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Wirbel

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
19 in 18 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Wirbel

Bd. 4, Sp. 1571
Der Wirbel, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Wirbelchen. 1. Eigentlich, als eine Onomatopöie, bezeichnet es einen gewissen sehr schnell wiederkehrenden eintönigen zitternden Laut, besonders auf der Trommel. Den Wirbel schlagen. 2. In weiterer und figürlicher Bedeutung. (1) Eine kreisförmige Bewegung, weil sie sehr oft mit dem eben gedachten eigenthümlichen Laute verbunden ist; besonders eine kreisförmige Bewegung in Gestalt einer Schneckenlinie, welche sich aus dem Mittelpuncte in lauter Kreisen nach der Peripherie beweget. So beweget sich das Wasser in einem Wirbel, wenn es die eben gedachte Bewegung hat. Figürlich ist der Wirbel in der vertraulichen Sprechart, der Rausch. Einen Wirbel haben, weil sich dabey alles mit dem Zecher umzudrehen scheinet. In manchen Gegenden wird auch der Schwindel der Wirbel genannt. (2) Ein sich im Kreise bewegendes Ding. Der Wirbel des Wassers, der Wasserwirbel, der Strudel. Der Rausch steiget in Wirbeln in die Höhe. Wie wenn die Erde kreißt, zerbirstet, Dampf Und Flammen in Wirbeln sich gen Himmel drehn, Weisse. Stellen an menschlichen und thierischen Körpern, wo das Haar in einem Kreise gewachsen ist, z. B. vor der Stirn und Brust eines Pferdes, heißen Wirbel; so auch in der Mitte des menschlichen Haupthaares, daher der Scheitel im Scherze und Verachtung oft der Wirbel genannt wird. Was hilft es auch, nach Weisheit schnappen, Die oft dem Wirbel wehe thut? Haged. Ein wenig uneigentlich nennt man auch ein System von Himmelskörpern, wegen ihrer kreisförmigen Bewegung, einen Wirbel. Der Sonnenwirbel, das Sonnen-System. Nach einer zum Theil von einem Wasserwirbel entlehnten Figur, ist der Wirbel von Geschäften, eine geräuschvolle Menge; der Wirbel aufrührischer Leidenschaften, ihre ungestüme Bewegung, welche gleichsam alles, was sich ihrem Kreise nähert, mit sich fortreißt; die Welt ist eine Verführerinn, welche auch das gesetzteste Gemüth[] in ihre Wirbel reißt. (3) In vielen einzelnen Fällen ist es ein Werkzeug, oder Theil eines Werkzeuges, welcher sich um seine Achse, oder um einen festen Punct bewegt. So wird die Scheibe oder Rolle, um welche bey Hebezeugen das Seil gehet, in Niedersachsen der Wirbel genannt, in welcher Bedeutung es doch im Hochdeutschen fremd ist. Der Wirbel an einem Fenster, an einem Bierhahne, an der Violine und Clavieren, ist ein solcher Theil, welcher in einer Öffnung eingedrehet wird, dort zu verschließen, und hier die Saiten zu spannen. An den Fenstern wird er auch der Reiber genannt. In andern Fällen sind die Wirbel, Ringe oder ähnliche Theile, welche einen in einer Öffnung beweglichen Zapfen tragen, um einem Theile einer Maschine eine Bewegung nach allen Seiten zu geben, wie an dem Steigbügel, den Reitstangen, Feuerspritzen, u. s. f. Auch der Krummzapfen an einem Rade, welcher sonst auch die Kurbel heißt, wird zuweilen der Wirbel genannt. An den Austern ist der Wirbel der starke fehnichte Muskel, welcher auch unter dem Nahmen des Kammes bekannt ist. Anm. Im Niedersächsischen Warbel, im Schwed. Hwirfwel, im Engl. Whirl. Die Endsylbe el ist die Ableitungssylbe, welche ein Werkzeug, Ding, Subject bezeichnet. Die erste Hälfte stammet von dem im Hochdeutschen veralteten Verbo werben, sich im Kreise drehen, Schwed. hwerfwa, her, wovon sich bey den alten Schriftstellern noch häufige Spuren finden. Ottfried sagt von einem Rade, emmizigen werbit, es drehet sich beständig herum; und von dem Himmel: ther himel sus io warpta, er drehete sich herum. Eben demselben ist Wurbi, die Achse. In den Lat. vertere, vertex, gyrare, und in unserm wirren in verwirren, sind die Wurzellaute genau damit verwandt. S. auch Wirtel.
3632 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wirbelstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    wirbel stm. wirbel. ahd. hwirbil, hwirvil Graff 4,1238. vgl. hwerbil das. 1237. 1. wirbel, scheitel. sinciput voc. o. 1,…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wirbel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Wirbel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Wirbelchen. 1. Eigentlich, als eine Onomatopöie, bezeichnet es ein…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wirbel

    Goethe-Wörterbuch

    Wirbel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wirbel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Wirbel , ein in Rotationsbewegung begriffener Teil einer Flüssigkeit von der Form einer dünnen Röhre mit kreisförmigem Q…

  5. modern
    Dialekt
    Wirbel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Wirbel II [Wìrwl Str. ; Demin. –wələ n. ] m. Protokoll; aus dem zweiten Teil des frz. Wortes procès-verbal, sowie das au…

  6. Sprichwörter
    Wirbel

    Wander (Sprichwörter)

    Wirbel 1. Wenn die Wirbel locker sind, schlottern die Fenster. Holl. : Als de wervels los zijn, dan klappen de deuren. (…

  7. Spezial
    Wirbel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wir|bel m. (-s,-) 1 ‹fig› (Durcheinander) sotissura m. , confujiun (-s) f. , fracac m. 2 (Aufsehen) sensaziun (-s) f. 3 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wirbel

161 Bildungen · 124 Erstglied · 35 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von wirbel 2 Komponenten

wir+bel

wirbel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wirbel‑ als Erstglied (30 von 124)

Wirbelkopf

SHW

Wirbel-kopf Band 6, Spalte 601-602

Wirbelring

SHW

Wirbel-ring Band 6, Spalte 601-602

Wirbeltier

SHW

Wirbel-tier Band 6, Spalte 601-602

Wirbelwind

SHW

Wirbel-wind Band 6, Spalte 601-602

wirbelader

DWB

wirbe·lader

wirbelader , f. , was wirbelschlagader, s. Oken naturgesch. 4, 81 . —

wirbelartig

DWB

wirbel·artig

wirbelartig , adj. , wie ein wirbel (B 1 a) geformt: die tastwarzenreihen ( sind ) wirbel- oder buchtenartig zusammengedreht Sömmerring mens…

Wirbelbaum

Campe

wirbel·baum

† Der Wirbelbaum , — es, Mz. — bäume , ein Name der Kiefer oder Föhre (Pinus sylvestris L .).

Wirbelbeere

Campe

wirbel·beere

Die Wirbelbeere , Mz. — n , der Name eines ausländischen Strauchgewächses (Callicarpa L .).

wirbelbein

DWB

wirbel·bein

wirbelbein , n. , das einzelne glied der wirbelsäule, vgl. wirbel C 3, älter ist wirfbein vestibula Diefenbach nov. gl. 379 b ; knoten oder …

wirbelbewegung

DWB

wirbel·bewegung

wirbelbewegung , f. , zu wirbel A 2 b: alle wärme bestehet in einer heftigen wirbelbewegung der kleinsten theile allg. haushalt.-lex. (1749)…

wirbelbildung

DWB

wirbel·bildung

wirbelbildung , f.; zu wirbel A 1 a: wirbelbildungen des wassers Karmarsch-Heeren 10, 340 ; zu wirbel C 3: ( an dem schädel wiederholen sich…

Wirbelblutader

Campe

wirbel·blutader

Die Wirbelblutader , Mz. — n , in der Zerglk., eine Blutader, welche aus dem Kreisblutleiter entsteht, durch das große Hinterhauptloch in de…

wirbelbogen

DWB

wirbel·bogen

wirbelbogen , m.; der dünne, bogenförmige teil des wirbelknochens, vgl. wirbel C 3: spaltungen des rückgrates, d. h. der wirbelbogen Sömmerr…

wirbelbohrer

DWB

wirbel·bohrer

wirbelbohrer , m. , bohrer mit einem querholz, vgl. wirbel C 2 d: dieses ( bohren ) geschieht ... mittels starker wirbelbohrer Scheuchenstue…

Wirbelbrett

RhWB

wirbel·brett

Wirbel-brett wi·r.bəl- Daun-Lissend n.: Br., das unten die Wagenleitern zusammenhält.

Wirbeldöppchen

RhWB

Wirbel-döppchen wi·r.bəldpkə Kref-Stdt n.: kleiner Kreisel.

wirbeldost

DWB

wirbel·dost

wirbeldost , m. , auch wirbeldosten; name der wilden basilie ( clinopodium vulgare ) wegen ihrer wirbelförmigen blumenköpfe, vgl. werbeldost…

Wirbeldosten

Adelung

wirbel·dosten

Der Wirbeldosten , des -s, plur. inusit. eine dem Dosten ähnliche Pflanze, wegen der Gestalt ihrer Blume; Clinopodium Linn. das Wirbelkraut.

wirbel als Zweitglied (30 von 35)

Anke(n)wirbel

Idiotikon

Anke(n)wirbel Band 16, Spalte 1159 Anke(n)wirbel 16,1159

Cheibetwirbel

Idiotikon

Cheibetwirbel Band 16, Spalte 1159 Cheibetwirbel 16,1159

Chopfwirbel

Idiotikon

Chopfwirbel Band 16, Spalte 1159 Chopfwirbel 16,1159

Fëldwirbel

Idiotikon

Fëldwirbel Band 16, Spalte 1159 Fëldwirbel 16,1159

G(e)wirbel

Idiotikon

G(e)wirbel Band 16, Spalte 1162 G(e)wirbel 16,1162

gleichwirbel

DWB

gleich·wirbel

gleichwirbel , m. , zu 2 gleich, n. ' gelenk ': dasz er ( der bär ) nit vast schnAell lauffen mag, ist die vrsach, dasz er ... seine glenck …

Hau(p)twirbel

Idiotikon

Hau(p)twirbel Band 16, Spalte 1159 Hau(p)twirbel 16,1159

Heu(w)wirbel

Idiotikon

Heu(w)wirbel Band 16, Spalte 1159 Heu(w)wirbel 16,1159

himelwirbel

KöblerMhd

himel·wirbel

himelwirbel , st. M. nhd. Himmelswirbel ÜG.: lat. cardo caeli Voc Q.: Voc (1429) I.: Lüs. lat. cardo caeli E.: s. himel, wirbel W.: nhd. DW-…

lendenwirbel

DWB

lenden·wirbel

lendenwirbel , m. die fünf wirbelbeine des rückgrats, in der gegend der lenden. Nemnich : es war ... an dem rückgrat entschieden-gestalteter…

meerwirbel

DWB

meer·wirbel

meerwirbel , m. wirbel im meere. Fischart glückh. schiff 316 . s. die stelle unter meertiefe.

Näpperschwirbel

Idiotikon

Näpperschwirbel Band 9, Spalte 2149 Näpperschwirbel 9,2149

rückenwirbel

DWB

ruecken·wirbel

rückenwirbel , m. 1) einer der wirbel, die das rückgrat bilden. Adelung. 2 ) einer der vertebrae dorsales ( gegensatz halswirbel, kreuzwirbe…

schlangenwirbel

DWB

schlangen·wirbel

schlangenwirbel , m. wirbel, verwicklung von schlangen oder wie von schlangen: um die sünde flechten schlangenwirbel scham und reu', das Eum…

schwirbel

DWB

schwir·bel

schwirbel , m. , zu dem ausgestorbenen swerben und schwirbeln gehörig. vgl. das letztere unten. zu swerben im sinne von wischen, streichen f…

sonnenwirbel

DWB

sonnen·wirbel

sonnenwirbel , m. , auch -würbel geschrieben, ahd. sunniuuirpila, sunneuuirbel, solsequia. Graff 4, 1238 , mhd. sunnenwerbel, -wirbel Lexer …

Stōsswirbel

Idiotikon

Stōsswirbel Band 16, Spalte 1161 Stōsswirbel 16,1161

Sunne(n)wirbel

Idiotikon

Sunne(n)wirbel Band 16, Spalte 1160 Sunne(n)wirbel 16,1160

sunnenwirbel

BMZ

sunnen·wirbel

sunnenwirbel stm. eine pflanze. scelerata sunnenwirbel gl. Mone 8, 96. solatrum sunnenwerbil sumerl. 58,63.

Sur(r)iwirbel

Idiotikon

Sur(r)iwirbel Band 16, Spalte 1161 Sur(r)iwirbel 16,1161

Sëge(n)se(n)wirbel

Idiotikon

Sëge(n)se(n)wirbel Band 16, Spalte 1160 Sëge(n)se(n)wirbel 16,1160

Tappeⁿwirbel

Idiotikon

Tappeⁿwirbel Band 16, Spalte 1161 Tappeⁿwirbel 16,1161

Trotte(n)wirbel

Idiotikon

Trotte(n)wirbel Band 16, Spalte 1161 Trotte(n)wirbel 16,1161

Ableitungen von wirbel (2 von 2)

gewirbel

DWB

gewirbel , n. , ursprünglich wol masc. und als verstärkte form zu wirbel ( s. d. ) gehörig: als wann sie aus dem abgrund des verderbens und …

urwirbel

DWB

urwirbel , m. , die ursegmente des embryonalen wirbelthieres; man nahm früher irrthümlich an, dasz aus ihnen die wirbel hervorgingen: in der…

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APA
Cotta, M. (2026). „wirbel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wirbel/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „wirbel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wirbel/adelung. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wirbel". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wirbel/adelung.
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