge des landhaushaltes lernen 1, 82; er meinte, das, was wir an wirtschaft jetzt haben, das vermöchtest du meist alleine zu machen Hans Grimm
volk ohne raum 1, 79; früher als sonst wurde die wirtschaft 'beschickt', wie man bei uns sagte E. Wiechert
wälder und menschen (1936) 71.
vergegenständlicht: (
das vögelchen zum hirten) zerstöre die kleine wirtschaft nicht Sal. Geszner
w. (1778) 2, 38; loderte die flamme über seine hölzerne wirthschaft G. Freytag
neue bilder (1862) 46. II@B@2@bb)
besonders von einem landwirtschaftlichen hauswesen oder betrieb, sodann von der landwirtschaft überhaupt. II@B@2@b@aα)
der einzelne betrieb; verdeutlicht durch den doppelausdruck: dasz man gesund bleibt, dasz man die haushaltung und wirthschaft versehen ... kann J.
M. Miller
pred. fürs landvolk (1776) 3, 247;
durch den zusammenhang: wenn wahr ist, was der landmann sagt, dasz sie nur da wohnen, wo fried und ruhe in der wirthschaft herrschet Sal. Geszner
schr. (1777) 1, 129; ich will deinem vater in der wirtschaft helfen, pflügen, graben Fontane
ges. w. I 6, 147.
häufig versachlicht als '
bäuerliches anwesen': andere (
besitzer) seien nicht von ihren wirthschaften zu bringen gewesen (1627)
acta publica 6, 247
Palm; ein dorf besteht aus 20 wirthschaften
aus ostmd. sprachgebrauch bei Adelung 4, 1577;
ebenso mit artikel: eine wirthschaft kaufen Campe 5, 743
b; eine wirtschaft pachten, verpachten Sanders 2, 1633
a; wer mit einem verhältniszmässig geringen viehstand eine wirthschaft antritt, ... der weisz, wie schwer es ihm fällt, seine hungrigen äcker vom stalle aus mit mist zu versehen J.
N. v. Schwerz
prakt. ackerbau (1882) 32.
mit pron. possess.: nebst angeschlossenen designationen von denen bey ihrer wirthschaft unentbehrlichen cantonisten des krayses Lessing
w. 18, 482
M.; machen sie einige schritte mit mir aufs feld und sehen sie, wie ich meine wirthschaft betreibe Göthe I 24, 209
W.; im pl.: den rest aber ... schickten sie nach ihren wirthschafften, um die erndte zu verrichten E. G. Happel
hist. mod. Europ. (1692) 223; in der nähe habe ich mir einige wirthschaften angesehen, die hier durchschnittlich in einem fast musterhaften zustande sind Bismarck
br. an s. braut u. gattin 24; die groszen wirtschaften nehmen ... in Oldenburg blosz 3, 02 prozent ... des angebauten areals ein Wimmer
gesch. d. dtsch. bodens (1905) 179. II@B@2@b@bβ)
wenn an die land- und forstwirtschaftlichen arbeiten und einrichtungen, sowie an ihre organisation vornehmlich gedacht ist, so wird ihre zusammenfassung zu einem selbständigen organismus undeutlich: ich weisz, dasz du die zeit mit wirthschafft offt vertreibst und selbst wie Plinius und Columella schreibst v. Canitz
ged. (1727) 127; da nun des herrn kriegsrath hochedelgebohrnen im monde november desselben jahres nach diesem ihrem gute sich verfügeten, um zu sehen, wie es mit der wirthschaft stünde, ... Gottsched
das neueste aus d. anmuth. gelehrsamkeit (1751) 1, 407; der herr auf dem lande ist ein starkes fieber für den verwalter und heil für die wirthschaft Düringsfeld
sprichw. (1875) 1, 374
a; der pächter hat von den ... vorhandenen landwirtschaftlichen erzeugnissen ... so viel zurückzulassen, als zur fortführung der wirtschaft ... erforderlich
bürgerl. gesetzb. 593
I.
ebenso in maa.; vgl. Jakob
Wien 221
a; Müller-Fraureuth 2, 671
b. —
schlieszlich erfolgt die zusammenfassung der arbeitsvorgänge und einrichtungen, ohne dasz noch an ein hauswesen als mittelpunkt gedacht wird, womit ein wesentlicher unterschied gegenüber II A
wegfällt: wirthschaft ... hört man oft statt landwirthschaft Hupel
dtsche spr. in Lief- u. Ehstland (1795) 266; die art der wirthschaft, welche mit dem namen der dreifelderwirthschaft bezeichnet (
wird) Eichhorn
dtsche staats- u. rechtsgesch. (1821) 1, 46; grundgesetz für jede wirtschaft ist die erzielung des gröszten reinertrages Schwappach
forstpol. (1894) 26.
daher composita wie acker-, dreifelder-, dünge-, fruchtwechsel-, maschinen-, weidewirtschaft. II@B@33)
in verbindung mit adjectiven, z. t. formelhaft; vielfach zur hervorhebung des besitzverhältnisses: seine eigene wirthschaft haben Campe 5, 743
b; angenehm ist es ... nicht für dich, im gasthof ohne eigene wirtschaft zu wohnen Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 6, 195; wir wohnten zu dritt ... zusammen und führten gemeinsame wirtschaft E. Jünger
in stahlgewittern (1934) 14; einheirathen in eine fremde wirthschaft Mommsen
röm. gesch. 1, 67,
oder der grösze und des werts: der groszen wirthschaft, die ... geführt werden muszte E.
M. Arndt
s. w. (1892) 1, 13; unsre kleine wirthschaft Göthe IV 20, 70
W.; eine so weitläuftige und kostbare wirthschaft Lessing
w. 18, 290
M.; eine tüchtige wirthschaft Cl. Brentano
Godwi (1801) 1, 200; in die volle wirthschaft einfreien Storm
w. (1899) 2, 219,
sowie ihrer ordnung: einrichtung einer ordentlichen wirthschaft Immermann 2, 156
B.; auf einem tannenbaume hatten ein paar waldtauben ihre friedliche wirthschaft Kretschmann
s. w. (1784) 6, 69;
vgl. noch den prädicativen gebrauch: die wirthschaft (
der junggesellen) war auch originell und wild genug W. Raabe
hungerpastor (1864) 3, 92. —
anders: er ... besorgte ... mit den groszknechten die laufende wirtschaft E.
M. Arndt
s. w. (1892) 1, 67; wenn du sonst noch etwas zu so einer ländlichen wirthschaft nöthig glaubst Göthe IV 14, 90
W. II@B@44)
in verbindung mit bestimmten verben: eine wirtschaft anfangen Calagius
Rebecca (1599) c 3
a;
M. Kramer 2 (1702) 1365
a; U. Bräker
s. schr. (1789) 1, 41; antreten J.
N. v. Schwerz
pract. ackerbau (1882) 32; gründen Sanders
wb. 2, 1633
a; ich musz meine wirthschaft ... auf ihre (
anrede) rechnung einrichten Jos. v. Petrasch
s. lustsp. (1765) 1, 323; die wirtschaft aufgeben
M. Kramer
a. a. o.; eine wirtschaft haben Campe 5, 743
b; brüder Grimm
kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 6; O. Ludwig
ges. schr. 2, 341;
vgl. auch 3 'eigene w. haben'. —
häufig: die w. führen
M. Kramer
a. a. o.; Campe
a. a. o.; der vater hat mir von zwei töchtern eine in mein haus gegeben, die mir die wirthschaft führt H. v. Kleist
w. 5, 286
E. Schm.; daher: niemand merkte die geringste änderung in ihrem benehmen, in der führung ihrer wirthschaft Holtei
erz. schr. 5, 13;
älter ist die wirtschaft treiben: was soll ich mir erst sorgen machen, da gott vor mich die wirthschaft treibt Stoppe
Parnasz (1735) 134;
vgl. den gebrauch dieser wendung nach I B 1 a; III 3,
sowie den Lohenstein
-beleg unter 1 (w. treiben '
wohnen');
ferner: die w. verwalten Triller
poet. betrachtungen (1750) 6, 301; die w. versorgen
M. Kramer 2 (1702) 1365
a; es wohnt ein schaffner daselbst, der die wirthschaft besorgt Göthe I 24, 13
W.; die w. versehen; der w. vorstehen
M. Kramer
a. a. o.; J. J. Schwabe
belustigungen (1741) 2, 552; seine wirthschaft ward sehr unordentlich bestellt Rabener
s. w. (1777) 2, 61;
ähnl. Göthe I 16, 80
W.; sein ... verwalter hatte ... die wirthschaft theilweise vernachlässigt Holtei
erz. schr. 3, 24; die w. liegen lassen
M. Kramer
a. a. o. vgl. auch redensartliches: reine w. machen '
die w. in ordnung bringen, abrechnung halten',
vgl. reinen tisch machen: man sieht selten eher, wie viel man schuldig ist, als bis man wirklich einmal reine wirthschaft machen und bezahlen will Göthe IV 10, 340
W. II@CC.
der organismus des wirtschaftlichen lebens einer gröszeren gemeinschaft und seine zweige, d. h. der vielgestaltige complex der einrichtungen und tätigkeiten, die der erhaltung des lebens und der vermehrung bzw. umwandlung der materiellen güter dienen. eine heute sehr verbreitete und besonders die composition mit wirtschaft- (
s. u.)
weithin bestimmende bedeutung. sehr jungen ursprungs; zuerst lexikalisch construiert: das wort wirtschaft wird ... vor einen begriff vieler wirtschafftsgeschäffte, z. b. landwirtschafft, ... acker-, bau-, ..., gastwirtschafft ... genommen Zincke
öcon. lex. (1744) 3234; so theilet sich auch ... die wirthschaft ... von selbst in die land- oder hauswirthschaft
Chomel öcon. u. physic. lexicon (1750) 8, 2348.
dasz w.
zu anfang des 19.
jhs. so noch nicht gebräuchlich war, also der begriff fehlte, zeigt Campe 5, 744,
der sich einen singular von wirtschaftskenntnisse
nicht vorstellen kann; vgl. wirtschaftlich 3.
gebräuchlicher zuerst als übertragung von II B 2 a
auf gröszere lebenseinheiten: das entbehrlichste ist überall dem unentbehrlichsten ... nachzusetzen; ebenso in der groszen wirthschaft des staates Fichte
s. w. (1845) 3, 408; nicht blos für die staatskunst, auch für die wirthschaft des ordens ward die neue strasze in das reich hochwichtig Treitschke
hist. u. pol. aufsätze 2, 41; schlieszlich griff die regierung durch und stellte die freien städte hinsichtlich ihrer wirthschaft unter die oberaufsicht von beamten Mommsen
röm. gesch. (1894) 5, 256; wenn der gemeine mann den organismus unserer wirthschaft nicht begreift W. H. Riehl
d. dtsche arbeit (1861) 33;
daher in compositis wie bank-, gemeinde-, staats-, verbands-, volks-, weltwirtschaft.
ohne einschränkung durch eine solche possessivbeziehung, seit dem aufschwung von handel und industrie um die mitte des 19.
jhs., der den besitzenden oder leitenden mehr und mehr unsichtbar werden liesz: danach sollen beide nicht ermüden in ihrer schweren aufgabe, ..., in der lehre vom gleichgewicht der arbeit nicht blosz die gesetze der wirthschaft und des völkerlebens zu erkennen ... W. H. Riehl
d. dtsche arbeit (1861) 74; für unqualifizierte thätigkeiten, wie sie auf primitiven stufen der wirthschaft überwiegen K. Bücher
arbeit u. rhythmus (1899) 30; arbeit und besitz, die beiden grundelemente der wirtschaft, sind aus ihren fugen gelöst worden K. A. v. Müller
aufs. u. vorträge (1926) 53; das wirtschaftliche denken ... scheint den blick für die biologische grundlage der wirtschaft verloren zu haben Kolbenheyer
arbeitsnot u. wirtschaftskrise (1935) 3;
gleichwohl liegt der gedanke an eine tragende lebenseinheit wie volk, staat u. s. w. meistens zugrunde: hier rächt sich die unsicherheit des täglichen verdienstes schon auf das bitterste an der ganzen wirtschaft selber A. Hitler
mein kampf (1933) 25; noch schlimmer lagen die dinge (1916) bei der wirtschaft
ders. a. a. o. 211;
sachlich oft und mannigfach eingeschränkt: dasz das ... capital einen ... sturm gegen die bäuerliche wirthschaft vorbereitete Mommsen
röm. gesch. (1894) 2, 75; die freie wirtschaft
hwb. d. staatsw. 3, 1, 41; die kapitalistische wirtschaft Sombart
sozialismus u. soz. bewegung 87; der nationalsozialistische arbeitnehmer musz wissen, dasz die blüte der nationalen wirtschaft sein eigenes materielles glück bedeutet A. Hitler
mein kampf (1933) 676;
daher in compositis wie bau-, finanz-, geld-, holz-, metall-, textil-, warenwirtschaft;
ursprünglich auch landwirtschaft,
jedoch aus der bezeichnung für den einzelnen betrieb entwickelt; vgl. II B 2 b,
sowie teil 6,
sp. 151. —
sehr prägnant in adversion zu anderen kulturgebieten: auf dem gebiete des rechtes und der wirthschaft gelang es den idealisten wenig, die welt für sich zurechtzulegen Treitschke
hist. u. pol. aufsätze (1886) 1, 126; hören sie nicht schon täglich das wort: nicht die politik, die wirtschaft bestimmt das schicksal Dwinger
wir rufen Deutschland 448. IIIIII.
hantierung, art und weise des vorgehens und verhaltens; innere ordnung, structur einer sache; lebensweise; tun und treiben, insbesondere solches unordentlicher, verworrener art. das gemeinsame dieser weit auseinander strebenden bedeutungen ist darin zu erkennen, dasz die in w.
seit dessen neuschöpfung (
s. I B; II A)
stark wirksame componente des tätigseins —
in II A
als wesensäuszerung und function des wirtes, in II B
als arbeitszusammenhang im hauswesen —
sich von seinen bisher maszgeblichen objecten, nämlich '
hauswesen, materielle güter und bedürfnisse',
löst und das wort im begriff des mannigfaltigen, complexen, vielfältig tätigen befestigt. damit verbindet sich oft, besonders im gegenwärtigen sprachgebrauch, eine negative wertung dieser mannigfaltigkeit, vgl.: '
im gemeinen leben ist wirtschaft
oft die handhabung eines jeden geschäftes, aber gemeiniglich nur im verächtlichen verstande, von einer verworrenen, schlechten handhabung desselben' Adelung 4, 1577,
vgl. wirtschaften 5,
sp. 684
von den maa, vielfach bereitwillig aufgenommen: is das ne wirtschaft bei den leuten Müller-Fraureuth 2, 671
b; Hofmann
niederhess. 265
a; Ruckert 196; Th. Bernd
Posen 353; H. Meyer
d. richtige Berliner 194
b; Jakob
Wien 221
a; Fischer
schwäb. 6, 1, 881;
auch im nd., s. Mensing 5, 597. III@11)
ansätze begegnen im 15.
und 16.
jh., sachlich verschieden bezogen: dann ain jeder burger, wo er unzucht, haderei, böse, unordenliche wirtschaft mit liecht und in ander weg ... waisz, ist schuldig, solliches anzuzaigen (1566)
österr. weist. 9, 260;
erst im 18.
jh. mehren sich die belege. die bedeutung läszt sich mit '
tun und treiben', '
handlungs-, lebensweise'
nur ungefähr umreiszen. die situation des tuns und treibens ist mitunter noch das hauswesen: war es denn schaamlosigkeit ... schöne leute und, nach römischer wirthschaft, schöne knaben um sich zu haben Herder 3, 315
S.; Göthes
sprachgebrauch geht z. t. über den heutigen hinaus: die reizende wirtschaft eines zigeunerhaufens I 22, 36
W.; lieber gott, wie dank ich dir, dasz ich aus der wirtschaft heraus und wieder geborgen bin I 9, 120
W.; dort (
am meeresstrand) hab ich heute die wirthschaft der seeschnecken, patellen und taschenkrebse gesehen Göthe 30, 142
W.; weil sie uns weniger vors auge gedrängt sind, ist ihre (
d. nebel) wirthschaft schwerer zu beobachten 19, 272;
von einer einzelunternehmung: es ist mir lieb, dasz wir wieder auf eine abenteuerliche wirtschaft ziehen IV 3, 102;
vgl. auch die belege bei Fischer
Goethewortschatz. gleichfalls ungewöhnlich: damit dieser biedermann mit der wirthschaft der hölle ein wenig bekannt werde Klinger
w. 3, 292; man wird auch nicht ohne entsetzen in die innere wirthschaft des lasters blicke werfen Schiller
w. 2, 337
Göd. (
d. räuber, vorrede); die französische sprache, aus dieser unruhigen und eitlen wirthschaft des wälschen gemüthes ganz geboren und herausgebildet E.
M. Arndt
schr. f. u. an s. l. Deutschen (1845) 3, 286.
dagegen heutiger sprachgewohnheit entsprechend: (
brüder,) deren kinder und verwandte recht vetterlich mit mir umgingen; aber dem baron gefiel diese wirthschaft nicht Laukhard
leben u. schicksale 2 (1792) 29; mir gefällt die ganze wirtschaft bey dem herrn vetter nicht Hafner
ges. lustsp. (1812) 2, 179; darum ist die wirtschaft (
der menschen) auf erden so hölzern und dennoch so wild Fouqué
altsächs. bildersaal (1818) 4, 532; das gesicht der alten gräfin, welche vorwitzig nach der lustigen wirthschaft (
tanzgesellschaft d. zwerge) herabschaute
dtsche sagen (1891) 1, 20;
noch gegenständlicher: die alte brachte voll verwunderung tisch und gläser nach, und bald war die ganze fröhliche funkelnde wirthschaft unter den bäumen vor der thür aufgeschlagen Eichendorff
s. w. 2, 357; die curiose, für einen knaben dreifach interessante wirthschaft hinter den coulissen H. Laube
ges. schr. (1875) 1, 26; fort ist die ganze wirtschaft, auf und davon ..., heute vormittag sind seine hoheit nebst gefolge ... abgereist Hauff
s. w. 5, 75; noch eben so viel wirthschaft und wirrwarr, und kaum das viertel einer stunde, so war es still und einsam am Lieper eck W. Alexis
hosen (1846) 1, 90;
von der lebensart oder handlungsweise eines einzelnen: Schubart, der morgens ... in gottes natur schwärmen ... konnte, um am abend im weinhaus unter lärmender gesellschaft zoten zu reiszen ... wer wird diese wirthschaft loben, wer auch nur entschuldigen wollen D. Fr. Strausz
ges. schr. 8, 209; man darf dieses experiment nicht fortsetzen, land und leute sind zu kostbar, um sie der wirtschaft dieses besessenen (
Bismarcks) auszuliefern W. Beumelburg
Bismarck gründet d. reich (1932) 159.
besonders: der ausdruck 'polnische wirthschaft' war in Schlesien so landläufig, dasz man dort absolut nicht an die möglichkeit eines polnischen staates glauben mochte H. Laube
ges. schr. (1875) 1, 129; schwärmer für die wiedereinführung der alten polnischen wirthschaft
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 2, 27. III@22) '
verworrenes, ungeordnetes tun und treiben, umständliches, lautes getue'.
die geordnete mannigfaltigkeit wird schärfer ins negative verkehrt: das ist eine wirthschaft das, jetzt wird man im Krähwinkel bald nimmer mehr wissen, wer koch oder kellner ist K. Meisl
theatr. quodlibet (1820) 2, 95; mein gott, was ist das für eine wirthschaft um das bischen regen Eichendorff
s. w. (1864) 2, 398.
verstärkt durch ein positives, doch ironisch gemeintes adjectiv: sis ne rare wirthschaft in meinem haus! ne charmante katzenjagd ists, derch endlich auf die spur kommen bin J. J. Chr. Bode
gesch. d. Th. Jones (1786) 6, 370; das wäre eine schöne wirtschaft (
nämlich Judith zu lieben)! rief ich, was soll dann aus Anna werden? G. Keller
ges. w. 2, 86.
häufiger durch ein negativ qualifizierendes adjectiv: (
Wilhelm) fand ... zuletzt in dieser verworrenen wirthschaft einen reiz, den er in seiner stattlichen prunkordnung niemals empfunden hatte Göthe I 21, 88
W.; er hab es ... gewuszt, dasz eine so dumme erziehung blos für das schönaussehen und beten und lesen und singen eine verdammte wirthschaft wäre Jean Paul
w. 15-18, 133
H.; diese schreckliche wirthschaft auf einem gottesacker empörte ihn A. v. Arnim
s. w. 2, 212; als ich die donnerschläge 'liederliche wirthschaft' ... vernahm, verhärtete ich gewaltsam meinen inneren menschen Holtei
vierzig jahre (1843) 1, 117; närrische wirthschaft durcheinander Tieck
schr. (1828) 1, 150. III@33)
nur wenig selbständig in der prägung des verbalen ausdrucks; eine wirtschaft haben: (
ich) stricke strümpfe für meinen bruder und hab eine wirthschaft und messe sie ihm zehnmal an Göthe I 9, 129
W.; schilt und hat eine wirthschaft, als ob die welt zu grunde ginge E. Höfer
aus d. weiten welt (1861) 197.
anders: vorn am bug, wo ... die matrosen zwischen ketten und drahtseilen mit den flaggenzeichen und der schiffsglocke ihre wirtschaft hatten W. Schäfer
Rheinfahrt (1913) 9. —
reicher variiert: wirtschaft treiben (
vgl. I B 1 a; II B 4): sein kriegsvolk hat auf dem lande üble wirthschaft getrieben, dasz es gott erbarmen möchte
acta publica 6, 305
Palm; eine gesellschaft feindlicher offiziere ... trieb dort arge wirthschaft Storm
w. (1899) 4, 16; so gieng er (
Rubens) auf die hohe schul Italien und las und studierte da die meisterstücke der Griechen ... zu Venedig, Florenz und Rom ... und schrieb sich die schönsten davon ab ... so trieb er da wirthschaft sieben jahre lang Heinse
s. w. 9, 339
Schüddekopf; nach II B 4: mein feiner Reinecke treibt seine wirthschaft im namen aller füchse auf gottes erde Herder
w. 16, 222
S.; seit der zeit können sonne, mond und sterne geruhig ihre wirthschaft treiben, ich weisz weder dasz tag noch dasz nacht ist Göthe I 19, 37 (
Werther). —
eigenartig: (eine) wirthschaft machen '
hauswirtschaftliche arbeiten verrichten'
; ironisch: weil sie (
d. köchin) aber nicht wohl ist, so hat sie einen koch kommen lassen, der heute die küche besorgen soll; der macht wirthschaft!
theater d. Deutschen (1768) 14, 292; '
hauswirtschaftliche arbeiten, umstände verursachen': das beste ist, dasz es nicht viel wirtschaft macht und dasz meine frau nicht ... nach Hildesheim braucht Fontane
ges. w. I 6, 327; '
unordnung hervorrufen': der frost hat uns manchmal garstige wirthschaft auf dem refiere gemacht Kretschmann
s. w. (1784) 3, 169.
composition. fast ganz substantivisch. heute ausschlieszlich mit unorganischem gen.-s. jedoch noch bis in die 2.
hälfte des 18.
jhs. endungslose formen wie wirtschaftgesell; -meister; -statt (
daneben wirtschaftsstätte); -tag; -tracht; -zeug,
sämtlich bildungen des frühnhd. mit wirtschaft I '
mahl, fest, hochzeitsfest'
; vgl. typ 1;
ferner solche neueren datums nach wirtschaft II A
oder II B,
wie z. b. wirtschaftgesetz (1782); -pacht (1702); -sache (1682). —
von den einzelnen bedeutungen treten die älteren sehr zurück, lediglich I B '
gastwirtschaft'
hat als heute noch lebendige bedeutung sich an der reichen compositionsbildung der beiden letzten jahrhunderte zu beteiligen gesucht, vgl. typ 2.
das inhaltlich völlig entleerte III '
hantierung, tun und treiben'
scheidet aus. im übrigen ein prozesz, der durchaus der kulturentwicklung der modernen zeit entspricht: mit beginn der aufklärung die ersten ansätze nach II A '
art und weise, kunst der verwaltung von haus und besitz',
wie z. b.: -gedanke (1689); -kunst (1716); -sorge (1719); -streich (1732); -vorteil (1761)
u. s. w., vgl. typ 3,
denen sich einige zuerst im osten und südosten beheimatete (
vgl. wirt III A 4 a '
landwirt')
anfügen, bei welchen der sachbezug nach II B 2 b '
landwirtschaftlicher betrieb, landwirtschaftliche arbeiten'
maszgebend ist: wirtschaftsbestellung (Hohberg 1682); -stand (Logau 1654); -vorrat (Butschky 1677); -zeug (Lohenstein 1689).
sodann legen sich eine ganze reihe von bildungen, besonders concreta, noch im laufe des 18.
jhs. auf II B '
hauswesen'
und besonders II B 2 b '
landwirtschaftlicher betrieb',
z. t. endgültig, fest: wirtschaftsbedienter; -gebäude; -geld; -hof; -jungfer; -korn; -schreiber; -schürze; -wagen; -werk
u. s. w., vgl. typ 3
und typ 4.
in dem masze aber, in dem die wirtschaftlichen einrichtungen, tätigkeiten, dinge u. s. w. als ein selbständiger, vom einzelbetrieb unabhängiger organismus angesehen werden, bemächtigt sich die II A
und II B
verbindende bedeutung II C
der composition, deutet einen groszteil der alten bildungen in ihrem sinne um und schafft eine fülle neuer worte, s. u. typ 5. 11)
nach wirtschaft I A '
mahl, fest, hochzeitsfest',
s. an alphabetischer stelle wirtschaftshaus; -
spiel; -tag.
ferner: wirtschaftfahrt '
gang zum festmahl'
bei Lexer 3, 935; -gesell
conviva Diefenbach
nov. gloss. 113
a; -meister
architrichinus Diefenbach
nov. gloss. 32; -pfennig: werschoppespenninge
festpfennige (1341)
bei Schiller-Lübben 5, 690
b; -statt; -stätte: '
ort, wo die hochzeit gehalten wird',
s. spiel v. d. 10
jungfr. 105
Beckers; doch: epulatorium werscaps stede Diefenbach 215
c; -tracht:
ferculum wirtschafttraht Diefenbach 230
b. 22)
nach wirtschaft I B '
gastwirtschaft'
; vgl. an alphabetischer stelle: wirtschaftsbetrieb; -recht.
ferner: wirtschaftsconcession: für die erteilten polizeilichen wirtschaftskoncessionen
hwb. d. staatsw. 2, 844; -gerechtigkeit, '
schankrecht' Stieler 1554; -pacht: wirtschaftpacht
affitto di hosteria taverna M. Kramer 2 (1702) 176
a. 33)
nach wirtschaft II '
art und weise, kunst der verwaltung von haus und besitz; haushalt, hauswesen'.
vgl. an alphabetischer stelle: wirtschaftsform; -gedanke; -geschäft; -gerät; -jungfer; -kenntnis; -kunst; -lehre; -plan; -recht.
ferner: wirtschaftsapfel: groszer rheinischer bohnapfel ... ein vorzüglicher wirthschaftsapfel Metzger
pflanzenkde (1841) 740; -ausgabe: was in deinem ausgabebuch an wirtschaftsausgaben und tagelohn steht Bismarck
briefe an s. braut 191; -ausschlag, '
gewinn': rechnungsentwurf einer weinhandlung mit kapital- und zinsenberechnung nebst wirtschaftsausschlag
allg. dtsche bibl. anhang zu 32-52, 1399; 78, 555; -bequemlichkeit,
raum, der der haushaltsführung dient Sallmann 86; -gesindel, '
gesinde' Friedenberg
abhandl. von denen in Schlesien üblichen rechten (1738) 1, 293; -licht: ein tüchtiges, hellbrennendes wirtschaftslicht, bei dem es sich gut essen ... läst E. T. A. Hoffmann
s. w. 12, 121
Gr.; -mamsell E.
M. Arndt
schrift. für u. an seine lieben Deutschen 4, 390; -pflicht (
einer hausfrau) Chr. Stieff
sammlung (1737) 1, 117; -schürze: tante Schorlemmer ..., noch die wirtschaftsschürze vor Fontane I 1, 304; -streich: einen ... sehr klugen und bequemen wirtschaftsstreich, vermöge dessen man in kurzer zeit ... zu groszem reichtum gelangen könte Ph. B. Schütz
reich der eitelkeit und thorheit (1732) 48; -tugend: ein gutes, liebenswürdiges weib, begabt mit etwas vermögen und häuslichen wirtschaftstugenden Bürger
br. 4, 799
Str.; -umstand,
im pl.: meine wirtschaftsumstände '
meine finanziellen verhältnisse' (1777) Lenz
br. 2, 96; -werk: sein tägliches wirtschaftswerk Scheibel
witterungen (1752) 204. 44)
im besonderen nach wirtschaft II B 2 b
im sinne von '
landwirtschaftlicher betrieb',
vgl. an alphabetischer stelle: wirtschaftsamt; -art; -betrieb; -buch; -busze; -einheit; -form; -gebiet; -gerät; -haus; -hof; -methode; -plan; -verband; -wald; -zeug.
ferner: wirtschaftsaufseher: die bestellung der wirtschaftsaufseher
allg. dtsche bibl. 4, 2, 141; -bau, -bauten: sie hat ... wirtschaftsbauten angelegt L. v. François
Reckenburgerin 1, 170; -bedienter B. Neukirch
anweis. z. teutsch. br. (1709) 440; -bestellung: anbauzeit und andere wirtschaftsbestellung Hohberg
georgica curiosa (1682) 1,
vorr. a 4
a; -bezirk: dies (
die grösze) nöthigt zu der zerfällung der wirtschaftsbezirke in ... abtheilungen Roszmäszler
der wald (1863) 589; -diener, '
wirtschaftsbedienter',
s. acta publ. 6, 335; -einkommen, '
bodenertrag': und sind alle andere wirtschaftseinkommen leichtlich ... zu erheben Hohberg
georgica curiosa (1682) 1, 346; -einnahme
allg. dtsche bibl. 103, 175; -hauptmann: (
ich) bezeugte, dasz der vornehme herr einen unverständigen ... wirtschaftshauptmann hätte
der schles. landwirt (1771) 1, 129; -inspector Holtei
erz. schr. 39, 20; -korn: die aussaat und auch das wirtschaftskorn (
das im betriebe verbraucht wird) Thaer
gesch. (1815) 112; -leute, '
abhängige leute, gesinde': des herrn ... behandlung der wirtschaftsleute muszte man hart nennen Göthe I 35, 234
W.; -pfarre: Weitra war eine sehr bedeutende wirtschaftspfarre Castelli
memoiren 1, 125; -pferd,
im gegensatz zu kutschpferd Rosegger
schr. III 9, 101; -pfleger: die unersättlichen pachter, wirtschaftspfleger, beamte v.
d. Trenck
ged. u. schr. 6, 246; -revier,
forstwirtschaftlich: besondere wirtschaftsreviere Schwappach
hdb. d. forst- u. jagdgesch. 2, 821
anm.; -schreiber (
in der verwaltung eines gutshofes)
allg. dtsche bibl. 13, 587; -teilschaft: keine herrschaft ist befugt, ... ihren unterthanen die wirtschaftsteilschaften ... wider ihren willen käuflich aufzudringen Friedenberg
abhandl. von denen in Schlesien übl. rechten (1741) 2, 111; -vorrat, '
aufgespeichertes getreide u. s. w.': ein unglücksfeuer ... den gröszten teil des vorwercks samt allen wirtschaftsvorräten ... zu aschen gemacht Butschky
Pathmos (1677) 213; -wagen, '
für den gebrauch in einem landwirtschaftlichen betrieb',
vgl. allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 752. 55)
nach wirtschaft II C '
gesamtcomplex der einrichtungen und tätigkeiten, die der erhaltung des lebens dienen',
sowie nach II B,
indem und soweit die vorstellung eines einzelnen betriebes vernachlässigt und ersetzt erscheint durch die hervorhebung jenes allgemeinen zweckes. die composition im letzteren sinne hat offenbar sogar dem begriff der w.
im sinne von II C
vorgearbeitet, da sich die meisten bildungen ohne weiteres aus dem bereich der einen compositionsform in den der andern übertragen lassen. —
reich entfaltet, besonders im schrifttum der nachkriegszeit; häufig ist wirtschaft
nur lockeres attribut anstelle von wirtschaftlich 3.
vgl. an alphabetischer stelle wirtschaftsamt; -angelegenheit; -bedürfnisse; -betrieb; -führer; -führung; -gebiet; -geschichte; -interesse; -kammer; -krise; -macht; -politik; -recht; -wissenschaft; -zweig.
ferner: wirtschaftsabkommen: anwendung zweiseitiger wirtschaftsabkommen mit ausländischen staaten Meiszner-Kaisenberg
staats- u. verwaltungsrecht (1935) 115; -anschauung: alte wirtschaftsanschauungen Kolbenheyer
arbeitsnot und wirtschaftskrise (1935) 29; -auffassung: (
Luthers) originellste leistung auf dem gebiet der rechts- und wirtschaftsauffassung
hwb. d. staatsw. 6, 394; -aufwand, '
kostenaufwand',
s. ill. landw. lex. 952; -blüte: als die wirtschaftsblüte des gaues ... zu grunde ging W. H. Riehl
naturgesch. d. volkes (1851) 4, 199; -centrum,
etwa einer landschaft, s. Endres
waldbenutzung (1888) 29; -conjunctur Doren
Florentiner wolltuchindustrie (1901) 221; -denken: das wirtschaftsdenken steht wie das rechtsdenken noch vor seiner eigentlichen entfaltung O. Spengler
untergang des abendlandes 2, 589; -ertrag Rosegger
schr. (1895) III 6, 211;
vgl. Thär
grundzüge 1, 28; -gemeinde: diese ... markgenossenschaften sanken ... zu bloszen wirtschaftsgemeinden herab Schwappach
hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 90; -geographie: vom standpunkt der wirtschaftsgeographie Hoops
waldbäume u. kulturpfl. (1905) 413; -gesellschaft: die privatrechtliche stellung der vereine sowie der erwerbs- und wirtschaftsgesellschaften
bürgerl. gesetzbuch, einführungsgesetz 165; -gespräch: er ... sasz am liebsten mit verwaltern und bauern in wirtschaftsgesprächen zusammen Immermann 7, 153
B.; -grundlage: die ursprüngliche wirtschaftsgrundlage der familie
hwb. d. staatsw. 2, 459; -kampf
ebda 6, 890; -kosten: der durchschnittspreis des getreides und dessen verhältnis zu den wirtschaftskosten und bestellungskosten ist fast nicht zu ermitteln Raumer
gesch. d. Hohenstaufen (1823) 5, 368; -organisation W. Sombart
sozialismus und soziale bewegung 2; -regiment: es gilt von seinem (
Friedrichs II.) wirtschaftsregiment ..., was von seiner strategie (
gilt) Mommsen
reden u. aufsätze 187; -reglement: in Preuszen erliesz Friedrich der Grosze ein 'haushaltungs- und wirtschaftsreglement' für die pommerischen domänenbauten Wimmer
geschichte des deutschen bodens 176; -wert: bei taxation ist ... nur der wirtschaftswert einer sache zu berücksichtigen, nicht aber der marktpreis G. H. Schnee
der angehende pächter 18.