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gewirbel

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gewirbel n.

Bd. 6, Sp. 6108
gewirbel, n. , ursprünglich wol masc. und als verstärkte form zu wirbel (s. d.) gehörig: als wann sie aus dem abgrund des verderbens und tiefem gewürbl der verzweiflung ... herfür gestossen würdten. F. Sigl gesch. d. Münchener geiszeln (1632) 175 Stöger. zu dem substantiv wirbel stimmt auch die vorliebe, mit der gewirbel die verworrenheit der bewegungen auf das akustische gebiet überträgt: wie es heute stürmt, lärmt, schneit, als ob der himmel in lauter schnee, in brüllendem gewirbel auf erden herunter brausen wollte. Bräker der arme mann im Tockenburg 248 Bülow; vgl. wirvil, turbo Graff 4, 1238; vortex, wirbel im wasser Lexer 3, 925; die wind varnt in ainer werbeln weise. ebenda. frühzeitig ist jedoch für die erklärung der zusammenhang mit wirbeln (s. d.) maszgebend geworden, dem entsprechend gewirbel als neutrum und als verbalsubstantiv in die neuere schriftsprache übertrat: gewirbel ... das wirbeln, besonders ein anhaltendes, wiederholtes wirbeln ... etwas das sich wirbelt, eine wirbelnde menge. Campe 2, 365b. 11) das substantiv kennzeichnet die bewegung; die bildwirkung wird hervorgehoben: 1@aa) wo aus sprudelnden quellen der strom mit tiefem gewirbel, Acheron, trächtig von gold, hinstürzt durch schaudrichte gegend. Voss Hesiod 333 (Orfeus 1130); um und um gewirbel, sandbank, riff! Immermann (die Bojaren 3, 5) 15, 225; unter düstern orkanengewirbeln und flammenden wettern strömt', in wildem gewül, des abgrunds heer zu den thoren. Fr. v. Sonnenberg Donatoa 151; mächtige drängten sich vor durchs gedräng, und dumpf um die pforten rollt' es sich jetzt in dunklem gewirbel, das dunkle gewirbel flutet' heran, und ebb'te zurück. 145; und wie der wind den haufen der trockenen spreu mit gewirbel oftmal erregt', und umher sie zerstreuete. Voss Odyssee 5, 368 (1793 gegen im wirbel 1781); du lagst im gewirbel des staubes, grosz auf groszem bezirk, der wagenkunde vergessend. 24, 39 (ausgabe von 1793 gegen in der wolke des staubes 1781); schwang er die geiszel erklatschenden schwungs und es fuhr im galopp fort, schnell wie der pfeil, durch gewirbel des staubs das rasselnde wäglein. Baggesen Parthenais 1, 428; vgl. sandgewirbel Schack nächte des orients 2; der general sah, fast träumerisch stumm, auf das weisze gewirbel. W. Alexis Isegrimm (2, 2) 2, 29; vgl. schneegewirbel ebenda 2, 26; immer dicker und immer dichter kamen die flöcklein herab ... ging schon ein ordentliches gewirbel los zwischen himmel und erde. H. Sohnrey im grünen klee6 45. 1@bb) unten um springenden weinborn läufts im gewirbel heran itzt, stürzt es sich, wälzet sich bunt durcheinander von weibern und kindern. Fr. v. Sonnenberg Donatoa 1, 2, 468; ähnl. 310; sauszten die stürm' in die nachtumschleierten fahnen der flügel, jagten und warfen in wilde gewirbel die flammen der streithelm' und vermengten die donnerwolken des himmels mit ihnen. 114; vgl. auch flammengewirbel 2, 2, 78 u. a.; also badeten sie, stillhaltend herab in die wanne alle die niedlichen füsze gepaart, weil jede den strohhut abwarf, hebend den kamm, den gebogenen, welcher, den flechten eingezahnt, aufhielt der ambrosischen locken gewirbel. Baggesen Parthenais 5, 104; über sein schlaues gesicht flog ein schatten und eine innere unruhe wurde aus dem lebhaften gewirbel sichtbar, womit er seine freude über das wiedersehen auszudrücken suchte. G. Freytag (soll u. haben) 5, 321. 22) die herausarbeitung akustischer wirkungen: siehe, da rieselte still ein wässerchen ohne gewirbel. Voss Ovid (Ceres 247); ha, und itzt schleuderten all' orkan herauf von dem nordpol, fürchterlich brüllt' es in grausem gewirbel daher, und die wogen brausten mit wut an die himmel. Fr. v. Sonnenberg Donatoa 2, 1, 145; vgl. in heulendem sturmgewirbel 2, 1, 100; und, wie brausende meergewirbel von drachengeheul voll, rollten die kriegeswagen daher durchs wüste der graunschlacht. 2, 1, 119; heulte wie orkangewirbel gedichte 75 Gruber. das gewirbel der lerche. Campe u. a. (vgl. lerchenwirbel theil 6, sp. 762); den vogel (die lerche) fanden ihre augen nicht ... aber ... sie freute sich des sanften gewirbels. A. v. Enderes aus dem leben (fels zum meer 1883 s. 113a); der mond blinkt heller, goldner und goldner malt sich jede wolke, die melodisch in das gewirbel der harfe murmelt. Hölty (der bund) 56 Halm; das göttliche, riefs im gewirbel der stimmen, ist der erde geworden zum spiel. Fr. v. Sonnenberg Donatoa 1, 1, 66; und sowie ich den faden des gesetzes im tönegewirbel verliere, stellt sich das auge ein, und ich denke nichts als: was haben denn die kerle, dasz sie so reiben, zwicken, kratzen ... Fr. Th. Vischer auch einer 410; dabei weinte sie, setzte sich aber im folgenden augenblick an den flügel, um sich in ein gewirbel der gellendsten arien zu verlieren. W. Raabe hungerpastor 2, cap. 10; red' ist der wohlklang, rede das silbenmasz; allein des reimes schmetternder trommelschlag, was der? was sagt uns sein gewirbel, lärmend und lärmend mit gleichgetöne? Klopstock (an J. H. Voss) 5, 368 Boxberger; o welch spektakel und kreuz-lamento wird in unsere zugehangenen zellen einkehren! mit trompeten und paukengewirbel. o jammer und elend! als ich in dienst trat, durfte ich keine flöte mehr blasen. Tieck (der gelehrte) 22, 29; und dann schmetterten die trompeten in der trommeln gewirbel. K. L. v. Woltmann gesch. des westfäl. friedens 2, 130; das gewirbel der trommel. Campe u. a.; ebenso Hilpert 2, 1, 465a; ebendort auch: das gewirbel der wagenräder, the whirling of the coach.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GewirbelDas

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Das Gewirbel , des — s , o. Mz . 1) Das Wirbeln, besonders ein anhaltendes, wiederholtes Wirbeln; eigentlich und uneigen…

  2. modern
    Dialekt
    Gewirbel

    Mecklenburgisches Wb.

    Gewirbel s. Gewirwel .

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Wortbildung

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Ableitung von gewirbel

ge- + wirbel

gewirbel leitet sich vom Lemma wirbel ab mit Präfix ge-.

gewirbel als Zweitglied (1 von 1)

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Cotta, M. (2026). „gewirbel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gewirbel/dwb?formid=G14713
MLA
Cotta, Marcel. „gewirbel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gewirbel/dwb?formid=G14713. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gewirbel". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gewirbel/dwb?formid=G14713.
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